EISENSTADT Ausflug: was man in der Haydn-Stadt tun kann

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Und was beim Eisenstadt Ausflug so romantisch ist: ein Sehenswürdigkeiten-Rundgang in der kleinsten Landeshauptstadt Österreichs – oder der „kleinsten Großstadt der Welt“.


An Eisenstadt bin ich bis dato eigentlich nur vorbeigefahren. Aber die kleine Landeshauptstadt hat neben dem Schloss auch noch andere Sehenswürdigkeiten zu bieten – mit dem Vorteil, dass hier alles so schön nebeneinander liegt und leicht „abzubummeln“ ist. Kultur, Shopping und ein wunderschöner Schlosspark. Klein und fein ist´s in der Haydn-Stadt! Ein guter Grund, einen Ausflug nach Eisenstadt zu unternehmen.

Ausgeflogen nach Eisenstadt: was man auf Ausflug in Österreichs kleinste Landeshauptstadt tun kann
1. Kultur: natürlich mit dem Schloss beginnen
2. Genuss: sich neben dem Schloss (herum)treiben lassen (und ein bisschen shoppen)
3. Muße: im romantischen Schlosspark lustwandeln
4. Neugier: schaun, was es in Eisenstadt mit einer „Bergkirche“ auf sich hat
5. Ausblick: und auch, auf welches „Gebirge“ man hier sehen kann

Eisenstadt – die „kleinste Großstadt der Welt“

So der Eisenstädter Slogan. Als „Großstadt“ würde ich die Hauptstadt des Burgenlands mit ihren nicht einmal 15.000 Einwohnern zwar nicht bezeichnen, aber vermarkten lässt sichs so natürlich gut.

Der Slogan gefällt mir, aber nicht nur der: auch „Stadt-Bus statt U-Bahn“, oder: „Weitblick statt Skyline“. Womit schon alles gesagt wäre zu dem, wo wir uns hier befinden – in einer kleinen, unaufgeregten netten Stadt am Rande des Leithagebirges, in unmittelbarer Nähe zu einem der schönsten Naherholungsgebiete Österreichs, dem Neusiedlersee.

Eisenstadt ist erst seit 1925 eine Hauptstadt, und als „Zentrum“ tut sich die Freistadt bei dem in die Länge gezogenen Bundesland auch schwer: Noch dazu ist die Zugverbindung von Wien aus nach Wiener Neustadt besser als nach Eisenstadt, hier muss zuerst der Umweg über Neusiedl/See genommen werden. Geschweige denn ein Zug in den Süden des Bundeslandes….

Aber: Mit dem Auto ist man schnell hier. Zeit also für einen Abstecher in die kleine feine Landeshauptstadt!


Warum überhaupt einen Sehenswürdigkeiten-Ausflug nach Eisenstadt machen?

  • weil es hier eine wirklich sehr nette Fußgängerzone mit guten Einkaufsmöglichkeiten gibt
  • weil man den Schlosspark leicht unterschätzt – der Leopoldinentempel ist herrlich romantisch inszeniert
  • weil man hier so nah am Neusiedlersee ist und damit Kultur, Kinder und Sport gut unter einen Hut bringen kann
  • weil man eigentlich jede Landeshauptstadt in Österreich mal gesehen haben sollte – und daher auch den Sehenswürdigkeiten in Eisenstadt einen Besuch abgestattet haben sollte
  • weil die Esterhazýs dafür gesorgt haben, dass es hier trotzdem mondän zugeht mit Schloss und Schlosspark
  • und weil sie Joseph Haydn als Kapellmeister an den Hof geholt haben, was sich heutzutage in der Haydnkirche, dem Haydnhaus, dem Haydn-Saal im Schloss und den Haydn-Festspielen niederschlägt
  • und: weil Eisenstadt nicht nur Musik-Stadt des 18. Jahrhunderts ist, sondern mit seinen Sommerfestivals auch meine Musik-Helden des 20. Jahrhunderts an seinen „Hof“ (=Schlossgarten) holt
Joseph Haydn Kapellmeister Eisenstadt Sehenswürdigkeiten

der Sehenswürdigkeiten-Rundgang in Eisenstadt

Die „Abklapper“-Runde in Eisenstadt nennt sich ganz touristengerecht „Haydn-Pfad“. Alles liegt hier überschaubar beisammen, vom Schloss fallen wir in die Fußgängerzone und von dort in den Schlosspark, die Bergkirche ist nur einen Hupfer entfernt. Einzig für den Ausblick zum Neusiedlersee müssen wir uns etwas bewegen.

Haydn-Pfad Eisenstadt Sehenswürdigkeiten

Welche Sehenswürdigkeiten kann man also beim Tagesausflug nach Eisenstadt sehen?

1. Kultur beim Eisenstadt Ausflug: natürlich mit dem Schloss beginnen

Wir beginnen unseren Eisenstadt Ausflug mit Schloss Esterházy – das barocke Herzstück von Eisenstadt kann man nicht übersehen. Die ehemalige Wasserburg wurde im 17. Jahrhundert zur Fürstenresidenz umgebaut, die fürstliche Vergangenheit lässt sich auch im Inneren bewundern. Sowie den Haydn-Saal, einen der besten Konzertsäle der Welt.

Konzerte gibt’s das ganze Jahr über, das Schloss kann im Rahmen von Führungen oder auf eigene Faust („Haydn-Ticket“) besichtigt werden

2. Genuss: sich neben dem Schloss (herum)treiben lassen (und ein bisschen shoppen)

Gleich gegenüber dem Schloss geht’s bei unserem Sehenswürdigkeiten-Rundgang kulinarisch weiter: Wo wir heute im „Henrici“ unseren Kaffee trinken können, haben das früher in den ehemaligen Hofstallungen die Pferde getan. Neben den Pferdetränken kann auch fein gespeist werden.

Daneben lockt die Markthalle, ein netter kleiner Genussmarkt für regionale Produkte.

  • Eisenstadt essen
  • Eisenstadt essen
  • Markthalle Eisenstadt
  • Markthalle Eisenstadt

Kaffee trinken beim Eisenstadt Ausflug im Henrici. Einkaufen in der Markthalle (Fr/Sa)


Für Genießer gibt auch die gut funktionierende Fußgängerzone einiges her: Kleine Boutiquen, Feines zum Verkosten, ein Buchgeschäft, sogar ein Plattengeschäft gibt’s hier noch – auch die Namen klingen hier: Es gibt die Verkostungsbar „hopfen & soehne“, das „Weinschwein“, ein „Schatzkistl“ und und und.

  • Eisenstadt Sehenswürdigkeiten
  • Eisenstadt Sehenswürdigkeiten
  • Eisenstadt Sehenswürdigkeiten

Gleich hinter der Fuzo, die gleichzeitig die „Hauptstraße“ ist, steht das Haydnhaus, in dem Haydn 12 Jahre lang lebte. Gleich daneben, bei der Franziskanerkirche, ist auch der Eingang in den Schlosspark.

Haydnhaus Eisenstadt

Wer bei seinem Eisenstadt Ausflug alles zu Hadyn erfahren möchte, ist im Haydnhaus mit Museum gut aufgehoben.

3. Muße: im romantischen Schlosspark lustwandeln

Der Schlosspark hat mich überrascht: diesen habe ich eindeutig unterschätzt und in solcher Form nicht in einer kleinen Stadt wie Eisenstadt erwartet. Eigentlich spreche ich hier besonders vom Leopoldinentempel – ein Ensemble, das wie ein Turner-Gemälde wirkt.

Zuerst führt uns unser Weg allerdings an einen Teich mit eher un-romantischem Namen. Am Maschinenteich – besser gesagt im Maschinenhaus – wurde die erste Watt´sche Dampfmaschine Österreichs-Ungarns aufgestellt, die für die Bewässerung des Parks zuständig war. Heute gibt’s darin für die Besucher von Park und Parkbad eine Cafeteria.

Schlosspark Eisenstadt

Der Schlosspark selbst ist neben den Gärten von Marchegg und Eckartsau einer von mehreren „großen Gärten“ eines EU-Projekts. Früher barock, wurde er 1800 in einen englischen Landschaftsgarten verwandelt. Inklusive Orangerie mit vorgelagerter Terrasse, einst eine der bedeutendsten in Europa.

Orangerie Eisenstadt

Auch wenn bei unserem Eisenstadt Ausflug im März noch nichts blüht – die Weiden und Platanen machen auch jetzt schöne Stimmung.

Romantisch empfängt uns der Leopoldinentempel mit Schlucht und dazugehörigem Teich (besser gesagt dem Wort-Ungetüm „Schlosssee“). 1818 wurde das Tempelchen errichtet und soll an den Tivolitempel in Rom erinnern. Uns gefällt neben der Felskulisse auch die englische Gartenkulisse rundherum.

Schlosspark Eisenstadt

In Sichtachse zum Tempel liegt das Schloss – zumindest die Hinteransicht, die wir vom „Lovely Days“-Festival kennen.

Schloss Esterházy Eisenstadt Sehenswürdigkeiten

4. Neugier: schaun, was es in Eisenstadt mit einer „Bergkirche“ auf sich hat

Eine „Bergkirche“ mitten im flachsten Flachland nahe eines Steppensees? Den Berg wollen wir suchen, und vom Ausgang des Schlossparks ists auch nicht weit.

Haydnkirche

Kuriosum Nummer eins: Den Kalvarienberg, auf dem das barocke Kirchlein mit den vielen Namen (Haydnkirche, (Kalvarien-)Bergkirche, Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“) steht, braucht man nicht zu suchen, er steht nämlich genau vor uns, in Gestalt des Hügels, auf dem die Kirche steht. Das Kirchlein hätte eigentlich eine große Kirche werden sollen, wurde aber nicht mehr weiter als das heutige Presbyterium ausgebaut.

Kuriosum Nummer zwei: Beim hinteren Kircheneingang (vorne ist die Gnadenkapelle) fällt eine Dank-Tafel für den Spender auf, mit dessen Kopf Joseph Haydn über 130 Jahre bestattet war. Haydn liegt jetzt – mit eigenem Kopf – im Mausoleum unter dem Nordturm begraben. Die Haydn-Orgel in der Bergkirche hat Haydn übrigens selbst gespielt.

Joseph Haydn Kopf

„Schaun“ kann man auch, was es beim „Pulverturm“ auf sich hat – der Dombastei, die vor wenigen Jahren renoviert wurde und heute für Veranstaltungen genutzt wird. Bei unserem Besuch war im Innenhof der Wehranlage eine Fotoausstellung zu sehen.

Die Krypta der Haydnkirche kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die zahlreichen Engel am Kalvarienberg suchen einen Paten im Rahmen der Kirchensanierung. Pulverturm und Pongratzhaus können für Veranstaltungen gemietet werden

5. Ausblick: auf welches „Gebirge“ man bei einem Eisenstadt Ausflug sehen kann

Oder soll ich sagen, ÜBER welches Gebirge?

Eisenstadt Ausflug

Denn: Nur 35 Kilometer lang und zwischen 5 und 7 Kilometern breit ist das Leitha-„Gebirge“, das ja seinem Namen wirklich nicht gerecht wird (der höchste „Gipfel“ liegt auf sagenhaften 484 Metern).

Wobei: leider funktioniert der Witz nicht, denn bei unserem Spaziergang auf die Jubiläumswarte konnten wir nicht ÜBERS Leithagebirge sehen, weil wir uns AM RAND DESSEN befanden.

Vom Stadtzentrum folgen wir dem Weg zur Gloriette – dem Marientempel, der nach Fürstin Maria Hermenegild Esterházy benannt wurde. Heute logiert hier die „Alm“ und wir können schon von hier den Ausblick bei einer Kaffeepause genießen.

Danach geht’s weiter in Richtung Föhrenwald bis zur Parapluie-Anhöhe, wo sich auch schon die Jubiläumswarte befindet.

Trotzdem passt hier der Eisenstädter Slogan recht gut: „Weitblick statt Skyline“ – ja, denn Weitblick hatten wir auf der Jubiläumswarte dann doch. Interessanterweise wieder aufs „Gebirge“ – nämlich sowohl Rosalien- als auch Ödenburger Gebirge. Aber natürlich auch auf den nahen Neusiedler See.

  • Eisenstadt Jubiläumswarte
  • Eisenstadt Ausflug
  • Eisenstadt Ausflug

Hinter dem Schlosspark über die Gloriette-Allee in Richtung Gloriette (bzw. „Alm“), danach weiter entlang der roten Markierung bis zur Jubliläumswarte

welche Sehenswürdigkeiten man noch bei einem Ausflug nach Eisenstadt besuchen kann

  • Haydns „Kuchlgarten“ besuchen: eine Sammlung barocker Kräuter und Heilpflanzen; nur mit Führung
  • als Ausflugsziel in der Umgebung bietet sich auch der Neusiedler See an: im Seebad Rust oder in Mörbisch ist man schnell
  • auch in St. Margarethen ist man schnell – entweder in der „Oper im Steinbruch“ für Erwachsene, oder im „Familypark“ für Kinder (und deren Eltern)
  • Radlfahren! Der See ist optimal für eine Umrundung, auch mit Kindern: wir habens getan, siehe: Neusiedlerseeradweg mit Kindern
  • wer schon immer einmal direkt an einer Stadtmauer übernachten wollte, kann sich bei seinem Eisenstadt Ausflug im Hotel Vicedom einquartieren – die Mauer wurde hier ins Hotel integriert

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