KARLSBAD: ein Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch das mondäne Kurbad
Was man in Karlsbad (Karlovy Vary) tun und sehen kann: Tipps für einen Altstadt-Rundgang durchs historische Zentrum der Stadt. (Werbung)
Karlsbad in Tschechien: Davon hat wohl jeder schon einmal gehört – und viele wollen hin. Bei den berühmten Karlsbader Sehenswürdigkeiten ist das auch kein Wunder: es warten Kolonnaden, prächtige Bäderarchitektur und jede Menge Geschichte(n), die an die alte k. u. k.-Zeit erinnern.
Doch was genau gibt es im größten tschechischen Kurbad zu sehen? Und wie legt man einen Rundgang zu den schönsten Sehenswürdigkeiten am besten an?
Im Folgenden meine Tipps für einen Städtetrip in jene Stadt, die nicht nur in Tschechien für sein mondänes Flair bekannt ist.
2. Die Mühlbrunnenkolonnade: Karlsbads eindrucksvolle Wandelhalle
3. Die Marktkolonnade: verspielte Holzarchitektur mit großer Geschichte
4. Karlsbads Sprudel: Ein Geysir – und was für einer!
5. Theater und Kirchen: Karlsbads architektonische Glanzstücke
6. Das Kaiserbad: vom mondänen Kurhaus zum Kulturdenkmal
7. Das Grandhotel Pupp: einst Treffpunkt der großen Welt – und auch heute kein Geheimtipp
8. Weitere Häuser mit Geschichte(n): Kaffeehäuser, Hotels und ihre berühmten Gäste
9. Einkehren in Karlsbad: meine Tipps für drei kleine Genussmomente
10. Sehenswürdigkeiten in Karlsbad Umgebung: beliebte Ausflugsziele rundherum
11. Weitere schöne Orte im Bäderdreieck: Marienbad, Franzensbad & Co
Karlsbad und seine Quellen: eine Kurtradition, die bis heute lebendig ist
Karlsbad ist heute der größte Kurort im böhmischen Bäderdreieck – und wirkt so opulent, wie man es sich vorstellt. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, als die heißen Quellen bereits bekannt waren. Zu großer Blüte gelangte die Stadt jedoch im 18. und 19. Jahrhundert:
Adel und Künstler kamen zur Kur, tranken das Heilwasser und verbrachten ihre Tage mit Spaziergängen, Konzerten, Theaterbesuchen und im Casino. Beim Flanieren am der Tepl lässt sich dieses mondäne Kurleben noch heute erahnen.

Der Legende nach geht Karlsbads Gründung auf Karl IV. zurück. Im 14. Jahrhundert soll sein Jagdhund bei einer Jagd in einen heißen Tümpel gesprungen sein. Das Wasser heilte seine Wunden – und auch der Kaiser soll daraufhin die Quelle für sich entdeckt haben. An dieser Stelle schießt heute der berühmte Sprudel als Geysir in die Höhe.
Im 17. Jahrhundert waren Trinkkuren bereits weit verbreitet. Im 18. Jahrhundert verhalf der Kurarzt Dr. Becher Karlsbad zu weiterem Aufschwung: Er ordnete die Quellen bestimmten Beschwerden zu und ergänzte die Trinkkuren um Bäder und Bewegung. Das war auch die Zeit, in der die ersten Kolonnaden und Flanierwege entstanden.


Beim Flanieren trank man das Heilwasser aus den Quellen – so wie man es auch heute tut. Insgesamt entspringen rund um die Stadt etwa 80 Quellen, von denen 15 als Trinkquellen genutzt werden. Getrunken wird aus dem Kurbecher, und auch das schon seit dem 16. Jahrhundert.
Das 19. Jahrhundert und die Zeit um 1900 waren Karlsbads glanzvollste Jahre. Viele der prächtigen Bauten erinnern heute noch an die Belle Époque und prägen das Stadtbild stark.


Und seit einigen Jahren gehört Karlsbad gemeinsam mit Marienbad und Franzensbad und anderen europäischen Kurstädten zum UNESCO-Welterbe „Bedeutende Kurstädte Europas“.
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Warum Karlsbad heute noch immer in seinen Bann zieht
Allen voran ist es die Architektur, die einen in Karlsbad immer wieder ins Staunen versetzt. Entlang der Tepl reiht sich ein sehenswerter Bau an den nächsten; Hotels und Kurbäder fügen sich zu einem eindrucksvollen Ensemble.



Natürlich prägen auch die Kolonnaden das Stadtbild. Fünf gibt es insgesamt, darunter die berühmte Mühlbrunnenkolonnade und die verspielten Park- und Marktkolonnaden aus der Hand des Wiener Architekturbüros Fellner & Helmer.
In Karlsbad sprudeln 15 Trinkquellen aus dem Boden, dieheißeste davon ist der der Sprudel: Sein Wasser erreicht 73 Grad und schießt unglaubliche zwölf Meter in die Höhe.
Besonders schön ist auch die Lage am Zusammenfluss von Tepl und Eger. Das Kurzentrum zieht sich an der dunklen Tepl entlang, während sich links und rechts bewaldete Hänge mit prächtigen Villen erheben.




Dazu kommt die bewegte Geschichte der Stadt. Über die Jahrhunderte gaben sich Adelige, Politiker und Künstler in Karlsbad die Klinke in die Hand: Goethe, Beethoven und Freud waren ebenso zu Gast wie Kaiser Franz Joseph und Peter der Große.
Wie man den Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Karlsbad anlegt
Die optimale Route durch Karlsbad verläuft auf beiden Seiten der Tepl durch das Kurzentrum. Ausgangspunkt ist das nördliche Ende der Altstadt, das man vom Bahnhof aus gut erreicht. Zuerst geht es an den Kolonnaden vorbei flussabwärts bis zum Kaiserbad, danach führt der Weg auf der anderen Flussseite wieder zurück.
- Der Rundgang beginnt bei der Gartenkolonnade, einem verspielten Bau der Wiener Architekten Fellner & Helmer. Von dort führt der Weg zur Mühlbrunnenkolonnade, dem unangefochtenen Wahrzeichen Karlsbads, deren endlose Säulenreihen den Blick geradewegs durch die Wandelhalle führen.
- Am Ende einer Flussbiegung bildet die Kirche St. Maria Magdalena einen schönen Blickfang. Gleich danach liegt der Marktplatz, wo der berühmte Sprudel seinen Geysir spielen lässt. Die verspielte Marktkolonnade und die Schlosskolonnade sind ebenso hier zu finden.
- Auf dem rechten Flussufer geht es weiter zum Theaterplatz mit dem neobarocken Stadttheater von Fellner & Helmer und dem Sparkassen-Palais. Von dort verläuft der Weg flussabwärts über die Neue Wiese (Nová Louka).
- Am Platz beim Kaiserbad endet unser Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Karlsbad. Der Rückweg führt am linken Ufer über die Alte Wiese (Stará Louka) zurück, wo Boutiquen und Cafés die Häuserzeile säumen.
Fangen wir mit unserer Aufzählung der schönsten Sehenswürdigkeiten Karlsbads gleich dort an, wo wir unseren Rundgang begonnen haben: bei einem hübschen Bau der Wiener Architekten Fellner & Helmer.
1. Die Parkkolonnade: ein filigraner Blickfang im Grünen
Gleich zu Beginn des Sehenswürdigkeiten-Rundgangs fällt die Parkkolonnade ins Auge. Die zierliche gusseiserne Konstruktion entstand 1881 nach Plänen von Fellner & Helmer.

Einst war die Anlage größer und beherbergte eine Konzert- und Restauranthalle. Heute bildet der grüne Dvořák-Park eine schöne Kulisse.





An der Schlangenquelle (Hadí pramen) kann man das erste Mal beobachten, wie Kurgäste und Touristen ihr Heilwasser zapfen. Zugang zur Parkquelle gibt es in der benachbarten Militärbadeanstalt.
2. Die Mühlbrunnenkolonnade: Karlsbads eindrucksvolle Wandelhalle
Mit 132 Metern Länge und 124 korinthischen Säulen ist die Mühlbrunnenkolonnade ein besonders eindrucksvoller Bau. Die steinerne Kolonnade entstand ab 1881 im Stil der Neorenaissance nach Plänen von Josef Zítek, dem Architekten des Prager Nationaltheaters. Auf der Balustrade stehen zwölf allegorische Sandsteinstatuen, die für die Monate des Jahres stehen.

Die Mühlbrunnenkolonnade zählt zu den glanzvollsten Sehenswürdigkeiten Karlsbads. Beim Gang durch die lange Wandelhalle zeigt sich ihre ganze Größe: Zwischen den Säulen und unter den Uhren wird die beeindruckende Länge der Kolonnade besonders deutlich.





Was man gar nicht vermuten würde: Unter dem Dach der Kolonnade befinden sich gleich fünf Mineralquellen. Ihr Wasser lässt sich direkt in der Wandelhalle entnehmen: aus dem Mühlbrunnen, der Rusalka-Quelle, der Fürst-Wenzel-Quelle, der Libussa-Quelle und der Felsenquelle.


Am nördlichen Ende der Mühlbrunnenkolonnade wartet mit dem Pavillon der Freiheitsquelle kleiner Blickfang: ein achteckiger Holzpavillon, verziert mit kunstvollen Schnitzereien.
Drinnen sprudelt die Freiheitsquelle. 1865 hieß sie zunächst Kurquelle, später wurde sie nach Kaiser Franz Joseph benannt. Seit 1946 trägt sie den Namen Freiheitsquelle.
3. Die Marktkolonnade: verspielte Holzarchitektur mit großer Geschichte
Und schon wartet der nächste Hingucker in Karlsbad: die Marktkolonnade. Unterhalb der Mühlbrunnenkolonnade zieht der nächste Bau von Fellner & Helmer die Blicke auf sich. Errichtet wurde er 1883, Anfang des 20. Jahrhunderts kam eine Verlängerung hinzu. Zuvor standen hier nur ein schlichter Pavillon und eine kurze Wandelhalle.
Heute führt der Weg mitten durch die weiße, reich verzierte Holzfassade. Mit ihren Schnitzereien erinnert sie an ein Schweizer Chalet – und beim Durchgehen weiß man kaum, wohin man zuerst schauen soll.




Die Marktkolonnade ist Platz für drei Quellen: die Marktquelle, die Untere Schlossquelle und die Quelle Karl IV. Um die Quelle Karl IV. rankt sich die Legende von der Entdeckung Karlsbads, wovon ein Relief an der Kolonnade erzählt.
Direkt über der Marktkolonnade erhebt sich der Schlossturm. Er ist der letzte erhaltene Rest einer gotischen Burg aus der Zeit Karls IV. Wer den Weg hinauf nicht zu Fuß zurücklegen möchte, kann den Aufzug nach oben nehmen.

Etwas oberhalb und hinter der Marktkolonnade liegt die Schlosskolonnade, ein Jugendstilbau aus den Jahren 1910 bis 1912. Heute kann man nur mehr den Pavillon mit der Quelle des Oberen Schlossbrunnens betreten.
4. Karlsbads Sprudel: ein Geysir – und was für einer!
Wohl DIE Sehenswürdigkeit Karlsbads und eines seiner Wahrzeichen ist der berühmte Sprudel. Das Wasser tritt mit rund 72 bis 73,4 Grad an die Oberfläche und schießt als Geysir bis zu zwölf Meter in die Höhe.


Die Quelle bringt es auf rund 2.000 Liter pro Minute. Ein Teil des Wassers wird in der Kolonnade über fünf Trinkbrunnen in drei Temperaturstufen ausgeschenkt. Ein beeindruckendes Naturschauspiel – und eine Gelegenheit, den Sprudel auch zu kosten.


Die Geschichte der Sprudelkolonnade reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als ein barocker Sprudelsaal die Quelle umgab. 1826 folgte eine Empire-Kolonnade, bevor Fellner & Helmer 1879 einen gusseisernen Bau im Stil der Neorenaissance errichteten. Wegen Korrosionsschäden wurde dieser 1939 abgerissen; bis 1975 überbrückte ein Provisorium die Zeit, dann entstand der heutige funktionalistische Bau aus Glas und Stahlbeton.
Tipp: Bei einer Führung lässt sich auch der Untergrund der Sprudelkolonnade besichtigen. Tickets dafür gibt es in der Haupthalle der Sprudelkolonnade
5. Theater und Kirchen: Karlsbads architektonische Glanzstücke
Rund um den Marktplatz folgen schon die nächsten Karlsbader Sehenswürdigkeiten: das Stadttheater und die Kirche St. Maria Magdalena. Letztere ist schon weit vorher auf dieser Route durch Karlsbad zu sehen, da sie den markanten Abschluss einer Flussbiegung der Tepl bildet.

Das Stadttheater wurde – wieder einmal – vom Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer entworfen. Eröffnet wurde der neobarocke Bau im Jahr 1886, mit Mozarts „Figaros Hochzeit“ kam gleich ein Klassiker auf die Bühne. Im reich gestalteten Inneren finden sich Arbeiten von Gustav und Ernst Klimt. Besonders sehenswert ist der handgemalte Bühnenvorhang.


Die Kirche St. Maria Magdalena ist ein Schmuckstück des Hochbarocks. Sie entstand 1736 nach Plänen des Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer, dessen barocke Baukunst ich auch an weiteren Orten im böhmischen Bäderdreieck aufgefunden habe.
Ein weiterer Blickfang steht im eleganten Villenviertel Westend: die russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul mit ihren fünf Kuppeln. Der byzantinisierende Bau entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Gustav Wiedermann; sein Grundriss folgt einem griechischen Kreuz.
Das Programm des Karlsbader Stadttheater kann man hier einsehen. Die russisch-orthodoxe Kirche ist vom Kurzentrum aus in einem knapp einen Kilometer langen Spaziergang erreichbar.
6. Das Kaiserbad: vom mondänen Kurhaus zum Kulturdenkmal
Von einer beeindruckenden Sehenswürdigkeit zur nächsten geht es gleich weiter, nun am rechten Ufer der Tepl auf der sogenannten Neuen Wiese (Nová Louka) bis hin zum Kaiserbad.

Wieder waren es Fellner & Helmer, die den im Jahr 1895 eröffneten Bau im Stil der französischen Neorenaissance entwarfen. Das Kaiserbad, ab 1918 auch Bad I genannt, gehörte damals zu den modernsten Kurhäusern der österreichisch-ungarischen Monarchie.
So pompös die Fassade wirkt, im Inneren verband das Kaiserbad repräsentative Architektur mit modernster Kureinrichtung: Zu den Besonderheiten gehörten Moorbäder, eine elektrifizierte Dampfheizung und Aufzüge zur Ausstattung. Die prunkvollen Räume erinnern trotzdem fast an ein Theater
Die kaiserliche Badezelle erzählt von der luxuriösen Seite des Karlsbader Kurlebens. Das sogenannte Kaiserappartement wurde eigens für Franz Joseph I. eingerichtet – gebadet hat der Kaiser bei seinen Besuchen in Karlsbad darin allerdings nie. Die prunkvolle Ausstattung aus dem Jahr 1895 ist fast vollständig erhalten und vermittelt bis heute einen Eindruck vom Luxus jener Zeit.




Das Kaiserbad diente bis ins Jahr 1980 als Kurhaus, danach wurde es als Kasino genutzt, bevor es verfiel. 2010 erhielt es den Status eines nationalen Kulturdenkmals. Heute ist es die Heimat des Karlsbader Symphonieorchesters, das im Sommer auch seine Kolonnadenkonzerte im Freien spielt.
Rund um das Kaiserbad geht es meist etwas ruhiger zu, was einen weiteren Grund ergibt, den Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Karlsbad bis hierher anzulegen. Doch schon kurz darauf wartet beim Rückweg bereits wieder geschäftiges Treiben: am Grandhotel Pupp vorbei und auf der Flaniermeile am linken Ufer der Tepl, an der sich Geschäfte und Cafés aneinanderreihen.
Wer einen Blick in die kaiserliche Badezelle und weitere Räume des Hauses, darunter den Zandersaal mit seinen Wandgemälden, kunstvollen Schnitzarbeiten und feinen Holzverkleidungen werfen möchte, kann hier eine Führung buchen.
7. Das Grandhotel Pupp: einst Treffpunkt der großen Welt – und auch heute kein Geheimtipp in Karlsbad
In Karlsbad führt kaum ein Weg am Grandhotel Pupp vorbei. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1701 zurück, als der Sächsische Saal des Hauses zum beliebten Treffpunkt wurde.

Aus den Anfängen wuchs nach und nach der heutige Gebäudekomplex. 1894 verliehen Fellner & Helmer dem neobarocken Haupthaus neuen Glanz.


Im Grandhotel gaben sich einst berühmte Gäste die Klinke in die Hand: Beethoven, Wagner, Bach und Kafka ebenso wie Kaiser Franz Joseph I., Peter der Große und König Edward VII. Heutzutage sind es Größen wie Robert De Niro und Johnny Depp, die im Rahmen des Internationalen Filmfestivals nach Karlsbad bzw. ins Grandhotel Pupp kommen. Auch auf der Kinoleinwand hatte das Pupp bereits seinen Auftritt – Teile von „Casino Royale“ wurden hier gedreht.
Zum Besuch passt eine Kaffeepause im traditionsreichen Café, am besten mit einem Stück der berühmten Pupp-Torte. Für einen Drink geht es hinunter in die Becher’s Bar, deren Einrichtung an einen englischen Club erinnert.

Doch Karlsbads Geschichte endet nicht beim Grandhotel. Ein Spaziergang entlang der Flaniermeile am linken Ufer der Tepl führt schon bald zu weiteren Sehenswürdigkeiten – und auch sie haben einiges zu erzählen.
8. Weitere Häuser mit Geschichte(n): Kaffeehäuser, Hotels und ihre berühmten Gäste
Karlsbad ist nicht nur für seine Kolonnaden und Heilquellen bekannt. Beim Spaziergang durch die Stadt begegnet man neben den prächtigen Grandhotels auch anderen Häusern mit interessanter Geschichte.

Unbedingt also den Blick zu den vielen Fassaden – und durchaus einmal nach oben – schweifen lassen.
Zum goldenen Elefanten: ein Kaffeehaus für die große Gesellschaft
Am linken Ufer der Tepl wartet ein weiteres Karlsbader Wahrzeichen bzw. eine beliebte Sehenswürdigkeit: das Haus „Zum goldenen Elefanten“. An der Fassade fällt sofort der goldene Elefant ins Auge, der dem ältesten durchgehend betriebenen Café der Stadt den Namen gab. Ein Kaffeehaus gibt es an diesem Platz schon seit 1715; das heutige Gebäude entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Jugendstil.

Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert war das Café ein beliebter Treffpunkt der Stadt – für Literaten und Künstler ebenso wie für Adel und prominente Gäste. Und wieder kehrten auch hier der österreichische Kaiser, Goethe und Beethoven ein.
Noch heute lässt sich im Cafe Elefant Karlsbader Kaffeehausgeschichte genießen – am besten bei einer Tasse Kaffee und einem Stück der geschichtsträchtigen Elefant-Torte.
Drei Mohren und drei rote Rosen: Goethe in Karlsbad
Im wieder Goethe: Seine Spuren führen zu weiteren Karlsbader Sehenswürdigkeiten, unter anderem zum Haus „Zu den drei Mohren“, in welchem er bei neun seiner 13 Besuche wohnte; über dem Eingang erinnert heute eine Inschrift an den Dichter.



Auch das heutige Hotel Mozart ist mit Goethe verbunden: Als er 1786 dort logierte, war das Haus noch unter dem Namen „Drei Rote Rosen“ bekannt. Der Name Mozart verweist übrigens nicht auf den berühmten Komponisten, sondern dessen Sohn, der einst in Karlsbad wohnte.
Mode und Geld: Karlsbads Jugendstil mit Geschichte
Gegenüber der Marktkolonnade ist das Felix-Zawojski-Haus mit seiner Jugendstilfassade ein echter Hingucker. Schneidermeister Felix Zawojski ließ es 1900 nach Plänen des Wiener Architekten Karl Haybäck errichten und eröffnete darin einen weithin bekannten Modesalon. Zu seinen Kunden zählten König Eduard VII. und der persische Schah. 1910 erhielt das Haus den ersten Aufzug in einem Karlsbader Bürgerhaus; heute beherbergt es ein Luxushotel.


Nahe der Sprudelkolonnade liegt die ehemalige Stadtsparkasse, entworfen von Otto Stainl und im Jahr 1906 fertiggestellt. Im Inneren staunt man über das restaurierte Haupttreppenhaus und einen erhaltenen historischer Tresor. Seit der Restaurierung dient das Palác Sparkasse als Kultur- und Veranstaltungsort, unter anderem für Konzerte und das Internationale Filmfestival.
Gämse und Katze: Karlsbads tierische Seitenhiebe
Wer beim Flanieren an der Alten Wiese nach oben blickt, entdeckt hoch über den Dächern einen Holzpavillon: die Mayer-Gloriette am Hirschensprung, die ihren Namen der Legende der Stadtgründung verdankt: Kaiser Karl IV. soll hier bei einer Jagd einen Hirsch in die Tiefe springen gesehen haben und dabei die erste heiße Quelle entdeckt haben.

Warum man heute eine Gämse statt eines Hirschen auf dem Felsen findet? Das verdankt die Stadt Baron August von Lützow, der eine Gämse für passender hielt und daher eine solche Statue aufstellen ließ.

Der eigenwillige Baron ließ auch die Villa Lützow errichten. Im nahe gelegenen Jean-de-Carro-Park ließ er eine Katze aufstellen – als spöttische Spitze gegen die Stadtverwaltung. Zunächst blickte sie in Richtung Stadtzentrum, später wurde sie so gedreht, dass sie dem Rathaus demonstrativ den Rücken zuwandte.
Zur Katzenskulptur im Park kann man hinaufspazieren, ebenso zum Hirschensprung, den man über einen Waldweg vom Sprudel aus erreicht. Alternativ nimmt man die Standseilbahn hinter dem Grandhotel Pupp.
9. Einkehren in Karlsbad: meine Tipps für drei kleine Genussmomente
Karlsbad schmeckt nach mehr als Heilwasser: Zwischen den Kolonnaden warten ofenwarme Oblaten, Kaffeehausgeschichte und ein berühmter Kräuterlikör.
Eine Kurwaffel: das muss in Karlsbad einfach sein
Ob Kurwaffel oder Oblate (so auch der tschechische Name) – die Karlsbader Spezialität gehört seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Stadt wie die Kolonnaden.

Stände mit Waffeln, die frisch von der Heizplatte kommen, findet man entlang der Promenade, etwa bei der Mühlbrunnen- und der Marktkolonnade. Aber auch als Souvenir sind die Oblaten heiß begehrt.
Der Klassiker zum Einkehren: und ein Geheimtipp
Vom Café Elefant war schon im vorigen Abschnitt die Rede – die berühmte Elefant-Torte muss man in Karlsbad einfach probieren. Im Kurzentrum gibt es natürlich viele weitere Cafés und Restaurants.




Wer allerdings eine gemütliche Einkehr abseits des Trubels sucht, dem kann ich das La Hospoda empfehlen: böhmische Küche, gutes Bier – Herz, was willst du mehr?
Das La Hospoda befindet sich unweit der Stelle, wo die Tepl in die Eger mündet. Mehr Infos hier.
Becherovka: Karlsbads augenzwinkernde 13. Quelle
Becherovka gilt als Karlsbads „13. Quelle“ – eine Anspielung auf die traditionelle Trinkkur. Die Dorotka zählt zwar offiziell als 13. Mineralquelle, eignet sich aber nicht zum Trinken.

Der Kräuterlikör hingegen ist seit 1807 in Karlsbad beliebt und wird nach einem bis heute geheimen Rezept aus rund 20 Kräutern und Gewürzen hergestellt.
Im Jan-Becher-Museum taucht man in die Geschichte des Kräuterlikörs ein (natürlich samt Verkostung), und zwar in der historischen Fabrik, in der Becherovka von 1867 bis 2010 hergestellt wurde.
10. Sehenswürdigkeiten in Karlsbad Umgebung: beliebte Ausflugsziele rundherum
Hinter dem Kaiserbad, dem südlichsten Punkt unseres Sehenswürdigkeiten-Rundgangs durch Karlsbad (siehe Bild), kann man ein Stück weiter in Richtung Posthof, einem beliebten Ausflugsziel der Karlsbader Kurgäste, spazieren. Auch der Aussichtsturm Diana ist einen Abstecher wert und bietet wohl die beste Aussicht über die Stadt.

Wer noch mehr Zeit mitbringt, folgt von Karlsbad der Eger nach Westen. Nach rund zehn Kilometern erreicht man die Hans-Heiling-Felsen, die einer engen Flussschleife mit ihren bizarren Felstürmen eindrucksvoll aus der Landschaft ragen.






Auch die Burg Elbogen ist ein Klassiker für einen schönen Nachmittagsausflug. Beide Ziele habe ich auf meiner Radtour erkundet, die mich von Eger (Cheb) nach Karlsbad führte. Meine Tipps für die Route (samt lohnenswertem Abstecher) und die schönsten Stopps am Weg habe ich in einem eigenen Artikel verfasst
Zum Aussichstturm Diana kann man auch die Standseilbahn hinter dem Grandhotel Pupp nehmen.
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66 Kilometer am unberührten Fluss: meine Tour am Eger Radweg zwischen Eger und Karlsbad
11. Weitere schöne Orte im Bäderdreieck: Marienbad, Franzensbad & Co
Karlsbad ist nicht allein Teil des UNESCO-Welterbes: Auch Marienbad und Franzensbad gehören dazu. Bei meinem Besuch habe ich die beiden Kurorte ebenfalls erkundet – und außerdem Eger, das viele gar nicht auf dem Schirm haben.

Dabei steckt gerade das Umland der Stadt, das historische Egerland, voller Überraschungen, nicht nur aus längst vergangenen Zeiten, sondern auch aus der jüngeren Grenzgeschichte des 20. Jahrhunderts. Ein Tipp für alle, die das böhmische Bäderdreieck und seine Umgebung näher kennenlernen möchten.
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Die Region so richtig kennenlernen: Sehenswürdigkeiten im böhmischen Bäderdreieck
Herzlichen Dank an die Region Karlsbad für die Einladung zu diesem schönen Aufenthalt im tschechischen Bäderdreieck! (Werbung)
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