Ein Büro im Lift? ZLÍN und das außergewöhnliche Erbe der Baťa-Planstadt

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Das mobile Büro gilt als Schlagwort unserer Zeit. Dabei wurde diese Idee vor fast 100 Jahren schon beim berühmten BaťaLift realisiert: ein Ausflug ins ostmährische Zlín.


Schon einmal vom berühmten Büro im Baťa-Wolkenkratzer in Zlín gehört? Gar nicht weit von der österreichischen Grenze entfernt lässt sich im tschechischen Ostmähren entdecken, wie ein Visionär vor rund 100 Jahren eine Stadt der Zukunft formte. Zlín wurde dabei nicht nur zur internationalen Schuhmetropole, sondern auch zum Vorbild für zahlreiche Planstädte weltweit.

Das unbestrittene Highlight eines Besuchs ist der legendäre Lift im Baťa-Wolkenkratzer. Bereits damals eine Sensation, gilt er bis heute als wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt Zlín.

Wie alles begann – und was sich rund um den Schuh und das Erbe von Baťa in Zlín bis heute entdecken lässt – gibt es im Folgenden zu entdecken.

Ausgeflogen nach Zlín: mehr als „nur“ der berühmte Bürolift im Baťa-Wolkenkratzer
1. Die Zlín-Werke: eine neue Art des Lebens und Arbeitens
2. Der Baťa-Lift: eine Fahrt im mobilen Büro der besonderen Art
3. Die Schuhausstellung in Zlín: Einblicke in das Baťa-Imperium
4. Das Tomáš-Baťa-Memorial: gewaltig, aber dennoch schlicht
5. Weitere Sehenswürdigkeiten in Zlín: was man sonst noch in der Baťa-Stadt entdecken kann
6. Ausflugsziele rund um Zlín: vom Schloss bis hin zum Slivovitz

Mein Übernachtungstipp für Zlín

Zlín in Ostmähren: zu Besuch im „tschechischen Detroit“ der 1930er Jahre

Als „tschechisches Detroit“ ging Zlín in die Geschichte ein. Die Stadt wuchs mit Tomáš Baťa, der sich von Henry Ford inspirieren ließ und weit mehr als ein architektonisches Konzept verfolgte: Er entwarf eine Modellstadt mit neuen Vorstellungen vom Leben und Arbeiten. Der Funktionalismus wurde dabei zum sichtbaren Zeichen dieses Aufbruchs in die Moderne.

Aus einer kleinen Stadt im mährischen Hinterland entwickelte sich Zlín in den 1920er- und 1930er-Jahren innerhalb kürzester Zeit zur Welthauptstadt der Schuhe. Bis zu seinem Tod im Jahr 1932 vergrößerte Tomáš Baťa die Stadt von rund 3.000 auf über 40.000 Einwohner. Täglich wurden hier bis zu 280.000 Paar produziert.

Baťa schuf jedoch mehr als ein Industrieimperium. Zlín wurde zum Vorbild für Arbeiten und Leben – und Baťa zur wichtigsten Firma der gesamten Tschechoslowakei. Mehr als 30 „Little Zlíns“ entstanden weltweit nach Vorbild der ostmährischen Stadt, ehe die Baťa-Schuhwerke 1945 verstaatlicht wurden.

Heute befindet sich der Firmensitz des Baťa-Imperiums zwar nicht mehr in Zlín, die Schuhe sind aufgrund der Fortführung der Geschäfte aus dem Ausland bis heute rund um den Globus erhältlich.

1. Die Zlín-Werke: eine neue Art des Lebens und Arbeitens

Der einstige Firmensitz der Baťa-Werke ist bis heute zugänglich – allen voran der Baťa-Wolkenkratzer auf dem historischen Fabriksgelände. Schon die Fahrt hinauf in den 16. Stock eröffnet einen eindrucksvollen Blick über Zlín.

Auf der einen Seite erstrecken sich ehemalige Fabrikgebäude, in denen der Funktionalismus seine Spuren hinterlassen hat: Stahlbetonskelette, Backsteinmauerwerk und große Metallfenster schufen helle, effiziente Arbeitsräume.

Zlin Sehenswürdigkeiten Ausblick Bata Wolkenkratzer

Auf der anderen Seite prägen charakteristische Backsteinhäuser die sanft abfallenden Hänge der Stadt. Dabei handelt es sich um Wohnkolonien, die nach den Vorstellungen Baťas entstanden sind.

Zlin Sehenswürdigkeiten Ausblick Bata Wolkenkratzer

Die Stadt wurde in den 1920er- und 1930er-Jahren für Arbeiter interessant. Sie fanden hier eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich moderne Wohnqualität vor: Warmwasser, Heizung und Strom waren selbstverständlich. Die Häuser sollten einfach, effizient und leistbar sein – standardisiert im Grundgerüst, aber angepasst an unterschiedliche Bedürfnisse. Einfamilienhäuser, Doppelhäuser oder größere Einheiten für mehrere Familien gehörten ebenso zum Konzept.

Ökonomisch war das Modell ebenso bemerkenswert. Die Löhne lagen rund ein Drittel über dem europäischen Durchschnitt, junge Menschen – vor allem in ihren Zwanzigern – konnten sich hier früh etwas aufbauen. Ein Teil des Gehalts wurde zudem mit zehn Prozent verzinst auf einer firmeneigenen Bank angelegt. Baťa galt damit als äußerst attraktiver Arbeitgeber.

Zlin Sehenswürdigkeiten Bata

Service- und Freizeitangebote bereicherten das Leben in Zlín zusätzlich, dazu zählten Kinderbetreuung, Einkaufszentren und ein Kino. Letzteres galt zeitweise als größtes in Europa, nicht zuletzt entstanden auch Filmstudios in der Stadt.

Auffällig ist bis heute das viele Grün zwischen den Bauten. Kleine Gärten, Freiflächen und Bäume prägen das Stadtbild. Baťas Idee war es, die Siedlungen in die umliegende Landschaft einzubetten und Raum für Erholung zu schaffen.

Während das Fabrikareal früher eingezäunt und den Beschäftigten vorbehalten war, ist es heute offen zugänglich. Shops und Cafés sind eingezogen – und natürlich befindet sich hier auch die bekannteste Sehenswürdigkeit Zlíns: der legendäre Baťa-Lift im Wolkenkratzer.

2. Der Baťa-Lift: eine Fahrt im mobilen Büro der besonderen Art

Wer heute nach Zlín kommt – auch ohne Architekturstudium – tut das meist aus einem ganz bestimmten Grund: und zwar aufgrund einer Sehenswürdigkeit, die bis heute fasziniert. Der berühmte Lift im Baťa-Wolkenkratzer ist weit mehr als ein technisches Kuriosum, er ist Symbol einer ganzen Epoche.

Zu finden ist er im höchsten Gebäude des ehemaligen Fabrikareals, dem sogenannten Baťa-Wolkenkratzer, offiziell als Gebäude Nr. 21 bekannt.

Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21

Errichtet wurde das Verwaltungsgebäude zwischen 1936 und 1939, und zwar nicht mehr unter Tomáš Baťa selbst, sondern unter der Leitung seines Halbbruders Jan Antonín Baťa, der nach dessen Tod die Baťa-Werke übernahm. Mit 77,5 Metern Höhe und 16 Stockwerken galt das Gebäude damals als zweithöchstes in Europa. Jedes Stockwerk war als Großraumbüro für rund 200 Menschen konzipiert – am schnellsten erreichbar mit dem Lift.

Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21

Der Lift war damals seiner Zeit weit voraus: Telefon, Steuerpult für verschiedene Funktionen, ein eigenes Waschbecken sowie Heizung und Klimaanlage gehörten zur Ausstattung.

  • Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21
  • Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21
  • Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21

Ob der fahrende Arbeitsplatz ursprünglich der Kontrolle der Angestellten dienen sollte, darüber sind sich Historiker bis heute uneinig. Fest steht: Jan Antonín Baťa selbst arbeitete nie in diesem Büro. Als der Lift fertiggestellt wurde, befand er sich bereits im Exil in den USA.

Ein Wunder, dass der Bau die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg 1944 unbeschadet überstand. Nach einer umfassenden Renovierung ist der Baťa-Lift heute wieder voll funktionsfähig. Und auch wenn man viel darüber gelesen oder gehört hat – die Fahrt selbst ist eine außergewöhnliche Erfahrung, wenn, am Schreibtisch stehend, die Welt draußen an einem vorbeifährt.

Zlin Bata Lift Gebäude Nr. 21

Damals ein Hingucker – und auch definitiv heute einer. Eine Sehenswürdigkeit, die Zlín auch außerhalb Tschechiens berühmt gemacht hat.

Wie eine Fahrt mit dem Baťa-Lift in Action aussieht, gibt es hier zu sehen.

Von der Terrasse in der 16. Etage (geöffnet von 8 – 21 Uhr) bietet sich ein weiter Blick über die Stadt. Auch ein Paternoster kann im Gebäude bewundert werden. Das eigentliche Highlight bleibt jedoch die Fahrt im mobilen Büro selbst. Eine Reservierung über das 14|15 Baťa-Institut ist empfehlenswert, idealerweise rund zwei Wochen im Voraus. Wer spontan vorbeikommt, kann den Lift zumindest aus nächster Nähe erleben.

3. Die Schuhausstellung in Zlín: Einblicke in das Baťa-Imperium

Wer noch tiefer in die Welt von Baťa eintauchen möchte, findet gleich nebenan den idealen Ort dafür. Im 14|15 Baťa-Institut, zwei renovierten und zusammengelegten Fabrikgebäuden, sind einige Ausstellungen unter einem Dach vereint: das Museum für Südostmähren, die größte Schuhsammlung Europas und eine umfassende Ausstellung zur Geschichte des Baťa-Imperiums.

Ein erstes Highlight ist die original erhaltene Produktionslinie der Baťa-Schuhwerke – zumindest ein Teil davon. Sie vermittelt anschaulich, wie effizient und arbeitsteilig hier produziert wurde und bildet den Auftakt zur beeindruckenden Sammlung. Mit über 600 Exponaten zählt sie zur zweitgrößten Schuhsammlung der Welt.

Für diesen Rundgang sollte Zeit eingeplant werden. Neben Klassikern wie dem robusten, schwarzen Schnürschuh der k.u.k.-Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg finden sich historische Stücke aus dem Mittelalter, der Renaissance oder dem Venedig des 16. Jahrhunderts.

Dazu kommen außergewöhnliche Exponate aus aller Welt: Schuhe aus der Zeit des chinesischen Kaiserreichs, afrikanische Sandalen oder kunstvoll gearbeitete Modelle aus Indien.

Auch moderne Ausreißer fehlen nicht – etwa überdimensionale „Boote“, die einst Basketballstar Shaquille O’Neal getragen hat. Die Sammlung spannt damit einen Bogen von jahrhundertealter Handwerkskunst bis zur Popkultur der Gegenwart.

Eine weitere Ausstellung auf dem Areal widmet sich dem „Prinzip Baťa“ und damit der Unternehmerfamilie selbst. Erzählt wird die Geschichte des Firmengründers Tomáš Baťa, der 1932 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ebenso wie jene seines Halbbruders Jan Antonín Baťa,der danach die Leitung übernahm. Er ließ den Wolkenkratzer sowie den Baťa-Kanal (siehe unten) errichten und emigrierte 1939 aus politischen Gründen in die USA, danach nach Südamerika, wo er die brasilianische Staatsbürgerschaft annahm.

Auch die nächste Generation wird beleuchtet: Tomáš Baťa junior, Sohn des Firmengründers, entwickelte Baťa von Kanada aus zu einem weltweit führenden Schuhkonzern mit tausenden Filialen und Dutzenden Fabriken rund um den Globus. Im hohen Alter von 93 Jahren starb er im Jahr 2008 im kanadischen Toronto.

Abgerundet wird der Besuch durch Einblicke in die Geschichte der Filmstudios in Zlín, die eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden sind. Weitere Informationen zum 14|15 Baťa-Institut gibt es hier.

4. Das Tomáš-Baťa-Memorial: gewaltig, aber dennoch schlicht

Ein Denkmal wie dieses sieht man selten. Dem Firmengründer und Stadterneuerer Tomáš Baťa wurde in Zlín kein klassisches Monument gewidmet. Stattdessen entstand eine ganze Halle zu seinen Ehren – und zwar eine „gläserne.

Im Jahr 1933 in nur vier Monaten Bauzeit errichtet, folgt das Tomáš-Baťa-Memorial in Architektur und Idee an Baťas Prinzipien von Einfachheit und Klarheit. Der Bau besteht ausschließlich aus Beton, Eisen und Glas und basiert auf strengen Normmaßen.

Tomas Bata Memorial Zlin

Bereits in den ersten zehn Jahren besuchten rund 1,5 Millionen Menschen das Memorial. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude bei Bombardierungen schwer beschädigt. Ab 1948 diente es unter dem Namen „House of Arts“ anderen Zwecken, unter anderem als Sitz der Zlíner Philharmonie. Erst 2018 kehrte das Memorial nach einer umfassenden Rekonstruktion zu seinem ursprünglichen Zweck zurück.

Der Innenraum wirkt bewusst reduziert. Abgesehen von einem Modell des Flugzeugs Junkers F 13, in dem Tomáš Baťa und sein Pilot Jindřich Brouček 1932 ums Leben kamen, ist der Raum nahezu leer. Eine schlichte Treppe führt in den Zwischenstock und weiter in die obere Ebene. Schlanke Säulen strukturieren den Raum, mehrere Reihen von fackelartigen Lampen unterstreichen die feierliche, fast meditative Atmosphäre.

Das Tomáš-Baťa-Memorial kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Tickets sind im benachbarten Gebäude erhältlich; aktuelle Informationen finden sich hier.

5. Weitere Sehenswürdigkeiten in Zlín: was man sonst noch in der Baťa-Stadt entdecken kann

Mein Besuch in Zlín war zeitlich begrenzt, doch die Stadt hat deutlich mehr zu bieten – vor allem für jene, die sich für Tomáš Baťa und seine Idee einer funktionalen, durchdachten Stadt interessieren.

Zu den wichtigsten Orten zählt die Villa von Tomáš Baťa, sein ehemaliges privates Wohnhaus. Sie gilt als herausragendes Beispiel funktionalistischer Architektur und gibt Einblick in das Leben des Unternehmers abseits der Fabriken. Darüber hinaus ist in Zlín eine weitere Villa sehenswert – und auch kulinarisch einen Besuch wert.


Restaurant-Tipp der besonderen Art: La Villa

Das beste Haus in Zlín, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern, ist La Villa – ein kulinarisches Highlight, das schon durch seine Lage am Waldrand außerhalb der Stadt beeindruckt.

Restaurant-Tipp Zlin La Villa

Dem Besucher vermittelt das Anwesen das Gefühl, privat zum Essen eingeladen zu sein. Der Name ist denn auch Programm: Die Villa aus dem Jahr 1941 war einst Wohnsitz des Großvaters Václav Havels, der zur Führungsebene der Baťa-Werke zählte.

Auch das Interieur spiegelt die Zeit wider und bildet einen bewussten Gegenentwurf zu den funktionalen Häuserkolonien der Baťa-Architektur. Die Menüs eröffnen eine stilvolle Entdeckungsreise durch die regionale Küche, ergänzt durch kreative Akzente.

Mehr Infos zum Restaurant La Villa gibt es hier.


Der Baťa-Kanal: Ausflugstipp für Radfahrer und Genießer

Ein weiterer lohnender Ausflug führt entlang des Baťa-Kanals hinaus aus der Stadt. Die Wasserstraße verläuft parallel zur March und diente ab 1938 dem Transport jener Kohle, die in den Baťa-Werken von Zlín benötigt wurde.

Batakanal Radweg

Heute ist der Kanal ein beliebtes Freizeitgebiet für Bootsfahrten und Radtouren. Der Radweg führt auf rund 80 Kilometern von Kroměříž bis Hodonín. Einen Teil davon durfte ich bei meiner Radtour durch die Mährische Slowakei kennenlernen.

6. Ausflugsziele rund um Zlín: vom Schloss bis hin zum Slivovitz

Was lässt sich zusätzlich rund um Zlín entdecken? Ostmähren hält einige lohnende Sehenswürdigkeiten bereit – von historischen Stätten bis zu kulinarischen Genüssen. Tauchen wir ein die Welt der Ausflugsziele rund um Zlín.


Kroměříž: die Barockperle Mährens

Ein Klassiker unter den Ausflügen ist Kroměříž, nur eine kurze Fahrt von Zlín entfernt. Das erzbischöfliche Schloss samt Gärten zählt zum UNESCO-Welterbe und gilt als eines der schönsten Ensembles des Landes.

Ausflugsziele Zlin Schloss Kromeriz

Seinen heutigen Glanz verdankt Kroměříž dem Olmützer Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn, der der Stadt nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges ab 1664 neues Leben einhauchte. Schon seit dem 13. Jahrhundert diente das damalige Kremsier als Sommerresidenz der Bischöfe von Olmütz. Rund 30 Jahre nach Beginn des Wiederaufbaus präsentierte sich die Stadt als frühbarockes Gesamtkunstwerk.

  • Schloss Kromeriz Reichstagssaal Rokoko
  • Schloss Kromeriz Tizian
  • Schloss Kromeriz
  • Schloss Kromeriz

Bei einer Schlossführung entdeckt man prunkvolle Säle, die in der Geschichte der Habsburgermonarchie eine Rolle spielen, sowie eines der wertvollsten Gemälde Tschechiens. Dazu gehört ein Besuch der Schlossgärten – einfach top!


Mehr zur Barockperle Mährens

Kromeriz Sehenswürdigkeiten

Was man neben dem Prunkschloss und seinen Gärten zu sehen bekommt: Kroměříž

Vizovice: wo der Geist reift

Nur rund 15 Kilometer von Zlín entfernt liegt Vizovice – eine Kleinstadt, in der seit Jahrhunderten Hochprozentiges entsteht. Hier hat die weltweit bekannte Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek ihren Sitz, deren über 400 Jahre alte Tradition bis heute fortgeführt wird.

Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel

Die charakteristische bauchige Flasche steht längst für die Marke. Neben den typischen Zwetschkenbränden entstehen Edelbrände aus Birnen, Marillen, Kirschen und Äpfeln.

Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel

Das Unternehmen zählt heute zu den größten Obstbrandherstellern der Welt und ist zugleich der größte Zwetschkenzüchter Tschechiens. Herzstück des Sortiments ist der Slivovitz: dreifach destilliert und mindestens drei Jahre gereift, in den Varianten klar, goldfarben aus dem Eichenfass, unverschnitten oder koscher. Gerade der koschere Slivovitz spielte eine besondere Rolle für den Export in die USA nach der Prohibitionszeit.

Rund 25.000 Zwetschkenbäume gehören heute zum Betrieb, das Klima in der Region gilt als ideal. Ziel ist, die historische Kulturlandschaft wiederherzustellen: Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Hänge rund um Vizovice mit bis zu 70.000 Obstbäumen bedeckt.

  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek
  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel
  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel
  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel
  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel
  • Slivovitz-Brennerei Rudolf Jelínek Zlin Umgebung Ausflugsziel

Die Produktionsstätte, in der seit 1894 gearbeitet wird, kann besichtigt werden. Verkostungen gehören dabei ebenso dazu wie Einblicke in Reifung und Abfüllung.

Mehr Infos zur Führung durch die Slivovitz-Brennerei gibt es hier.


Walachisches Freilichtmuseum: gelebtes Brauchtum im lebendigen Museum

Ein weiteres Highlight Ostmährens ist das Walachische Freilichtmuseum in Rožnov pod Radhoštěm – mit über 140 historischen Gebäuden auf 50 Hektar als größtes und ältestes Freilichtmuseum seiner Art in Mitteleuropa bekannt.

Walachisches Freilichtmuseum Rozno

Die Region im Nordosten Mährens darf nicht mit der gleichnamigen Region in Rumänien verwechselt werden. Dennoch gaben derselbe Volksstamm der Mährischen Walachei am Rand der Beskiden ihren Namen und prägten die eigenständigen Traditionen und Bräuche, die hier bis heute bewahrt werden.

Im Freilichtmuseum lässt sich anschaulich das Leben einer Kleinstadt von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre erleben – mit Einrichtungen wie Post, Schule und Kirche. Ebenso wird das ländliche Leben der bäuerlichen Bevölkerung der Mährischen Walachei gezeigt.

Tipp: Einen Blick in den Veranstaltungskalender werfen! Wer zu traditionellen Vorführungen kommt, erlebt die Häuser „besetzt“ und kann alte Handwerkstechniken live beobachten. Mehr Infos zum Besuch des Walachischen Freilichtmuseums gibt es hier.


Mehr zum Walachischen Freilichtmuseum

Walachisches Freilichtmuseum Winter schöner Weihnachtsmarkt Tschechien

Der vielleicht schönste Weihnachtsmarkt in Tschechien: Adventzauber im Walachischen Freilichtmuseum

Übernachtungstipp für Zlín

Wer ein Hotel für eine Übernachtung im Zentrum sucht, von dem aus die Sehenswürdigkeiten Zlín fußläufig erreichbar sind, ist im Hotel Prior & Energy Spa* bestens aufgehoben.

Übernachtungstipp für Zlín

In den unteren Etagen des Gebäudes befindet sich ein Einkaufszentrum samt Restaurant, während die Zimmer in den oberen Etagen einen schönen Blick über die Stadt – unter anderem auf das historische Fabrikgelände – bieten.

Modern und funktional eingerichtet, stellt das Hotel alles bereit, was man für einen komfortablen Aufenthalt benötigt – inklusive Spa-Bereich

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Herzlichen Dank an Czech Tourism für die Einladung nach Zlín! (Werbung)

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