MÜNCHEN Kurztrip: die Klassiker (und KEINE Geheimtipps)

Meine persönlichen Tipps für einen München Kurztrip, um ein „Gfühl“ für die Stadt zu bekommen: die Altstadt, das urige München, die „Heiligen Stätten“. Und Pumuckl und Monaco Franze.


Rund 20 Jahre sind seit meinem letzten Besuch in München vergangen. Ich habe die Stadt seitdem nur als Messe- und Konzertstadt erlebt und als Abflughafen genutzt. Zeit also, der „nördlichsten Stadt Italiens“ wieder einen Besuch abzustatten und einen München Kurztrip einzulegen. Bei dem ich mir nicht die zahlreichen Geheimtipps, sondern mal die richtigen „Klassiker“ angesehen habe.

München – die Stadt der Superlative

Was nehme ich mit von der Stadt nach meinem Kurztrip? Dass München eine Großstadt ist (an dritter Stelle in Deutschland, an zwölfter in der EU)? Aber gleichzeitig das größte Dorf, wies so schön heißt?

Dass man nicht nur die Schickeria antrifft, sondern auch die urigen Bayern? Dass das Städtebild zwischen klassizistisch und urig schwankt? Dass neben Fußball auch die Kunst groß geschrieben wird?

Eine Mischung aus Allem. Und diese Mischung machts! In „Minga“ iss scho recht fei…

München Biergärten

was ich bei meinem München Kurztrip so liebenswert gefunden habe

  • München kann so urig sein: Trotz frischem Wetter (5°, eisiger Wind, leichter Nieselregen) blitzen mir doch mancherorts zwei stramme Wadln aus der kurzen Ledernen entgegen! Und im Hofbräuhaus wackeln die Gamsbärte.
  • Brotzeitrecht – wie bitte? In den Biergärten wird Bier getrunken, das ist klar. Aber mitgebrachtes Essen darf konsumiert werden. Wo gibt’s denn sowas?
  • Es „maxlt“ recht in München: Am bayrischen König ist einfach nicht vorbeizukommen, an jeder Ecke haben ihm die Münchner ein Denkmal gesetzt: Maximilianstraße, Maximilianeum, Maxmonument, Maxvorstadt….könnte ein bayrischer König einen weniger bayrisch klingenden Namen haben? (Von Ludwig gar nicht zu reden. Oder von Luitpold. Dem haben die Münchner sogar eine eigene Torte – die Prinzregententorte – gewidmet).
  • Übrigens: Mit diesen drei Namen fährt man gut, will man sich Münchens Monumentalbauten ansehen. Maximilianstraße, Ludwigstraße und Prinzregentenstraße sind DIE drei Prachtstraßen der Stadt.
  • München Straßenschild
  • München Straßenschild
  • München Straßenschild
  • In München klingen die Namen: Wem lacht nicht das Herz, wenn er von Unterföhring, Ismaning oder Garching hört? Lohnend ist ein Blick ins Münchner Schnellbahn-Netz. Schwer, die Highlights auszuwählen – meine Top 10: Olching, Poing, Englschalking, Daglfing, Zorneding, Eglharting, Otterfing, Icking, Feldafing und zu guter Letzt Tutzing.
  • In München klingt für mich aber besonders DIESER Name. Oder besser gesagt dieser PLATZ. Denn wenn sie mich in München schon mit einem Titel adeln und einen Platz nach mir benennen, muss ich mir den „Prof. Huber Platz“ natürlich auch ansehen. Mein persönliches München-Highlight Nummer 1
München Englischer Garten

Was man aber nun bei einem Kurztrip nach München tun kann:

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1. sich in einem italienischen Spielzeugland wiederfinden

Ich bin bei meinen Eindrücken hin- und hergerissen: Einerseits bestätigen die vielen in klassizistischem Gelb gehaltenen Monumentalbauten Münchens Ruf als nördlichste Stadt Italiens, andererseits komme ich mir manchmal vor wie in einem überdimensionalem Spielzeugmuseum. Von überall blitzt mir ein verspieltes Kirchtürmchen entgegen, und die Kuckucksuhren und Hosenträger in den Auslagen tun ihr Übriges.

  • München Kurztrip
  • München Kurztrip
  • München Kurztrip
  • München urig

Die Sehenswürdigkeiten-„Klassiker“ sind u.a. zu finden am Odeonsplatz (Feldherrenhalle, Theatinerkirche, Residenz, Hofgarten, Odeon). Weitere Plätze für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in München finden sich hier

2. versuchen, die Frauenkirche und das Münchner Kindl zu fotografieren

Kein Sightseeing ohne Frauenkirche: Jeder kennt das Bild der Frauenkirche, ist sie doch DAS Wahrzeichen Münchens. Auf jedem Reiseführer prangt ihr Bild, allerdings: warum gelingt mir kein Foto vom Motiv, das ich doch so gut kenne? Überraschung: Von unten ist das praktisch nicht möglich. Nur die Türme bringe ich aufs Foto.

Im spätgotischen Dom mit seinen zwei Zwiebelhäubchen kann man seinen Fuß übrigens in den Fußabdruck des Teufels setzen.

Nicht nur beim Glockenspiel verspielt: das Neue Rathaus: Neben dem bekannten Glockenspiel (das größte in Deutschland, täglich um 11.00, 12.00 und 21.00 Uhr) faszinieren mich auch die vielen Fratzen, die ihre Grimassen frech ins Volk schneiden. Von oberster Spitze lacht das Münchner Kindl auf mich herunter.Aber auch das lässt sich schwer von unten fotografieren.

Daher: Frauenkirche und Münchner Kindl von oben fotografieren: rauf auf den Turm von St. Peter, der ebenso wie das Neue Rathaus am Marienplatz steht. Schließlich soll man hier den besten Ausblick über München (mit Glück sogar bis in die Alpen) haben.

Am Marienplatz steht das Alte und das Neue Rathaus sowie das Spielzeugmuseum. Die Besteigung des „Alten Peter“ ist täglich möglich. Alternativ bietet sich der „Blick von oben“ über die Webcam an.

3. beim München Kurztrip in der „Kaufingerstraße“ einkaufen

Wo auf der Welt kann man sonst in einer „Kaufingerstraße“ einkaufen? Noch dazu in einem Buchgeschäft, das „Hugendubel“ heißt? Oder im Kaufhaus Oberpollinger. Rasten kann man ja immer noch im „Cafe Guglhupf“.

  • München Rathaus
  • München Rathaus
  • München Oberpolinger

Hinter dem Karlstor beim Münchner „Stachus“ beginnt eine der größten Fußgängerzonen Europas und führt über die Neuhauser – sowie Kaufingerstraße. Den Hugendubel findet man nicht direkt in der Kaufingerstraße, sondern daneben am Marienplatz 22. Das Kaufhaus Oberpollinger ist in der Neuhauserstraße 18, das Cafe Guglhupf in der Kaufingerstraße 5.

4. oans, zwoa, gsuffa: eine Weißwurst oder Brezn „mit Maß“ genießen

Und zwar bitte hier, am Viktualienmarkt: Bei diesem Besuch ists zu kalt und außerdem ist der Markt geschlossen, weil Sonntag ist (ach wie schön katholisch). Aber ich kann mich heute noch erinnern, wie ich vor 20 Jahren an einem der unzähligen Standln am Viktualienmarkt eine Weißwurst genossen habe. Das gehört einfach dazu. Schon seit über 200 Jahren.

  • Viktualienmarkt
  • Viktualienmarkt
  • Viktualienmarkt

Unverzichtbar natürlich auch: das Hofbräuhaus am Platzl: Ohne einen Abstecher ins Hofbräuhaus darf man München wirklich nicht den Rücken kehren. Zumindest um es sich von innen anzusehen.

Betritt man das Hofbräuhaus, haut es einen wahrlich um, und zwar im vielfachen Sinn: Geruch (Bier, Sauerkraut und nochmals Bier), Lärmpegel (laut!!), optische Reize (Überforderung! Aber auch die Deckenmalereien), aber auch: Freude pur, dass so etwas überhaupt existiert! Die Gamsbärte auf den Hüten lassen sofort erkennen, wer Stammkunde und wer Tourist ist.

München Hofbräuhaus

Ich studiere die gerahmten Stammtisch-Urkunden (die „Brauer“ treffen sich jeden Freitag, und das seit 1962; die „Wolpertinger“ schon seit 1934, und noch dazu Montags und Freitags).

Ich werde mit dem Mann an meiner Seite wiederkommen, denn alleine habe ich mich nicht an einen der langen Tische gesetzt, und an der Maß Bier trinkt man dann doch ziemlich lange…ich jedenfalls.

Eine gute Maß kann man natürlich in jedem der zahlreichen „Bräus“ in München trinken. Oder in den Biergärten (zum Beispiel im Englischen Garten).

  • München Augustiner
  • München Augustiner
  • München Spatenhaus

Wer italienische Feinkost bevorzugt, wird in der „Schrannenhalle“ neben dem Viktualienmarkt fündig. Das Hofbräuhaus hat seine Adresse am „Platzl 9“. In München trinkt man sein Bier in einer der 6 Brauereien, bitteschön! Die da wären: Augustiner Bräu, Spaten-Franziskaner-Bräu, Hacker-Pschorr, Paulaner, Hofbräu, Löwenbräu. Bierliebhaber können auch das Bier- und Oktoberfestmuseum besuchen. Oder zur Wahl der bayrischen Bierkönigin nach München kommen. Oder gleich zum Oktoberfest….

5. „aus Film und Fernsehen“: Kindheitserinnerungen aufkommen lassen

Mitnehmen kann man vom Dallmayr neben Kaffee übrigens Delikatessen aller Art – dafür ist der Dallmayr ja eigentlich bekannt.

Welches Kind der 80er kann sich nicht an „Dallmayr Prodomo“ im Werbefernsehen erinnern? Und genau in diesen Spot mit seiner feinen Klavieruntermalung fühle ich mich zurückversetzt, als ich den Dallmayr betrete. Was der Spot nicht vermitteln konnte: Den unvergleichlichen Kaffeeduft, der einen umhüllt, sobald man den Verkaufsraum des ehemaligen Hoflieferanten betritt. An die blau-weißen Schürzen und die großen Bohnenkrüge kann ich mich aber definitiv erinnern.

Dallmayr

Etwas Anderes lief dann auch noch im Fernsehen in den 80er Jahren, dem man sich nicht entziehen konnte (und sich immer noch nicht kann): Ein kleiner frecher Kobold, der mit seinen Streichen seinen Meister Eder zur Verzweiflung trieb. Und wo er das getan hat, kann man sich auch ansehen. Nämlich die „Wirtschaft“, in die der Meister Eder ging. (Daneben kann man dann gleich selbst in eine Wirtschaft gehen, nämlich in den Hofbräukeller.)

München Kurztrip

Ein unerwartetes Highlight: Die Statue des italienischen Komponisten Orlando di Lasso. Nicht bekannt? Aber trotzdem sehenswert, denn mittlerweile zum „Michael-Jackson-Denkmal“ umfunktioniert. Ich stolpere unwissend drüber und bin wieder mitten drin in den 80ern. (Wer nicht extra nach München fahren möchte, um dem King of Pop zu huldigen: Mistelbach ist etwas näher…)

München Michael Jackson Denkmal

Und dann war da noch: Monaco Franze. Den hab ich auch besucht. Dafür ich bin ich auch extra zur Münchner Freiheit gefahren (ein weiterer klingender Name für ein Kind der 80er). Der „ewige Stenz“ beobachtet mit schelmischem Grinsen das Treiben im Schanigarten vorm Cafe „Münchner Freiheit“. Mitte März hockt er noch ziemlich alleine da. Wäre es nicht so kalt gewesen, hätt ich mir die Chance auf ein Tête-à-Tête nicht entgehen lassen. A bissl was geht immer….

München Monaco Franze

Den Dallmayr findet man in der Dienerstraße 14-15. Die Wirtschaft“ vom Meister Eder steht am Wiener Platz (weitere Drehorte). Dort steht auch der Hofbräukeller. Das Michael-Jackson-Denkmal befindet sich am Promenadenplatz vor dem „Bayerischen Hof“. Monaco Franze grinst einem vor dem „Cafe Münchner Freiheit“ an (Münchner Freiheit 20).

6. auch beim München-Kurztrip im englischen Garten und den Isar-Auen chillen

Den Englischen Garten kannte ich von früher. Bzw. den kennt man irgendwie (einer der größten Stadtparks der Welt). Beste Reisezeit wars diesmal nicht, bei Temperaturen um die 5° war der Biergarten geschlossen. Aber zum Chinesischen Turm und Monopteros bin ich auch so gerne hin flaniert.

Was neu war für mich: der Spaziergang an der Isar. Wenns warm ist möchte ich wiederkommen und den Wellenreitern auf der „Eisbachwelle“ zusehen.

München Isar

Hier einkehren: im größten Biergarten Münchens. Hier surfen: Eisbachwelle (Prinzregentenstraße beim Haus der Kunst). Hier Liegestühle mieten: Münchner Sonnendiebe

7. geht sich auch beim München Kurztrip aus: die „Heiligen Stätten“ aufsuchen (ein Männerthema)

Zugegeben: dieser Inhalt ist geklaut.

Ich war noch nie im Olympiastadion, sondern habe es nur von oben gesehen. Was ich vom OlympiaPARK kenne ist der OlympiaTURM (von dem ich auf das Stadion hinuntergesehen habe). Und die OlympiaHALLE, in der ich mal sagenhafterweise bei einem Bob Dylan Konzert eingeschlafen bin….

Und ich war auch noch nie im BMW Museum.

Die Fotos habe ich vom Mann an meiner Seite geklaut. Auch die vom Pumuckl von Tipp 5.

  • München Olympiaturm
  • München BMW
  • München BMW Museum

Aber wäre ich ein Mann: Ich würds mir ansehen! Auch die Allianz-Arena! (Und auch als Frau kann sich so etwas auszahlen – Anfield Road in Liverpool war schon ein Erlebnis!)

Olympiapark: Führungen im Olympiastadion, Abseil-Tours etc.. Allianz Arena: Führungen für das Stadion oder als Kombitour für Stadion & FC Bayern Erlebniswelt. Führungen in der BMW Welt/Museum

was man sonst noch in München tun kann:

  • für Kunstliebhaber: die Museen ansehen (Pinakotheken und weitere)
  • für Nachteulen: abends ausgehen in Schwabing (Leopoldstraße) oder im Glockenbachviertel
  • für Komiker: das Karl Valentin „Musäum“ und eine rückwärtsgehende Turmuhr besuchen (beides am Isartor)
  • für Graffiti-Aficionados: die Container im Schlachthofviertel bewundern
  • für Szene-Vögel: auf der „Alten Utting“ (eine Bar – ein Schiff – eine Brücke) ein Gläschen trinken
  • für (alternative) Leseratten: im „Lost Weekend“ Kaffee trinken (die Nähe zur Uni ist dem ehemaligen Universitätsbuchladen anzumerken, auch dem Publikum; ein guter Ort, um abseits der Touristenpfade etwas abzuschalten
  • für die, die hoch hinauswollen: im Münchner Riesenrad einen Blick auf die Alpen werfen

gut zu wissen: meine Tipps für einen München Kurztrip

  • Anreise: von Wien aus: per Zug entweder direkt nach München oder ab Salzburg (Kombiticket Westbahn Meridian)
  • das Zentrum Münchens ist kompakt angelegt: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind fußläufig optimal zu erreichen, die Distanzen sind kurz, selbst der Weg in den Englischen Garten zum Chinesischen Turm ist vom Zentrum aus relativ rasch absolviert
  • die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Münchens kann man auch gut mit der Tramlinie 19 abfahren: vom Hauptbahnhof zum Stachus, Promenadenplatz, Max-Joseph-Platz (für Residenz und Oper, Marienplatz und Odeonsplatz), weiter über die Maximilianstraße zum Maximilianeum
  • für die Öffis gibt’s Tageskarten für 1 oder 3 Tage, sowie die CityTourCard

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