Wo der BERGDOKTOR zu Hause ist: die DREHORTE am Wilden Kaiser
Bergdoktor-Praxis, Gruberhof, Filmgasthof und Hintersteiner See: meine Tipps für die Besichtigung der Bergdoktor-Drehorte am Wilden Kaiser. (Werbung)
Wohl jeder, der Urlaub am Wilden Kaiser macht, wird sich die Bergdoktor-Drehorte ansehen wollen – dafür muss man nicht einmal ein eingefleischter Fan der beliebten Hauptabendserie sein. Schließlich liegen die Originalschauplätze mitten in dieser ohnehin schon beeindruckenden Bergkulisse.
Auch ich habe deshalb zwischen meinen Wanderungen immer wieder die Gelegenheit genutzt, bei den verschiedenen Drehorten vorbeizuschauen. Und ganz ehrlich: Ob Bergdoktor-Fan oder nicht – schöne Motive sind es allemal.
2. Der CHARMANTESTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Dorfplatz von Going
3. Der ABGELEGENSTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Gruberhof
4. Der MALERISCHSTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Hintersteiner See
Bergdoktor schauen: und gleichzeitig die schönsten Orte am Wilden Kaiser entdecken
Seit 2008 flimmert der „Bergdoktor“ über die Bildschirme und hat sich vor allem in Deutschland zu einem echten Publikumsliebling entwickelt. Mehr als sechs Millionen Zuschauer verfolgen die Serie regelmäßig. Viele davon möchten irgendwann auch sehen, wo die Geschichten rund um Martin Gruber tatsächlich zum Leben erweckt werden.
Die Kulisse dafür könnte kaum passender sein: Gedreht wird mitten in der beeindruckenden Bergwelt des Wilden Kaisers. Zu den bekanntesten Original-Schauplätzen zählen der Gruberhof in Söll, die Bergdoktor-Praxis in Ellmau, der Film-Gasthof „Wilder Kaiser“ in Going und der Hintersteiner See bei Scheffau.

Doch wie besichtigt man die Drehorte am besten? Wer mehr über die Schauplätze erfahren möchte, kann sie im Rahmen von Führungen besuchen. Es gibt auch vom Tourismusverband angebotene Wanderungen und Radtouren, bei denen man gleich mehrere Originalschauplätze miteinander verbindet.
Wer die Drehorte lieber auf eigene Faust entdecken möchte, kann das natürlich ebenfalls tun. Und wer gleich mehrere auf einmal sehen möchte, für den bietet sich eine Radtour an. So lassen sich die verschiedenen Schauplätze gut miteinander verbinden – wobei man für den Gruberhof und den Hintersteiner See durchaus ein paar Höhenmeter in Kauf nehmen muss.
Es gibt zahlreiche Aktivitäten und Events, die regelmäßig für Bergdoktor-Fans angeboten worden: von der Ellmauer Filmwanderung bis zur Traktorfahrt zum Gruberhof, den Fantagen im Mai oder dem Bergdoktor Bergfest im September. Mehr Infos dazu hier.
Die schönsten Orte am Wilden Kaiser mit dem E-Bike erkunden
Besonders praktisch: Die wichtigen Bergdoktor-Schauplätze verteilen sich gut auf die Kaiserorte, sodass man bei einer Runde gleich alle vier Orte miteinander verbinden kann. Nebenbei nimmt man ganz dabei auch einige der schönsten Plätze rund um den Wilden Kaiser mit.

Die komplette Runde beginnt am Kirchplatz von Going, führt danach zur Bergdoktor-Praxis, zum Bergdoktor-Wohnhaus und dazwischen zum Hintersteiner See. Letzteren hatte ich bei einer meiner Wanderungen bereits ausführlich kennengelernt, weshalb ich ihn bei meiner Radtour bewusst ausgelassen habe.
Stattdessen habe ich die Tour ein wenig nach meinem Geschmack erweitert und den einen oder anderen „Schlenkerer“ eingebaut. So lässt sich zum Beispiel in Ellmau noch die Marienkapelle mitnehmen. Und überhaupt: Wenn man schon mit dem E-Bike unterwegs ist, kann man auch dort anhalten, wo sich plötzlich ein besonders schöner Blick auf den Kaiser auftut.
Insgesamt kommen bei der offiziellen E-Bike Radtour zu den Drehorten am Wilden Kaiser 51 Kilometer und 990 Höhenmeter zusammen. Die Route kann man sich hier ansehen bzw. downloaden.
Bei der von mir gefahrenen Route waren es – ohne den Abstecher nach Scheffau und zum Hintersteiner See, dafür mit zusätzlichen kleinen Schlenkerern – immerhin noch 37 Kilometer und 660 Höhenmeter. Die von mir geradelte Route gibt es hier zum Download.
Mehr zu den schönsten Orten am Wilden Kaiser
Meine Tipps für ganz besondere Plätze: Sehenswürdigkeiten am Wilden Kaiser
1. Der BEKANNTESTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: die Bergdoktor-Praxis
Beginnen wir mit dem wohl berühmtesten der vier Drehorte: der Bergdoktor-Praxis in Ellmau. Klar, da wollen viele hin – und nachdem sie direkt an der Straße liegt, ist sie auch recht einfach zu erreichen. Zwar nicht mitten im Ort, aber das ist vielleicht auch ganz gut so.

Beim Gebäude handelt es sich eigentlich um den Bauernhof Hinterschnabel, der bereits 1694 erstmals erwähnt wurde. Heute werden hier nur mehr die Felder bewirtschaftet. Der Hof selbst stand leer, als er für die Dreharbeiten entdeckt wurde. Für die Serie wurde das Innere zur Arztpraxis umgebaut und ist seit 2007 Schauplatz der Bergdoktor-Praxis.
Bei meinem Besuch war gerade Drehzeit beziehungsweise der Aufbau dafür im Gange. Ein aufgestellter Scheinwerfer vor dem Fenster war jedenfalls ein ziemlich eindeutiger Hinweis darauf, dass hier gerade tatsächlich für die Serie gearbeitet wurde – und nicht nur für die Touristenkulisse.
Besichtigung: Di, Mi, Fr und Sa, jeweils von 9.30 bis 12 Uhr. Eintritt: € 4-, (Kinder bis 6 Jahre gratis).
2. Der CHARMANTESTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Dorfplatz von Going
Auch der Bergdoktor-Drehort in Going ist ganz einfach zu erreichen – am Dorfplatz kommt ohnehin jeder vorbei. Und wenn man zur richtigen Zeit dort ist, gibt es gleich mehr zu sehen: etwa den Handwerkskunstmarkt oder die Musikkapelle Going, die hier im Sommer regelmäßig aufspielt. Viel Zeit braucht man für den Abstecher also nicht.

Der eigentliche Star ist dabei der Film-Gasthof „Wilder Kaiser“, der mit seinem wunderschönen Blumenschmuck schon von außen ein echter Hingucker ist. Was im Fernsehen wie ein gemütlicher Gasthof wirkt, war ursprünglich ein Bauernhaus. Und tatsächlich wohnt hier noch ein älterer Herr. Für die Serie werden allerdings nur die Außenaufnahmen hier gedreht. Die Innenaufnahmen des Restaurants entstehen im Föhrenhof im Ellmauer Ortsteil Auwald.
3. Der ABGELEGENSTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Gruberhof
Wer hierher will, muss entweder eine Führung buchen – oder gut zu Fuß sein. Alternativ packt man die Höhenmeter mit dem Rad. Denn der Gruberhof, Wohnort von Martin Gruber und seiner Familie, liegt in Söll. Von Going aus ist das schon einmal ein gutes Stück entfernt. Und dann geht es auch noch hinauf auf den Söller Bromberg, genauer genommen auf rund 1.000 Meter Seehöhe. Heißt: ein bisschen muss man sich schon hinaufschnaufen.

Was in der Serie als Gruberhof bekannt ist, heißt eigentlich Köpfinghof und gehört der Familie Mayr. Der Hof ist ein typischer Unterinntaler Einheitshof und damit auch abseits seiner Rolle als Bergdoktor-Drehort interessant.
Besonders schön ist die Lage: Von der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick auf den Wilden Kaiser, den Pölven und die Hohe Salve. Gerade am Nachmittag bekommt die Sonne das alte Holzgebälk schön zu fassen – und dann versteht man auch, warum gerade dieser Hof als Wohnort der Grubers so gut funktioniert. Wer hier oben steht, hat jedenfalls nicht nur einen Bergdoktor-Drehort erreicht, sondern auch einen ziemlich feinen Aussichtspunkt auf rund 1.000 Metern.
Parken am Bergdoktorparkplatz in Söll (€ 5,-). Von dort sind es rund 3,5 km und 300 Höhenmeter bis zum Hof. Eintritt: € 9,- für Erwachsene, € 5,- für Kinder, bis 5 Jahre gratis. Da der Hof bewohnt ist, ist eine Besichtigung nur während der Öffnungszeiten (Mo–Sa) möglich.
4. Der MALERISCHSTE Bergdoktor-Drehort am Wilden Kaiser: der Hintersteiner See
Klar, der Hintersteiner See ist der wahre Gewinner unter den Bergdoktor-Drehorten am Wilden Kaiser. Auch er liegt nicht gerade zentral, dafür umso schöner – und dieses Mal ist die Anreise mit dem Wanderbus ganz unkompliziert. Wer am Wilden Kaiser Urlaub macht, sollte dieses Naturjuwel ohnehin nicht auslassen.

Der rund 56 Hektar große See liegt auf 883 Metern Seehöhe oberhalb von Scheffau, direkt am Fuß des Wilden Kaisers. Mit seinem glasklaren, türkis schimmernden Wasser zählt er zu den saubersten Naturbadeseen Tirols. Und auch bei der Wahl zu den „9 Schätzen, schönsten Plätzen Tirols“ konnte er 2018 überzeugen: Platz 1 als schönster Platz Tirols – und dazu noch Platz 2 im österreichweiten Ranking.
Wer den See umrunden möchte, kann das problemlos tun. Das Nordufer ist asphaltiert und entsprechend gemütlich zu gehen. Viel schöner ist allerdings das Südufer: Hier führt der Weg durch den Wald, geht immer wieder ein wenig auf und ab und eröffnet zwischendurch wunderschöne Blicke auf das glasklare, türkise Wasser und die mächtige Bergwand dahinter.


Und auch für eine Pause ist gesorgt: Rund um den See finden sich links und rechts Ausflugsgasthöfe, dazu ein Strandbad – und wer möchte, nimmt ein paar Höhenmeter in Kauf und garniert die Wanderung mit einem Einkehrstopp auf der Walleralm. Viel mehr braucht es für einen gelungenen Ausflug eigentlich nicht.
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