Die DREI-MÄRKTE TOUR: unspektakulär – und gerade deshalb so schön
42 km sanftes Auf und Ab im weststeirischen Hügelland: die Drei-Märkte Tour zeigt sich als angenehm zu radelnde „Wald- und Wiesentour“. (Werbung)
Manchmal sind die Touren, von denen man sich gar nicht viel erwartet, genau jene, die am meisten überraschen. So ging es uns mit der Drei-Märkte Tour in der Lipizzanerheimat westlich von Graz
Die Runde führt durch die drei namensgebenden Märkte Stallhofen, Mooskirchen und Ligist – vorbei an saftigen Streuobstwiesen, durch kleine Waldstücke und urige Dörfer. Eine echte „Wald- und Wiesentour“, aber dennoch unerwartet abwechslungsreich.
Knorrige Obstbäume und Weingärten machen Lust auf die Schilcher Weinstraße, die bei Ligist beginnt. Dazu kommen einige kleine, feine Überraschungen am Wegesrand – oder schon einmal von der Lourdes-Kapelle oder Schloss Tausendlust gehört?
Mit rund 42 Kilometern und etwa 500 Höhenmetern ist die Tour ideal für Genussradler. Ja, es gibt einige Anstiege, aber die sind angenehm zu fahren und sorgen für ein entspanntes Auf und Ab.
2. Streckenbeschreibung
3. Die Tipps zur Drei-Märkte Tour: Anreise & Parken, Abkürzen, Einkehren & Übernachten
Die Drei-Märkte Tour im Westen von Graz: Route & Facts
Die Route der Drei-Märkte Tour (746)
Die Drei-Märkte Tour startet beim Bahnhof Krottendorf-Ligist und führt durch die sanfte Hügellandschaft der Weststeiermark. Im Vergleich zur Hügeltour der Lipizzanerheimat geht es hier allerdings deutlich gemütlicher zu.

Zwar warten auch auf dieser Runde einige Anstiege, aber diese sind nicht ganz so steil und dadurch gut machbar.
Namensgeber der Tour sind die drei Marktgemeinden Stallhofen, Mooskirchen und Ligist, die sich wunderbar für eine kleine Pause eignen. Dazwischen radelt man über ruhige Landstraßen und Güterwege vorbei an Wiesen, Wäldern und kleinen Ortschaften.



Gerade diese unspektakuläre Szenerie hat uns an der Tour besonders gefallen. Hier stehen nicht die Sehenswürdigkeiten im Mittelpunkt, sondern die Landschaft selbst.
Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke über das weststeirische Hügelland. Je näher man Ligist kommt, desto häufiger prägen Weinberge das Landschaftsbild. Hier beginnt die Schilcher Weinstraße – der perfekte Ort, um die Radtour in einer Buschenschank und einem Glas Schilcher gemütlich ausklingen zu lassen.

Tipp: Als Ausgangspunkt für ein Wochenende in der Lipizzanerheimat können wir die Therme NOVA in Köflach empfehlen. Dort können auch E-Bikes ausgeliehen werden. Wir haben die Hügeltour der Lipizzanerheimat und die Drei-Märkte-Tour an zwei aufeinanderfolgenden Tagen kombiniert.
Streckenprofil
Streckenlänge: 42 Kilometer
Höhenprofil: 462 Höhenmeter
GPX-Datei: Download per Rechtsklick hier.
Hinweis zur Dauer: Gefahren mit dem E-Bike, sehr viele Fotostopps am Weg eingelegt.
Karte der Drei-Märkte Tour
–> durch Klick aktivieren (die Höhenmeter-Kurve lässt sich extra einblenden)
Ausschilderung & Streckenbeschaffenheit
Die Drei-MärkteTour ist durchgehend ausgeschildert und problemlos nachzufahren. Die Strecke verläuft fast ausschließlich ruhige Nebenstraßen und asphaltierte Güterwege. Verkehr begegnete uns dabei kaum – oft hatten wir das Gefühl, die Straße ganz für uns allein zu haben.



Wir sind die Runde im Uhrzeigersinn ab dem Bahnhof Krottendorf-Ligist geradelt. Wer aus der Nähe von Graz kommt, kann die Drei-Märkte Tour auch über die Landesradwege R14 Kainachtalradweg und R56 Liebochtalradweg erreichen.
1. Die Highlights der Drei-Märkte Tour
- Wer beim Radfahren vor allem Ruhe sucht, wird diese Tour lieben. Im Gegensatz zur Hügeltour der Lipizzanerheimat liegen keine großen Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus: Man kann einfach losradeln, abschalten und die Landschaft genießen.
- Die drei Marktgemeinden laden zu gemütlichen Pausen ein. Wir haben in Stallhofen eine kurze Rast eingelegt, uns in Mooskirchen einen Kaffee gegönnt und die Tour schließlich mit einem kleinen Bummler über den Marktplatz in Ligist ausklingen lassen.
- Unterwegs kommt man durch zahlreiche kleine Dörfer, die ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben. Alte Bauernhöfe, liebevoll gepflegte Häuser und urige Wirtshäuser erzählen noch von einer Zeit, in der das Dorfleben deutlich gemächlicher verlief.
- Das eigentliche Highlight ist die Landschaft. Es geht vorbei an Heu- und Streubostwiesen – und immer wieder eröffnen sich herrliche Ausblicke über das weststeirische Hügelland.
- Rund um Ligist übernehmen schließlich die Weinberge das Kommando. Der Blick über die steilen Rebhänge ist wunderschön – und mit dem Wissen, durch das Anbaugebiet des steirischen Schilchers zu radeln, schmeckt die Einkehr in einer Buschenschank gleich noch ein bisschen besser.
- Fast nebenbei entdeckt man kleine Überraschungen am Weg. Schlösser, von denen man zuvor nicht gehört hat säumen ebenso den Weg wie die Burgruine von Ligist, die den Ort schon von Weitem überragt.
2. Streckenbeschreibung
Von Ligist nach Mooskirchen
Am besten startet man die Drei-Märkte-Tour beim Bahnhof Krottendorf-Ligist (Infos zur Anreise und zu den Parkmöglichkeiten gibt es weiter unten). Von dort geht es zunächst Richtung Norden aus dem Ort hinaus.




Lange dauert es nicht, bis die erste Steigung beginnt. Über Klein Gaisfeld führt die Route hinauf auf den Muggauberg – den höchsten Punkt der Tour.
Schon hier kommen wir ins Schwärmen. Der Blick schweift über blühende Wiesen und sanfte Hügel, alte Streuobstbäume säumen den Weg und immer wieder öffnen sich neue Ausblicke über die weststeirische Hügellandschaft.
Durch den Ortsteil Muggauberg rollen wir weiter, bis wir plötzlich und unerwartet vor dem „Big Ben“ von Muggauberg stehen – Aushängeschild der Firma IHP Industrieanlagen und definitiv ein Hingucker am Weg.


Nun folgt eine flotte Abfahrt hinunter nach Stallhofen. Den Turm der Pfarrkirche haben wir schon zuvor zwischen den Bäumen hervorlugen sehen. Diese bietet sich wunderbar für eine erste Rast an – genauso wie der Kirchenwirt gleich daneben. Im Gasthof Rößl befindet sich sogar ein kleines Krampusmuseum.



Die Route führt nun weiter durch Stallhofen auf einem Radstreifen, auf dem es übergangslos weiter nach Bernau geht. Nun verändert sich die Landschaft. Wir sind im breiten Södingtal angekommen.
Entlang des Södingbachs rollen wir entspannt wir zwischen Wiesen, Feldern und alten Bauernhöfen dahin. Es herrscht eine wohltuende Ruhe – außer dem Krähen eines Hahns ist hier kaum etwas zu hören.
Erst bei Neudorf wartet der nächste Anstieg. Er fällt deutlich sanfter aus als jener zu Beginn und führt durch Altreiteregg.


Schon von Weitem ist Schloss Reiteregg zu sehen, das eingebettet zwischen Streuobstwiesen und Heufeldern liegt. Auch hier zeigt sich die „Wald- und Wiesentour“ so richtig lauschig. Rechts grasen Pferde auf einer Koppel, links wird gerade gemäht. Für einen Moment fühlen wir uns tatsächlich wie in einem Bilderbuch.



Vorbei an einer hübschen Kapelle zieht die Route einen weiten Bogen Richtung Altenberg. Kurz darauf erreichen wir für uns einen der schönsten Abschnitte der gesamten Tour.



Hitzendorf liegt tief unter uns, während auf der anderen Seite die Weinberge den Blick bestimmen. Unten verläuft die Straße, auf der wir gleich weiterradeln werden – ein herrlicher Aussichtspunkt.
Von nun an geht es gemütlich weiter. Alte Obstbäume, kleine Kellerstöckln, hölzerne Schuppen und kurze Waldstücke wechseln einander ab. Das ständige leichte Auf und Ab fährt sich angenehm und sorgt dafür, dass die Landschaft nie eintönig wird.



Fast überraschend taucht am Wegesrand nun ein Rastplatz auf, mit dem man hier gar nicht rechnen würde. Bei der Lourdeskapelle ist sicher noch jeder stehengeblieben – und wenn es auch nur wegen des Bankerls war, das nette Menschen hier aufgestellt haben!

Die letzten Kilometer halten noch einige interessante Bauwerke bereit. Zunächst passiert man Schloss Altenberg, das sich heute in Privatbesitz befindet. Nach der Querung der Hitzendorfer Straße zahlt sich ein Blick auf das urige Gasthaus Wolfgruber aus, ehe mit Schloss Tausendlust in Höllberg bereits das nächste Schloss direkt an der Strecke auftaucht.





Über Södingberg geht es schließlich leicht bergab durch ein kleines Waldstück, bis wir vor Mooskirchen wieder das Tal erreichen – und uns dort erst einmal einen wohlverdienten Kaffee gönnen.
Von Mooskirchen nach Ligist
Nach der ruhigen Passage durchs Södingtal rollen wir schließlich nach Mooskirchen ein. Der Ort kündigt sich schon von Weitem an, umgeben von Maisfeldern, aus denen nur der Kirchturm herausragt.


Bei der Überquerung der Kainach fällt sofort auf, wo sich die Radfahrer treffen: Vor dem Café FaMoos sind unzählige Fahrräder abgestellt. Kein Wunder, schließlich verläuft hier in der Nähe auch der Kainachtalradweg (R14). Wir gönnten uns einen Cappuccino, wer nur kurz Halt machen möchte, bekommt am Trinkbrunnen am Marktplatz frisches Wasser.



Nach der Pause wartet bereits der nächste kurze Anstieg: über Fluttendorf führt die Route Richtung Kniezenberg. Zwar quert man hier die Südautobahn, doch davon bekommt man auf den kleinen Straßen kaum etwas mit.


Fluttendorf wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Immer wieder schweift der Blick über Streuobstwiesen und Weinberge hinweg, in der Ferne erhebt sich sogar der Schöckl.


Wir radeln vorbei an alten Bauernhöfen und kleinen Wegkreuzen, am Hofladen von Da Finz, bis uns blühende Wiesen in Oberzirknitz begleiten.
Die Szenerie ändert sich erst, als wir – nun wieder nördlich der Autobahn unterwegs – durch Rauchegg kommen. Noch einmal führt die Strecke durch ein kleines Waldstück hinunter, gleich darauf wieder hinauf auf den Steinberg. Oben angekommen öffnet sich erneut der Blick über das Hügelland. Links von uns liegt bereits Ligist, das sich malerisch ins Tal schmiegt.

In Grabenwarth und Dietenberg wird schließlich endgültig klar: Wir sind im Schilcherland angekommen. Rund um Ligist prägen Weinberge das Landschaftsbild, schließlich beginnt hier die Schilcher Weinstraße. Der Schilcherhof am Wegesrand hat leider nur zu besonderen Veranstaltungen geöffnet.
Die letzten Kilometer rollen sich fast von selbst. Vor der Ortseinfahrt erinnern Hämmer an die Geschichte des Marktes, kurz darauf ist schon der Marktplatz von Ligist erreicht.





Danach sind es nur noch wenige Kilometer zurück zum Bahnhof Krottendorf-Ligist. Wir passieren die Burgruine Ligist und den Malteserhof und lassen wir die Tour gemütlich auf dem Radweg neben der Straße ausklingen.
3. Meine Tipps für die Drei-Märkte Tour
Anreise und Parken
Parken kann man am Park&Ride-Bahnhof in Krottendorf-Ligist. Die Anreise mit dem Zug von Graz nach Ligist-Krottendorf (S7) ist per Bahn möglich, allerdings bis zum 10. Oktober 2026 aufgrund von Elektrifzierungsarbeiten unterbrochen (ein Schienenersatzverkehr per Bus ist eingerichtet, aber ohne Radmitnahme). Weitere Infos hier.
Abkürzen und verlängern
Zwischen dem Bahnhof Krottendorf-Ligist und Fluttendorf verläuft der Kainachtalradweg (R 14), der eine Linie zwischen Nord- und Südhälfte der Tour zieht (und dadurch als Alternative herangezogen werden kann, wenn man eine kürzere Strecke fahren möchte).
Einkehren auf der Drei-Märkte Tour
- In Stallhofen hat sich mit dem Kirchenwirt, dem Gasthof Rößl, ein echt steirisches Traditionshaus erhalten.
- Traditionsreich und recht urig geht es in Höllberg mit dem Gasthaus Wolfgruber weiter.
- Die Café Konditorei FaMoos in Mooskirchen ist ein echter Radlertreff – günstig an einer Kreuzung gelegen, aber auch gemütlich und einladend.
- Das Weingut Da Finz liegt ebenfalls direkt an der Route – ruhig einen Blick in den Hofladen werfen.
- In Ligist gibt es einige Einkehrmöglichkeiten am Marktplatz. Wenn auch die Buschenschänken nicht direkt an der Route liegen: ein Abstecher zum Schluss als Belohnung darf ruhig sein.

Unterkunfts-Tipp für die Drei-Märkte Tour
Das Hotel der Therme NOVA Köflach war für unser Wochenende in der Lipizzanerheimat der ideale Ausgangspunkt. Die großzügigen, modernen Zimmer, die direkt angeschlossene Therme und die herzliche Atmosphäre haben unseren Aufenthalt besonders angenehm gemacht.





Nach den Ausflügen kann man wunderbar im Thermalwasser oder in der Sauna entspannen. Trotz des regen Betriebs herrschte im ganzen Haus eine persönliche, steirisch-herzliche Gastfreundschaft, durch die wir uns vom ersten Moment an willkommen gefühlt haben.
Herzlichen Dank an die Region Graz für die Einladung zu dieser schönen Radtour! (Werbung)
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