Ausflug nach POYSDORF: rund um die schönste Kellergasse des Weinviertels

6 Tipps für den Ausflug nach Poysdorf: wo eine der schönsten Kellergassen des Weinviertels zu finden ist und wo man sonst überall die Zeit in Poysdorf genießen kann.


Als Abschluss meiner Grenztour im Weinviertler Dreiländereck habe ich auch noch einen Abstecher nach Poysdorf gemacht. Herausgekommen bei meinem ungeplanten Poysdorf Ausflug ist eine eigene kleine Geschichte. Weils hier (nicht nur) in den Kellergassen einfach so schön ist, dass man wirklich jedes Eck abfotografieren möchte…

Noch dazu war bei meinem abendlichen Besuch, als sich die sommerliche Trägheit über die kleine Weinstadt zu legen begann, die Stimmung einfach unpackbar lauschig…

Mein Fazit zu Poysdorf fällt ziemlich eindeutig aus: wer die Poysdorfer Kellergassen noch nicht gesehen hat, ist selbst schuld!

Ausgeflogen nach Poysdorf: was man in der malerischen Wein-Stadt nicht verpassen sollte
1. Wein-wandern: in einer der schönsten Kellergassen des Weinviertels
2. Wein-erkunden: malerisch auf der – Brünnerstraße!
3. Wein-kosten: nämlich den echt Poysdorfer Saurüssel
4. Wein-radeln: stilgerecht am Veltliner, Welschriesling oder Sylvaner Radweg
5. aber auch chillen: bei Wein & Wasser
6. und smilen: beim alten Landesvater – und (nicht seinen) alten Socken

Poysdorf: wo nicht nur in der Kellergasse die Zeit stehengeblieben zu sein scheint

Und wo es auch ein Ding der Unmöglichkeit ist, nicht „runterzukommen“! Zumindest wenn man an einem Samstag Abend bei perfekter Sommerstimmung durch die Kellergassen streift und gleich an mehreren Weinkellern vorbeikommt, vor denen mit einem gepflegten Achterl der Tag beschlossen wird.


Die Weinstadt Poysdorf hat natürlich auch den Wein im Wappen: die „Kundschafter“ tragen eine riesige Weintraube – und sind damit selbst im Kreisverkehr am Weinmarktplatz präsent. Womit sich Poysdorf einen Platz in meiner Serie der witzigsten Kreisverkehre Österreichs verdient hat…

Kreisverkehr Poysdorf

Ich kenne Poysdorf von früher, ich bin in der Gegend aufgewachsen. Was mir bei meinem jetzigen Besuch allerdings auffällt: Poysdorf verströmt heute viel mehr nostalgischen Charme als anno 1990.

Gerade jetzt im Sommer, wo die Sonne die weinselige Wohlfühlstimmung noch zusätzlich verstärkt, kommt hier echtes Postkartenfeeling auf. Die Zeit scheint in Poysdorf stehengeblieben zu sein – man sitzt in den Kellergassen und kostet sich durch….

Apropos Kellergassen – hier in Poysdorf habe ich sie entdeckt: eine der schönsten Kellergassen, wenn nicht sogar DIE schönste Kellergasse des Weinviertels! Grund genug, meine Ausflugs-Tipps für Poysdorf auch sogleich mit dieser zu starten.

1. Wein-wandern in einer der schönsten Kellergassen des Weinviertels

Wie gesagt: mit dem Radyweg hat Poysdorf eine der schönsten Kellergassen des Weinviertel anzubieten – nur der Wildendürnbacher Galgenberg kommt mir spontan als Konkurrenz in den Sinn.

Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse

Aber wir sind hier ja auch im Weinviertel – nirgendwo sonst treten die Kellergassen in einer solchen Dichte auf. 1.100 sinds im Weinviertel, im Schnitt pro Ortschaft zwei, mit jeweils rund 60 dazugehörigen Weinkellern. Und nirgends sonst sind sie so schön – höchstens vielleicht im Südburgenland. Aber dort sehen die Kellerstöckln auch ganz anders aus.

Poysdorf hat gleich mehrere Kellergassen, hauptsächlich allerdings die „Gstetten“, den Rösslberg – und eben den Radyweg.

Poysdorf Radygasse

ein MUSS in Poysdorf: unbedingt den Radyweg hochgehen!!!

Wer eine richtig echte Kellergasse sehen möchte, ist am Radyweg bestens aufgehoben. Erstens ist sie die längste Kellergasse in Poysdorf – bis man an den 90 Kellern vorbei ist, braucht man schon eine Weile. Sechs der kleinen Keller, die früher hauptsächlich von Nebenerwerbsbauern genutzt wurden, sind heute sogar noch in Verwendung.

Und sonst sitzt sichs einfach gut in oder vor den kleinen Lehmbauten. Da kann man das „Stammplatzl“ gut nachvollziehen.

Im Rahmen der Poysdorfer Kellergassenführung kann man sich einen von sechs Schaukellern auch genauer ansehen. Oder man spaziert wie ich einfach spontan durch den Radyweg – und erwischt einen der „Offenen Keller“, um sich dort das eine oder andere Achterl zu holen.

An einem Sommerabend im Juni, an dem die Sonne nicht vor halb zehn untergehen möchte, wird’s am Radyweg allerdings bereits um sieben Uhr finster. Schuld ist das Akazienblätterdach, das sich über die urtümliche Kellergasse neigt. Das Licht vom „ausg´steckten“ Keller verleiht dem Ganzen zusätzlich eine leicht schummrige Stimmung.

Ein solch märchenhaftes Ambiente, dass man gar nicht anders kann, als Tausende Fotos zu schießen! Die Flaschengalerie am „Walk of Wine“ tut ihr Übriges…

  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse
  • Poysdorf schönste Kellergasse Weinviertel Radygasse

Was man übrigens am Radyweg auch sehr gut erkennen kann: die in den Löss gegrabenen Keller. Der Lehm wurde für die Eingänge der Presshäuser verwendet – und bietet auch heute noch seltenen Pflanzen und historischen Obstsorten ein geschütztes Umfeld.

Ein weiterer Vorteil dieser schönen Kellergasse in Poysdorf: man kommt am Radyweg nicht nur in den Weingärten, sondern auch beim Neustifter heraus. Von oben hat man wirklich den besten Blick auf die Weingärten rund um Poysdorf. Und wer möchte, bleibt gleich dort und lässt sich ein Glas Wein bringen.


und natürlich muss man auch in der „Gstetten“ einkehren

Die Gstetten – das Kellergassen-Platzerl rund um Bühne und Podium – kenne ich von zahlreichen Winzerfesten meiner Jugend. Habe ich doch selbst nicht nur einmal in einem der Keller hier literweise Sturm und Spritzer ausgeschenkt.

In der Gstetten – einer alten „Ziegelstätte“ – wurden früher Lehmziegel gebrannt. Die Presshäuser sind hier in der Gstetten etwas würdevoller in den Lehm gegraben und wirken – da meist zweistöckig – nicht nur viel moderner als die im alten Hohlweg des Radywegs. Sie sind es auch.


Eine weitere Poysdorfer Kellergasse, die mir bis dato unbekannt war, erforsche ich bei meinem Ausflug nach Poysdorf ebenso. Etwas außerhalb in Richtung Kleinhadersdorf liegt die Kellergasse Rösslberg. Hier spaziert man am Besten links rauf bis man direkt in den Weingärten ansteht – und dann auf der rechten Seite wieder hinunter.

  • Kellergasse Rösslberg Poysdorf
  • Kellergasse Rösslberg Poysdorf
  • Kellergasse Rösslberg Poysdorf
  • Kellergasse Rösslberg Poysdorf

Den jeweils aktuellen „offenen Keller“ kann man hier nachsehen. Für die Kellergassenführungen bei Nacht braucht man am Radyweg nicht lange warten, die Laterne braucht man durch das Akazienblätterdach hier bereits früher als rundherum.
Neuerdings kann man sich in Poysdorf auch in den Kellerröhren bei speziellem Mikroklima entspannen.
Wer eine Wein-Tour mit mehr Action verbinden möchte, kann in Poysdorf auch eine Traktorrundfahrt buchen und am Hänger durch die Weingärten und Kellergassen kurven.
Am oberen Ende des Radywegs lädt der Neustifter nicht nur zum Heurigenbesuch, sondern auch zum Golfen ein.

2. Wein-erkunden: malerisch auf der – Brünnerstraße!

Nicht nur durch eine der schönsten Kellergassen des Weinviertels kann man durchspazieren. Nein, auch die ehemals stark befahrene Durchzugsstraße lädt heutzutage zum Durchflanieren ein! Die Verlängerung der Nordautobahn hat dem Städtchen mehr als gut getan: wo früher das Überqueren der Straße einfach nicht möglich war, spaziert man heute in aller Ruhe an der Brünnerstraße entlang. Um sich den einen Keller dort, und die andere Poysdorfer Sehenswürdigkeit da anzusehen.

Mehr dem Wein verhaftet als in Poysdorf kann ein Ort gar nicht sein – auch hier auf der Brünnerstraße. An den mit Weinreben verzierten Häuserfassaden glaubt man, in einer weiteren Kellergasse gelandet zu sein. Und bei der Ortsausfahrt in Richtung Drasenhofen schmückt dann auch der eine oder andere Keller die ehemalige Durchzugsstraße.


Seit der niederösterreichischen Landesausstellung 2013 hat sich das „Vinoversum“ auf der Brünnerstraße fix etabliert. Hier kann man sich zum Thema Weinbau schlau machen. Oder man deckt sich direkt dort im Weinmarkt mit einem feinen Brünnerstraßler ein (siehe nächster Tipp). Neben dem Vinoversum ist die Brünnerstraße auch noch für weitere Überraschungen gut – siehe Tipp 7.

Infos zum Weinbau in der Vinoversum Wein+Trauben Welt.

3. Wein-kosten: nämlich den echt Poysdorfer Saurüssel

Und hiermit wären wir dann wirklich beim Wein angelangt. Wenn man schon in Poysdorf ist, muss man natürlich den Poysdorfer Saurüssel kosten. Ein leichter, frisch-fruchtiger Grüner Veltliner, den man hier 2010 wieder aus der Versenkung geholt hat.

Wo? Entweder direkt in den Weinkellern – einer der Keller hat immer offen (siehe oben). Oder in der Vinothek im Weinmarkt. Oder man lässt sich die Keller höchstpersönlich zeigen.

Weinmarkt Poysdorf

So kann man auch in die Sektwelt Poysdorfs eintauchen: Sekt macht einen nicht unerheblichen Anteil der Weinproduktion Poysdorfs aus.

Tipp: am besten zur Weinparade im Mai kommen und die neuen Weine verkosten. Geht aber auch am Winzerfest im September gut, wo es dann in der Gstetten richtig her geht.

Wir haben den Saurüssel vom Weingut Riegelhofer vom Weinmarkt mitgenommen – wer den pfeffrigen Weinviertler Grünen liebt, ist hier definitiv richtig! Beim Riegelhofer kann man übrigens auch eine Sektführung machen. Oder in der Schlumberger Sektwelt direkt in der Gstetten.
Neben den traditionsreichen Poysdorfer Veranstaltungen wie Weinparade und Winzerfest hat sich nun auch der Wine Summer etabliert – feinste Jazzmusik im Weingarten.
Weitere Poysdorfer Veranstaltungen hier.

4. Wein-radeln: stilgerecht am Veltliner, Welschriesling oder Sylvaner Radweg

Poysdorf hat nicht nur die schönsten Kellergassen des Weinviertels zu bieten. Auch wein-lastige Radwege führen durch die Weinstadt.

Das ganze Weinviertel ist ja bekanntlich zugepflastert mit diversen Wein-Radwegen. Durch Poysdorf radelt man gleich durch derer drei: sowohl der Veltliner, der Welschriesling, als auch der Sylvaner Radweg führen durch die Weinstadt.

Am Veltliner war ich schon unterwegs – auf meiner Weinviertel Radtour von Retz nach Laa, die mich danach noch weiter in meinen Heimatort Hauskirchen führte.

Veltliner und Sylvaner führen auch durch Kleinhadersdorf – und an einer weiteren wunderschönen Kellergasse vorbei, die ich noch vom damaligen Radausflug kenne. Ein wunderschöner Anblick, dem ich mich bei meinem Poysdorf Ausflug dieses mal auch nicht entziehen kann.


Am Weg dorthin kommt man auch an Maria Bründl vorbei. Die kleine Wallfahrtskirche findet man – wenn man´s weiß – versteckt im kleinen Wäldchen zwischen Poysdorf und Kleinhadersdorf.

Wer einen der weinlastigen Radwege nachradeln möchte: die Weinviertler Radkarte hilft weiter.


mehr zum Radeln im Weinviertel

Pulkautal Radweg

Von Retz nach Laa und weiter – meine Radtour durchs Pulkautal und weiter durch Poysdorf in die alte Heimat: Pulkautal Radweg

5. aber auch chillen: bei Wein & Wasser

Wein & Wasser = Kirche. So einfach geht die Gleichung. Es zahlt sich also in der Stadt des Weins durchaus aus, einen Abstecher zur Kirche einzulegen. Und diese liegt gleich neben der Gstetten, besser gesagt thront sie am kleinen Hügel über jener. Was einen netten Blick AUF die Gstetten beschert.

Aber auch das kleine Platzerl am Schulerberg ist einen Abstecher wert. Oder die alten Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert, die hier noch in die Kirchenmauer eingelassen sind. Ein echter Hingucker!

  • Poysdorf Ausflug Schulerberg Platzl
  • Poysdorf Ausflug Schulerberg Platzl
  • Poysdorf Ausflug Schulerberg Platzl

Wer nun genug des Weins hat und sich für ein nettes Päuschen nur aufs Wasser beschränken mag: am Weg nach Kleinhadersdorf kann man auch den Poysdorfer Badeteich nicht übersehen. Ein kurzer Sprung ins Nass – oder doch ein kühlender Spritzer im Trockenen: das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Poysdorfer Badeteich

6. und smilen: beim alten Landesvater – und (nicht seinen) alten Socken

In Poysdorf kann man sich auch die Frage stellen, was unser alter niederösterreichischer Landesvater mit Jazz Gitti und Conchita Wurst zu tun hat. Und jeder, der in Poysdorf unterwegs ist, wird sich die Frage stellen müssen – kommt man doch an allen dreien unweigerlich vorbei.

Und zwar direkt vor dem Vinoversum auf der Brünnerstraße. Der Steinbildhauer Martin Messinger hat die Figuren in Poysdorf auf die grüne Wiese (oder eben die Brünnerstraße) gestellt. Neben Conchita Wurst (die leider eingezäunt werden musste) sind auch der Papst und der Dalai Lama zu sehen. Auch Richie Lugner hat es nach Poysdorf geschafft.


Und natürlich er: unser Erwin.

Erwin Pröll Poysdorf

Was sie alle gemeinsam haben ist mir nach wie vor ein Rätsel. Und warum die Poysdorfer gleich direkt gegenüber einen Wegweiser nach St. Petersburg aufgestellt haben, habe ich auch noch nicht herausgefunden.

Poysdorf Ausflug

Die Auflösung zu beiden Rätseln gibt´s in der Wein+Trauben Welt im Vinoversum (siehe Tipp 2).


was das jetzt mit Socken zu tun hat – wohlgemerkt, nicht den Socken unseres Erwin

Die berühmten Socken gehören zu Herrnbaumgarten, dem „verrückten Dorf“ gleich hinter Poysdorf. Wenn man schon einmal auf Poysdorf Ausflug ist, kann man also auch gleich einen Abstecher nach „Baungat“ einlegen.

Denn: dort residiert der „Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen“, der sich mit seinen Erfindungen, die keiner braucht, im „Nonseum“ schon einen richtigen Namen gemacht hat. Wie heißt es so schön? Das Museum „nützt niemandem, das aber sehr gewissenhaft und mit aller Liebe“….

Die verwitweten Socken werden heute nicht mehr auf einer Wäscheleine mehrmals quer über die Hauptstraße von Herrnbaumgarten gespannt wie früher (oder habe ich einfach nicht richtig geschaut?). Dafür entdecke ich die alten Socken auf der Straße Richtung Drasenhofen (Richtung Brünnerstraße bzw. Autobahn).

Herrnbaumgarten Socken

Mehr Infos zum Herrnbaumgartner Nonseum hier. Die Socken kommen übrigens nach wie vor am Nationalfeiertag am „Einzelsockenwandertag“ zu ihren Ehren.


mehr zu Ausflugszielen rund um Poysdorf

Grenze Nordosten Österreich

Anlass meiner kleinen Poysdorfer Foto-Tour war die Grenztour am Rande des Weinviertels, die mich von Hohenau bis nach Drasenhofen führte: Grenztour Weinviertler Dreiländereck

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