MOTOVUN: Istriens zauberhafte Bergstadt im grünen Herzen der Halbinsel

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Selten taucht man so stimmungsvoll ins Herz der kroatischen Halbinsel ein wie im Bergdorf Motovun: eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Istriens grünem Hinterland.


Motovun liegt vielleicht nicht direkt an den Hauptverkehrsrouten in Istrien. Und doch zahlt sich der Abstecher von der Küste ins Herz von Istrien aus – dort, wo Motovun hoch oben über der weiten Mirna-Ebene thront.

Wer den Weg in das mittelalterliche Bergstädtchen hinauf einmal geschafft hat, wird sofort belohnt: Verwinkelte, kleine Gassen führen an historischen Palästen und charmanten Steinhäusern vorbei, die mit bunten Farbakzenten besonders ins Auge fallen. Dazu kommt der beeindruckende Ausblick ins Tal, der fast schon wie gemalt wirkt.

Klein, fein und voller Charakter – Motovun zählt ohne Zweifel zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Istriens.

Ausgeflogen nach Motovun: definitiv eines der Highlights beim Istrien-Urlaub
1. Der Aufstieg in die Stadt: wo einen Oliven, Trüffel und gleich mehrere Markuslöwen erwarten
2. In der Altstadt Motovuns angelangt: ein hübsches Stück Istrien hoch oben über dem Tal
3. Altstadt-Bummel durch die Gassen der Stadt: Motovun mit allen Sinnen genießen
4. Rundgang auf der Stadtmauer: schöne Aussichtspunkte hinunter ins Mirna-Tal
5. Die längste Treppe Istriens: abseits der Touristenpfade geht es wieder hinunter

Meine Tipps für Motovun: wo parken und wo übernachten

Motovun: Toskana-Flair, das nicht von ungefähr kommt

Istrien wird oft mit der Toskana verglichen – und spätestens in Motovun versteht man sofort, warum. Hoch oben, rund 280 Meter über der Mirna-Ebene, öffnet sich ein Panorama, das mit seinen Olivenhainen und Weingärten stark an die sanften Landschaften Italiens erinnert. Nur dass es sich hier um ein istrisches Urlaubsparadies handelt.

Gerade einmal 30 bis 40 Kilometer liegt das Bergstädtchen von beliebten Küstenorten wie Poreč oder Rovinj entfernt. Ein Abstecher ins Landesinnere zahlt sich also definitiv aus.

Wie so oft in Istrien reicht die Geschichte weit zurück: Schon die Römer wussten die besondere Lage zu schätzen, was sich bis heute in der italienischen Bezeichnung „Montona“ erhalten hat – ein Hinweis auf die markante Lage auf dem Hügel.

Neben Wein und Oliven ist die Region rund um Motovun auch für etwas ganz Besonderes bekannt: Trüffel. In den umliegenden Eichenwäldern wird gerne auf „Jagd“ danach gegangen, und von all diesen Schätzen der Natur gibt es in den vielen kleinen Shops und Bars in Motovun genügend zu kosten.

Dafür bummelt man sich zuerst einmal Schritt für Schritt hinauf in die Altstadt und lässt sich, oben angekommen, durch die Gassen treiben. Viele sind es ja nicht im kleinen Bergdorf. Genug zu sehen gibt es trotzdem, nicht umsonst steht Motovun auf der auf der vorläufigen UNESCO Welterbe-Liste. Was es zu entdecken gibt? Das zeigt mein Rundgang durch die Altstadt Motovuns.


Wie man den Rundgang durch Motovun am besten anlegt

Vom Parkplatz (Tipps siehe unten) geht es über den Stadtteil Gradiziol hinauf bis zum ersten Stadttor, von dort auf den Unteren Platz und durch das zweite Stadttor auf den Oberen Platz (das Zentrum). Danach lässt man sich einfach treiben, legt einen Rundgang auf der Stadtmauer ein und spaziert über den Stadtteil Borgo wieder zurück zum Parkplatz.

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1. Der Aufstieg in die Stadt: wo einen Oliven, Trüffel und gleich mehrere Markuslöwen erwarten

Bereits wenn man sich der Stadt von Süden her nähert, verzaubert der Anblick Motovuns. Die in zwei Ebenen angelegte Festungsstadt thront rund 280 Meter über der Mirna-Ebene auf einem steilen Hügel.

Motovun Sehenswürdigkeiten

Gut sichtbar sind dabei die mächtigen Mauern und die drei markanten Kirchtürme. Darunter liegen Weingärten, die einen schon beim Ankommen links und rechts der Straße begleitet haben.

Der Aufstieg beginnt am großen Parkplatz unten in der Neustadt. Es gibt zwar einen Shuttlebus, netter ist es aber, zu Fuß hinaufzugehen. Ganz einfach, weil man schon beim Raufgehen wunderschöne Blicke auf die darunterliegenden Wälder und Wiesen genießen darf.

  • Motovun Istrien
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Über die Vorstadt Gradiziol geht es, vorbei an ersten kleinen Ständen und Shops, hinauf in Richtung Altstadt. Wer möchte, kann schon hier Oliven, Trüffel und Wein erstehen – perfekt für eine erste Kostprobe oder ein kleines Souvenir.

Während des Aufstiegs erlebt man auch die Geschichte der Stadt hautnah: Zuerst passiert man das äußere Stadttor aus venezianischer Zeit, danach müssen die inneren Mauern aus dem 13. und 14. Jahrhundert überwunden werden. Und diese sind schon die ersten Sehenswürdigkeiten in Motovun, besser gesagt der Platz, der sich zwischen dem Nova Vrata, dem unteren Stadttor mit Turm, und dem Glavna Vrata, dem Zugang zur eigentlichen Altstadt, befindet.


Schöne Aussicht ins Mirna-Tal vom Unteren Platz

Zuerst muss man durch den äußeren Renaissance-Turm, auf dessen Portal der Markuslöwe wacht und in dessen im Durchgang sich römische Grabsteine und Wappen alter Patrizierfamilien befinden. Zwischen den beiden Stadttoren flaniert man nun am Kommunalpalast aus venezianischer Zeit vorbei, an dem sich kleine Terrassencafés ihren Platz gesichert haben

Am Ende des Platzes, der auch den Namen „Josef-Ressel-Platz“ trägt, wartet die Stadtloggia aus dem 17. Jahrhundert. Zwischen ihren Säulen eröffnet sich einer der schönsten Blicke nach Westen über die sanft gewellte Landschaft.

Von hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder schreitet man durch das Haupttor, die Glavna Vrata, in die Altstadt mit ihrem zentralen Platz – oder man bleibt außerhalb der Mauern und geht weiter in den ruhigeren Ortsteil Borgo, der deutlich weniger belebt ist – eine Route, die ich für den Rückweg wählen werde (siehe dazu Punkt 5).

Der Ort, von dem man Motovun von unten schön betrachten kann, liegt etwas südlich an der Straße Richtung Karojba und ist in Google Maps als „Motovun Photo Point“ eingezeichnet. Parken kann man bequem am großen Parkplatz im Südwesten der Stadt – siehe dazu meine Tipps ganz unten.

2. In der Altstadt Motovuns angelangt: ein hübsches Stück Istrien hoch oben über dem Tal

Ich entscheide mich für den Weg durch das Haupttor aus dem 13. Jahrhundert – auch hier mit Markuslöwe am Portal und alten Wappen geschmückt – und betrete den Oberen Platz, auch Andrea-Antico-Platz genannt, im Herzen Motovuns.

Altstadt Sehenswürdigkeiten Motovun

Linkerhand fällt der Blick auf die Sehenswürdigkeiten Motovuns wie den Kommunalpalast, in dem eine Kunstgalerie und historische Druckerei untergebracht sind.

Gegenüber befindet sich die Stephanskirche, die Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen des venezianischen Baumeisters Andrea Palladio erbaut wurde. Im Inneren befinden sich ein wertvolles Triptychon aus dem 17. Jahrhundert sowie eine Reliquie – ein heiliger Dorn aus der Dornenkrone Christi.

Daneben ragt der freistehende Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert empor, der einst auch als Wachposten diente und heute eine Aussichtsplattform bietet. Zwei Brunnen aus dem 14. und 15. Jahrhundert ergänzen das historische Ensemble am Hauptplatz.

Wendet man sich vom Stadttor zur Südseite des Platzes, fällt der Blick auf den Polesini-Palast aus dem 18. Jahrhundert. Heute befindet sich hier das Hotel Kaštel, das mit einem besonders schönen und schattigen Gastgarten unter Kastanienbäumen aufwartet.

3. Altstadt-Bummel durch die Gassen der Stadt: Motovun mit allen Sinnen genießen

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es, abseits des Hauptplatzes, noch in der Altstadt von Motovun zu entdecken? Ein kurzer Bummel durch die engen Gassen zahlt sich auf jeden Fall aus: Bunte Fassaden, alte Steinhäuser und kleine Details machen den besonderen Charme des Ortes aus.

Besonders einladend ist das Romanische Haus, heute ein kleines Café mit gemütlichem Gastgarten. Es zählt zu den wenigen erhaltenen Gebäuden aus dieser Zeit und wurde ursprünglich zu Verteidigungszwecken errichtet.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt als ich, sollte unbedingt die traditionelle istrische Küche in den kleinen Konobas und Weinstuben probieren. Mitten im Trüffel-Paradies gelegen, ist Motovun vor allem für diese seltene Spezialität bekannt.

Dazu kommen regionale Weine und Erzeugnisse aus Oliven, deren Bäume ja bereits eindrucksvoll den Weg nach Motovun gesäumt haben.

Apropos Trüffel: Im Herbst dreht sich beim Trüffelfest in Motovun alles um die begehrte Knolle. Wer möchte, kann sogar an einer geführten Trüffelsuche in den Wäldern rund um Motovun* teilnehmen (bis zu 24h davor wieder kostenlos stornierbar).

4. Rundgang auf der Stadtmauer: schöne Aussichtspunkte hinunter ins Mirna-Tal

Eines der Highlights in Motovun ist definitiv der Rundgang auf der Stadtmauer. Man ist dabei auf dem inneren Mauerring unterwegs, der im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Erst im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Stadt unter venezianischer Herrschaft durch den äußeren Mauerring erweitert.

  • Rundgang auf der Stadtmauer
  • Rundgang auf der Stadtmauer
  • Rundgang auf der Stadtmauer
  • Rundgang auf der Stadtmauer
  • Rundgang auf der Stadtmauer
  • Rundgang auf der Stadtmauer

Fast einen halben Kilometer führt der Weg rund um die Altstadt und bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke in die Umgebung. Von oben ist auch gut der Flusslauf der Mirna in der Ebene zu erkennen.

Der Eintritt kostet aktuell 5 €. Der Zutritt erfolgt über ein Drehkreuz (von 10 bis 19 Uhr geöffnet)..

5. Die längste Treppe Istriens: abseits der Touristenpfade geht es wieder hinunter

Tipp für den Rückweg: Statt nach dem Haupttor wieder den Weg über den Unteren Platz zu nehmen, wendet man sich nun am besten einfach in die andere Richtung und steigt über den Stadtteil Borgo nach unten.

Diese Variante ist deutlich ruhiger. Zwar ist die Aussicht nicht so spektakulär wie beim Aufstieg über den Gradiziol-Stadtteil, dafür erhält man umso mehr Einblicke in eine hübsche Wohngegend mit bunten Häusern und Fensterläden.

Borgo Viertel Motovun

Die Ulica Borgo ist noch dazu eine eigene Sehenswürdigkeit für sich: Mit ihren 1.052 Stufen gilt sie als die längste Treppe Istriens. Schritt für Schritt trappelt man also am Kopfsteinpflaster nach unten und kommt an weiteren netten Sehenswürdigkeiten Motovuns vorbei.

So zum Beispiel an der Kirche des Hl. Johannes des Täufers aus dem 16. Jahrhundert, die direkt an die Stadtmauer und das gotische Stadttor aus dem 14. Jahrhundert grenzt.

Schlussendlich führt der Weg hinunter bis zum Aussichtspunkt, der schon beim Aufstieg für eine kurze Pause gesorgt hat. Warum? Weil man auch von hier aus einen wunderbaren Blick in die hügelige Landschaft rund um Motovun auf dem Silbertablett serviert bekomme.

Gut zu wissen: meine Tipps für Motovun

  • Wo parken in Motovun
    In Motovun parkt man am besten auf dem großen Parkplatz an der Hauptstraße. Von dort geht man entweder zu Fuß oder nimmt den Shuttle, der direkt in die Altstadt fährt.
    Weiter oben und somit näher zur Altstadt gibt es zwar noch einen kleinen Parkplatz, der allerdings schnell belegt ist. Ganz hinauf in die Altstadt zu fahren ist ohnehin nicht möglich.
  • Wo übernachten in Motovun
    Ich habe nicht direkt in Motovon übernachtet, sondern in zwei anderen schönen Orten in Istrien, die sich perfekt als Ausgangsbasis für eine Erkundung der Halbinsel eignen: Rovinj* und Umag*. Beide Unterkünfte kann ich definitiv weiterempfehlen. Meine Erfahrungen dazu gibt es im ausführlichen Beitrag über Istrien nachzulesen.
    In Motovun gibt es einige charmante kleine Apartments im Stadtteil Borgo. Gleich nach dem Stadttor kann man sich z.B. in der Villa Borgo* einquartieren, die für ihr reichhaltiges Frühstück und die schöne Aussichtsterrasse gelobt wird.

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