SEHENSWÜRDIGKEITEN in Pompeji: meine Tipps für einen Rundgang durch die antike Stadt
Welche wichtigen Sehenswürdigkeiten man beim Besuch von Pompeji nicht verpassen sollte: meine Tipps für einen Rundgang durch die Ausgrabungen am Fuß des Vesuvs.
Jeder kennt sie – und viele möchten sie zumindest einmal im Leben gesehen haben: die Ausgrabungen von Pompeji. Wer am Golf von Neapel Urlaub macht, sollte einen Besuch dieser außergewöhnlichen Ausgrabungsstätte auf jeden Fall einplanen. Und ja, die Sehenswürdigkeiten von Pompeji sind tatsächlich bemerkenswert.
Wo sonst bekommt man die Überreste einer ganzen antiken Stadt zu Gesicht – Straßen, Häuser, Tempel und Plätze, die vor fast 2000 Jahren vom Ausbruch des Vesuvs unter Asche begraben wurden und dadurch bis heute erstaunlich gut erhalten geblieben sind?
Während meines Aufenthalts an der Amalfiküste und in Neapel bot sich die Gelegenheit, Pompeji zu besuchen. Der Eindruck war derselbe, den die Ausgrabungen schon bei einem Schulausflug vor mehr als 30 Jahren gemacht hatten: Wer Pompeji einmal gesehen hat, vergisst diesen Ort so schnell nicht mehr.
Doch nun zur Frage, die sich alle vor einem Besuch der Ausgrabungen wohl stellen:
Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Pompeji eigentlich zu entdecken?
2. Die Stadtvillen nördlich des Forums: wo es Mosaike und Wandmalereien zu bewundern gibt
3. Das Lupanar: wo die Prostituierten Pompejis ihren Dienst versahen
4. Die Stabianerthermen: wo Badevergnügen in mehreren Stationen stattfand
5. Die Via dell’Abbondanza: wo man sich früher das Essen „To-Go“ holte
6. Das Große Theater: wo man sich gut in die Antike zurückversetzen kann
7. Die Stadtvillen der Regio I: wo man durch wunderschöne Gärten wandeln darf
8. Das Amphitheater in Pompeji: wo man heute noch ins Staunen gerät
9. Der Garten der Flüchtenden: wo einem die Tragik Pompejis so richtig vor Augen geführt wird
Die Ausgrabungen in Pompeji: wo die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden sind
Meist ist die Geschichte aus dem Schulunterricht bekannt: Im Jahr 79 n. Chr. brach der Vesuv aus und begrub die Städte am Golf von Neapel – darunter Pompeji, das damals noch Pompeii hieß, sowie Herculaneum, das antike Herculaneum – unter sich.

Allein für Pompeji geht man heute von rund 2.000 Todesopfern aus, die vom Ausbruch des Vulkans überrascht und von Asche, Gasen und pyroklastischen Strömen verschüttet wurden.
Dabei hatte sich die Katastrophe eigentlich schon angekündigt. Bereits im Jahr 62 n. Chr. erschütterte ein starkes Erdbeben die Region und beschädigte zahlreiche Gebäude. Wer heute durch die Ruinen von Pompeji spaziert, erfährt an vielen Stellen, dass sich die Stadt zur Zeit des Ausbruchs noch mitten im Wiederaufbau befand.
Die eigentlichen Ausgrabungen begannen erst im 19. Jahrhundert. Anfangs standen spektakuläre Funde und eine große Inszenierung im Vordergrund. Erst später setzte man auf eine systematische, wissenschaftliche Erforschung der Ausgrabungsstätten. Genau dieser Entwicklung ist es zu verdanken, dass man heute in Pompeji eine ganze antike Stadt erforschen kann.



Inzwischen sind etwa zwei Drittel der rund 66 Hektar großen Fläche freigelegt. Das zeigt auch, wie gewaltig das Areal ist. Ein Besuch in Pompeji ist daher nichts, was man schnell nebenbei erledigt. Vielmehr fühlt sich ein Rundgang fast wie ein eigener kleiner Städtetrip an.
Damit stellt sich automatisch die nächste Frage: Wie plant man einen Besuch in Pompeji am besten?
Neben den wichtigsten Sehenswürdigkeiten spielen auch praktische Dinge eine Rolle – etwa Anreise, die Wahl des richtigen Eingangs zum Ausgrabungsgelände und die Frage, was man sonst in der Umgebung von Pompeji tun kann.
Mehr zum Besuch von Pompeji
Anreise, Orientierung und alles, was man vorab wissen sollte: meine Tipps für einen Besuch von Pompeji
Tickets für Pompeji
Tickets für Pompeji sollte man aufgrund des Andrangs bereits vorher online kaufen. Es gibt zwei Varianten: Pompei Express und Pompei Plus.
Der Unterschied: Beim Pompei-Plus-Ticket ist der Besuch der eindrucksvollen Villa dei Misteri integriert. Bei meinem Aufenthalt reichte die Zeit leider nicht für den Weg dorthin. Sie liegt relativ weit nördlich, sogar etwas außerhalb der eigentlichen Stadtmauern von Pompeji, etwa 300 Meter vom Stadttor Porta di Ercolano entfernt. Trotzdem gehört sie noch zum archäologischen Park.
Die Mysterienvilla gilt allerdings als eine der Sehenswürdigkeiten in Pompeji, die man mit ins Programm nehmen sollte, wenn genügend Zeit vorhanden ist. Bekannt ist die Villa vor allem für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Fresken, die Szenen eines dionysischen Mysterienkults darstellen.
Tickets für Pompeji (sowohl als Express wie auch Plus-Variante) kann man hier kaufen*. Die Tickets können bis zu 24 Stunden oder 1 Stunde vor dem Besuch kostenlos storniert werden (je nach Buchungsoption).
Orientierung in Pompeji: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Die antike Stadt Pompeji ist heute in mehrere Sektoren – sogenannte „Regiones“ – unterteilt. Diese Einteilung hilft enorm bei der Orientierung im riesigen Ausgrabungsgebiet.
Tatsächlich ist Pompeji so groß, dass man unmöglich alles an einem Tag sehen kann. Daher lohnt es sich, den Besuch nach einigen ausgewählten Bereichen zu planen. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich in den Regionen I, II, VI, VII und VIII.
Bei meinem Besuch habe ich alle in diesem Artikel erwähnten Sehenswürdigkeiten Pompejis auf der folgenden Route besichtigt:
Regio VII
Die Regio VII bildet das Zentrum des antiken Pompeji. Hier befand sich das politische, religiöse und wirtschaftliche Herz der Stadt. Auf meinem Rundgang durch Pompeji kam ich an folgenden wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei:
- Das Forum: der zentrale Platz der Stadt
- Das Lupanar: ein antikes Freudenhaus
- Die Stabianer Thermen: die ältesten und größten Badeanlagen der Stadt
Regio VI
Die Regio VI gehört zu den spannendsten Bereichen für Besucher, weil hier viele sehenswerte Wohnhäuser der reichen Pompejaner liegen.
- Das Haus des Faun: bekannt für das große Alexander-Mosaik
- Das Haus der Vettier: aufgrund seiner umfassenden Wandmalereien sehenswert
- Das Haus des tragischen Poeten: berühmt für sein Eingangsmosaik „Cave Canem“
Regio VIII
Die Regio VIII gehört zu den historisch bedeutendsten Bereichen von Pompeji. Rund um das Forum finden sich einige der wichtigsten öffentlichen Gebäude der antiken Stadt
- Das Große Theater: ein antikes Theater, das einst 5.000 Personen Platz bot
- Die Basilika: ein wichtiger Versammlungsort direkt beim Forum
Regio II
Hier findet man unter anderem das beeindruckende Amphitheater von Pompeji, eines der ältesten erhaltenen Amphitheater der römischen Welt.
Regio I
In diesem südlichen Bereich der Stadt befinden sich große Stadtvillen mit weitläufigen Innenhöfen und Gärten – aber auch ein eindrucksvoller Ort, der an die große Katastrophe erinnert
- Das Haus des Menander: und weitere schöne Villen mit ausgedehnten Gartenanlagen
- Der Garten der Flüchtenden: größter Fundort der vom Ascheregen eingeschlossenen Leichen
1. Das Forum: wo die Sehenswürdigkeiten-Tour durch Pompeji normalerweise beginnt
Mein Besuch in Pompeji begann am Haupteingang Porta Marina. Ich hatte diesen Eingang bewusst gewählt, weil ich neben dem Tickt vorab auch einen Audioguide reserviert hatte. Mein Ticket hatte ich bereits online gekauft*, um den für mich passenden Zeit-Slot zu bekommen – gerade in der Hochsaison empfehlenswert.

Auf dem Weg vom Haupteingang zum Forum kam ich bereits am ersten interessanten Gebäude vorbei, dem Haus von Romulus und Remus, das seinen Namen einem Fresko mit der Gründungsszene Roms verdankt. Bei den Ausgrabungen wurden die Überreste von fünf Menschen gefunden, außerdem entdeckten Archäologen kleine Säckchen mit Gold- und Bronzemünzen, die von den Bewohnern noch an sich genommen wurden.

Kurz darauf erreicht man die ersten Gebäude am Rand des Forums, des antiken Marktplatzes von Pompeji. Dazu gehört die beeindruckende dreischiffige Basilica von Pompeji, die im Südwesten des Forums liegt. Das Gebäude stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.

Der Begriff „Basilika“ stammt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich „königliche Halle“. In der römischen Welt bezeichnete er große Markt- oder Gerichtshallen. Die Basilika war also nicht nur ein Ort der Rechtsprechung, sondern auch ein wichtiger Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens von Pompeji. Erst viel später erhielt der Begriff seine christliche Bedeutung, als dieser Bautyp für Kirchen übernommen wurde und sich der Name darauf übertrug.
Direkt neben der Basilica öffnet sich das Forum von Pompeji, das eigentliche Herz der Stadt. Seine heutige Form entstand nach der römischen Koloniegründung um 80 v. Chr.. Das Forum misst etwa 142 Meter in der Länge und ist von einem Säulengang sowie zahlreichen öffentlichen Gebäuden umgeben.

Der Platz diente als Versammlungsort für das öffentliche Leben. Hier trafen sich die Menschen, hier wurde Politik gemacht, Handel betrieben, Religion ausgeübt und Neuigkeiten ausgetauscht.
An der Nordseite steht der Überrest des Capitoliums, des Tempels des Jupiter, der den drei wichtigsten römischen Gottheiten – Jupiter, Juno und Minerva – geweiht war. Im Südwesten des Forums sind Säulenfragmente des Apollotempels erhalten, der sogar bis ins 6. Jh. v. Chr. zurückgeht, als die Pompeji noch keine Stadt war.
Auf der Ostseite befand sich das Macellum, der Fisch- und Fleischmarkt der Stadt. Archäologen fanden hier zahlreiche Fischgräten, ein deutlicher Hinweis darauf, was hier einst verkauft wurde.



Besonders eindrucksvoll sind die Glasvitrinen, in denen man zum ersten Mal die Opfer der Katastrophe sieht. Archäologen gossen Gips in die Hohlräume, die die Körper im verfestigten Ascheboden hinterlassen hatten. So entstanden erschütternd realistische Momentaufnahmen der letzten Augenblicke. Weitere solcher Figuren sind später noch einmal im Garten der Flüchtenden zu sehen – siehe dazu Punkt 9.

Das Forum eignet sich insgesamt sehr gut als Ausgangspunkt für eine Tour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Pompeji. Gleichzeitig bietet sich von hier einer der schönsten Ausblicke auf den Vesuv – genau jenen Vulkan, der diese Stadt einst unter Asche begrub und sie zugleich für die Nachwelt konservierte.
2. Die Stadtvillen nördlich des Forums: wo es Mosaike und Wandmalereien zu bewundern gibt
Vom Forumaus führt der Weg nach Norden in die Wohnviertel der antiken Stadt. Hier beginnt ein Bereich, in dem Besucher scheinbar endlos durch Straßen mit römischen Wohnhäusern spazieren können. Ganze Viertel sind erstaunlich gut erhalten, mit Innenhöfen, Atrien und gut sichtbaren Wandmalereien.
Gerade dieser Teil von Pompeji vermittelt besonders anschaulich, wie das alltägliche Leben in der römischen Stadt einst ausgesehen haben dürfte. Wer durch diese Straßen geht, merkt schnell: Pompeji besteht nicht nur aus Tempeln und öffentlichen Gebäuden, sondern vor allem aus Wohnhäusern, in denen ganz normale Menschen lebten.
Das Haus des Tragödiendichters
Der Rundgang durch die Wohnviertel führt zunächst zum Haus des tragischen Dichters. Viel ist hier auf den ersten Blick gar nicht zu sehen, zumindest im Vergleich zu manchen anderen großen Stadtvillen in Pompeji.


Das eigentliche Highlight im Casa del Poeta Tragico befindet sich nämlich direkt am Eingang: ein Fußbodenmosaik mit dem Schriftzug „Cave Canem“. Eine Warnung, die noch jeder versteht, der einmal Lateinunterricht hatte. So erkennt man in dem Mosaik auch deutlich den angesprochenen Hüter des Hauses. Das Haus des Tragödiendichters ist eine der Sehenswürdigkeiten in Pompeji, vor dem sich die Besucher gerne stauen. Wobei: Das Original befindet sich, wie so oft in Pompeji, heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.
Das Haus des Faun
Der nächste Halt führt zum Haus des Fauns (Casa del Fauno) – dem größten privaten Wohnhaus in Pompeji. Die Anlage nimmt praktisch einen ganzen Häuserblock ein und umfasst rund 3.000 Quadratmeter.

Errichtet wurde das Haus Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr., gegen Ende des Jahrhunderts wurde es noch einmal deutlich erweitert. Die Größe, aber auch die aufwendige Ausstattung zeigen deutlich, dass hier einst sehr wohlhabende Besitzer lebten.
Schon der Grundriss ist außergewöhnlich: Das Haus besitzt zwei Eingänge, zwei Atrien sowie zwei große Peristyle, also von Säulen umrandete Gärten. Diese Struktur spiegelt auch die Funktion der Räume wider – ein Bereich diente vor allem der Repräsentation, während andere Teile des Hauses eher privat genutzt wurden.
Das Atrium bildete den zentralen Empfangsraum. Hier wurden Gäste empfangen und Geschäfte besprochen. Von diesem zentralen Raum gingen Schlafzimmer und Speiseräume ab, während sich hinter dem Atrium die großen Gartenbereiche anschlossen.



Im ersten Atrium fällt sofort eine kleine Bronzestatue ins Auge: ein tanzender Faun, der im Impluvium, dem Becken für gesammeltes Regenwasser, zu finden ist. Das Original befindet sich heute ebenfalls im Archäologisches Nationalmuseum Neapel.
Der erste Garten ist von einem eleganten Säulengang umgeben, der eine rechteckige Grünfläche umschließt. Von hier gelangt man in eine sogenannte Exedra, einen repräsentativen Raum mit zwei Säulen am Eingang.


Hier befand sich einst eines der berühmtesten Kunstwerke aus Pompeji: das Alexander-Mosaik, das die Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem persischen Großkönig Darius zeigt. Das Mosaik besteht aus rund einer Million winzigen Steinchen und zählt zu den bedeutendsten antiken Bodenmosaiken überhaupt. Auch dieses Kunstwerk ist heute im Archäologisches Nationalmuseum Neapel zu sehen.


Hinter diesem Bereich liegt noch ein zweiter, deutlich größerer Garten, der ebenfalls im 2. Jahrhundert v. Chr. angelegt wurde.
Bevor es zur nächsten Sehenswürdigkeit in Pompeji weitergeht, lohnt sich nach dem Haus des Fauns noch ein kurzer Abstecher zu einem kleineren, aber sehr charmanten Gebäude in der Nähe: dem Haus des kleinen Brunnens (Casa della Fontana Piccola).




Besonders schön sind hier die Wandmalereien und der dekorative kleine Brunnen, der dem Haus seinen Namen gegeben hat.
Das Haus der Vettier
Das Haus der Vettier gehört zu den interessantesten Häusern in Pompeji – vor allem wegen seiner außergewöhnlich gut erhaltenen Wandmalereien. Der Grund dafür ist recht simpel: Nach der Ausgrabung im Jahr 1894 wurde relativ schnell wieder ein Dach über dem Gebäude errichtet.

Der Name geht auf die beiden Besitzer zurück, ursprünglich, Sklaven, die später freigelassen wurden und durch Weinhandel zu beträchtlichem Wohlstand gelangten.
Gleich im Eingangsbereich fällt ein interessantes Fresko ins Auge: Priapus, eine Gottheit der Fruchtbarkeit aus der griechischen Mythologie, der mit einem übergroßen Phallus, der auf einer Waage gegen einen Geldbeutel aufgewogen wird, dargestellt wird. Das Bild sollte Glück und Wohlstand bringen und zugleich den Reichtum der Hausherren demonstrieren.

In weiteren Räumen finden sich mythologische Wandmalereien. Zu sehen sind etwa Szenen aus der griechischen Mythologie, darunter die Geschichte von Ariadne, die von Theseus auf der Insel Naxos verlassen wird. Einige Räume zeigen auch erotische Darstellungen, die darauf hinweisen, dass hier diese Dienstleistungen möglicherweise angeboten wurden – ein Thema, das im römischen Alltag weit weniger tabuisiert war als heute.









Neben den repräsentativen Räumen lassen sich auch ganz praktische Bereiche entdecken: etwa eine Küche mit Herd und Kochgeschirr, die einen seltenen Einblick in den Alltag der Bewohner ermöglicht.
Besonders schön ist auch der Garten im Inneren des Hauses, der von einem Säulengang umgeben ist. Hier stehen mehrere Statuen, dazu ein Brunnen, der das Zentrum des kleinen Gartens bildet. Interessant ist, dass hier sogar Teile der originalen Bepflanzung rekonstruiert wurden.


Auf dem Rückweg durch die Wohnviertel der Regio VI lohnt sich außerdem noch ein kurzer Abstecher zu einem weiteren Haus: dem Haus des Bären (Casa dell’Orso). Auch hier lässt sich sehr schön erkennen, wie ein römisches Wohnhaus aufgebaut war.
Besonders auffällig ist der Brunnen im Innenhof, der mit Mosaiken und Darstellungen von Venus und Neptun geschmückt ist. Der Name des Hauses geht auf ein Mosaik zurück, das hier gefunden wurde: Es zeigt einen verwundeten Bären, daneben den Gruß „HAVE“ – lateinisch für „Sei gegrüßt“.



Gleich daneben kommt man am Haus des M. Caesius Blandi vorbei, wo im Eingangsbereich ein Mosaik mit Delphinen, Dreizack und Seemonster die Blicke auf sich zieht.
3. Das Lupanar: wo die Prostituierten Pompejis ihren Dienst versahen
Eine Besonderheit unter den Gebäuden von Pompeji ist das Bordell, eines der 25 sogenannten Lupanare der Stadt. Während viele davon nur in Hinterzimmern oder oberen Stockwerken von Wohnhäusern zu finden waren, wurde dieses hier als eigenständiges Gebäude errichtet.

Man sollte allerdings nicht zu viel erwarten. Das Lupanar ist eher klein, und oft drängen sich viele Besucher durch die Gänge (wichtig: der Eingang befindet sich an der Südseite des Gebäudes). Insgesamt gibt es 10 Zimmer: fünf kleinere im Erdgeschoss und fünf etwas geräumigere Zimmer im Obergeschoss.


Das eigentliche Highlight sind allerdings die Wandmalereien: Sie zeigen explizit erotische Stellungen und dienten entweder als Inspiration für die Kunden oder als eine Art Preisliste. Natürlich fehlen auch hier die charakteristischen Phallen-Darstellungen nicht.
Besonders witzig und interessant für die Forschung sind die zahlreichen Inschriften an den Wänden: Es sind etwa 120 Texte über Geschlechtskrankheiten, die die Kunden erwarben.
4. Die Stabianerthermen: wo Badevergnügen in mehreren Stationen stattfand
Die Stabianer Thermen gelten als die ältesten Thermen von Pompeji. Ursprünglich stammen sie aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., nach dem schweren Erdbeben von 62 n. Chr. wurden sie restauriert und erweitert.

Die Thermen bestehen aus mehreren Räumen, die um einen Säulenhof mit Palästra angeordnet sind – einem offenen Trainings- und Bewegungsbereich. Hier befand sich auch ein Schwimmbecken, das von den Besuchern genutzt wurde. Insgesamt hatte die Anlage sieben Zugänge.
Zu den Thermenräumen der Stabianer Thermen gehören die typischen Einrichtungen römischer Badeanlagen. Das Tepidarium war der lauwarme Raum, in dem sich die Besucher auf das eigentliche Bad vorbereiteten. Im Caldarium befand sich das warme Bad mit heißem Wasser, während das Frigidarium als Kaltbad diente und häufig über ein Schwimmbecken verfügte. Das Laconicum schließlich war ein Schwitzbecken, das mit heißer, trockener Luft arbeitete – vergleichbar mit einer modernen Sauna.



Die Nutzung war geschlechtergetrennt: Männer hatten Zugang zu allen Bereichen, während Frauen meist nur das Tepidarium und ein Caldarium nutzen konnten. Dazu gab es Umkleideräume, in denen Kleidung der Besucher aufbewahrt wurden.
Die Stabianer Thermen geben einen sehr guten Einblick in die Bade- und Sozialkultur der antiken Stadt, denn sie wurden nicht nur aus Gründen der Hygiene aufgesucht, sondern auch als Ort der Geselligkeit genutzt.
5. Die Via dell’Abbondanza: wo man sich früher das Essen „To-Go“ holte
Während des Rundgangs durch die antiken Wohnviertel von Pompeji ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem man auf die 900 Meter lange Via dell’Abbondanza trifft.


Man bemerkt sofort, dass man auf eine besondere Straße trifft: Mit ihren über acht Metern Länge ist sie deutlich breiter als die sonstigen Gassen der Stadt und bildet die zentrale Verkehrs- und Verbindungsachse. Entsprechend herrscht hier viel Betrieb, vor allem durch Reisegruppen, die durch die Straße geführt werden.
Ein Highlight entlang der Via dell’Abbondanza sind neben den prächtigen Villen auch die antiken Einkaufsmöglichkeiten in Form der Thermopolien, kleinen römischen Garküchen, von denen es in Pompeji ungefähr 80 Betriebe gab.




Ein Beispiel ist das Thermopolium der Asellina: An der Theke wurden warme Speisen verkauft, die auf einem kleinen Herd gekocht und danach in irdenen Gefäßen warmgehalten wurden. Während eines Rundgangs durch Pompeji bekommt aber viele dieser Garküchen zu Gesicht.
6. Das Große Theater: wo man sich gut in die Antike zurückversetzen kann
Weiter geht der Rundgang nun in das sogenannte Theaterviertel im Südwesten der Stadt. Hier befindet sich das Große Theater, eines der ersten Bauwerke, das im 18. Jahrhundert ausgegraben wurde. Es wurde Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. errichtet und an einen natürlichen Hügel angepasst, um die Sitzreihen zu stützen.

In diesem Theater, das vor allem Tragödien aufführte und auch heute noch für Aufführungen genutzt wird, fanden einst 5.000 Besucher Platz. Die Bühne maß 33 Meter, der Zuschauerraum (Cavea) etwa 60 Meter im Durchmesser.
Die Sitzordnung im Großen Theater von Pompeji war streng hierarchisch geregelt. Ganz unten, in der sogenannten Ima Cavea, saßen die Honoratioren – also die einflussreichsten Bürger der Stadt, darunter Senatoren und Richter. Darüber lag die Media Cavea, der mittlere Rang. Hier fanden die Bürger und Mitglieder von Körperschaften Platz.



Ganz oben befand sich die Summa Cavea, der obere Rang. Hier saß das einfache Volk, das keinen besonderen Status innerhalb der städtischen Gesellschaft innehatte.
Neben dem Großen Theater befindet sich ein kleineres Gebäude, das Odeon von Pompeji (Odeion), das Platz für rund 1.500 Zuschauer bot und vermutlich für kleinere Aufführungen genutzt wurde.
7. Die Stadtvillen der Regio I: wo man durch wunderschöne Gärten wandeln darf
Auf dem Weg zum Amphitheater im Osten von Pompeji liegen mehrere eindrucksvolle Villen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Wohnräume, sondern vor allem wegen der oft langgestreckten Gärten, die ein besonders schönes Bild antiker Gartengestaltung vermitteln.
Das Haus des Octavius Quartio
Das Haus des Octavius Quartio ist ein großes Wohnhaus aus dem 3.–2. Jahrhundert v. Chr.. Seinen Namen erhielt es aufgrund eines bei den Ausgrabungen gefundenen Siegelrings.




Besonders interessant sind die Wasserkanäle, die durch das Haus und den Garten führen. Am Ende eines Kanals findet man zum Beispiel eine Statue des Narziss. Das Atrium ist gegenwärtig mit Blumen gestaltet und vermittelt so einen lebendigen Eindruck vom einstigen Wohnbereich und Garten des Hauses.
Das Haus der Julia Felix
Das Haus der Julia Felix ist ein besonders großes Anwesen, dessen Besitzerin wohl die Wohnungsnot nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. genutzt hat.




Zum Anwesen gehört ein Obstgarten und ein großer Badekomplex mit mehreren Räumen. Im Garten verläuft ein Kanal, der von drei kleinen Brücken überspannt wird.
Das Haus des Menander
Das Haus des Menander gehört zu den reichsten Häusern der Stadt. Seinen Namen erhielt es nach einem Bild des griechischen Dichters Menander, das hier gefunden wurde.





Die Wand- und Bodenmalereien im Haus des Menander erzählen eindrucksvoll Szenen aus der Endphase des Trojanischen Krieges. So ist zum Beispiel die berühmte Szene von Laokoon und seinen Söhnen zu sehen, die bestraft wurden, weil sie die Trojaner vor dem hölzernen Pferd warnten. Geradeaus wird Kassandra, die Tochter von Priamos, dargestellt – auch sie warnte die Stadtbewohner.
8. Das Amphitheater in Pompeji: wo man heute noch ins Staunen gerät
Das Amphitheater von Pompeji gilt als eines der ältesten und am besten erhaltenen römischen Amphitheater. Es wurde um 80 v. Chr. erbaut und liegt am Rand der Stadt, wobei ein natürlicher Erdwall geschickt in die Konstruktion einbezogen wurden.

Wie im Großen Theater gibt es auch hier eine strenge Sitzordnung in der Cavea, aufgeteilt in drei Ränge, die die gesellschaftliche Hierarchie widerspiegelten.



Neben Theateraufführungen fanden hier auch Gladiatorenkämpfe und Tierkämpfe statt. Die Arena besaß aus diesem Grund zwei Tore. Anders als in späteren Amphitheatern gab es keine unterirdischen Räume, lediglich Käfige für die Tiere.


Das Amphitheater bot Platz für etwa 20.000 Zuschauer, was mehr als doppelt so viel wie die damalige Einwohnerzahl Pompejis war. Heute wird das Bauwerk noch für Konzerte genutzt: So traten hier unter anderem Pink Floyd, Nick Cave und weitere Künstler auf.
9. Der Garten der Flüchtenden: wo einem die Tragik Pompejis so richtig vor Augen geführt wird
In der Nähe des Amphitheaters finde man einen weiteren Garten, der allerdings aus einem ganz anderen Grund sehenswert ist als die Anlagen der schönen Villen zuvor. Im Garten der Flüchtenden wird die Tragik des Vesuvausbruchs erst besonders deutlich. Bei den Ausgrabungen wurden 13 Opfer gefunden, die heute in Glasvitrinen so ausgestellt wurden, wie sie beim Ausbruch des Vesuvs überrascht wurden.

Durch die Verbreitung giftiger Gase und die konservierende Wirkung der Vulkanasche blieb die Körperhaltung der Opfer im Moment des Todes erhalten. Als man die versteinerten Körper Ende des 19. Jahrhunderts ausgrub, goss man Gips in die Hohlräume, sodass realistische Abdrücke entstanden.
Der Orto dei Fuggiaschi ist zwar bedrückend, gehört aber zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Pompeji, weil er die Katastrophe, die sich im Jahr 79 n. Chr. ereignete, eindrucksvoll vor Augen führt.
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