Schöne FREILICHTMUSEEN in Österreich: vom Klassiker zum Geheimtipp
Was man in Österreich gesehen haben sollte – und wo man die kleinen, feinen Perlen findet: meine Tipps für die schönsten Freilichtmuseen Österreichs.
Ein Freilichtmuseum in Österreich hat wohl fast jeder schon einmal besucht. Dafür gibt es einfach zu viele – von kleinen, liebevoll gepflegten regionalen Anlagen bis hin zu großen Museumsdörfern, die ganze Landstriche abbilden.
Doch welche Freilichtmuseen zählen zu den bedeutendsten des Landes? Und wo verbergen sich jene besonderen Geheimtipps, die Dinge zeigen, die man sonst nirgendwo zu sehen bekommt?
Auf meinen Erkundungsfahrten durch Österreich habe ich bereits einige schöne Freilichtmuseen in unserem Land aufgestöbert. Im Folgenden mein persönliches Best-of inklusive ein paar Tipps für weitere sehenswerte Freilichtmuseen im nahen Ausland, aber auch für die richtigen europäischen Klassiker.
2. Ein weiterer Platzhirsch: das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain
3. Ganz Tirol auf einem Fleck: das Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach
4. Beliebtes Freilichtmuseum in Niederösterreich: das Museumsdorf Niedersulz
5. Ein kleiner Geheimtipp: das burgenländische Freilichtmuseum in Moschendorf
6. Weitere Tipps fürs nahe und ferne Ausland: die ältesten Freilichtmuseen Europas
Freilichtmuseen in Österreich: eine überschaubare Angelegenheit?
Sucht man einen Überblick über die Freilichtmuseen in Österreich, stellt sich zunächst eine ganz grundlegende Frage: Was zählt eigentlich als Freilichtmuseum? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn über das ganze Land verstreut finden sich zahlreiche kleine Anlagen, Schaubauernhöfe und Museumsdörfer, die zwar unter freiem Himmel liegen, mit den großen, bekannten Ausflugszielen aber nur wenig gemeinsam haben. Und doch machen gerade diese kleineren Freilichtmuseen, jedes für sich, einen ganz eigenen Reiz aus.

In meiner Aufzählung der österreichischen Freilichtmuseen habe ich daher bewusst zwei Wege eingeschlagen. Einerseits finden sich hier die großen Klassiker, die weithin bekannt sind und für viele Besucher fast schon Pflichtprogramme darstellen. Andererseits haben es auch einige liebevoll gepflegte regionale Besonderheiten in die Liste geschafft.
Noch ist diese Aufzählung nicht vollständig. Denn neben den hier vorgestellten großen Freilichtmuseen in Stübing, Großgmain und Kramsach zählen auch das Freilichtmuseum Maria Saal in Kärnten sowie das Freilichtmuseum Gerersdorf im Burgenland zu den bekannteren und sehenswerten Anlagen Österreichs.
Fangen wir also an: Welche Freilichtmuseen sollte man in Österreich zumindest einmal gesehen haben?
1. Der Klassiker in der Steiermark: das Österreichische Freilichtmuseum Stübing
Mehr als 100 Originalbauten aus sechs Jahrhunderten auf 65ha: Das Freilichtmuseum Stübing ist das größte im Land, eines der zehn größten in Europa und das einzige in Österreich, das Objekte aus allen Bundesländern Österreichs zeigt. Wien ausgenommen, schließlich geht es hier um das Leben der bäuerlichen Bevölkerung – Kulturgeschichte der besonderen Art, und das bereits seit 1970.

Schon wenn man das Areal nördlich von Graz betritt ist klar: Diese Reise durch Österreich wird entschleunigend werden, wenn man sich mitten durch Natura 2000-Gebiet entlang des Enzenbachs vom Burgenland bis nach Vorarlberg hanteln darf. Je weiter man in das Tal eindringt, desto naturnaher wird die Szenerie, nach 1,5 Kilometern am Endpunkt dann außerdem ziemlich abgeschieden.
Angefangen wird beim strohgedeckten Streckhof aus dem südburgenländischen Güssing , Schlusspunkt ist die Vorarlberger Alphütte, die noch bis 1977 in Verwendung war und auf deren schindelgedeckter Fassade eine Markierung den Weg zu Mittagsspitze und Kanisfluh weist. Auf halbem Weg unterbrochen wird der Spaziergang vom Museumsgasthaus „Zum Göller“, der bis in die 1980er am Lahnsattel bei Mariazell in Betrieb war. Dazwischen sind Baugruppen aus allen anderen Bundesländern am Weg aufgereiht, die meisten natürlich aus der Steiermark, die gleich mit vier prägenden Hauslandschaften vertreten ist.
Gerade der bäuerliche Alltag ist ein Thema in Stübing, natürlich in Form der vielen ausgestellten Nebennutzungsgebäude, inklusive Besonderheiten wie Troadkästen oder Bienenstände. Andererseits erfährt man auch zur Haushaltsführung viel Wissenswertes. Wie wurde früher gekühlt, konserviert, gewaschen und gekocht? Dazu kommen fixe Ausstellungen zu den Arbeitsgeräten der Bauern sowie jährliche wechselnde Themenschwerpunkte, die das Leben in früheren Zeiten beleuchten.
In Stübing darf man auch selbst Hand anlegen: bei der Herstellung und dem Eindecken von Dachschindeln, weiters beim Gartenzaun bauen, Kraxenflechten, Anlegen von Trockensteinmauern, Bürsteln, Dangeln, Wetzen und Mähen, beim Brotbacken im historischen Backofen oder beim Löffelschnitzen, Kalkputzen und Fermentieren. Ein Rundherum-Angebot, das wirklich vieles abdeckt, was man heute vom Leben in früheren Zeiten weiß.
Mehr zu einem Besuch des größten österreichischen Freilichtmuseums in Stübing hier.
2. Ein weiterer Platzhirsch: das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain
Anders als in Stübing wird im Salzburger Freilichtmuseum Großgmain, unweit der Stadt Salzburg, nicht ganz Österreich abgebildet, sondern „nur“ das eigene Bundesland in den Mittelpunkt gestellt. Gezeigt werden rund 100 originale Salzburger Bauten aus sechs Jahrhunderten, die aus allen Regionen des Landes stammen: Flachgau, Tennengau, Pinzgau, Pongau und Lungau.

Zu sehen sind klassische Bauernhäuser und Stadel ebenso wie eine Dorfschule oder eine ehemalige Gendarmerie. Ergänzt wird das Ensemble durch elf Bauerngärten, schattige Plätze mit Almbrunnen zum Rasten und viel Platz, um das Gelände in Ruhe zu erkunden.
Eine echte Besonderheit ist die Museumsbahn, die Besucher durch das weitläufige Areal bringt – inklusive originalgetreu gestalteter Haltestellen. Auch kleine Details bleiben in Erinnerung: In der Krämerei lassen sich Schlecker noch einzeln kaufen (wo gibt es das heute noch). Und wer Kurioses mag, wird bei der Mäusefallen-Sammlung fündig.
Mehr zu meinem Besuch im Salzburger Freilichtmuseum.
3. Ganz Tirol auf einem Fleck: das Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach
In Tirol sieht das Konzept etwas anders aus. Im Museum Tiroler Bauernhöfe begibt man sich auf eine eindrucksvolle Zeitreise in das alte Tirol der Bergbauern, Holzknechte und Kleinhäusler.

Rund 75 originale Bauten – mit klarem Fokus auf Nordtirol – sind auf dem weitläufigen Gelände versammelt, darunter 24 vollständige Höfe mit ihren jeweiligen Nebengebäuden. Zu sehen sind ärmliche Bauernhäuser, aber auch überraschend prächtige Höfe, die vom Wohlstand einzelner Bauern erzählen. Gerade dieser Kontrast macht den Rundgang besonders spannend: auf der einen Seite der harte Alltag der Holzknechte und Kleinbauern, auf der anderen Seite der sichtbare Reichtum jener, die vom Land leben konnten.
Besonders gelungen sind die Videoinstallationen, in denen Zeitzeugen vom Leben früherer Generationen berichten und den Besuch anschaulich gestalten. Daneben gibt es Häuser, die so authentisch wirken, dass man beinahe glaubt, ihre Bewohner hätten sie erst vor Kurzem verlassen: Der Boden hängt leicht schief, in den Stuben liegt noch der Geruch von Ruß in der Luft – und für einen Moment scheint zwischen damals und heute kaum Zeit vergangen zu sein.
Mehr zu meinem Besuch im Tiroler Freilichtmuseum.
4. Beliebtes Freilichtmuseum in Niederösterreich: das Museumsdorf Niedersulz
Das größte Freilichtmuseum Niederösterreichs – und zugleich der unangefochtene Klassiker der Ostregion – ist das Museumsdorf Niedersulz im Weinviertel. Auf dem Gelände verteilen sich rund 80 historische Gebäude, die gemeinsam ein Dorfensemble ergeben und das ländliche Leben um 1900 anschaulich nachzeichnen.

Das Besondere an Niedersulz ist sein Konzept als lebendes Freilichtmuseum. Alte Haustierrassen beleben das Areal – ein Zugang, der Geschichte greifbar macht und vor allem für Kinder zu einem echten Erlebnis wird.
Während die Jüngeren den Stall entdecken, finden die Erwachsenen ihren Platz im Dorfwirtshaus, das zur genussvollen Pause einlädt. Und weil man sich hier im Weinviertel befindet, darf natürlich auch eine Vinothek nicht fehlen – ein stimmiger Abschluss für einen Rundgang durch eines der schönsten und lebendigsten Freilichtmuseen Österreichs.
Mehr zu einem Besuch des Museumsdorfs Niedersulz hier.
5. Ein kleiner Geheimtipp: das burgenländische Freilichtmuseum in Moschendorf
Klein, fein – und gerade weil hier der Wein im Mittelpunkt steht, umso sehenswerter: das Weinmuseum Moschendorf im Südburgenland. Gezeigt werden originalgetreue südburgenländische Weinkeller und Kellerstöckl, jene charakteristischen Bauformen, die diese Region bis heute prägen und anderswo kaum in dieser Dichte zu finden sind.
Natürlich geht es hier nicht nur ums Anschauen. Auch die regionalen Besonderheiten lassen sich verkosten – allen voran der Uhudler, der erst seit 1992 wieder offiziell ausgeschenkt werden darf, nachdem er in den 1930er-Jahren verboten worden war.

Ein zusätzlicher Tipp liegt gleich nebenan: ein Abstecher in die Kellergasse Heiligenbrunn. Zwar kein klassisches Freilichtmuseum, aber dennoch ein außergewöhnlicher Ort. Unter weiß gekalkten Holzblockbauten, von denen viele noch strohgedeckt sind, reihen sich rund 150 Keller und Presshäuser, die sich noch heute wie vor 250 Jahren präsentieren.
Wahrlich eine Idylle: mein Besuch in der Weinidylle Südburgenland.
6. Weitere Tipps fürs nahe und ferne Ausland: die ältesten Freilichtmuseen Europas
Auf den Geschmack gekommen? Warum also nicht auch beim nächsten Urlaub eines der großen Freilichtmuseen Europas einplanen.
Der große Klassiker, auf den sich nahezu alle Freilichtmuseen in Europa – und damit auch viele in Österreich – beziehen, steht in Stockholm. Das Freilichtmuseum Skansen gilt als Urform dieses Museumstyps. Sein Name ist so prägend, dass „Skansen“ in manchen Ländern sogar zum allgemeinen Begriff für Freilichtmuseen geworden ist. Fangen wir also gleich dort an – bei jenem Ort, an dem die Idee des Freilichtmuseums ihren Anfang nahm.
Das erste aller „Skansens“ weltweit: das Freilichtmuseum in Stockholm
Keine Aufzählung von Freilichtmuseen kommt ohne eine Reverenz an das Freilichtmuseum der ersten Stunde aus. Denn Skansen in Stockholm ist die unumstrittene Nummer eins in Europa – sowohl in seiner Bedeutung als auch historisch. Bereits 1891 gegründet, war es das erste Freilichtmuseum der Welt und wurde zum Vorbild für nahezu alle späteren Anlagen dieses Typs.

Auf dem weitläufigen Gelände werden fünf Jahrhunderte nordisches Landleben gezeigt. Rund 150 Häuser und Bauernhöfe aus ganz Schweden vermitteln eindrucksvoll, wie Menschen in unterschiedlichen Regionen und sozialen Schichten lebten und arbeiteten. Das Areal ist so groß, dass man hier nicht nur historische Gebäude entdeckt, sondern auch Elche und Rentiere beobachten kann – fast wie in einem kleinen Freiluft-Zoo.
Zu den charmanten Details zählen Pausen im Tante-Emma-Laden, in dem man bei Kaffee und Gebäck kurz innehalten kann.
Einfach herrlich: mein Besuch im Stockholmer Skansen.
Eines der fundiertesten: das Norsk Folkemuseum in Oslo
Weniger bekannt als Skansen, dafür aber in der wissenschaftlichen Forschung federführend, präsentiert sich das Norsk Folkemuseum in Oslo. Es gilt als eines der wichtigsten volkskundlichen Museen Europas und setzt bis heute Maßstäbe in der Erforschung und Vermittlung traditioneller Bau- und Lebensformen.

Auch hier ist die Zahl der historischen Gebäude beeindruckend: Rund 170 Bauten sind auf dem Gelände versammelt, darunter zahlreiche Speicher, Stadel und Schuppen, die das ländliche Norwegen in all seinen Facetten zeigen.
Das unbestrittene Highlight ist jedoch die Gol-Stabkirche – eine vollständig aus Holz errichtete Kirche aus der Zeit um 1200. Sie zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Sakralbauten Norwegens.
Hoch oben im Norden: mein Besuch im norwegischen Freilichtmuseum.
Freilichtmuseen im nahen Ausland: Ausflugstipps im tschechischen Mähren
Wer Niedersulz ins Auge gefasst hat, wird auch am Südostmährischen Freilichtmuseum in Strážnice Gefallen finden – es liegt nur einen Katzensprung hinter der Grenze in Tschechien. Die Traditionen sind hier erstaunlich ähnlich, denn auch in Südmähren prägt der Weinbau das landschaftliche Bild, ganz wie im österreichischen Weinviertel.
Entsprechend zeigt das Museum – in Tschechien „Skanzen“ genannt, ein Begriff, der direkt auf das Vorbild in Stockholm zurückgeht – auch einige Presshäuser – allerdings in einer besonders schönen, regionaltypischen Ausprägung: Die Bauweise der sogenannten Mährischen Slowakei ist unverwechselbar, weiß gekalkte Wände treffen auf hellblaue Sockel, dazu kommen florale Malereien. Einfach schön.
Ebenfalls in Mähren gelegen und ein weiterer besonderer Tipp ist das Walachische Freilichtmuseum in Rožnov pod Radhoštěm. Es gilt nicht umsonst als das „Stübing Tschechiens“, auch hier finden, über das Jahr verteilt, viele Veranstaltungen statt. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch zur Weihnachtszeit, wenn archaisch anmutende Gestalten durch das Gelände ziehen und dem Museum eine fast mystische Atmosphäre verleihen.
Meine Besuche im Südmährischen Freilichtmuseum und im Walachischen Freilichtmuseum.
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