Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in NEAPEL: meine Tipps für einen Altstadt-Rundgang

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Ein Tag in Neapel: 10 Sehenswürdigkeiten, die sich bei einem Stadtrundgang ausgehen. Plus die schönste Aussicht auf die Stadt und Tipps für Vesuv, Pompeji, Capri und die Amalfiküste.


Neapel – jeder will da einmal hin. Doch wo fängt man an? Welche Sehenswürdigkeiten in Neapel sollte man anschauen, und wie legt man einen Städtetrip am besten an? Diese Frage stellte sich auch mir.

In diesem Beitrag gibt es meine Tipps für einen Altstadt-Rundgang, der so geplant ist, dass man die meisten Sehenswürdigkeiten abklappern kann, wenn nur ein Tag in Neapel zur Verfügung steht – inklusive Tipp für die schönste Aussicht über die Stadt.

Außerdem zeige ich, wie sich ein Neapel-Städtetrip ideal mit einem Ausflug zum Vesuv und nach Pompeji, nach Capri oder an die Amalfiküste kombinieren lässt.

Los geht’s mit unserem Altstadt-Rundgang: Was kann man in Neapel alles tun?

Ausgeflogen nach Neapel: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
1. Start der Altstadt-Tour in Neapel: ab in die Spaccanapoli
2. Das erste Sehenswürdigkeiten-Highlight in Neapel: die Kathedrale
3. Die Stadt unter der Stadt: Abtauchen in den Untergrund Neapels
4. Noch einmal in den Untergrund absteigen: Neapels Kult der armen Seelen
5. Ein weiteres Kirchen-Highlight in Neapel: und ein Geheimtipp gleich daneben
6. Der Majolika-Kreuzgang in Santa Chiara: Ruheoase mitten in Neapel
7. Die Via Toledo und ein Abstecher in die Quartieri Spagnoli: Dios Existe
8. Monumental geht es weiter: Galleria Umberto I und Castel Nuovo
9. Ein königlicher Platz mit Aussicht: die Piazza del Plebiscito
10. Angekommen am Meer: Vesuvblick und Castel dell’Ovo
11. Castel Sant’Elmo: der wohl schönste Ausblick über Neapel
12. Ausflüge ab Neapel: Vesuv und Pompeji, Amalfiküste und Capri

Meine Tipps für Neapel: Reisezeit und -dauer, wo übernachten und weitere Tipps

Neapel: wie man den Besuch der Stadt am besten anlegt

Die erste Frage bei der Planung lautet meist: Wie viel Zeit steht zur Verfügung? Direkt gefolgt von: Wie lässt sich Neapel zu Fuß so erkunden, so dass die Highlights direkt auf der Route liegen?

Neapel Städtetrip

Die größte Stadt Süditaliens war Teil meiner Reise rund um den Golf von Neapel und an die Amalfiküste. Ich hatte einen Tag Zeit – genug, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Neapel zu sehen und ein gutes Gefühl für diese Stadt zu bekommen.

Warum man herkommt? Ganz einfach: Weil Neapel eine ganz besondere Stadt ist. Und weil man hier etwas anderes erlebt als die typische „Italianità“, die man aus anderen italienischen Städten kennt.

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten bietet Neapel vor allem eines: viel Kult. Da geht es um Fußball, um Umzüge in den Straßen der Stadt – und sogar um einen ganz eigenen Totenkult. Man braucht nur einmal durch die Spaccanapoli spazieren, um Erlebnisse zu sammeln, die man nicht alle Tage macht.

Was auch typisch für Neapel ist: In der Altstadt reiht sich eine Kirche an die nächste. Gefühlt steht alle paar Meter ein weiteres Gotteshaus. Die Dichte ist enorm, und trotzdem kann man nie genug davon kriegen.

Doch Neapel ist nicht nur religiös geprägt. Ganz weltlich wird es beim Thema Fußball, wo Diego Maradona allgegenwärtig ist. Maradona-Poster begleiten einen in der ganzen Stadt, oft sind dem Fußgallgott des SCC Neapel sogar kleine Altäre in Hausfassaden gewidmet. Der Höhepunkt: das große Wandbild in den Quartieri Spagnoli, das zu einem regelrechter Wallfahrtsort für Fußballfans geworden ist.

Alles Gute kommt eben von oben, doch nicht nur im religiösen Sinn. Auch die Pizza kommt in Neapel manchmal von oben „heruntergeschwebt“ – etwa in kleinen Körben, die aus den Fenstern hinuntergelassen werden.

Überhaupt überrascht Neapel immer wieder: Sänger, die vom „Balcone della Canzone“ herunter singen und sich das Geld im Körbchen nach oben ziehen lassen. Prozessionen in der Karwoche zu Ehren Marias. Fast würde man bei solchen Szenen glauben, in einem Film gelandet zu sein.

Und dann wäre da noch die Lage am Golf von Neapel mit Blick auf den Vesuv. Allein dieses Panorama ist Grund genug für einen Besuch. Gleichzeitig liegt Neapel ideal, um einen Aufenthalt mit der Amalfiküste oder weiteren Zielen rund um den Golf zu verbinden.

Abschließend noch ein paar Empfehlungen zu Fragen, die gerne vor einem Neapel Besuch auftauchen: Ist Neapel gefährlich? Wie viele Tage sollte man bleiben? Wie verbindet man den Städtetrip mit Ausflügen in die Umgebung? Tipps dazu, zur idealen Aufenthaltsdauer, zur Anreise über den Flughafen, zur Kombination mit Vesuv, Pompeji oder der Amalfiküste – und natürlich auch dazu, wie das mit dem Essen in Neapel funktioniert, habe ich in einem eigenen Artikel gesammelt.


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Neapel Reisetipps Fußball

Was man wissen sollte, bevor man sich auf Städtereise nach Neapel begibt: meine Reisetipps für Neapel


Neapel Sehenswürdigkeiten auf der Karte: mein Altstadt-Rundgang

Starten wir mit Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Neapel. Die erste Frage lautet: Wo ist das Zentrum und wo liegen die Sehenswürdigkeiten in Neapel?

Insgesamt besteht Neapel aus 30 Stadtteilen. Für eine klassische Sehenswürdigkeiten-Tour durch Neapel reicht jedoch eine gut geplante Route völlig aus.

Grundsätzlich gibt es eine Ober- und eine Unterstadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Unterstadt rund um das historische Zentrum – das Centro Storico.

Wer vom Flughafen kommt, erreicht in der Regel zuerst den Hauptbahnhof. Von dort geht es direkt hinein in die Altstadt, in der sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie auf einer Perlenkette aufreihen.

  • Zunächst wartet das quirlige Leben des Centro Storico. Rund um die Spaccanapoli wird es eng und wuselig. Man wird gefühlt von links nach rechts und wieder zurückgetragen. Das Tolle daran: Automatisch gelangt man so von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Bei meinem Besuch habe ich vor allem ein paar spannende Kirchenhäuser entdeckt.
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  • Neapel besteht aber nicht nur aus den engen Gassen rund um die Spaccanapoli, sondern auch aus großen Plätzen und monumentalen Bauten. Über die Via Toledo geht es Richtung Hafen, wo auf dem Weg die elegante Galleria Umberto I liegt, bis man am Ende die monumentale Piazza del Plebiscito mit dem Palazzo Reale erreicht hat.
  • Zum Abschluss bieten sich die Kastelle und der Hafen an. Wer noch Energie hat, macht zusätzlich einen Abstecher hinauf zum Castel Sant’Elmo – für einen besonders schönen Ausblick über die Stadt.

Wer mehr als einen Tag Zeit hat, kann noch weitere Sehenswürdigkeiten in Neapel ins Programm aufnehmen, die nicht direkt auf dem beschriebenen Fußweg liegen. Dazu zählen die Metro-Station Metro Toledo oder das Archäologisches Nationalmuseum Neapel. Für eine Tour durch den Untergrund Neapels sollte man außerdem etwas Zeit einplanen. Ich selbst habe die „Kurzversion“ gemacht und den Untergrund dennoch besichtigt – siehe dazu Punkt 3.


Wichtig: es macht es Sinn, sich für einige Sehenswürdigkeiten in Neapel vorab Tickets zu sichern

In Neapel kann es schon mal richtig lebhaft werden. Wer eine Tour durch den Untergrund plant, sollte Tickets vorher buchen. Napoli Sotterranea ist stark frequentiert.

Auch für den Besuch des „Verschleierten Christus“ in der Cappella Sansevero, eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Neapel (wenn auch noch immer ein kleiner Geheimtipp), sollte man sich unbedingt vorab Tickets sichern. Vor Ort bekommt man meist keine Tickets mehr.

Capri Sehenswürdigkeit Leuchtturm von Punta Carena

Für Tagesausflüge zu den großen Highlights rund um den Golf von Neapel zahlt sich eine Planung im Voraus ebenfalls aus. Ich selbst habe meine Touren auf den Vesuv, nach Pompeji und auf Capri über GetyourGuide gebucht. Die Tickets kann man spontan wieder stornieren (bis zu 24h oder 1h vor der Aktivität, je nach Variante).


Die beliebtesten Touren für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und rund um Neapel.

1. Start der Altstadt-Tour in Neapel: ab in die Spaccanapoli

Ich habe meinen Altstadtrundgang in Neapel direkt am Bahnhof gestartet und bin zuerst über die Piazza Garibaldi gelaufen, um dann in das verwinkelte Gassenwerk der Altstadt einzutauchen. Zunächst geht es einmal hin und her, bis man schließlich die Spaccanapoli erreicht – die zentrale Fußgängerzone Neapels.

Eigentlich zieht sich Spaccanapoli über mehrere Straßenzüge: von Osten über Forcella, dann Via San Biagio dei Librai, weiter über Via Benedetto Croce bis hin zur Piazza Gesù Nuovo.

Historisch gesehen war sie eine der drei Hauptstraßen der ursprünglichen griechischen Stadt Neapolis und die südlichste der sogenannten Decumani. Der Name „Neapelspalter“ passt gut: Die Straße teilt die Altstadt in einen nördlichen und einen südlichen Teil.

Mal schlendert mal nach links, mal nach rechts, bis man schließlich auf die zentrale Hauptstraße, den Decumanus Maximus, trifft – heute Via dei Tribunali. Auch auf dieser Straße bin ich während meiner Altstadt-Tour entlanggeschlendert. Die Kathedrale von Neapel, der Duomo di Napoli, liegt neben der Via dei Tribunali, doch auch zahlreiche weitere Gotteshäuser warten darauf, entdeckt zu werden.

Besonders ins Auge ist mir das berühmte San Gennaro Mural am Übergang von Forcella zur Via San Biagio dei Librai gefallen, auf dem der Stadtpatron als Fabrikarbeiter dargestellt wird. Überall in den Gassen stößt man auf kleine Altäre, die San Gennaro oder dem Fußball gewidmet sind. An den Wänden findet sich Graffiti aller Art, oft anzüglich, und an jeder Ecke lockt Streetfood, oft auch in der neapolitanischen Variante der Pizza a Portafoglio. Was das genau ist, gibt es hier nachzulesen.

Während meines Besuchs in der Karwoche sind auch einige Prozessionen durch die Altstadt gezogen. Eines kann ich sagen: Ich habe Neapel erlebt, wie es leibt und lebt.

2. Das erste Sehenswürdigkeiten-Highlight in Neapel: die Kathedrale

Ich folge den Menschenmassen für einen Abstecher über die Via Duomo hinauf zur Via dei Tribunali. Der Grund ist bereits im Namen der Gasse abzulesen: die Kathedrale von Neapel. Der Duomo di Napoli, offiziell Duomo di Santa Maria Assunta, ist die Hauptkirche der Stadt. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, die Fassade wurde im 19. Jahrhundert neugotisch gestaltet.

Neapel Altstadt Kathedrale

Die Kathedrale ist gleichzeitig die älteste Kirche Neapels, denn in ihren Mauern wurde die frühchristliche Basilika Santa Restituta aus dem 4. Jahrhundert integriert. Unter der Kirche lassen sich noch Reste römischer und griechischer Bauwerke entdecken.

  • Neapel Altstadt Kathedrale
  • Neapel Altstadt Kathedrale
  • Neapel Altstadt Kathedrale
  • Neapel Kathedrale Reliquien San Gennaro

Der Komplex besteht aus mehreren Gebäuden: Neben der Basilika Santa Restituta mit der Taufkapelle San Giovanni in Fonte ist das rechte Seitenschiff der Kathedrale, die Cappella del Tesoro di San Gennaro aus dem 17. Jahrhundert, der eigentliche Besuchermagnet.

Neapel Kathedrale Reliquien San Gennaro

In der Kapelle werden die Reliquien des Schutzpatrons von Neapel, San Gennaro, aufbewahrt. Dreimal im Jahr findet das berühmte Blutwunders statt, wenn sich das getrocknete Blut des Heiligen wieder verflüssigt. Das passt doch gut zu dieser Stadt, nicht wahr?

Die Kathedrale kann natürlich ohne Eintritt besucht werden. Für einen Audioguide zur Cappella del Tesoro di San Gennaro sowie für den Eintritt ins Schatzmuseum ist ein Ticket erforderlich, das man vorab hier* buchen kann.

3. Die Stadt unter der Stadt: Abtauchen in den Untergrund Neapels

Es geht nun die Via dei Tribunali entlang, zuerst einmal an der Piazza Girolamini gleich bei dem nächsten Gotteshaus vorbei, der Chiesa dei Girolamini, einem beeindruckenden Barockbau aus dem 16. Jahrhundert.

Neapel Centro Storico Chiesa dei Girolamini

Bei meinem Besuch steuerte ich jedoch San Lorenzo Maggiore angesteuert. Zum einen standen hier die Türen offen, zum anderen darf man hier ein Blick in die alten Straßenzüge der Römer und Griechen werfen. Gerade wenn für eine Tour zum Untergrund Neapels nicht genug Zeit bleibt, ist das eine ideale Alternative.

San Lorenzo Maggiore stammt aus dem 13. Jahrhundert und war ursprünglich ein Franziskanerkloster. Die einschiffige Kirche mit ihren neun Seitenkapellen gilt als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen Neapels.

San Lorenzo Maggiore Neapel Sehenswürdigkeit

Nett ist der Innenhof mit Arkaden und Bänken – und perfekt für eine kurze Pause, bevor es hinunter in den Untergrund geht, die hier als „La Neapolis Sotterrata“ bezeichnet wird. Die Kirche liegt genau im Zentrum der ehemaligen griechischen Agora, die später zum römischen Forum wurde. Diese Ausgrabungen sind die einzigen größeren Zeugnisse der antiken Vergangenheit Neapels.

Man begeht also direkt unter der Kirche einige Straßen der griechisch-römischen Stadt Neapolis und entdeckt, was bei den Ausgrabungen gefunden wurde, z.B. Reste einer Bäckerei. Selbst zehn Meter unter der Erde kann man noch das Glockengeläut und den Gesang der oben abgehaltenen Messe hören.

Sehenswert ist auch das Kapitelhaus des Klosters, dessen Wände und Decken mit Fresken vom 13. bis ins 17. Jahrhundert geschmückt sind bzw. von der Abtreihe des Ordens verziert werden.

Übrigens: Die Kirche liegt direkt in der berühmten Krippenstraße Via San Gregorio Armeno. Wer möchte, kann sich hier mit unzähligen Krippenfiguren eindecken. Neben traditionellen Motiven erhält man hier auch Unikate wie die Queen oder berühmte Fußballstars. Die Via San Gregorio Armeno verläuft als Quergasse zwischen Spaccanapoli und der Via dei Tribunali.

Die Ausgrabungen unter der Kirche, La Neapolis Sotterrata, sind ideal, wenn man wenig Zeit für einen Abstieg in den Untergrund Neapels hat. Mehr Infos zu Tickets und Öffnungszeiten hier.
Wer das Abenteuer liebt, kann sich die unterirdischen Tunnel im Rahmen einer ausgedehnten Tour ansehen. Dafür sollte man allerdings rund 1,5 Stunden einplanen. Dieses Erlebnis kann man hier buchen: Tour durch das unterirdische Neapel*

4. Noch einmal in den Untergrund absteigen: Neapels Kult der armen Seelen

Ich habe mich bei meinem Altstadt-Rundgang etwas treiben lassen. Für die nächste Sehenswürdigkeit musste ich aber nicht weit gehen. Und was für eine da auf mich wartete!

Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco

Der erste Gedanke war: eine weitere Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert – hübsch, aber unspektakulär. Doch spätestens im Inneren war klar, dass die Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco eine ganz eigenwillige Geschichte (oder eher: Bestimmung) hat.

Und: Sie hat eine Unterkirche, und die hat es in sich, war sie denn noch einmal um einen Tick spektakulärer als der Untergrund, den ich zuvor besichtigt hatte. Während man Reste aus der griechisch-römischen Zeit auch anderswo sehen kann, ist diese Kirche dem Kult der armen Seelen gewidmet.

Kult der armen Seelen Neapel Kirche

Richtig gelesen: Beim Kult der Anime Pezzentelle werden anonyme Schädel, die aus dem Fegefeuer „gerettet“ werden, in kleinen Schreinen verehrt.

Schon der Weg zum Beinhaus ist fast ein bisschen gruselig: In den Gangnischen sieht man Fotos von Verstorbenen, teils auch deren Schädel, drumherum Votivgaben wie Rosenkränze, Heiligenbilder, Anhänger, Münzen und Briefe. Bei den Schädeln verstorbener Kinder kann das auch ein kleines Matchbox-Auto sein.

Junge Frauen, deren Liebe nicht erwidert wird oder die sich einen Partner wünschen, suchen hier eine besondere Nische auf. Sie bitten beim mit einem Brautschleier verzierten Schädel der jungen Lucia um Hilfe. Für Außenstehende echt kultig und fast ein wenig spooky.

Für die Unterkirche wird Eintritt verlangt, mehr Infos hier. Fotografieren ist im Beinhaus aus Pietätsgründen nicht gestattet.

5. Ein weiteres Kirchen-Highlight in Neapel: und ein Geheimtipp gleich daneben

Kurz darauf bog ich bei meinem Altstadtrundgang von der Via dei Tribunali wieder in Richtung Spaccanapoli ab und schlenderte weiter, bis ich an der Piazza San Domenico Maggiore mit ihrer markanten Pestsäule landete, um mir die nächste beeindruckende Kirche in der Altstadt Neapels anzusehen.

Piazza San Domenico Maggiore

Die Basilica San Domenico Maggiore wurden zwischen 1289 und 1324 auf den Resten einer älteren Kirche aus dem 10. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll ist die Kassettendecke. Besichtigen kann man hier die Sakristei, die Schatzkammer, die Zelle des heiligen Thomas von Aquin, die Krypta sowie das Grabmal von Johann von Anjou in einer der rechten Seitenkapellen.

  • Basilica San Domenico Maggiore
  • Basilica San Domenico Maggiore
  • Basilica San Domenico Maggiore
  • Basilica San Domenico Maggiore
  • Basilica San Domenico Maggiore

Tipp: Direkt gegenüber befindet sich die Sansevero Kapelle mit dem berühmten „Verschleierten Christus“, einer jener Geheimtipps in Neapel, die eigentlich längst keine mehr sind.

Für die Cappella Sansevero unbedingt vorab Tickets sichern*, denn die Kapelle ist klein und der Andrang groß. Fotografieren ist dort nicht erlaubt.

6. Der Majolika-Kreuzgang in Santa Chiara: Ruheoase mitten in Neapel

So viel Gewusel in den engen Altstadtgassen von Neapel – da braucht es irgendwann eine Pause. Warum also nicht noch einmal ein altes Kloster aufsuchen? Es gibt sie tatsächlich, diese stillen Ecken in der Altstadt Neapels. Einmal um eine Gasse gebogen, und plötzlich steht man staunend in einer ganz anderen Welt.

ajolika-Kreuzgang Sehenswürdigkeit Neapel

Im ehemaligen Klarissenkonvent Santa Chiara kehrt wirklich Ruhe ein. Hier kann man sich in aller Stille auf eine Bank setzen und durchatmen. Der eigentliche Grund für einen Besuch ist jedoch der berühmte Majolika-Kreuzgang.

Ursprünglich stammt der Kreuzgang aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die heutige Gestaltung des Gartens mit Wegkreuz und geometrischer Anlage geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Zwei Hauptwege kreuzen sich im Garten und teilen ihn in vier Sektoren.

Besonders charakteristisch sind die mit Majolika-Kacheln verzierten Sitzbänke und Säulen, die Motive von Zitronen, Weinranken und Szenen des Alltagslebens am Golf von Neapel zeigen.

Der Portikus ist mit Fresken bedeckt, die Heiligenfiguren, Allegorien und Szenen aus dem Alten Testament zeigen. Die Gärten selbst sind als Nutzgarten und Ziergarten angelegt und werden durch  Brunnen ergänzt.

ajolika-Kreuzgang Sehenswürdigkeit Neapel

Ebenfalls sehenswert: Beim Verlassen der Klosteranlage kommt man an einer traditionellen neapolitanischen Krippe aus dem 18. Jahrhundert vorbei, bevor man die Anlage durch die Kirche selbst verlässt.

Santa Chiara wurde ab 1310 erbaut und beherbergt die Grabmäler der Könige von Neapel und Sizilien. Ihr Ausgang führt zur Piazza del Gesù Nuovo, wo bei einem Blick zurück die  schlichte Fassade mit der großen Rosette ins Auge fällt. Direkt davor erhebt sich erneut ein barocker Obelisk, die Guglia dell’Immacolata.

Die Tickets für den Majolika-Kreuzgang kann man hier vorab kaufen.

7. Die Via Toledo und ein Abstecher in die Quartieri Spagnoli: Dios Existe

Man würde meine, der Himmel wäre bedeckt, wenn man aus der Spaccanapoli heraustritt – so eng und schattig sind die Gassen der Altstadt. Doch nein, es werde Licht: draußen scheint die Sonne, auf der Via Toledo meint man. die Jahreszeit gewechselt zu haben.

Die Hauptachse Neapels wurde bereits im 16. Jahrhundert angelegt wurde und ist heute eine wichtige Einkaufsstraße, die von den Neapolitanern noch immer Via Roma genannt wird.

Bevor es hinunter in Richtung Hafen und zu den weiteren wichtigen Sehenswürdigkeiten Neapels geht, sollte man allerdings einmal abbiegen, um noch einmal das pulsierende Herz Neapels zu sehen. Denn in den Quartieri Spagnoli ist der „Allmächtige“ zu Hause. Wer gemeint ist? Natürlich Diego Maradona.

Spanisches Viertel Neapel

Sofort taucht die Frage auf, die noch jeder gestellt hat, der die Quartieri Spagnoli besuchen möchte: Ist das Spanische Viertel in Neapel gefährlich? Nun, das Viertel ist berühmt und berüchtigt. Im 16. Jahrhundert für spanische Garnisonen errichtet, ist es in Neapel als dicht besiedeltes Armenviertel bekannt.

Spanisches Viertel Neapel

Aber es hat sich einiges verändert, denn das Viertel ist zum Touristenmagnet geworden. Und ja, es lohnt sich, selbst, wenn man kein Fußballfan ist. Solange man den gesunden Menschenverstand einschaltet, ist das Spanische Viertel in Neapel auch nicht gefährlich.

  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel
  • Spanisches Viertel Neapel

Natürlich die Gassen sind voll und es herrscht Gedränge. Ich habe mich aber zu keinem Zeitpunkt bei meinem Besuch unwohl gefühlt. Dennoch gilt: Taschendiebe finden hier natürlich ihr perfektes Betätigungsfeld.

Wer sich etwas weiter von der „Maradona-Sraße“ entfernt, spürt vielleicht kurz das Gefühl, als Tourist nicht ganz hierherzugehören. Doch am helllichten Tag ist das kein Problem.

Die meisten strömen ohnehin zum sogenannten „Largo Maradona“ (eigentlich; Largo Emanuele De Deo), um das riesige Maradona-Mural an der Häuserwand zu sehen. Dort ist dann wirklich rappelvoll, noch liegt in diesem Eck Neapels auch ein bestimmter Geruch in der Luft. Aber gesehen haben kann man die Kultstätte für Maradona in Neapel aber sehr wohhl.

8. Monumental geht es weiter: Galleria Umberto I und Castel Nuovo

Der nächste Punkt der Sehenswürdigkeiten-Tour durch Neapel führt wieder zurück zur Via Toledo und ein Stück hinunter, bis man bei der monumentalen Galleria Umberto I angelangt ist. Spätestens hier zeigt sich nun jener Kontrast, von dem anfangs die Rede war. Führte der Altstadtspaziergang zuvor durch enge, schattige Gassen, zeigt sich Neapel hier von beeindruckender Eleganz.

Neapel Sehenswürdigkeiten Galleria Umberto I

Die Galleria ist eine prachtvolle Einkaufspassage aus Stahl und Glas, über deren kreuzförmig angelegte Anlage sich Glasdächer spannen, aus deren Mitte sich eine lichtdurchflutete Kuppel erhebt.

1890 wurde sie fertiggestellt, in einer Zeit, in der das junge, geeinte Italien seine neue Größe auch architektonisch präsentieren musste. Nicht zufällig erinnert ihr Design an die berühmte Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand. Heute sind hier vor allem bekannte Marken vertreten.

Beim Blick aus der Galleria fällt eine weitere imposante Fassade ins Auge. Direkt gegenüber liegt das Teatro di San Carlo, das schon 1737 eingeweiht wurde und damit eines der ältesten durchgehend bespielten Opernhäuser der Welt ist.

Gleich anschließend ist es eine alte Burg, die den Blick auf sich zieht. Das Castel Nuovo wurde ab 1279 errichtet, nachdem Neapel zur Hauptstadt des Königreichs erhoben worden war. Unter Karl I. von Anjou diente es im 13. Jahrhundert als königliche Residenz und zugleich als Festung.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kastell mehrfach zerstört und im 15. Jahrhundert unter aragonesischer Herrschaft wiederaufgebaut. Besonders markant ist das doppelstöckige Triumphportal aus weißem Marmor. Betritt man die Anlage, öffnet sich ein großer Innenhof. Sehenswert sind die Palastkapelle ebenso wie die gewaltige Sala dei Baroni. In diesem geschichtsträchtigen Saal tagte tatsächlich noch bis 2006 das Regionalparlament.

Heute beherbergt das Castel Nuovo das Museo Civico zur Stadtgeschichte Neapels. Besichtigt werden können unter anderem die Burgkapelle, der Thronsaal und eine Waffensammlung. Mehr Infos hier.

9. Ein königlicher Platz mit Aussicht: die Piazza del Plebiscito

Über die Piazza Trieste e Trento geht es weiter – und plötzlich öffnet sich einer der eindrucksvollsten Plätze der Stadt: die Piazza del Plebiscito.

Neapel Sehenswürdigkeiten Piazza del Plebiscito

Das Gesamtensemble erschlägt einen fast, mehr große Bühne geht kaum.: Da wäre zuerst einmal der mächtige Palazzo Reale, dazu die monumentale Basilika, die an den Pantheon erinnert – und im Hintergrund, aber dennoch im Zentrum des Blickfelds, der Vesuv.

  • Neapel Sehenswürdigkeiten Piazza del Plebiscito
  • Neapel Sehenswürdigkeiten Piazza del Plebiscito
  • Neapel Sehenswürdigkeiten Piazza del Plebiscito

Der Platz selbst entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Seinen heutigen Namen erhielt er nach der Volksabstimmung vom 21. Oktober 1860 im Zuge des Risorgimento, als Neapel Teil des Königreichs Italien wurde. Schon zuvor war der Platz Schauplatz pompöser Anlässe. Legendär sind die „Cuccagne“ – Feste, bei denen Essen für das hungrige Volk aufgetürmt und freigegeben wurde.

Neapel Sehenswürdigkeiten Piazza del Plebiscito Basilica

Die Basilica Reale Pontificia San Francesco di Paola ist mit ihrer halbkreisförmigen Kolonnade ein echter Hingucker. Der Fassade vorgelagert ist ein Portikus mit mehreren ionischen Säulen. Darüber erhebt sich eine mächtige, 53 Meter hohe Kuppel, durch die Licht ins Innere des Gotteshauses flutet.

Der Palazzo Reale stammt ursprünglich aus dem frühen 17. Jahrhundert, diente allerdings nur rund drei Jahrzehnte tatsächlich als königliche Residenz. Man kann durch einige Innenhöfe schlendern, ohne Eintritt zu bezahlen.

Heute finden hier Ausstellungen statt; besichtigt werden können unter anderem die Prunkgemächer und der Thronsaal. Teile des Gebäudekomplexes beherbergen das Nationalmuseum von Neapel sowie ein Museum für zeitgenössische Kunst.

Die Tickets für den Palazzo Reale kann man hier kaufen.

10. Angekommen am Meer: Vesuvblick und Castel dell’Ovo

Der nächste Schritt? Bedeutet hier, einfach den Massen zu folgen und in Richtung Aussichtsterrasse zu spazieren. Von hinten zeigt sich die andere, langgezogene Seite des Palazzo Reale. Und darüber, so richtig in Szene gesetzt, der Vesuv.

  • Neapel Aussichtspunkt Hafen Blick auf Vesuv
  • Neapel Aussichtspunkt Hafen Blick auf Vesuv
  • Neapel Aussichtspunkt Hafen Blick auf Vesuv
  • Neapel Aussichtspunkt Hafen Blick auf Vesuv
  • Neapel Aussichtspunkt Hafen Blick auf Vesuv

Von hier kann man auch gut das Castel Nuovo erkennen, das sich hinter einem kleinen Hafenbecken erhebt. Dahinter legen die Schiffe nach Capri, Ischia oder Procida ab.

Auf der anderen Seite der Bucht liegt das Castel dell’Ovo, und zwar direkt am Wasser. Es ist die älteste Befestigungsanlage Neapels. Das Kastell diente lange als Herrschersitz, bis es vom Castel Nuovo abgelöst wurde. Später wurde es unter anderem als Gefängnis genutzt.

Neapel Sehenswürdigkeiten Castel dell'Ovo

Gleich dahinter erhebt sich am Ufer der kleine Hügel von Monte Echia, auch Pizzofalcone genannt – ein erloschener Vulkankrater mit wunderbarem Ausblick über Stadt und Meer. Dahinter liegen die Gärten der Villa Comunale und die elegante Uferpromenade Lungomare Caracciolo.

11. Castel Sant’Elmo: der wohl schönste Ausblick über Neapel

Ein Kastell fehlt noch in Neapel – und ja, meist hat man es aus dem Straßengewirr unten schon erblickt. Hoch oben auf dem Hügel Vomero, im „oberen Neapel“, thront das Castel Sant’Elmo.

Neapel schönste Aussicht Castel Sant’Elmo

Die Festung stammt aus dem 14. Jahrhundert und fällt sofort durch ihre ungewöhnliche Form als sechszackiger Stern auf. Diese Bauweise war kein Zufall, sondern diente der optimalen Überwachung und Verteidigung der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Castel mehrfach umgebaut, zeitweise als Gefängnis genutzt und dient heute – ähnlich wie das Castel dell’Ovo – als Ausstellungsort.

Der eigentliche Höhepunkt wartet jedoch auf dem Belvedere. Von dem Aussichtspunkt außerhalb des Kastells reicht der Blick hinunter auf die Altstadt, den Hafen und den gesamten Golf von Neapel. Bei klarer Sicht kann man Capri, Ischia und Procida gut erkennen. Direkt unterhalb liegt die barocke Certosa di San Martino, ein ehemaliges Kartäuserkloster, das ebenfalls einen Besuch wert ist.

Für das Castel Sant’Elmo am besten das Ticket im Voraus* buchen – besonders in der Hauptsaison. Auf den Vomero gelangt man am bequemsten mit einer der drei Standseilbahnen, den Funicolare. Die Funicolare Centrale startet von der Via Toledo aus (Talstation Augusteo). Die Funicolare di Montesanto fährt in der Nähe der Metrostation Montesanto hinauf bis zur Station Morghen, von der es nur noch wenige Minuten zu Fuß sind. Auch die Funicolare di Chiaia verbindet die Stadt mit dem Hügel, ausgehend von der Piazza Amedeo. Die Seilbahnen fahren normalerweise zwischen 7.00 und 22.00 Uhr, Infos zum aktuellen Fahrplan gibt es hier. Metrotickets sind für die Fahrt gültig.

12. Ausflüge ab Neapel: Vesuv und Pompeji, Amalfiküste und Capri

Wer eine Reise nach Neapel plant, hat sie meist ohnehin am Schirm: die großen Klassiker rund um die Stadt. Wie man den Besuch so anlegt, dass sich neben Neapel auch noch Pompeji und der Vesuv sowie Ausflüge an die Amalfiküste und nach Capri ausgehen, habe ich in meinen Reisetipps für Neapel zusammengefasst.

Fangen wir mit dem Vesuv an. Ich habe eine Halbtagestour zum Vesuv gemacht und wurde mit dem Bus hinaufgebracht. Das letzte Stück ging es zu Fuß weiter. Es ist schon beeindruckend, oben am Kraterrand zu stehen und in den gewaltigen Schlund zu blicken. Das macht die geologische Bedrohung, die über der Region schwebt, sehr real.

Untrennbar mit dem Vesuv verbunden ist Pompeji. Für viele zählt die antike Stadt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten rund um Neapel. Für Pompeji sollte man wirklich genügend Zeit einzuplanen, egal ob man auf eigene Faust kommt oder im Rahmen einer geführten Tour. Meine Tipps für eine Besichtigung von Pompeji gibt es hier.

Auch die Amalfiküste steht häufig auf dem Programm. Besonders schön ist sie bei einem Bootsausflug, wenn sich die steil aufragenden Felsen und die in den Hang gebauten Orte vom Wasser aus zeigen. Alternativ lässt sich die Amalfiküste mit dem Bus erkunden. Meine Tipps für die Sehenswürdigkeiten an der Amalfiküste gibt es hier.

Und dann wäre da noch Capri. Kein Geheimtipp, sondern meist ein Fixpunkt bei einem Städtetrip nach Neapel. Schon die Überfahrt  mit dem Schiff und der Blick auf die Faraglioni-Felsen machen den Tagesausflug nach Capri zu einem Erlebnis, das man nicht auslassen sollte.


Tipp: Ausflüge von Neapel aus, die man als Tour buchen kann

Gut zu wissen: meine Tipps für Neapel

Vor einem Besuch von Neapel poppen meist einige Fragen auf, unter anderem zu folgenden Themen:

  • Ist Neapel gefährlich oder sicher?
  • Reicht ein Tag für Neapel?
  • Wie orientiert man sich in der Stadt?
  • Wie kommt man vom Flughafen ins Zentrum?
  • Wo sollte man übernachten?
  • Sollte man Sehenswürdigkeiten oder Ausflüge im Voraus reservieren?
  • Wo gibt es die beste Pizza?
  • Was bietet Neapel für Fußballfans?

Ich habe diese Fragen in meinen Reisetipps für Neapel beantwortet.

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Mehr vom Golf von Neapel und der Amalfiküste

Weitere schöne Orte in Italien


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