Seebad BANSIN: Wellness pur im dritten der Usedomer Kaiserbäder
Welche schönen Orte, Geheimtipps und Sehenswürdigkeiten in Bansin zu finden sind: meine Tipps für einen Urlaub an der Ostsee. (Werbung)
Bansin, das dritte im Bunde der Usedomer Kaiserbäder, bietet Sehenswürdigkeiten, die – genau wie in Heringsdorf und Ahlbeck – viel mit Sandstrand, Seebrücke und Bäderarchitektur zu tun haben.
Was findet man hier nun im Gegensatz zu den anderen beiden Kaiserbädern? Im Folgenden meine Tipps für eine Sehenswürdigkeiten-Tour durch Bansin.
2. Bäderarchitektur auch in der zweiten Reihe: ein Villenspaziergang durch Bansin
3. Eintauchen in ein Stück Inselgeschichte: die Steilküste am Langen Berg
4. Alter Charme im Kaiserbad: Nostalgie pur im Café Asgard
5. Weitere schöne Orte in Bansin: Blick auf die Usedomer Seenlandschaft
Mein Unterkunfts-Tipp für Bansin: Übernachten im Wellnesshotel
Bansin: das jüngste der Kaiserbäder auf Usedom
Im Gegensatz zu Heringsdorf und Ahlbeck war Bansin ursprünglich kein Fischerdorf, sondern wurde als Seebad neu angelegt. Der Bädertourismus begann erst ab 1897, allerdings wurde Bansin als erstem deutschem Seebad im Jahr 1923 die „Freibadeerlaubnis“ erteilt. Der Massentourismus auf der Ostseeinsel nahm also nicht von Heringsdorf oder Ahlbeck, sondern von Bansin seinen Anfang.

Das nördlichste der drei Kaiserbäder war die erste Station auf meiner Wellness-Tour durch Usedom im Winter und hat mich mit ruhigem Charme empfangen.
1. Die erste Anlaufstelle in Bansin: Seebrücke und Ostseestrand
Wie auch in den anderen Seebädern auf Usedom gilt auch in Bansin: Der erste Weg führt direkt an den Strand – hier übrigens entlang der längsten Strandpromenade ganz Europas, die auf 12 Kilometern in einem durch von Bansin bis ins polnische Swinemünde führt.



Beim Spaziergang hat man stets eine der Seebrücken im Blick – jene von Bansin selbst, daneben dann die bekannten Brücken in Heringsdorf und Ahlbeck.





Die Bansiner Ausgabe wird zwar von keinem Brückenhaus verziert, dafür wartet als kleines Highlight eine hübsche Konzertmuschel auf der Strandseite.



Gleich daneben erinnern alte Umkleidewagen an die 1920er-Jahre und an die Anfänge des Bädertourismus. Diese kleinen historischen Details verleihen dem Strandspaziergang einen ganz eigenen Charme.
Fahrten zwischen den Usedomer Seebrücken werden unter anderem von Adler-Schiffe oder der Reederei Apollo angeboten. Sie führen nicht nur nach Swinemünde oder Stettin, sondern auch zu besonderen Zielen wie der 400 Jahre alten Lotseninsel Ruden mit ihrer Kegelrobben-Kolonie oder der Greifswalder Oie.
2. Bäderarchitektur auch in der zweiten Reihe: ein Villenspaziergang durch Bansin
Ein Strandspaziergang ist das eine – ein kleiner Rundgang durch den Ort das andere. In Bansin sind es nicht nur die exquisiten Hotels in der ersten Reihe, die beeindrucken – auch die zweite Reihe hält so manche Überraschung parat.
Besonders an der Obere Bergstraße entstanden zwischen 1897 und 1905 wunderschöne Villen, die jede für sich ein kleines Kunstwerk darstellen.




Beim Flanieren lohnt es sich, die Augen offen zu halten für Dreiecksgiebel, breite Freitreppen oder kunstvoll gestaltete Eingangstüren. Nicht jede Villa in Bansin ist aber eine klassische Augenweide – auch andere Häuser erzählen ihre eigenen spannenden Geschichten.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das alte Feuerwehrhaus im Ortszentrum. Das Gebäude mit seinen markanten roten Flügeltüren ist über 100 Jahre alt und stand bis 1996 im Dienst. Heute ist es ein Denkmal für Hans Werner Richter, der stellvertretend für die Gruppe 47 steht – jene Literaturvereinigung, die die junge Bundesrepublik maßgeblich prägte. Namen wie Heinrich Böll, Siegfried Lenz, Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson, Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki sind untrennbar mit ihr verbunden.

Wer sich für Literatur interessiert, wird hier schnell fündig: Zu sehen sind Richters Arbeitszimmer, Originalausstellungsstücke und der Nachlass von Carola Stern, einer einflussreichen Publizistin der Bundesrepublik, die in Bansin geboren wurde. Ergänzt wird das Ganze durch ein Günter-Grass-Zimmer mit Originalzeichnungen – ein unerwartet kultureller Zwischenstopp bei einem Spaziergang durch den Ort.
Mehr Infos zu den historischen Villen und weiteren interessanten Orten in Bansin wie dem Hans-Werner-Richter-Haus erzählt der Kaiserbäder-Erlebnispfad – einfach die App downloaden und sich von Station zu Station führen lassen.
3. Eintauchen in ein Stück Inselgeschichte: die Steilküste am Langen Berg
Die längste Strandpromenade in Richtung Polen wurde ja bereits erwähnt – doch was wartet nördlich von Bansin? Hier zeigt die Küste eindrucksvoll, dass sie bis heute in Bewegung ist.

Am Langen Berg erhebt sich eine der am stärksten von Abtragung betroffenen Steilküsten der deutschen Ostsee. Man hat die Wahl: Entweder spaziert man unten am Strand entlang und entdeckt die Spuren der Abtragung wie umgestürzte Bäume, die von der Steilküste herabgefallen sind.

Oder man entscheidet sich für den Blick von oben und folgt einem kleinen Weg durch den Buchenwald hinauf auf rund 54 Meter Höhe. Oben auf dem „Langen Berg“ angekommen, öffnet sich ein weiter Blick über die Ostsee.
Denn Vorsicht ist geboten: Rutschungen und Abbrüche sind hier keine Seltenheit. Die Steilküste entstand am Ende der Eiszeit, als sich Endmoränen auftürmten – und seitdem arbeitet die Erosion unaufhörlich weiter. Besonders gut sieht man das an den freigelegten Baumwurzeln direkt an der Abbruchkante.
Rund 30 Zentimeter pro Jahr zieht sich die Küste hier zurück, Untersuchungen aus den 1990er-Jahren zeigten über einen Zeitraum von vier Jahren sogar im Schnitt 2,81 Meter Rückgang, wobei der höchste Rückgang an der Kliffkante ganze 8,8 Meter betrug.



Ein Zeuge dieser Veränderung liegt unten am Strand. Der Granitfindling, der 1908 aus der Steilküste herausgelöst wurde, lag damals direkt am Kliff – heute sind es rund 60 Meter Abstand zur Abbruchkante.


Tipp: Nach dem kleinen Spaziergang an der Steilküste im Forsthaus Langenberg einkehren, einem Ort der Ruhe, der ideal für alle ist, die dem Trubel unten für eine Weile entfliehen wollen.
Wichtig: Besonders nach Sturm, Frost oder starkem Regen ist Vorsicht geboten – nicht nur wegen möglicher Rutschungen und Abbrüche, sondern auch wegen Steinschlags. Mehr Infos zum Forsthaus Langenberg hier.
4. Alter Charme im Kaiserbad: Nostalgie pur im Café Asgard
Nicht nur das Forsthaus Langenberg gilt in Bansin als kleiner Geheimtipp. Auch das Café Asgard ist so ein Ort, an dem die Uhren langsamer ticken, hat sich doch der Charme der alten Zeiten bis heute erhalten.

Erbaut zur Jahrhundertwende, war das Haus einst eng mit der UFA verbunden – auch Namen wie Heinz Rühmann tauchen in seiner Geschichte auf. Nach der Wende wurde das Café zwar neu belebt, hat dabei aber seinen Charakter bewahrt.


Originale Tapeten mit zartem Blümchenmuster, roter Teppichboden und das nostalgische Mobiliar lassen sofort das Gefühl entstehen, man sei in eine andere Zeit eingetaucht. Wie hübsch!
5. Weitere schöne Orte in Bansin: Blick auf die Usedomer Seenlandschaft
Wer Bansin bis zum anderen Ende erkundet, entdeckt mit dem Schloonsee eine wunderbar stille Seite des Kaiserbads. Heute lädt der Schloonsee vor allem zu einem entspannten Abendspaziergang ein – fernab vom Trubel der Promenade.



Das Hinterland der Kaiserbäder überrascht insgesamt mit einer bemerkenswerten Dichte an Seen, die ihm nicht ohne Grund den Beinamen „Usedomer Schweiz“ eingebracht haben. In unmittelbarer Umgebung zum Schloonsee wären das der Gothensee, der Schmollensee, der Kleine und Große Krebssee, der Kachliner See und das Achterwasser, die alle vom Aussichtsturm Sieben-Seen-Blick unweit von Bansin aus überblickt werden können.
Ich selbst habe bei einer Insel-Safari vom Kückelsberg den Ausblick auf die Usedomer Seenlandschaft genossen.

Wer weitere schöne Orte in Bansin und Umgebung erleben möchte, kann die stillen Ecken der Insel im Rahmen einer Wanderung oder Radtour erforschen.
Übernachtungs-Tipp für Bansin
Das Kaiserstrand Beachhotel Bansin
Das 4-Sterne-Hotel in Bansin ist ein echtes Wohlfühlhaus, in dem Wellness großgeschrieben wird. Die Spa-Oase nimmt hier viel Raum ein – mit herrlichen Massagen und Anwendungen, die auf das setzen, was Mutter Natur an der Ostsee zu bieten hat. Besonders angenehm empfand ich das Sanddorn-Peeling samt anschließender Massage.
Das Haus liegt erste Reihe fußfrei, direkt an der Strandpromenade und an der Seebrücke von Bansin. Den Abend ausklingen lassen kann man in der Rooftop-Bar mit Meerblick, wenn man sich nicht dafür entscheidet, sich im großzügigen Zimmer einzukuscheln – inklusive eigener Infrarotkabine.
Alles in allem ein sehr angenehmer Aufenthalt. Herz, was willst du mehr?
Kaiserstrand Beachhotel Bansin
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