Auszeit am WILDEN KAISER: so geht Sommerurlaub in den Bergen!
Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser: Schauplätze, an denen die Realität den Film überholt. (Werbung)
Urlaub am Wilden Kaiser ist angesagt – was wird man hier wohl unternehmen? Nun, das ist eindeutig: Bergdoktor schauen und wandern! Denn inmitten der atemberaubenden Bergkulisse des Wilden Kaisers gibt es jede Menge Möglichkeiten, den Sommer aktiv und gleichzeitig entspannt zu genießen.
Aber eben nicht nur das: Rund um den Wilden Kaiser warten viele wunderschöne Plätze und Ausflugsziele darauf, entdeckt zu werden. Ein Sommerurlaub am Wilden Kaiser bedeutet Naturgenuss pur: von beeindruckenden Bergpanoramen über gemütliche Dörfer bis hin zu zahlreichen Aktivitäten in der freien Natur.
Was es rund um die vier Kaiserorte zu erleben gibt und welche Ausflüge sich besonders auszahlen? Hier kommen meine persönlichen Tipps.
2. Die Bergdoktor-Drehorte: natürlich DIE Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser
3. Weitere schöne Orte am Wilden Kaiser: Tipps für ein paar besondere Spots
4. Der Stanglwirt: nicht nur am Wilden Kaiser eine Sehenswürdigkeit für sich
5. Tipps für Sommeraktivitäten: Radeln und Wandern rund um den „Koasa“
6. Vom Handwerkskunstmarkt bis zum Kaiserschmarren-Fest: Veranstaltungs-Tipps
Meine Tipps für den Wilden Kaiser: Anreise und Mobilität vor Ort, Unterkunftstipp
Ein Urlaubsparadies wie aus dem Bilderbuch: das ist der Wilde Kaiser
Man hat so seine Bilder im Kopf, bevor man in die Ferienregion Wilder Kaiser fährt. Klar, den Bergdoktor hat wohl jeder schon einmal im Fernsehen angeschaut. Und dass hier, in einem Urlauberparadies in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland, sicherlich einiges los sein wird, damit rechnet man dann auch.

Aber die Vorstellungen werden vor Ort sogar noch übertroffen. Zumindest mir ging es bei meinem Besuch am Wilden Kaiser so. Denn statt eines Urlauber-Hotspots, vollgestellt mit Bettenburgen, ging es dann doch viel ruhiger und ursprünglicher zu als gedacht. Den Stanglwirt einmal ausgenommen.
Das fängt schon bei den traditionellen Häusern an – ein Stück Tirol aus dem Bilderbuch. Holzchalets mit geschnitzten Balkonen, üppiger Blumenschmuck, der davon in ganzen Trauben herunterhängt, Geranien in Rot und Weiß, Petunien in Rosa und Lila. Dazu alte Bauernhäuser, bei denen der Stall noch auf derselben Ebene liegt. Und natürlich die schönen Gotteshäuser mit ihren markanten Kirchtürmen.





Zudem ist die Region ein Eldorado für Wanderer. Und das zieht, zusätzlich zur Bergdoktor-Serie, auch das entsprechende Publikum an. Kein Wunder bei diesem Panorama. Das Tal – eigentlich das Sölllandl – wird vom Massiv des Wilden Kaisers beherrscht, an dessen Hang sich die vier Orte der Region Wilder Kaiser aneinanderreihen – auf der Sonnseitn, versteht sich.

Auf den Wilden Kaiser führen keine Lifte hinauf. Aber selbst die, die lieber mit der Gondel hinauffahren, sind richtig in dieser Urlaubsregion: Einfach eine der Bergbahnen auf der gegenüberliegenden Seite nehmen und von dort auf die gezackten Gipfel des Wilden Kaisers hinüberschauen.
Platz ist hier für alle: Die Urlaubsregion Wilder Kaiser ist viel größer, als man zunächst denken mag, zählt doch das Bergmassiv insgesamt über 40 Gipfel. Die Ellmauer Halt mit ihrem gigantischen Karfeld und 2.344 Metern Höhe ist zwar der höchste davon, aber eben nur einer. Alles in allem zieht sich die stark zerklüftete Gebirgskette ganze 20 Kilometer von West nach Ost.

Dass das ein Anziehungspunkt ist, ist verständlich. Und das Schöne dabei: Man hat den „Koasa“ während des Urlaubs wirklich von überall im Blick. Genau das macht ihn auch besonders. Spannend dabei ist, dass sich der massive Bergstock, der sich so unvermittelt aus der Ebene erhebt, von jedem der vier Orte aus anders zeigt. Am besten einmal von Söll nach Going mit dem Bus fahren – man glaubt fast, der Wilde Kaiser würde sich verschieben. Das große Karfeld in der Mitte ist anfangs noch verborgen und zeigt seine ganze Größe erst etwa in der Mitte der Strecke. Und auch die vielen kleinen Zacken im Osten fallen am besten auf, wenn man sie von Scheffau aus betrachtet: Dann erscheinen sie fast frontal, während sie von Going aus nur eine von vielen abgeben. Das gleiche auch beim Perspektivenwechsel von oben nach unten: Das Kleine Törl, das bei der Wanderung noch so groß erschienen ist, muss man im Tal wieder richtig suchen.




Woher der Wilde Kaiser den Namen hat? Nun, da gäbe es die eine Legende, dass Kaiser Karl V. bei einer Durchreise auf der alten Straße in Ellmau rastete und sich dort in eine Bauernmagd verliebte. Dabei wurde er von der Kaiserin in flagranti erwischt und zur Strafe als versteinertes Bergmassiv nach oben verbannt. Woraufhin er festlegte, dass dieses Gebirge für immer „kaiserlich“ bleiben solle. Die andere besagt, dass selbiger bei einer Rast den Ausspruch getätigt habe: „Lange, wenn ich es nicht mehr bin, wirst du noch Kaiser sein!“
Am ehesten verdankt er seinen Namen wohl der Tatsache, dass der Berg in früheren Zeiten mit seinem schroffen Anblick als wild angesehen wurde. Nun, wild ging es bei meinem Urlaub am Wilden Kaiser nicht zu. Ich durfte sanfte Almwanderungen genießen, die dafür umso genussreicher waren. Schöne Orte und Sehenswürdigkeiten gibt es am Wilden Kaiser außerdem jede Menge. Fangen wir doch gleich mit den vier Orten am Wilden Kaiser an.
1. Die 4 Kaiserorte auf einen Blick: Ellmau, Going, Scheffau und Söll
Sie geben dem Wilden Kaiser ein Gesicht und machen die Vielfalt und den Zauber der Region mit ihrem ganz eigenen Charakter erlebbar: die vier Kaiserorte Ellmau, Going, Scheffau und Söll.
Ellmau: Bergdoktor, Barockkirche und der Blick auf die Ellmauer Halt
Ellmau ist so etwas wie das Herz der Region – und gleichzeitig jener Ort, den man wohl am ehesten mit dem Wilden Kaiser verbindet. Denn hier liegt nicht nur eines der klassischen Postkartenmotive der Region: der Blick auf die großen Karfelder am Wilden Kaiser. Auch der Ort selbst ist ein echtes Fotomotiv.




Ellmau ist gilt schließlich als Filmdorf der Region. Hier befindet sich die berühmte Bergdoktor-Praxis, die Fans der Serie natürlich längst kennen. Aber auch wer mit dem Bergdoktor wenig anfangen kann, findet in Ellmau schöne Plätze und Motive wie zum Beispiel die barocke Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert.
Besonders hübsch ist der Blick auf Ellmau von oben, ein Postkartenmotiv, das sich mit dem Blick auf die Marienkapelle (siehe Punkt 3) durchaus matcht.

Wer den Wilden Kaiser einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, nimmt von Ellmau die Bergbahn hinauf auf den Hartkaiser. Oben wartet mit Ellmi’s Zauberwelt ein Erlebnisberg, der vor allem für Familien und Kinder einiges zu bieten hat. Baumwipfelpfad, Erlebnisstationen und natürlich jede Menge Bergpanorama – langweilig wird es hier jedenfalls nicht so schnell.
Mehr zur Bergbahn und zum Angebot auf dem Hartkaiser hier.
Going: Traditionen und richtig schöne Dorfidylle
Going hat einen besonders netten Ortskern rund um den Kirchplatz. Hier steht das barocke Kirchlein, daneben der Musikpavillon, in dem im Sommer regelmäßig Konzerte stattfinden. Und auch sonst wird in Going Tradition noch ziemlich großgeschrieben: Im Sommer gibt es etwa einen Handwerkskunstmarkt, bei dem altes Handwerk und regionale Bräuche im Mittelpunkt stehen (siehe dazu auch Punkt 6).






Neben dem hübschen Ortskern ist Going vor allem eines: ein idyllisches Dorf. Gerade in den ruhigeren Ortsteilen findet man noch jede Menge Ruhe und ländliche Atmosphäre – wenn nicht gerade beim Hahnenkammrennen die Promis beim Stanglwirt einkehren.

Wer dann doch etwas mehr Action möchte, nimmt die Bergbahn hinauf auf den Astberg. Oben wartet unter anderem die Pony Alm – und natürlich wieder dieser Blick auf den Wilden Kaiser, der auch in Going für die eine oder andere Staunen sorgt.
Mehr zur Bergbahn und zum Angebot auf dem Astberg hier.
Scheffau: Wanderparadies am Fuß des Wilden Kaisers
Scheffau liegt, anders als Ellmau, Going und Söll, direkt auf der Kaiserseitn, also am Fuß des Wilden Kaisers. Hier hat man das gewaltige Bergmassiv besonders nah vor Augen. Zahlreiche Wander- und Bergtouren führen direkt in die Wanderregion – kein Wunder also, dass Scheffau auch als Bergsteigerdorf bekannt ist.




Ein besonderes Naturerlebnis wartet ein Stück oberhalb des Ortes: der Hintersteiner See (mehr dazu unter Punkt 3). Der idyllisch gelegene Bergsee zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region und darf sich durchaus mit den schönsten Seen Tirols messen.

Wer mit Kindern unterwegs ist oder nicht gleich eine große Bergtour starten möchte, kann mit der Bergbahn auf den Gegenhang hinauffahren. Auf dem Brandstadl wartet die KaiserWelt Scheffau, ein Erlebnispark, der vor allem für Familien einiges zu bieten hat. Und natürlich gibt es auch von dort wieder den entscheidenden Grund, warum man überhaupt herkommt: den Blick auf den Wilden Kaiser.
Mehr zur Bergbahn und zum Angebot auf dem Brandstadl hier.
Söll: Bauerndorf, Bauerndom und Hohe Salve
Söll wirkt ein bisschen wie ein großes Almdorf. Rund um den Ort gibt es noch viele Bauernhöfe, und die Almwirtschaft gehört ganz selbstverständlich zum Alltag. Besonders bekannt ist Söll für den traditionellen Almabtrieb, wenn im Herbst das Vieh festlich geschmückt von den Almen zurück ins Tal gebracht wird.




Mitten im Ort steht die Pfarrkirche, ein stattlicher Bau aus dem 18. Jahrhundert. Sie stammt aus der Spätbarockzeit und ist mit ihren reichhaltigen Rokoko-Elementen durchaus sehenswert. Wegen ihrer Größe wird sie auch gerne als „Söllandler Bauerndom“ bezeichnet.

Und dann wäre da natürlich noch die Hohe Salve. Der freistehende Gipfel gilt als einer der schönsten Aussichtsberge Tirols. Mit den Bergbahnen geht es bequem hinauf, unter anderem zum Hexenwasser, wo vor allem Familien bei Barfußweg und Wasserspielen auf ihre Kosten kommen.
Mehr zur Bergbahn und zum Angebot auf der Hohen Salve hier.
2. Die Bergdoktor-Drehorte: natürlich DIE Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser
Die Bergdoktor-Drehorte am Wilden Kaiser sind längst mehr als nur ein Ziel für eingefleischte Serienfans. Ob Bergdoktor-Praxis in Ellmau, Dorfplatz und Film-Gasthof in Going, der abgelegene Gruberhof in Söll oder der malerische Hintersteiner See bei Scheffau – jeder Schauplatz hat seinen ganz eigenen Reiz. Und selbst wer keine einzige Folge gesehen hat, wird schnell verstehen, warum diese Orte als Sehenswürdigkeiten am Wilder Kaiser so beliebt sind: Die Kulissen sind echt und die Landschaft beeindruckend.
Besonders schön lassen sich die Bergdoktor-Schauplätze mit dem Fahrrad erkunden. Dabei verbindet man die Drehorte gleich mit weiteren schönen Orten rund um den Wilden Kaiser.
Mehr zu den Film-Schauplätzen
Einmal alle „abgeradelt“: meine Tipps für die Besichtigung der Bergdoktor-Drehorte am Wilden Kaiser
3. Weitere schöne Orte am Wilden Kaiser: Tipps für ein paar besondere Spots
Abseits der bekannten Wege zeigt der Wilde Kaiser seine ganz besonderen Seiten: idyllische Plätze, kleine Lieblingsorte und echte Geheimtipps, die darauf warten, entdeckt zu werden.
Die Marienkapelle: mein Lieblingsspot am Wilden Kaiser
Einer der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Region ist die Maria-Heimsuchungskapelle aus dem Jahr 1719. Sie liegt leicht erhöht über Ellmau, was einen sagenhaften Blick hinunter auf Ellmau ergibt – mit der Pfarrkirche im Tal, dahinter der gewaltigen Wand des Wilden Kaisers ein echtes Postkartenmotiv.

Steigt man ein paar Schritte nach oben, hat man die Kapelle selbst mit im Bild. Mit ihrer hübschen Zwiebelhaube passt sie perfekt in die Landschaft, dass man sich fast nicht entscheiden kann, welcher Anblick schöner ist: der Blick hinunter auf Ellmau oder die kleine Kapelle vor der mächtigen Bergkulisse.
Beides ist definitiv ein Postkartenmotiv. Und für mich ganz klar: einer der schönsten, vielleicht sogar der schönste Ort am Wilden Kaiser.


Auch der Weg hinauf hat seinen Charme. Mit etwas Glück grasen Schafe auf der Wiese – und wer genau hinschaut, trifft vielleicht sogar auf Rosa. Das ist der Esel, der hier ebenfalls zu Hause ist.
Die Marienkapelle ist vom Ellmauer Ortszentrum über den Kapellenweg erreichbar.
Hintersteiner See: Naturjuwel mit Bergdoktor-Kulisse
Auch der Hintersteiner See ist ein Drehort für den Bergdoktor. Aber eigentlich hat er das gar nicht nötig, denn auch ohne Filmkulisse ist er ein echtes Naturjuwel.

Der Hintersteiner See zählt zu den saubersten Naturbadeseen Tirols. Dass der See etwas Besonderes ist, weiß man spätestens seit dem Jahr 2018, als er bei der TV-Sendung „9 Plätze, 9 Schätze“ zum schönsten Platz Tirols – und generell zum zweitschönsten Platz Österreichs gewählt wurde.


Von Scheffau geht es hinauf auf 883 Meter, wo der rund 56 Hektar große Gebirgssee liegt. Dahinter erhebt sich die imposante Kulisse des Wilden Kaisers. Der Klassiker für einen Besuch: einmal rund um den See spazieren und anschließend – je nachdem, auf welcher Seite man unterwegs ist – gemütlich einkehren. Oder noch entspannter: sich für einen Nachmittag ins Strandbad begeben.
Wer lieber etwas länger unterwegs ist, kann den Rundweg auch mit einer Wanderung zur Walleralm samt Hütteneinkehr verbinden. Wie genau die Tour aussieht, habe ich in meinem Artikel zu den Wanderungen am Wilden Kaiser beschrieben.
Zum Hintersteiner See am besten den Wanderbus von Scheffau nehmen; er ist aber auch mit dem Auto erreichbar (Parkplätze vor Ort). Infos zum Strandbad hier.
Der Astbergsee, oder auch: „Spiegel des Kaisers“
Der Astbergsee wird nicht umsonst „Spiegel des Kaisers“ genannt. Eigentlich ist der See nur ein Speichersee am Goinger Astberg auf rund 1.200 Metern Höhe, von dem aus der Blick auf den Wilden Kaiser sehr beeindruckend ist.

Wenn sich die gezackten Gipfel dann noch im Wasser spiegeln, wird aus dem schönen Bergblick ein ziemlich spektakuläres Motiv.
Auf den Astberg führt ein Sessellift hinauf. Tipp: Auf der Etappe der „Kaiserblüte“-Sternwanderung kommt man daran vorbei; siehe dazu meine Tipps zu schönen Wanderungen am Wilden Kaiser.
Der Schleierwasserfall: zarter Vorhang vor schroffem Hintergrund
Je weiter man von Going bergauf kommt, desto wilder und felsiger wird die Landschaft. Auf rund 1.176 Metern wird es dann besonders eindrucksvoll: Zwischen den mächtigen Felswänden wartet der Schleierwasserfall – bei meinem Besuch allerdings eher in seiner zarten Variante, mit nur wenigen Tröpfchen, die über die Felsen hinunterperlten.



Seinen Namen trägt er trotzdem völlig zu Recht: Über 60 Meter fällt das Wasser hier über die Felswand in die Tiefe und ergießt sich schließlich in den Rettenbach. Wenn mehr Wasser fließt, wirkt es tatsächlich wie ein zarter Schleier, der vor den überhängenden Felsen herabfällt.
Die mächtigen Felswände rund um den Wasserfall sind nicht nur beeindruckend anzusehen, sondern machen die Stelle auch zu einem beliebten Kletterspot. In den Höhlen der überhängenden Wände fühlen sich auch die Ziegen wohl, die sich hier offenbar gerne einmal eine Pause gönnen.

Dazu das Sprühen und Nebeln des Wassers, die überhängenden Felsen direkt über einem und dahinter die gezackten Gipfel – kein Wunder, dass der Schleierwasserfall auch als Kraftplatz gilt. Ein Ort, an dem man gerne ein bisschen länger stehen bleibt.
Auch am Schleierwasserfall kommt man auf der Kaiserblüte vorbei. Die Etappe „Moor“ habe ich ebenfalls bei meinen Wandertipps zum Wilden Kaiser beschrieben.
Der Badesee in Going: Abkühlung mit Kaiserblick
Wer im Sommer am Wilden Kaiser unterwegs ist und zwischendurch eine Abkühlung braucht, ist am Badesee Going richtig. Er zählt zu den schönsten Naturbadeseen Tirols und wird mit frischem Wasser aus den umliegenden Gebirgsbächen gespeist.

Aber nicht nur zum Schwimmen und Abkühlen ist der See schön. Ein Abenteuerplatz samt Piratenschiff sorgt dafür, dass bei Kindern nach dem Baden keine Langeweile aufkommt.
Mehr Infos zum Goinger Badesee hier. In Ellmau lockt zusätzlich das Kaiserbad mit Schwimmteich und Rutschenpark, mehr Infos hier.
Die Stampfangerkapelle: klein, fein und schön gelegen
Die kleine Kapelle mit ihrer hübschen roten Zwiebelhaube klaubt man ganz nebenbei auf, wenn man zu einem der Bergdoktor-Drehorte unterwegs ist. Sie liegt am Weg hinauf zum Gruberhof in Söll und ist wirklich hübsch platziert. Ihre Lage auf einem Felsen, an dem der Stampfangerbach vorbeifließt, macht sie schon allein zu einem netten Zwischenstopp.



Die Kapelle – übrigens ein kleiner Wallfahrtsort – ist keine große Sehenswürdigkeit am Wilden Kaiser, die man unbedingt abhaken muss, sondern eher einer dieser besonderen Plätze, über die man unterwegs zufällig stolpert – und über die man sich dann umso mehr freut.
Von der Talstation der Bergbahnen Söll dem Stampfangerbach entlang in wenigen Gehminuten erreichbar.
Der Tanzbodensee: Bergpanorama in alle Richtungen
Ähnlich beeindruckend wie der Astbergsee zeigt sich der Tanzbodensee am Hartkaiser – nur steht hier nicht nur nicht der Wilde Kaiser im Mittelpunkt. Stattdessen öffnet sich der Blick auf die Kitzbüheler Alpen und weiter hinaus zu den großen Gipfeln der Hohen Tauern.

Besonders ins Auge fällt der Große Rettenstein, der wie ein Solitär aus der Berglandschaft herausragt. Und dahinter wird es noch größer: Bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den vergletscherten Riesen der Hohen Tauern, zur Venediger- und Glocknergruppe.
Auch zum Tanzbodensee kommt man mit der Bergbahn hinauf (ein paar Schritte sind allerdings zu absolvieren); auch dieser lag bei einer meiner Wanderungen am Wilden Kaiser am Weg.
4. Der Stanglwirt: nicht nur am Wilden Kaiser eine Sehenswürdigkeit für sich
Kein Urlaub am Wilden Kaiser, ohne dem Stanglwirt einen Besuch abgestattet zu haben. Wer als gelernter Österreicher jedes Jahr das Remmidemmi rund um das Kitzbühel-Wochenende mit den legendären Hahnenkamm-Rennen verfolgt, kennt die „Tenne“ des Stanglwirts von der „legendären“ Weißwurstparty. Dazu muss man nicht einmal genau wissen, wo er sich befindet.

Denn nein, der Stanglwirt liegt nicht in Kitzbühel, wie man vielleicht vermuten könnte. Tatsächlich gehört das berühmte Resort zur Region Wilder Kaiser und liegt am östlichen Ortsrand von Going – und damit nur einen Katzensprung von Kitzbühel entfernt.
Wie vor über 400 Jahren (den Betrieb gibt es bereits seit 1609) ist auch heute noch die Landwirtschaft ein wichtiger Teil des Stanglwirts. Die wird beim Stanglwirt übrigens nicht versteckt, sondern ziemlich selbstbewusst mitten am Hof präsentiert – in Form eines Misthaufens, der, damit auch wirklich jeder weiß, worum es sich handelt, sogar entsprechend angeschrieben ist.

Die Familie Hauser hat den Hof 1744 übernommen und rundherum eine Luxus-Herberge errichtet. Eine, in der sich auch jede Menge Prominenz wohlfühlt. Angeblich gerade deshalb, weil die Stars hier nicht wie Stars behandelt werden. Ziemlich einmalig in Österreich.
Dass das Publikum beim Stanglwirt ein anderes ist als in den übrigen Aparthotels und Frühstückspensionen der Region, versteht sich von selbst. Einmal durchgehen sollte man trotzdem. Denn hier knarzt es noch auf den Holztreppen, wenn man sich den Weg hinüber zur Kuhstall-Stube macht, wo das Abendessen gemeinsam mit den Wiederkäuern eingenommen wird. Klingt kuhl? Ist es auch. Im wahrsten Sinne des Wortes.


Auf dem Weg dorthin kommt man übrigens an den zahlreichen Promi-Bildern vorbei, die ganze Wände in Beschlag nehmen.

Und wie es sich für einen so präsenten Betrieb am Wilden Kaiser gehört, gibt es auch eine eigene Alm: die Stangl Alm. An der bin ich bei einer meiner Wanderungen am Wilden Kaiser ebenfalls vorbeigekommen.

Und dann wäre da noch etwas, das man nicht alle Tage in Österreich zu sehen bekommt: Lipizzaner.
Schon gewusst? Lipizzaner beim Stanglwirt
Eine gute Gelegenheit, sich den Stanglwirt einmal aus der Nähe anzusehen, bietet die Lipizzaner-Gestütsführung. Denn was viele gar nicht wissen: Zum Stanglwirt gehören nicht nur Kühe, Alm und Luxus-Hotel, sondern auch eine eigene Lipizzanerzucht.

Damit begonnen hat alles in den 1980er-Jahren – zunächst mit einer einzigen Stute. 1986 kam dann der erste Hengst dazu. Und auch seine Geschichte ist eine besondere: Im Rahmen der Aktion „Licht ins Dunkel“ wurde er von Balthasar Hauser ersteigert, nachdem der ursprüngliche Bestbieter sein Angebot zurückgezogen hatte. Aus den ersten beiden Pferden ist mittlerweile eine ganze Herde reinrassiger Lipizzaner geworden. Der Stanglwirt beherbergt heute die erste private Lipizzanerzucht des Landes.



Wer also ohnehin einmal wissen möchte, was hinter den Kulissen des berühmten Stanglwirts so passiert, bekommt bei der Gestütsführung gleich noch eine ziemlich ungewöhnliche Seite des Hauses zu sehen.
Die Lipizzaner-Gestütsführung beim Stanglwirt kann man hier buchen. Dabei erfährt man nicht nur viel über die beeindruckenden Pferde, sondern auch über die Geschichte der Lipizzanerzucht, die ihren Ursprung im Bundesgestüt Piber hat. Tipp: Einmal anschauen und gleich mit einem Wochenende in der sogenannten Lipizzanerheimat in der Weststeiermark verbinden.
5. Tipps für Sommeraktivitäten: Radeln und Wandern rund um den „Koasa“
Klar: Nach Scheffau, Going, Söll und Ellmau kommt man nicht nur, um sich die Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser anzusehen. Die man übrigens auch ganz gut erradeln kann, wie ich bei meiner Radtour zu den Bergdoktor-Drehorten festgestellt habe.
Denn eines muss hier schon festgestellt werden: Der Wilde Kaiser ist vor allem ein herrliches Wandergebiet. Gut eingeführt und bestens bekannt ist die „Kaiserkrone“, bei der man in mehreren Tagesetappen rund um den Bergstock wandert.

Für Genusswanderer, die zwischendurch auch gerne das Abendprogramm im Tal mitnehmen möchten, gibt es mittlerweile eine weitere Möglichkeit für eine Mehrtageswanderung: die „Kaiserblüte“. Sie ist als Sternwanderung angelegt, sodass man jeden Tag eine neue Tour unternimmt und abends wieder ins Tal zurückkehrt.
Ich durfte bei meinem Kurzurlaub zwei Etappen der Sternblüte unternehmen. Einmal ging es auf einer sanften Almwanderung gemütlich dahin, ein anderes Mal nahe den Felswänden des „Koasas“ entlang, wobei der Weg auch an einem renaturierten Moor vorbeiführte.





Daneben stand noch eine Runde um den Hintersteiner See auf dem Programm, die ich mit einer Einkehr auf der Walleralm verbunden habe. Denn Wandern am Wilden Kaiser bedeutet nicht unbedingt, möglichst viele Höhenmeter zu sammeln. Eine schöne Landschaft, ein paar Almen und am Ende eine gemütliche Hütte – mehr braucht es manchmal gar nicht.
Mehr zu Kaiserkrone & Co
Sanfte Almen und gemütliche Hütten: schöne Wanderungen am Wilden Kaiser
6. Vom Handwerkskunstmarkt bis zum Kaiserschmarren-Fest: Veranstaltungs-Tipps
Wer den Wilden Kaiser im Sommer besucht, sollte nicht nur die Berge im Blick haben, sondern auch ins Dorfleben eintauchen. Eine schöne Gelegenheit dazu bietet der Handwerkskunstmarkt am Goinger Kirchplatz, der seit mittlerweile seit 35 Jahren abgehalten wird. An fünf Freitagen im Sommer wird altes Handwerk lebendig, wobei sich das Ganze eher nach einem gemütlichen Dorfabend als nach großem Touristenprogramm anfühlt.

An den Ständen kann man Handwerkern bei der Arbeit zuschauen. Da wird etwa geflochten, gedrechselt und vorgeführt, wie aus einfachen Materialien mit viel Geschick schöne Dinge entstehen. Dazu gibt es Musik: Harfe, Hackbrett und Ziehharmonika sorgen für die passende Tiroler Klangkulisse, und auch eine Trachtentanzgruppe gehört zum Programm.





Natürlich dürfen bei so einem Abend die kulinarischen Genüsse nicht fehlen. Aufgetischt werden traditionelle Tiroler Schmankerln, darunter Kaspressknödel und Kasspatzen. Also genau das, was man nach einem Tag in den Bergen gerne vor sich stehen hat.

Den Abschluss des Abends bildet um 20 Uhr das Sommerkonzert der Bundesmusikkapelle Going. Wenn die Musikkapelle einmarschiert, beginnt das klassische Platzkonzert im Musikpavillon. Und spätestens dann ist er perfekt, der Tiroler Sommerabend: Musik, Dorfplatz und Bergkulisse inklusive.
Im Sommer finden u.a. regelmäßig die Ellmauer Sommernacht (Dienstag), der Scheffauer Dorfabend (Donnerstag) oder der Söller Freitag statt (Tipp: den Dorfabendbus im Sommer dafür nutzen). Beliebte Veranstaltungen sind auch das Kaiserschmarrnfestival im Mai, Sonnwendfeuer/Feuerbrennen im Juni, der Almabtrieb (Söll), und natürlich die diversen Bergdoktor-Veranstaltungen (Fantage, -wanderungen etc).
Gut zu wissen: meine Tipps für den Wilden Kaiser
Anreise und öffentliche Verkehrsmittel
- Die Region Wilder Kaiser lässt sich perfekt ohne Auto entdecken. Das fängt bereits mit der Anreise an: Wer mit dem Zug kommt, darf einen kostenlosen Shuttle vom Bahnhof Kufstein oder Wörgl in sein Hotel nehmen (Gästecard vorher lösen; gilt bei teilnehmenden Betrieben).
- In der Region selbst ist es dann der KaiserJet, also der Urlaubsbus, der einen von Ort zu Ort bringt, aber auch zu Bergbahnen, Badeseen oder weiteren Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser (Mai bis Oktober). Natürlich kann man auch die Regionalbusse der Region kostenlos mit der Gästecard nutzen (Fahrpläne für die Buslinien 865 Wörgl-Kitzbühel und 866 Kufstein-St. Johann findet man auch in der „my Wilder Kaiser“-App). Dazu kommen die Wanderbusse, die zwischen Mai und Oktober den Hintersteiner See und die Wochenbrunner Alm anfahren; für den Wanderstartplatz Hüttling nimmt man das (ebenfalls kostenlose) Ruftaxi. Mehr Infos zu den Mobilitäts-Angeboten gibt es hier. Auch mit dem Rad lässt sich die Region perfekt erkunden – ich habe auf diese Weise die Bergdoktor-Drehorte am Wilden Kaiser einen nach dem anderen abgeklappert.
Mein Übernachtungstipp für den Wilden Kaiser
Wer für seine Zeit am Wilden Kaiser eine besondere Unterkunft sucht, sollte sich im Adelsberger Bergland*einquartieren. Die familiengeführte Pension liegt nicht direkt in Going, sondern etwas außerhalb des Orts – aber genau das macht einen Teil ihres Reizes aus.

Schöner kann man am Wilden Kaiser kaum aufwachen: Hier herrscht absolute Ruhe, gleichzeitig hat man vom Balkon aus direkten Blick auf das Massiv des Wilden Kaisers.
Auch der Goinger Badesee liegt in der Nähe, sodass man nicht nur ruhig wohnt, sondern auch eines der Ausflugsziele am Wilden Kaiser praktisch vor der Haustür hat.
Die Pension selbst ist klein, fein und nett – und genauso herzlich wird man empfangen. Hier kocht der Chef noch selbst und serviert am Abend ein viergängiges Menü. Alles in allem genau die Art von Unterkunft, bei der man sich schnell ein bisschen mehr zu Hause fühlt, als man eigentlich vorhatte.
*Affiliate Link. Für eine Buchung über diesen Link (die Kosten bleiben natürlich gleich!) erhalte ich eine kleine Provision, die 1:1 in die Betreuung meines Blogs fließt. Danke für deine Unterstützung!
Herzlichen Dank an die Region Wilder Kaiser für die Einladung zu diesem wunderbaren Kurzurlaub! (Werbung)
Weitere schöne Orte in Tirol
- Auszeit am WILDEN KAISER: so geht Sommerurlaub in den Bergen!
Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser: Schauplätze, an denen die Realität den Film überholt. (Werbung) - Wo der BERGDOKTOR zu Hause ist: die DREHORTE am Wilden Kaiser
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