OSLO Sehenswürdigkeiten: Tipps für den Städtetrip in den hohen Norden

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11 Sehenswürdigkeiten, die man beim Städtetrip nach Oslo nicht verpassen sollte: Altstadt-Atmosphäre einmal anders bis hin zum Eintauchen ins alte (und maritime) Norwegen.


Oft wird man die Sehenswürdigkeiten Oslos nur beiläufig auf der To-Do-Liste stehen haben, nämlich dann, wenn die Städtereise viel mehr als Stopover für einen Weiterflug gedacht ist – oder überhaupt als Startpunkt für den beliebten Norwegen-Klassiker „Norway in a nutshell“.

Wir haben uns für Oslo tatsächlich drei Tage genommen, um den hohen Norden stressfrei zu erkunden. Was man in Oslo erleben kann und welche Sehenswürdigkeiten man dabei zu Gesicht bekommt (auch wenn Oslo nicht zu den klassischen Reisezielen für einen Städtetrip gehört), gibt’s in diesem Beitrag nachzulesen.

Ausgeflogen nach Oslo: 11 Sehenswürdigkeiten die sich beim Städtetrip ausgehen
1. das Stadtzentrum: vom Schloss ins alte Christiania
2. die Festung: schöner Rundumblick über die Stadt
3. das Rathaus: wo nicht nur Friedensnobelpreisträger ins Staunen geraten
4. Aker Brygge: perfekt für den abendlichen Stadtbummel
5. die Oper: ein wackliger Spaziergang auf Eisschollen
6. rund um den Barcode-District: die alte und die maritime Seite Oslos
7. die Museumsinsel: Munch Museum und viel Neues
8. der Skulpturenpark: unerwartetes Sehenswürdigkeiten-Highlight Oslos
9. rund um die Markthalle: Abstecher in ein Stück altes Oslo
10. am Holmenkollen: hoch hinaus mit Blick über die Stadt
11. Oslo Umgebung: kleine Ausfahrt in ein hübsches Fischerdörfchen

meine Tipps für die Städtereise nach Oslo: City Pass, öffentliche Verkehrsmittel, Flughafentransfer, Bezahlen in Oslo

Skandinavisch durch und durch – und rundherum viel Grün

Schön geschützt liegt die norwegische Hauptstadt im inneren Teil des nach ihr benannten Oslofjords eingebettet. Rund 100 Kilometer lang zieht sich dieser von der Nordsee hinauf bis zu jenem Punkt, wo sich bereits seit 1000 Jahren die Ansiedlung befindet, die seit dem 1848 auch Hauptstadt Norwegens ist. Und in diesem Eck ist doch tatsächlich was los! Etwa jeder achte Norweger hat seinen Wohnsitz in der 700.000 Einwohner-Stadt, die immer weiter wächst und sich damit immer wieder von Neuem verändert.

Das bemerkt man auch bei einem Städtetrip nach Oslo: Stadtviertel, in denen früher Werften und Arbeiterviertel das Sagen hatten, wurden gentrifiziert und zeigen ein neues, hippes Gesicht. Wobei man trotzdem feststellen muss, dass sich die Stadt im Gegensatz zu Stockholm oder Kopenhagen nicht so gemütlich und kuschelig präsentiert – überwiegen in Oslo doch eher kühle und nüchterne Nachkriegsbauten. Trotzdem findet man unter den Sehenswürdigkeiten von Oslo viel Neues und Modernes. Wer ist schon einmal gefühlt auf einer Eisscholle spaziert?

Oslo Sehenswuerdigkeiten_81

Wem das alles zu viel des Guten ist, taucht einfach ins Rundherum der Hauptstadt ein. Praktisch, dass nur etwa ein Drittel von Oslo zugebaut ist – der Rest ist von viel Grün und Blau umgeben. Die Freizeitmöglichkeiten und Naherholungsgebiete sind vielfältig, ob zu Land, zu Wasser – oder gleich auf der Langlaufloipe. Auch bei unserem Besuch ging sich ein Ausflug in die nähere Umgebung aus.

Wer nun allerdings wirklich nur für ein paar Stunden oder einen Tag nach Oslo kommt, wird zumindest für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Zeit finden: Die Innenstadt ist in Kürze abspaziert.

Oslo Stadt des Design

Übrigens: Design ist wie in Stockholm oder Kopenhagen natürlich auch ein Thema, was sich neben den vielen in typisch nordischen dunklen Fassaden auch im Inneren bemerkbar macht. Auch in unserer Hotellobby haben wir´s einfach nur super gemütlich – wenn nur das Bier in Norwegen nicht so teuer wäre….


Lange Rede kurzer Sinn: auf zu einer kleinen Sehenswürdigkeiten-Tour durch Oslo!

1. das Stadtzentrum: vom Schloss ins alte Christiania

Wo beginnen bei der Sehenswürdigkeiten-Tour durch Oslo? Nun, meist wird man der Flanier- und Spaziermeile einen ersten Besuch abstatten, die sich in Oslo Karl Johans gate nennt. Auf ganzen zwei Kilometern zieht sich die Prachtstraße durch das Zentrum der Stadt, angefangen im Westen beim Königlichen Schloss, vorbei an Parlament und Domkirche bis hin zum alten Oslo, das sich heute noch als schönes Stadtviertel zeigt.

Oslo Sehenswürdigkeiten Karl Johans gate

Durchspazieren wird man also sowieso, wo doch auf der gegenüberliegenden Seite des Schlosses Altes und Neues in Form der Festung Akershus sowie der Osloer Oper lockt. Gehen wir die Karl Johans gate doch Schritt für Schritt ab und beginnen dort, wo die norwegische Königsfamilie noch immer ihren offiziellen Wohnsitz hat.


Sehenswürdigkeiten-Tour auf der Karl Johans gate


  • das königliche Schloss
    Eines fällt gleich auf: „Det kongelige slott“ fällt nicht ganz so pompös aus wie in anderen europäischen Hauptstädten. Nicht wirklich beeindruckend also – oder vielleicht doch, gerade deshalb, weil es um eine Spur gewöhnlicher daherkommt als diverse Barocktempel? Nun, ein Barockschloss könnte es auch gar nicht sein, wurde es auch erst zwischen 1825 und 1848 für den schwedisch-norwegischen König Karl Johan erbaut. Auch wenn man im Winter keine Führungen durch das Empireschloss machen kann: Zumindest durch den Schlosspark flanieren geht sich aus. Wer zur richtigen Zeit vor Ort ist, kann auch dem Wachwechsel beiwohnen.
Oslo Sehenswürdigkeiten Karl Johans gate

  • das Nationaltheater
    So richtig steigt man in die königliche Flaniermeile aber erst beim „Nationaltheatret“ ein. Das 1899 eröffnete Theater ist auch für Kulturbanausen ein echter Hingucker. Theaterfans werden die Statue Henrik Ibsens erkennen, der auf Unkundige wohl nicht den Eindruck eines Dichterfürsts macht. Dass der norwegische Dramatiker und Dichter einer der Begründer des Theaters der Moderne war, ist zumindest noch aus dem Schulunterricht bekannt.
Oslo Sehenswürdigkeiten Karl Johans gate

  • das norwegische Parlament
    Gleich gegenüber lädt der Vorplatz des „Storting“ zu einer Pause ein. Das Parlamentsgebäude wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts im neobyzantinischen Stil erbaut. Zwischen Nationaltheater und Parlament kann man sich (wenn man nicht gerade im Winter in Oslo ist) in einer schönen Parkanlage niederlassen. Oder man setzt sich daneben wie einst Ibsen oder Munch im Grand Hotel stilvoll auf einen Kaffee – nämlich im „Grand Café“. Ob man sich so selbst zu nordischer Kunst inspirieren lassen kann? Einen Versuch ist es wert.

  • rund um den Stortorvet
    Hinter dem Parlament fängt nun die echte Flaniermeile auf der Karl Johans gate an. Zwischen Shops und Restaurants spaziert man weiter, bis man am kleinen Platz des Stortorvet angelangt ist. Was hier beeindruckt? Der Gegensatz zwischen Nord und Süd. Die Domkirche, Hochzeitskirche des norwegischen Kronprinzenpaars Haakon und Mette-Marit, ist bestes Beispiel nüchterner nordischer Backsteinarchitektur. Gleich daneben fühlt man sich in den Arkaden der Basarhallen („Basarene“) gefühlt in Südeuropa.
  • der Bahnhofsvorplatz
    Der Platz vor dem Bahnhof soll eine Sehenswürdigkeit in Oslo sein? Nun, ist er eigentlich auch nicht. Er fällt trotzdem auf. Erinnert doch hier ein riesiger bronzener Tiger an die 1000jährige Geschichte Oslos, der „Tigerstadt“. Eine Assoziation, die zwar jedem Norweger, aber nicht unbedingt dem mitteleuropäischen Besucher auf Städtetrip ein Begriff ist. Auch sonst wird man früher oder später am Bahnhof vorbeikommen, um z.B. auf den Holmenkollen hinaufzufahren (siehe Punkt 10). Wer weiterspazieren möchte, bewegt sich von hier in Richtung Süden in den Stadtteil Kvadraturen.

Tigerstadt Oslo

  • im alten Christiania
    Ein Stück heimeliges Oslo bekommt man im ältesten Teil der Stadt zu sehen. Nach dem Stadtbrand von 1624 wurde das Viertel „Kvadraturen“ im Stil der Renaissance im Schachbrettmuster angelegt, was an den rechtwinkelig angelegten Straßen zu erkennen ist. Man darf hier heute schöne Stein- und Fachwerkbauten bewundern, in denen Büros und Geschäfte untergebracht sind. Oder man erfreut sich am Anblick gemütlicher Kaffeehäuser wie des Café Skansen, das mit seinem gediegenem Interieur an das Pelikan in Stockholm erinnert.
    Das Café liegt am Christiania Torv, der früher Zentrum der Stadt war. Warum der Name? Weil König Christian IV. die Stadt kurzerhand nach sich benannte. Erst seit 1924 sprechen wir wieder von Oslo.

    Geführte Touren durch das Königliche Schloss sind von Ende Juni bis Mitte August möglich. Die Wachablöse findet ganzjährig um 13.30 statt. Mehr dazu hier. Die Geschäfte in den Basarhallen öffnen meist erst nachmittags.

    2. die Festung: klassische Oslo Sehenswürdigkeit mit schönem Rundumblick über die Stadt

    Wie gut, dass sich die nächste Sehenswürdigkeit in Oslo gleich hinter bzw. oberhalb des Christiania Torv befindet. Für einen näheren Blick auf die Festung Akershus darf man sich dafür auf die kleine Halbinsel Akersneset begeben, was ein kleines Highlight des Stadtspaziergangs in Oslo ist.

    Festung Akershus

    Akershus slott“ wurde um 1300 als mittelalterliche Burg errichtet und unter Christian IV. im 17. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut und erweitert. Als Verteidigungsanlage wurde danach nicht mehr genutzt. Der Tatsache, dass es im Zweiten Weltkrieg dann doch in die Hände der deutschen Besatzer gefallen ist, gedenkt man heute im Widerstandsmuseum, das am Gelände um die Festung zu finden ist.

    • Festung Akershus
    • Festung Akershus
    • Festung Akershus
    • Festung Akershus
    • Festung Akershus
    • Festung Akershus

    Der leicht erhöhte Aussichtspunkt bietet übrigens einen schönen Rundumblick auf das Dächermeer der Stadt sowie das neue Viertel Aker Brygge hinter Hafen und Rathaus. Wer die Szenerie nun aus der umgekehrten Perspektive sehen möchte, begibt sich hinunter zum Rathausplatz an der Hafenpromenade, um von dort auf die Festungsanlage hinaufzuschauen.

    Wer sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert, ist im Widerstandsmuseum richtig. Zusätzlich befindet sich auch das Verteidigungsmuseum auf dem Areal der Festung.

    3. das Rathaus: wo nicht nur Friedensnobelpreisträger ins Staunen geraten

    Gerade von der Festung heruntergekommen und eigentlich auf dem direkten Weg nach Aker Brygge, dem nächsten Stop der Oslo Sehenswürdigkeiten-Tour, kann man das Rathaus der Stadt nicht übersehen.

    Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag

    Nicht umsonst handelt es sich dabei um das Wahrzeichen Oslos. Auf jedem Reiseführer sind die beiden 60 Meter hohen Backsteintürme im Bauhausstil abgebildet, die seit 1950 der Stadt ein unverwechselbares Gesicht geben. Und natürlich ist das Rathaus auch sonst ein Begriff, wird doch hier seit 1901 alljährlich am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen. Der einzige von Alfred Nobel gestiftete Preis übrigens, der in der norwegischen Hauptstadt und nicht in Stockholm überreicht wird.

    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag
    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag
    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag
    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag
    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag
    • Rathaus Oslo Sehenswürdigkeit 1 Tag

    Also kurz einen Abstecher dorthin eingelegt. Und ja, da wurde nicht zu viel versprochen! Schon von „vorne“, also von der Hafenpromenade aus, zeigt sich der rote Klinkerbau beeindruckend. Wer genau schaut, erkennt auf den Fassade das eine oder andere Relief (z.B. des Donnergotts Thor mit seinem Schlachtwagen). Die wahre Pracht zeigt sich aber beim eigentlichen Eingang auf der Nordseite sowie im Inneren des Gebäudes. Zieht zuerst die astronomische Uhr den Blick auf sich, sind das im Inneren Wandgemälde mit wahrlich enormen Ausmaßen. Beim Studieren der Motive aus dem nordischen Arbeitsleben fühlt man sich dabei doch fast in die kunstvollen Metro-Stationen Moskaus versetzt.

    Doch nun wieder zurückspaziert in Richtung Rathausplatz an der Hafenpromenade. Bevor es von dort weiter geht zum lebendigsten Stadtteil Oslos darf natürlich nicht vergessen werden, auf einen der Fähranleger hinauszuspazieren.

    Wenn eine Schifferl-Tour in den Oslofjord bei unserem Besuch im März auch nicht möglich ist – zumindest einen schönen Blick auf die Festung dürfen wir von einem der Landestege aus einfangen!

    Interessant für den Oslo Städtetrip ist die Fähre Nr. B9, die ab April vom Fähranleger (Station „Rådhusbrygge“) auf die Museumsinsel Bygdøy(Station „Bygdøynes“) übersetzt (siehe dazu Punkt 7). Die Fahrt ist genauso wie die öffentlichen Verkehrsmittel in Zone 1 und 2 im Oslo Pass enthalten (siehe dazu die „Tipps“ ganz unten). Vom Pier legen im Sommer weitere Boote in den Oslofjord ab, u.a. ins Fischerdörfchen Drøbak, siehe Punkt 11).

    4. Aker Brygge: perfekt für den abendlichen Stadtbummel

    Gleich neben dem Rathaus fällt ein moderner Kubus auf, der wie kein anderer das Bild der Stadt repräsentiert: klassisch nordisch in dunklen Tönen gehalten und aufs Wesentliche reduziert. Das Gebäude muss also irgendetwas mit Design zu tun haben – und es tut es auch. Das neue Nationalmuseum wird im Juni 2022 als größtes Kunstmuseum der nordischen Region zu Kunst, Architektur und Design eröffnet werden.

    Nationalmuseum Oslo

    Ganz gegensätzlich kommt das Nachbargebäude daher, erinnert es doch viel mehr an seine ursprüngliche Funktion. Im alten Westbahnhof ist heute das Nobel Friedenszentrum untergebracht, das sich in seinen Ausstellungen dem Friedensnobelpreis sowie generell dem Thema Frieden widmet.

    Nobel Friedenszentrum

    Aber eigentlich kommt man ja hierher, um dem gentrifizierten Stadtteil Aker Brygge einen Besuch abzustatten. Wo bis in die 1980er Jahre hinein noch Werften das Bild prägten, sind es heute Geschäfte und Büros, die von klingenden Namen wie Renzo Piano entworfen werden (der auch schon Rotterdam seinen Stempel aufgedrückt hat. Hier in Oslo ist es das Astrup Fearnley Museum mit seinem auffälligen Segeldach, das von dem Star-Architekten entworfen wurde. Bestes Umfeld also, um den Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Oslo am Abend zwischen Cafés und Restaurants ausklingen zu lassen.

    Einen weiteren Ort für einen gelungenen Sonnenuntergang – und einen weiteren Stadtteil, der durch Gentrifizierung sein Gesicht verändert hat – findet man hinter dem Bahnhof. In diesem Falle ist nicht der alte Westbahnhof auf Aker Brygge gemeint, sondern der Hauptbahnhof Oslos. Ein Sprung aufs Dach der Osloer Oper gehört bei einer Städtereise nach Oslo unbedingt dazu!

    Infos zu den aktuellen Ausstellungen im Nobel Friedensmuseum hier.
    Das Nationalmuseum öffnet seine Türen im Juni 2022.

    5. die Oper: ein wackliger Spaziergang auf Eisschollen

    Der erste Gedanke, der uns bei der Osloer Oper in den Kopf schießt: Wieder so ein futuristisches Architekturprojekt. Was soll daran nun wieder so aufregend sein? Aber dann sind wirklich hin- und hergerissen von dem „Eisberg“, der seit 2008 aus dem neuen Stadtteil Bjørvika wie aus einem Meer aus Dächernemporragt.

    Oslo Sehenswürdigkeiten

    Einerseits sind wir gekommen, um in der Abendsonne einen schönen Ausblick zu genießen. Und das gelingt sehr gut, wird hier noch dazu kein Großstadt-Lärm aufs Dach getragen. Ja, richtig gelesen, man darf doch in Oslo tatsächlich die Oper besteigen! Auch die Möwen genießen den Blick auf die darunter liegende Stadt, ob auf das Stadtzentrum samt Fjord in der einen Richtung, oder auf die futuristischen, wie Tetris-Steine wirkenden Hochhäuser des Barcode-Districts, die nur mehr vom neuen Munch Museum übertroffen werden.

    • Top Oslo Sehenswürdigkeit Oper
    • Top Oslo Sehenswürdigkeit Oper
    • Top Oslo Sehenswürdigkeit Oper
    • Top Oslo Sehenswürdigkeit Oper
    • Top Oslo Sehenswürdigkeit Oper

    Das Spannendste an der Osloer Oper (bzw. an deren Dach) ist aber ihre Fassade. Einen Eisberg soll sie symbolisieren, was durch eine Oberfläche aus weißem Marmor bewerkstelligt wurde. Selbst an Kleinigkeiten wurde dabei gedacht, denn: Spalten und Ritzen im Boden schaffen kleine, nur wenig wahrnehmbare, aber deutlich schräge Niveauunterschiede. Beim ersten Stolpern wundern wir uns noch über die fahrlässige Bauweise, bis uns klar wird, dass es sich dabei um Eisschollen handeln soll. Man muss tatsächlich aufpassen, nicht über die schon im Trockenen teils rutschigen Oberflächen zu stolpern, wenn sich wieder einmal ein nicht wahrnehmbarer Spalt unvorhergesehen im Boden auftut.

    Optisch ist das natürlich ein Hingucker, der noch dazu durch die an Braille-Schrift erinnernden Wände verstärkt wird.

    Und wer dann noch ins Innere einen Blick werfen möchte, wird auch hier von der modernen Architektur begeistert sein. Was wir daraus lernen? Nicht jedes Opernhaus muss klassisch-nüchtern daherkommen!

    Die Oper eignet sich tatsächlich gut für einen stimmungsvollen Tagesausklang, aber auch als Zwischenstopp auf dem Weg ins dahinter gelegene Munch Museum. Mehr dazu beim nächsten Punkt.

    6. rund um den Barcode-District: Munch Museum und viel Neues

    Wie bereits im vorigen Punkt erwähnt: Der nächste architektonische Hingucker in Oslo liegt gleich hinter der Oper. Wo man eben noch hinunterfotografiert hat, folgt bei der nächsten Station nun der Blick nach oben.

    Nicht umsonst nennt sich das Gebäude-Ensemble hinter der Oper, das im neuen Stadtviertel Bjørvika entstanden ist, „Barcode-District“. Die Büros und Wohnungen, die tatsächlich aus der Ferne einem Barcode ähneln, wirken aus der Nähe ziemlich aus dem Boden gestampft. Nicht unbedingt ein Grund, sich das Ganze aus der Nähe anzusehen, wenn man nicht gerade auf dem Weg ins neue Munch Museum ist.

    Erst im Herbst 2020 wurde das Munch Museum eröffnet, das vorher in einem anderen Stadtteil beheimatet war. Es bietet nun wesentlich mehr Platz für das Werk Edvard Munchs, der einst sein Gesamtkunstwerk von 27.000 Objekten der Stadt vermacht hat. Übersehen kann man das Gebäude nicht, noch dazu, wo es sich mit seiner Fassade aus perforierten Aluminiumplatten um einen weiteren architektonische Hingucker handelt. Einen mit Knick, wohlgemerkt.

    Munch Museum Oslo

    Neben dem „Schrei“ des expressionistischen Malers ist auf 13 Etagen und 11 Ausstellungssälen eine Werksschau aus Gemälden, Drucken, Skulpturen und Fotografien zu sehen. Die Themen drehen sich wie beim „Schrei“ um Existentielles: Liebe, Tod, Angst und Einsamkeit.

    Munch Museum

    Wir schaffen es bei unserem Besuch aus Zeitgründen leider nur ins Foyer des Munch Museums. Dass die Türen an manchen Tagen auch bis in die Abendstunden offen stehen, bemerken wir leider zu spät.

    Ganz schön viel Neues also in Oslo! Aber gibt es auch alte Seiten in der Stadt? Tipp Nr. 7 weiß mehr dazu.

    Tipp: Das Munch Museum hat von Donnerstag bis Sonntag bis 21 Uhr seine Türen geöffnet, ist also gut nach der Sehenswürdigkeiten-Tour als Abendprogramm einplanbar. Auch das Munch Museum ist im Oslo Pass enthalten (mehr dazu in den „Tipps“ ganz unten). Allerdings gibt es nur ein gewisses Kontingent pro Zeitfenster. Am besten vorab auf der Homepage schlau machen.

    7. die Museumsinsel: die alte und die maritime Seite Oslos

    Wie bereits erwähnt findet unser Städtetrip nach Oslo im März statt. Auch wenn die Fähre auf die Museumsinselim Winter nicht in Betrieb ist, wollen wir Bygdøy einen Besuch abstatten, denn: Bei insgesamt fünf Museen wird wohl für jeden Geschmack eines dabei sein. Noch dazu ist die Halbinsel am Rand der Stadt einfach ein schöner Flecken Natur.

    Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel

    Schon die Fahrt mit dem Bus zahlt sich aus, wird doch die „Bygdøy allé“, die auf die Halbinsel führt, rund um die „nobelsgate“ von wunderschönen Villen und Botschaftsgebäuden eingerahmt. Den Anfang auf Bygdøy selbst macht dann Oscarshall, das Lustschloss König Oscars I., bevor die Fahrt in einem schönen Wohnviertel mit Villen, Holzhäusern und Gärten weitergeht. Ein bisschen sieht es hier wie in einer Feriensiedlung aus, was bei der naturnahen Umgebung auch nicht ganz falsch sein kann. Ganz schnell ist man hier nämlich am Strand, der im Sommer voller Leben sprüht. Im März bemerken wir davon zwar nicht, dürfen dafür aber den Langläufern beim Ziehen ihrer Runden zusehen.

    Das Naherholungs-Inselchen kann es allerdings auch museumstechnisch gut! Wir beginnen mit dem Freilichtmuseum und tauchen danach in die norwegische Schifffahrt ein. Aber alles der Reihe nach:


    das Norsk Folkemuseum

    Ein Konzept, wie man es auch vom Salzburger Freilichtmuseum oder dem Stockholmer Skansen kennt: Alte Holzhäuser aus den letzten Jahrhunderten wurden aus den verschiedensten Regionen des Landes in diesem Freilichtmuseum zusammengestellt.

    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel
    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel
    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel
    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel
    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel
    • Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel

    Die 170 Gebäude der norwegischen Variante bestehen in der Großzahl aus Speichern und Schuppen, aber auch die obligatorische alte Schule oder einen alten Kontor kann man sich ansehen.

    Stabkirche Gol Freilichtmuseum Oslo Museumsinsel

    Highlight ist die Stabkirche aus Gol, ist sie doch nur eine von insgesamt 28 traditionellen Kirchen, die in Norwegen noch zu finden sind. Seit 1885 steht der Bau, der aus dem Jahr 1200 stammt, bereits im Freilichtmuseum – ein echt alter Hase!

    Neben dem Streifzug durch die Regionen des Landes kann man auch Indoor Interessantes zu alten Traditionen lernen. Wer am Wochenende kommt, darf Handwerkern wie Schmieden oder Tischlern in den Häusern bei ihrer Arbeit zusehen oder beim Greissler einkaufen. Mehr dazu hier.


    der Museumskomplex: Schiffe bestaunen hoch 3

    Gleich drei Museen wurden an der zur Innenstadt zeigenden Landspitze Bygdøys aufgestellt. Wer im Sommer mit der Fähre anreist, hat die drei Museen mit ihrer auffälligen Dreiecksformalso gleich prominent im Blickfeld. Im Inneren geht es dann mit interessanten Geschichten zur Seefahrt weiter.

    Museumsinsel Oslo
    • Fram Museum
      Die Möglichkeit, auf einem Polarschiff zu stehen, ist in unseren Breiten ja begrenzt. Das Fram Museum bietet also die beste Gelegenheit dafür! Ausgestellt wird die Fram, das stärkste Holzschiff, das jemals seinen Weg in die Arktis bzw. Antarktis gefunden hat und auf seiner Reise dabei am weitesten in die unwirtlichen Zonen vorgestoßen ist. Drei Jahre hielt das 1892 erbaute Polarschiff dem Packeis des nördlichen Eismeers stand. Und auch den bekannten norwegischen Eroberer Roald Amundsen hat es an den Ausgangspunkt seiner Wettlaufs zum Südpol gebracht (den er bekanntlich gewonnen hat). Dass die Fram Teil der norwegischen Identität ist, kann man sich also gut vorstellen.
    • Kon-Tiki Museum
      Ein weiterer norwegischer Abenteurer ist durch seine Pazifiküberquerung mit einem Balsa-Floß bekannt. Das Kon-Tiki Museum ist Thor Heyerdahl gewidmet, der im Jahr 1947 von Peru bis Polynesien unterwegs war, um zu beweisen, dass die Überfahrt auch in früheren Zeiten möglich war. Neben dem Original-Floß, das dem Museum seinen Namen gegeben hat, wird auch eine Nachbildung des Schilfboots „Ra“ gezeigt, mit dem Heyerdahl Jahre später von Marokko nach Barbados unterwegs war.

    • und noch ein bisserl Schifferl schauen
      Das dritte Museum am Standort, das Norwegische Seefahrtsmuseum, zeigt weitere Schiffe aus der norwegischen Seefahrtgeschichte, u.a. einen Einbaum, der bereits 2.000 Jahre am Buckel hat. Wer echte Wikingerschiffe sehen möchte, findet auf Bygdøy auch das Vikingskipshuset, das im Moment allerdings umgebaut wird und erst 2026 wieder eröffnen soll. Es zeigt drei Wikingerschiffe, die in Häuptlingsgräbern gefunden wurden. Wieder zurück im Stadtzentrum Oslos kann man dann virtuell in die Welt der Wikinger eintauchen. Neben dem Rathaus befindet sich der Viking Planet, der mit Filmen, Hologrammen und VR-Technologie den Alltag der frühen Norweger beleuchtet.

    Die Fram kann sogar im „Einsatz“ erlebt werden: Bei leichten Schiffsbewegungen und einer um das Schiff herum angebrachten Leinwand geht es an Deck gleich richtig stürmisch zu, während der Polarsimulator die Eiseskälte im eingeschlossenen Schiff demonstriert. Mehr Infos zum Museum hier.
    Ganz schön eindrucksvoll, wie sich der eigentlich unerfahrene Forscher mit der Kon-Tiki auf die nicht unstrapaziöse Reise begibt! Der Film zum Abenteuer wird im Museum gezeigt und ist empfehlenswert!
    Weitere Infos zu den drei letztgenannten gibt’s hier: Norwegisches Seefahrtsmuseum, Vikingskipshuset, Viking Planet.

    8. der Skulpturenpark: unerwartetes Sehenswürdigkeiten-Highlight Oslos

    Eigentlich ist der Ausflug in den Vigeland Skulpturenpark zuerst nur ein weiterer Punkt auf unserer Sehenswürdigkeiten-Liste, der uns vorerst keine Begeisterungsstürme entlockt. Eine Skulpturenanlage in einem Park, noch dazu etwas außerhalb des Stadtzentrums: Wir erwarten nicht allzu viel.

    Vigeland Skulpturenpark Top Oslo Sehenswürdigkeiten

    Entpuppt hat sich das Ganze als DIE Überraschung unseres Oslo Städtetrips! Ein heißer Sehenswürdigkeiten-Tipp, den man unbedingt mit ins Programm nehmen sollte, selbst wenn man nur ein paar Stunden oder einen Tag in Oslo unterwegs ist. Eine Millionen Besucher pro Jahr haben nicht ganz unrecht – aber man muss die Anlage wirklich gesehen haben, um die Besonderheit verstehen!

    Vigeland Skulpturenpark Top Oslo Sehenswürdigkeiten

    Benannt ist der Vigeland Skulpturenpark nach Gustav Vigeland, der sich mit seinem Lebenswerk hier ein mächtiges Denkmal setzte. Der norwegische Bildhauer erschuf in den 1920er bis 1940er Jahren über 200 Skulpturen aus Bronze, Granit oder Schmiedeeisen, die heute im Frognerpark, einem beliebten Naherholungsareal im gutbürgerlichen Stadtteil Majorstua, ausgestellt sind.

    Am besten betritt man den Park beim Haupteingang an der Ostseite und spaziert die Figuren, die sich auf einer Länge von 800 Metern bis zum Kulminationspunkt am Monolithen aufreihen, der Reihe nach ab ab. Den Beginn machen 58 Bronzeskulpturen, die das Geländer einer Brücke zieren. Anschließend folgt eine Brunnengruppe, und das krönende Ende wird von weiteren Granitfiguren gebildet, die sich am Stiegenaufgang zum erhöht stehenden Monolithen niedergelassen haben.

    Ganze 17 Meter ist die Steinsäule hoch, an welcher der Meister 14 Jahre gearbeitet hat. Unglaubliche 121 menschliche Figuren sind in nur diese eine Skulptur eingeflossen. Wir könnten den Monolithen ewig bewundern, um immer wieder eine neue Hand zu finden, die hier jedes noch so kleinste Eck zwischen den aneinandergeschmiegten Körpern ausfüllt.

    Und zusätzlich möchten wir auch jeden der 200 Leiber eingehend betrachten, denn: Skulpturen haben wir schon genug in unserem Leben gesehen, doch bei den Figuren Vigelands handelt es sich statt um griechische Götter oder heroische Persönlichkeiten um Menschen wie du und ich. Von Einzelskulpturen zu Paaren oder Familien ist alles dabei, wobei die menschlichen Leiber in allen möglichen Variationen ineinander verschlungen sind. Noch dazu so naturnah, als wenn es sich um echte Körper handeln würde. Auch wenn der Granit uns eines Besseren belehrt – den zarten Babypopo will und muss man einfach streicheln! Und jede Mutter wird wohl bei den täuschend echten Gefühlsausbrüchen der Kinderskulpturen ins Schmunzeln kommen ….

    Der Haupteingang zum Frognerpark befindet sich bei der Tram-Haltestelle „Vigelandsparken“ (Linie 12). Wer mehr zum Bildhauer Gustav Vigeland erfahren möchte, kann das Museum an der Südseite des Parks besuchen.

    9. rund um die Markthalle: Abstecher in ein Stück altes Oslo

    Wer noch ein bisschen Zeit auf seinem Städtetrip hat, darf auf der anderen Seite Oslos noch ein gemütliches Eck, aber auch einen weiteren „Figurenpark“ kennenlernen. Auch wenn in diesem Fall die menschlichen Körper bereits unter der Erde liegen – und sich die Skulpturen in Form von Grabsteinen zeigen.

    Damstredet Geheimtipp Oslo

    Nicht nur „Grufties“ werden ihre wahre Freude am Vår Frelsers Gravlund haben, der sich mitten im hübschen Wohngebiet eingenistet hat. Auch Kulturfreunde kommen auf ihre Kosten, nämlich bei den Gräbern von Ibsen und Munch.

    Von alten Zeiten erzählen nicht nur die wild durcheinandergewürfelten Grabsteine am Friedhof, sondern ein paar kleine Gassen, die sich auf der Ostseite des Friedhofs befinden. Ein kurzer Spaziergang führt durch die Damstredet, die noch heute einige schöne alte Holzhäuser zeigt. Oslo wie früher – einfach schön!

    • Damstredet Geheimtipp Oslo
    • Damstredet Geheimtipp Oslo
    • Damstredet Geheimtipp Oslo
    • Damstredet Geheimtipp Oslo

    Ein kleines Stück weiter darf man dann eine kurze Pause in den gemütlichen Mathallen einlegen, um sich durch nordische Spezialitäten zu kosten.

    Die Markthalle, die idyllisch am elva-Flüsschen liegt, befindet sich in einem alten Arbeiterviertel, das sich mittlerweile zum Alternativ-Mekka gemausert hat.

    Die Gräber von Ibsen und Munch sind auf dem Ort ersichtlichen Friedhofsplan eingezeichnet. Neben der Damstredet findet man auch nördlich davon in der Telthusbakken schöne alte Häuser. Öffnungszeiten & Info zu den Ständen in der Markthalle hier.

    10. am Holmenkollen: die Oslo Sehenswürdigkeitmit Blick über die Stadt

    Nach diesen vielen Sehenswürdigkeiten geht es auf unserer Oslo Reise nun aber endlich aus der Stadt hinaus. Und zwar zuerst einmal dorthin, wo man auch noch Mitte März mit Langlauf-Skiern mitten im Stadtgebiet unterwegs ist.

    Holmenkollen Schanze

    Natürlich führt uns der Weg zur Holmenkollen Sprungschanze – ist sie doch das, was man gemeinhin mit Oslo verbindet. Und so zuckeln wir ganz gemütlich den Hausberg Holmenkollen hinauf. Das geht gut mit der T-bane, die zwar eigentlich eine U-Bahn Linie ist, aber vom Feeling eher mit der Linzer Pöstlingbergbahn zu vergleichen ist. Eigentlich handelt es sich dabei auch um die erste Vorortebahn Oslos, die bereits seit 1898 existiert und erst später ins U-Bahn-Netz eingegliedert wurde.

    Terrasse für Terrasse schraubt sie sich also vom Zentrum durchs Wohngebiet hinauf, was auch ein bisschen das Gefühl vermittelt, in Innsbruck in den Karwendel hinauf zu fahren. Nur der Oslofjord erinnert klar und deutlich daran, dass man hier doch nicht in Oberösterreich oder Tirol unterwegs ist. Dennoch kann man nicht glauben, auf Städtetrip zu sein, vor allem nicht im März, denn: In einer Welt aus Schnee, Wintersportlern, Sprungschanze und Skimuseum und dem dahinter anschließenden Wandergebiet liegt die Stadt zu Füßen gleichzeitig Welten entfernt. 700 Kilometer Langlaufloipen nur 30 Minuten vom Stadtzentrum entfernt – welche Hauptstadt kann das schon von sich behaupten?

    Seit 2011 ziert eine neue Skisprung-Schanze den Holmenkollen. Wir sind natürlich – wieder einmal – zu spät dran, um den Aufzug im Inneren der Schanze zu nehmen und einen Blick von der Plattform des Sprungsturms nach unten zu erhaschen. Und natürlich auch, um das älteste Skimuseum der Welt zu besuchen, in dem sich die Norweger rühmen, den Skilauf erfunden zu haben (wollen sie doch schließlich schon mit Skiern auf den Füßen auf die Welt gekommen sein).

    Holmenkollen Schanze Blick auf Oslofjord

    Nett ist es trotzdem hier oben, und der Blick in den Oslofjord ist auch so möglich.

    Eine knappe halbe Stunde benötigt man mit der T-bane hinauf auf den Holmenkollen (Linie 1). Von der Station „Holmenkollen“ ist es ein kurzer Fußweg bis zur Schanze. Mehr zum Besuch der Schanze und des Skimuseums am Holmenkollen hier. Achtung: Im Winter die verkürzten Öffnungszeiten beachten! Am Areal kann man sich auch an einem Abfahrtspisten-Simulatur die Hänge am Holmenkollen hinunterstürzen. Witzig: Auch Skifahren im Sommer geht in Oslo, nämlich in der Indoor-Skirana SNØ.

    11. Oslo Umgebung: kleine Ausfahrt in ein hübsches Fischerdörfchen

    Bei unserer Städtereise nach Oslo geht sich noch eine weitere Erkundung des Umlands aus. Dieses Mal handelt es sich um einen richtigen Ausflug, nämlich in ein altes Fischerdörfchen, das ein Stück südlich von Oslo beschaulich an der schmalsten Stellen des Oslofjords liegt. Nur 50 Minuten sind wir mit dem Bus von der Oper unterwegs – ein Abstecher, der sich durchaus bei einem Oslo Städtetrip gut einplanen lässt.

    Oslo Umgebung Ausflug nach  Drobak

    Schon bei der Fahrt nach Drøbak haben wir das Gefühl, zwischen Wäldern und Seen im Waldviertel unterwegs zu sein. Mit dem Unterschied, dass in dieser Gegend nicht nur die Holzindustrie, sondern auch die Chemie bemerkbar macht. Dennoch: Angekommen in Drøbak, geht es dann nur mehr gemütlich zu.

    Gerade im Winter präsentiert sich das kleine Dorf noch ziemlich verlassen. Die Touristenströme, die im Sommer das Örtchen gerne be- bzw. übervölkern, lassen im März noch aus. Und für den Weihnachtskult – Drøbak ist mit seinem Weihnachtspostamt die norwegische Version von Oberndorf bzw. Christkindl bei Steyr – sind wir wiederum zu spät dran. Beste Gelegenheit, um ein bisschen authentische Dorfatmosphäre einzufangen.

    • Oslo Umgebung Ausflug nach Drobak
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    Unser kleiner Spaziergang durch den idyllischen Ort beginnt bei der Kirche, die sich samt Friedhof neben dem Badepark etwas erhöht über der Stadt befindet. Ein guter Aussichtspunkt für einen Blick in den Oslofjord, bevor wir zum kleinen Bootshafen hinunter spazieren, in dem heute Freizeitboote vor Anker liegen.

    Bis zum Beginn des 18. Jahrhundert legten hier die Segelschiffe für den Weitertransport ihrer Waren nach Oslo an. Weiße Holzhäuser aus dem 17. Jahrhundert vermitteln neben den schmalen Gassen ein bisschen vom alten Flair aus umtriebigeren Tagen.

    Oben an der Hauptstraße setzen wir den Rundgang weiter. Highlight ist der Hauptplatz der Stadt mit kleinen Geschäften, Galerie sowie der mit der hübschen blau getünchten Bibliothek.

    Das hübsche Ausflugsziel, das im Sommer als Badeort und im Winter als Weihnachtsort lockt, ist von Oslo mit dem Bus 500 erreichbar (Oslo Busterminal oder Station „Bjørvika“ bei der Oper). Der Bus fährt jede halbe Stunde und ist rund 50 Minuten unterwegs. Mehr zum Busplan hier. Die Busfahrt nach Drøbak kostet aktuell 62 NOK. Mit dem Oslo Pass fährt man gratis (mehr Tipps dazu weiter unten). Im Sommer legen Boote von Aker Brygge nach Drøbak ab (Linie B22, rund 80 Minuten, 110 NOK, nicht im Oslo Pass enthalten).
    Wer von Drøbak einen kleinen Bootsausflug unternehmen möchte, kann im Sommer die historische Festungsanlage Oskarsborg aus dem Jahr 1853 besuchen, die durch die Versenkung des deutschen Kriegsschiffs Blücher im zweiten Weltkrieg bekannt ist. Sie liegt idyllisch auf einer Insel im Oslofjord.


    und noch einmal in das ländliche Norwegen eingetaucht

    Auch die andere Seite des Oslofjords dürfen wir kennenlernen. Wer für die Anreise nach Oslo nämlich den etwas außerhalb gelegenen Anflughafen Torp Sandefjord gewählt hat, darf bei seinem Weg in die Hauptstadt durch die ursprüngliche Landschaft von Vestfold zuckeln.

    Oslo Umgebung Bahnhof Torp

    Auch wenn man dabei nicht an pittoresken Dörfern wie an der Westküste des Landes vorbeikommt: Einen interessanten Einblick in die ziemlich rurale Landschaft gibt es allemal ab, auch wenn hier ziemlich viel Industrie vorherrscht. Und das kleine Bahnhofshäuschen von Torp macht sowieso alles wett.

    Für Tipps zum Transfer vom Flughafen Torp Sandefjord nach Oslo siehe weiter unten. Weitere Ausflüge in die Umgebung von Oslo bieten sich in die olympische Stadt Lillehammer, nach Fredrikstadt (best erhaltene Festung Skandinaviens), oder in die Wikingerstadt Tonsberg an, die gleichzeitig als älteste Stadt Norwegens gilt.

    gut zu wissen: meine Tipps für den Oslo Städtetrip

    • der Oslo City Pass
      Ich bin sonst kein Freund der meist überteuerten Citypässe, aber in Oslo zahlt sich der City Pass tatsächlich aus. Wer ein paar Museen mitnehmen möchte, mit den Öffis unterwegs ist und im Sommer noch dazu das eine oder andere Boot besteigen möchte, kommt damit wirklich günstiger weg.
    • die öffentlichen Verkehrsmittel von Oslo
      Im City Pass sind die Zonen 1+2 enthalten, womit sich z.B. auch die Fahrt nach Drøbak ausgeht (siehe Tipp 11). Mit Tram, Bus und U-Bahn kommt man gut durch die Stadt. Mehr zum öffentlichen Netz hier.
    • wie vom Flughafen in die Stadt kommen
      Vom Flughafen Oslo reist man öffentlich per Zug, Express-Flughafenzug oder Bus nach Oslo an (mehr Infos dazu hier). In Torp Sandefjord kann man den Expressbus oder Zug besteigen (siehe hier).
    • wie bezahlen in Oslo
      Wie auch sonst in den skandinavischen Ländern ist Barzahlung in Oslo nicht mehr üblich. Eigentlich kommt man während des gesamten Städtetrips ohne Scheine und Münzen durch. Aber Achtung, in Norwegen regiert die Krone und es somit auch nicht Teil der Europäischen Währungsunion, was bedeutet, dass für jede einzelne Transaktion – und sei es der schnell eingekaufte und per Karte bezahlte Kaugummi – extra Spesen abgerechnet werden, die durchaus einen Euro oder mehr (pro Transaktion) betragen können. Es zahlt sich also aus, gerade für die diversen Kleingeschäfte einen gewissen Betrag in bar abzuheben – auch, wenn Barzahlung vielleicht nicht mehr gerne gesehen wird.

    mehr Städtereisen-Tipps

    wo ich aktuell unterwegs bin: Ausgeflogen auf Facebook


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