Bergluft, Zirben und Panorama: am ZIRBENWEG vom Patscherkofel bis zum Glungezer
Uralte Zirben und ein beeindruckendes Panorama: der Zirbenweg führt auf rund 2.000 Metern durch die Tiroler Bergwelt. (Werbung)
Keine Hochgebirgstour, dafür umso entspannter ist die Wanderung auf dem Zirbenweg vom Patscherkofel bis zum Glungezer, oder anders gesagt: von Innsbruck nach Hall in Tirol. Allerdings auf einem Höhenweg rund 2.000 Meter über dem Inntal.
Entlang alter Zirbenwälder mit geht es auf dem Wanderweg gemütlich dahin. Dazu gesellt sich ein perfektes Panorama, hat man doch das Karwendelgebirge auf der „Sonnseitn“ stets im Blickfeld.
Unten breitet sich das Inntal aus, was schöne Ausblicke auf Innsbruck und das Gemüseanbaugebiet rund um Hall in Tirol ergibt.
Alles in allem eine leichte Wanderung, die man auch dann unternehmen kann, wenn man keinen ganzen Tag zur Verfügung hat.
2. Start der Rundtour: los geht’s am Patscherkofel bei Innsbruck
3. Wandern entlang des Zirbenwalds: zwischen alten Zirben und einem Meer aus Latschen
4. Einkehr auf der Tulfeinalm: und wieder zurück ins Tal
Der Zirbenweg am Patscherkofel: Höhenweg als kleines Wanderparadies
Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, durch einen Zirbenwald zu wandern – wie schon bei meinen Touren auf den Zirbitzkogel, in den Nockbergen oder im Osttiroler Defereggental.


Auch am Zirbenweg vom Patscherkofel zum Glungezer musste ich nicht nur einmal stehen bleiben und die Kraft der Natur bewundern. Vor allem die ältesten Bäume mit ihren spektakulären Wurzeln sind ein echter Blickfang beim Wandern, genauer gesagt deren Ankerwurzeln, die im Lauf der Zeit zusätzlich zu den Pfahlwurzeln in alle möglichen Felsspalten eindringen.
Was „im Laufe der Zeit“ bedeutet? Nun, der besondere Zirbenwald am Patscherkofel gilt als einer der größten Zirbenwaldbestände Europas. Einige der Bäume stammen noch aus der Zeit Maria Theresias und sind am Zirbenweg gesondert markiert. Auch die älteste Zirbe Tirols ist hier zu finden: Sie ist rund 750 Jahre alt hielt hier schon Wind und Wetter stand, bevor im Jahr 1273 der erste Habsburger zum römisch-deutschen König gewählt wurde.



Der Hochgebirgsbaum, der in Höhenlagen von 1.500 bis 2.400 Metern vorkommt, zeichnet sich durch seine besondere Genügsamkeit und Winterhärte aus. Fünf Nadeln sitzen jeweils in einem Quirl und helfen der Zirbe, Schnee und Wind zu trotzen. Daher bietet ein Zirbenwald auch immer eine Schutzfunktion.

Fakten, die man bei der Wanderung am Zirbenweg vom Patscherkofel zum Glungezer lernt. Praktisch: Man kann die Tour auch als Rundtour mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolvieren. Siehe dazu gleich im nächsten Abschnitt.
1. Die Route
Der Zirbenweg ist ein gemütlicher Höhenweg von der Bergstation der Patscherkofelbahn bis zur Bergstation der Glungezerbahn und kommt mit erstaunlich wenigen Höhenmetern aus. Am Anfang geht es auf einem breiten Schotterweg dahin, später wird der Weg etwas felsiger. Dazwischen warten immer wieder schöne Aussichtspunkte und Bänke – perfekt für eine kurze Pause mit Blick auf die Bergwelt.

Die klassische Strecke ist rund 7 Kilometer lang und führt etwa 200 Höhenmeter bergauf und 100 Höhenmeter bergab. Die reine Gehzeit liegt bei ungefähr 2,5 Stunden. Wer zwischendurch stehen bleibt, die Aussicht genießt und das eine oder andere Bankerl nicht links liegen lässt, sollte eher mit rund 3 Stunden rechnen.
Wer es kürzer mag, kann von der Patscherkofelbahn bis zur Boscheben-Hütte und wieder zurück wandern. Diese Runde ist etwa 4,7 Kilometer lang. Für mehr Gipfelgefühl lässt sich die Tour über die Boscheben-Hütte und den Glungezer-Gipfel verlängern.
Und auch für kleine Wanderer gibt es passende Varianten: Eulenweg, Rehweg und Fuchsweg bieten kürzere Runden mit unterschiedlichen Streckenlängen.
Die verschiedenen Routen können hier eingesehen werden.
Tipp: das Rundwanderticket des Zirbenwegs
Die Frage, die bei einem Weg ohne Rundkurs immer wieder aufkommt, stellt sich bei der Wanderung am Zirbenweg zwischen dem Patscherkofel und dem Glungezer gar nicht erst: Wie komme ich wieder zurück?

Denn für den Zirbenweg gibt es ein eigenes Rundwanderticket. Darin sind die beiden Bergbahnen bereits inkludiert: die Bergfahrt mit der Patscherkofelbahn und die Talfahrt mit der Glungezerbahn. Wer mit den Öffis anreist, kann ganz unkompliziert die Busverbindung zwischen den beiden Talstationen nutzen – auch sie ist im Rundwanderticket enthalten.

Perfekt, um ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, den Zirbenweg in aller Ruhe zu genießen und sich um den Rückweg keine Gedanken machen zu müssen.
Das Rundwanderticket des Zirbenweges (beide Bahnen; mit oder ohne Bus) kann hier gebucht werden.
Bus Nr. 540 fährt bei der Glungezerbahn ab, Umstieg zum Patscherkofel bei der Station Fagslung in die Route 530. Einen Busfahrplan findet man hier. Die Patscherkofelbahn verkehrt im Sommer täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, die Glungezerbahn täglich von 8.30 bis 17.00 Uhr.
Mehr Alpenpanorama
Vom Klassiker zum Geheimtipp: schöne Wanderungen in Österreich
2. Start der Rundtour: los geht’s am Patscherkofel bei Innsbruck
Für die Wanderung auf dem Zirbenweg geht es zunächst bequem mit der Bahn zum Ausgangspunkt. Die Patscherkofelbahn bringt Wanderer direkt hinauf zur Bergstation des Innsbrucker Hausbergs südlich der Stadt. Schon während der Auffahrt wächst die Vorfreude: Unten bleibt Innsbruck zurück, während sich oben Schritt für Schritt die beeindruckende Bergwelt öffnet.


Der Gipfel des „Kofl“ auf 2.248 Metern ist dabei gar nicht das Ziel. Der Zirbenweg führt stattdessen auf gemütlicher Höhe weiter zum Glungezer, dem Hausberg von Tulfes.

Bevor es losgeht, zahlt sich ein kurzer Abstecher zum Patscherkofel Schutzhaus aus, von wo sich der erste schöner Blick hinunter auf Innsbruck und über das Inntal eröffnet, das sich hier weit nach Westen zieht. Gleich neben dem Schutzhaus liegt der Alpengarten – mit rund 2.000 Metern höchstgelegener botanische Garten Österreichs.


Der eigentliche Start des Zirbenwegs ist kaum zu übersehen: Sobald das Tor aus Zirbenholz passiert ist, beginnt die Wanderung. Genau genommen verläuft der Zirbenweg von der Bergstation der Patscherkofelbahn bis zur Tulfeinalm, denn auch dort markiert wieder ein Zirbentor das Ende des Wegs.

Schon nach wenigen Minuten wartet das erste große Panorama: Gegenüber ragt das Karwendel auf, davor sind die markanten Stationen der Nordkettenbahn gut zu erkennen, die die Innsbrucker in Minutenschnelle hinauf in die Bergwelt bringt.


Die Seegrube auf 1.905 Metern ist gut zu sehen, weiter oben das Hafelekar auf rund 2.256 Metern – und gleich daneben die Hafelekarspitze auf 2.334 Metern Höhe.
Wer ganz hinauf auf den Patscherkofel möchte, kann dort in der „Gipfelstube“ einkehren. Abseits des Zirbenwegs hat die Patscherkofelbahn einiges zu bieten – etwa eine Fahrt mit der Patscherkofel-Gourmet-Gondel oder spezielle Abendfahrten. Mehr Infos dazu hier.
3. Wandern entlang des Zirbenwalds: zwischen alten Zirben und einem Meer aus Latschen
Es geht nun immer an der Baumgrenze direkt am Rand des Zirbenwalds entlang. Von Zeit zu Zeit öffnen sich schöne Ausblicke, dazwischen steht zuverlässig das eine oder andere Bankerl – eigentlich braucht es gar nicht viel mehr für eine gemütliche Wanderung.

Wer wissen möchte, warum die Zirbe in diesen Höhenlagen so gut zurechtkommt, findet entlang des Weges informative Schautafeln. Auch über die Lärche gibt es einiges zu erfahren, denn auch diese ist auf rund 2.000 Höhenmeter vorherrschend.




Interessant ist dabei auch die Geschichte der Waldgrenze. Am steilen Südhang des Patscherkofels verläuft sie noch weitgehend so, wie sie von Natur aus wäre. Durch den Einfluss des Menschen wurde die Waldgrenze in den vergangenen Jahrhunderten andernorts um rund 200 bis 400 Meter nach unten gedrängt. Gut zu erkennen ist das auch im gegenüberliegenden Karwendelgebirge, wo die Waldgrenze teils deutlich tiefer liegt.
Am Wegesrand erzählen weitere Tafeln von der rostroten Alpenrose, die im Frühsommer für kräftige Farbtupfer sorgt. Bei meiner Wanderung war von ihrer Blütenpracht allerdings leider nicht mehr viel zu sehen.
Bei einer Wegkreuzung lohnt sich ein Blick zurück: Hoch über dem Zirbenwald ragt der markante Sender am Gipfel des Patscherkofels in den Himmel. An dieser Stelle kann man auch einen kurzen Abstecher zum Alpengasthof Boscheben machen, der etwa 100 Meter abseits des Wegs liegt.




Nach einiger Zeit ist die Hälfte des Wegs geschafft. Jetzt verändert sich auch die Umgebung, denn auf einmal verschwindet der Zirbenweg in einem riesigen Meer aus Latschen.



Danach verändert sich auch der Bick ins Tal. Innsbruck hat man hier bereits hinter sich gelassen, dafür rückt der „Gemüsegarten Tirols“ ins Blickfeld. Die vielen Felder und Gemüseanbauflächen sind von hier oben besonders gut zu erkennen. Auch die Blickrichtung hat sich gedreht: In Richtung Osten schlängelt sich der Inn wie ein silbernes Band durch das Tal.
Tief unten liegt Hall, dahinter erhebt sich eindrucksvoll das Bettelwurfmassiv. Und wer genau hinschaut, kann am Hang sogar das Romedikirchl von Thaur entdecken.



Ein besonderes Naturjuwel liegt etwas abseits des Weges: die Naturwaldzelle „Ampasser Kessel“. Hier steht die älteste Zirbe Tirols – stolze 750 Jahre alt. Der Wald selbst bleibt unberührt und ist nicht zugänglich. Genau das macht seinen besonderen Reiz aus: Hier darf sich die Natur weitgehend selbst überlassen bleiben. In den alten Bäumen finden unter anderem Bunt-, Schwarz- und Dreizehenspechte geeignete Nisthöhlen.

Und dann tauchen erstmals die Bergstation der Glungezerbahn und die Tulfeinalm auf. Das Ziel ist also schon in Sicht, auch wenn noch ein Stück des Zirbenwegs vor einem liegt.


Auch hier findet man wieder einige besonders schöne Zirbenexemplare, darunter Bäume mit mächtigen Ankerwurzeln.
4. Einkehr auf der Tulfeinalm: und wieder zurück ins Tal
Schließlich ist das zweite Zirbentor erreicht, daneben plätschert ein kleiner Almbrunnen – ein stimmiger Abschluss der „offiziellen“ Strecke des Zirbenwegs. Wie gut, dass die Tulfeinalm gleich ums Eck liegt und bereits auf hungrige Wanderer wartet.




Platz ist genug: entweder auf der Sonnenterrasse oder drinnen in der gemütlichen Stube. Und fein ist es dort auch – wobei sich der Name der Alm wohl tatsächlich vom Ort Tulfes herleitet.
Für den Rückweg geht es mit der Glungezerbahn hinunter zur Mittelstation Halsmarter und von dort weiter ins Tal. Dabei gibt es noch einmal schöne Ausblicke zu genießen. Selbst von der Talstation aus liegt Tulfes mit seinem hübschen Kirchlein richtig schön im Bild.





Von hier geht es mit dem Bus wieder zurück zum Ausgangspunkt, oder aber man nimmt den Bus in die andere Richtung und fährt weiter nach Hall in Tirol – ebenfalls ein feines Platzerl, das man sich nicht nur nach einer Wanderung am Zirbenweg ansehen sollte.
Auch am Glungezer werden besondere Bergfahrten angeboten, mehr Infos hier.
Mehr zu Hall
Feines Städtchen mit großer Geschichte: ein Rundgang durch Hall in Tirol
Herzlichen Dank an die Region Hall-Wattens für die Einladung zu dieser schönen Wanderung! (Werbung)
FAQ zum Zirbenweg am Patscherkofel
Bei der Bergstation der Patscherkofelbahn.
Bei der Tulfeinalm.
Etwa 7 Kilometer.
Ungefähr 2,5 bis 3 Stunden, je nachdem, wie lange man sich für die Aussichtspunkte am Weg Zeit nimmt.
Auf etwa 2.000 Metern Seehöhe.
Innsbruck, aber auch Hall in Tirol.
Das Karwendelgebirge, zu dem auch die Nordkette gehört.
Die Patscherkofelbahn und die Glungezerbahn.
Weil dort große und teilweise sehr alte Zirbenbestände wachsen.
Etwa 200 Höhenmeter bergauf und 100 Höhenmeter bergab.
Vor allem im Frühsommer, ungefähr im Juni und Juli.
Ja. Man kann ihn auch vom Glungezer in Richtung Patscherkofel gehen.
Man kann die Glungezerbahn ins Tal nehmen oder über die dortigen Wanderwege absteigen.
Weil die klassische Strecke relativ wenig Höhenunterschied hat und technisch nicht besonders schwierig ist.
Man hat einen tollen Panoramablick auf Innsbruck, das Inntal, die Nordkette bzw. generell das Karwendelgebirge.
Weitere schöne Wanderungen
- Bergluft, Zirben und Panorama: am ZIRBENWEG vom Patscherkofel bis zum Glungezer
Uralte Zirben und ein beeindruckendes Panorama: der Zirbenweg führt auf rund 2.000 Metern durch die Tiroler Bergwelt. (Werbung) - OUTDOOR ESCAPE für Kinder: „Katta und der Räuberwald“ auf der Gemeindealpe
Ein großer Spaß für Klein – aber auch für Groß: das neue Outdoor Escape für Kinder auf der Gemeindealpe Mitterbach in Niederösterreich. (Werbung) - ESCAPE TRAIL Gemeindealpe: ein Outdoor Escape der anderen Art in Niederösterreich
Auf der Suche nach einem Outdoor Escape Game in Österreich? Ab zum neuen Escape Trail auf der Gemeindealpe! Ein Erfahrungsbericht zum Bergerlebnis der anderen Art. (Werbung) - Wandern am SCHNEEBERG: 3 Routentipps für jede Schwierigkeitsstufe
Leichte Genusstour, mittelschwere Wanderung oder anspruchsvolle Rundtour: unsere Tipps für schöne Wanderungen von der Schneeberg Sesselbahn. - GENUSSWANDERN rund um Wien: ohne große Müh zu Bergpanorama und Almzauber
Ohne große Anstrengung und unweit von Wien ein Bergerlebnis genießen, das schöner kaum sein kann? Almzauber bei der Schneeberg Sesselbahn erleben – ohne Wandermarathon, dafür mit viel Genuss. (Werbung) - Wandern am BUSCHBERG: von Oberleis bis zur Buschberghütte
Viel mehr ein Spaziergang als eine echte Wanderung: Von der Aussichtswarte am Oberleiserberg bis zur Buschberghütte – ein Ausflug zum höchsten Berg des Weinviertels. - WANDERUNGEN am SEMMERING: unsere Tourentipps für Sommer und Winter
Schnell einmal eine Runde am Semmering drehen? Hier gibt´s unsere Wander-Tipps für kurze oder etwas längere Touren – im Sommer und im Winter. - 10 schöne WANDERUNGEN in Mariazell: rund um Bürgeralpe und Erlaufsee bis zur Via Sacra
Welche Wanderungen man in und rund um Mariazell unternehmen kann: Tipps für Wanderwege rund um die Basilika und in der Umgebung des berühmten Wallfahrtsorts. - Wandern im PIELACHTAL: unterwegs zur Dirndlblüte und anderen Ausflugszielen
Was man im Pielachtal tun kann: Tipps für schöne Wanderungen zur Dirndlblüte und für weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten rund um Kirchberg & Rabenstein. - OUTDOOR-ELDORADO Nürnberger Land: 5 Wander- und Radtipps für den Aktivurlaub im Grünen
Genussreiche Frischluftkur: Das Nürnberger Land ist die perfekte Urlaubsregion für Wanderer und Radfahrer, die gerne etwas weniger überlaufene Regionen erkunden.

















