CIVIDALE: Sehenswürdigkeiten-Tipps für das Kleinod im Friaul
Welche Sehenswürdigkeiten man in der schönen Provinzstadt des Friauls findet, und was Cividale mit Österreich zu tun hat.
Auf unserem Roadtrip durch den Friaul haben wir auch einen kurzen Sehenswürdigkeiten-Stop in Cividale eingelegt. Das kleine Städtchen hat uns positiv überrascht, im gemütlichen Provinzstadt Ambiente haben wir uns sehr wohlgefühlt und einfach das Treiben der Einheimischen beobachtet. Dabei haben wir uns auch auf die Spuren von „Rom“ und „Kirche“ sowie deren Gegenspielern begeben.
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Was Cividale mit Österreich zu tun hat
Cividale ist die Stadt, die dem Friaul seinen Namen gegeben hat: Caesar hat hier das „Forum Iulii“ gegründet. Aus dem das „Friaul“ enstand. Was eigentlich bei genauerer Betrachtung keinen Sinn ergibt, denn damit wird aus der Region „Friaul-Julisch Venetien“ ein „doppelt julisches“ Venetien. Und mit der Nachbarregion, dem Veneto, entsteht gleich eine Dreifach-Verwirrung.
Was das Ganze mit Österreich zu tun hat? Noch nichts, und auch die Habsburger sind mit dem Österreich-Bezug nicht gemeint. Auch wenn sie der Stadt gute 70 Jahre lang den Stempel aufgedrückt haben.
Ich bin erst bei der Recherche draufgekommen und finde es witzig. Schuld an dem Vergleich sind nämlich die Franken, die die Herrschaft von den Langobarden übernahmen und der Stadt im Osten ihres Reiches den Namen „Civitas Austriae“ gaben (woraus sich „Cividale“ entwickelte). Der deutsche Name dafür: Östrich…..
Wenn man bedenkt, dass unser Österreich offiziell erst seit 996 existiert, waren die Franken mit Östrich wesentlich früher dran, nämlich schon im Jahre 778.
Die Stadt selbst versprüht inmitten der hügeligen Weinberge kein Feeling von Sommer, Sonne, Strand und Meer. Gefühlsmäßig liegen wir da eher in „Öst(er)r(e)ich“.
Wer der Stadt noch aller seinen Stempel aufgedrückt hat
Zuerst die Langobarden, für die Cividale als Hauptstadt diente. Danach der Patriarch von Aquileia, der hier seine Basis errichtete. Aus dessen Zeit sich übrigens eine schöne Tradition erhalten hat: das traditionelle Stadtfest „Palio di San Donato“, bei dem die Bewohner der fünf Stadtviertel sich im Wettlaufen, Armbrust- und Bogenschließen messen.

Welche Sehenswürdigkeiten kann man nun in Cividale im Friaul besichtigen?
1. Einen bestimmenden Caesar in einem quirligen Zentrum aufsuchen
Caeser hat die Stadt gegründet. Der erste Bezugspunkt zum römischen Imperatore ist die Piazza Foro Giulio Cesare, über die wir in den Stadtkern hineinspazieren. Dort findet schon die erste „Action“ statt, aber keine römische: Das was wir vorfinden, kanns auch nur in Italien geben. Ein „Fitnesscenter-Tag“, den man zu Hause in dieser Form wohl kaum finden würde: kollektives Nach-Turnen in grellen Trainingsanzügen (inkl. Stiefeletten!), das Ganze einfach nur sehr italienisch, was sehr sehr sehr laut bedeutet 😉


Wir krachen an diesem Tag aber auch wirklich in zwei verschiedene Welten. Die nächste gibt’s im Zentrum – dort, wo auch Caesar zu finden ist.

Hier geht’s etwas Beschaulicher zu, aber nicht weniger kurios: Ein Auflauf von Federn, auf den Hüten der Alpini, der Musikkapelle und der sonntäglichen Messebesucher, die gerade aus dem Dom strömen. Wir beobachten das Treiben in einem Café direkt am Piazza del Duomo, bewacht von Caesar höchtpersönlich.
Und schlendern dann über den Platz vor dem Palazzo Municipale. Heute ist anscheinend Markttag – die Feinkostläden gibt’s aber immer.




2. Den Langobarden-Tempel besichtigen
Weiter geht’s zu den Gegenspielern der Römer, den Langobarden. Die kamen danach. Als Zentrum des ersten italienischen Herzogtums blühte die Stadt auf, was ihr erst wieder unter venezianischer Herrschaft gelang.
Ein interessantes Überbleibsel stellt der Tempietto Langobardo dar. Die Enstehung und Bestimmung des Langobarden-Tempels ist unbekannt, man vermutet das 8. Jahrhundert. Auf jeden Fall können in der Ausgrabungsstätte vor allem alte Fresken und Stuckverzierungen entdeckt werden.
Öffnungszeiten und Eintritt zum Langobardentempel. Was wir nicht gesehen haben: das Hypogäum, ein unterirdischer Kultraum der Kelten oder doch ein römisches oder langobardisches Gefängnis? So genau weiß man das nicht. Auf jeden Gruselstimmung, nicht nur wegen den Fratzengesichtern. Den Schlüssel kann man sich im Kloster Maria della Valle holen (siehe Link oben).
3. Sich auf die Spuren der Kirche begeben
Der Langobardentempel dürfte bereits im 8. Jahrhundert als Kapelle für die Nonnen des Klosters Santa Maria in Valle gedient haben. Der Blick aus dem Klostergarten auf den Natisone ist herrlich.


Den Dom haben wir aus Pietätsgründen nicht besichtigt – zu viele Kirchbesucher waren gerade unterwegs. Wir haben das Treiben lieber gemütlich vom Caffé davor betrachtet.
4. Den Ort ihres Gegenspielers, des Teufels, sehen
Eines muss man in Cividale auf jeden Fall gemacht haben: Über die Teufelsbrücke „ponte del diavolo“ spaziert sein. Mit nur einem Pfeiler überspannt sie den Natisone und sorgt für wunderschöne Ausblicke. Gottseidank haben die Cividaler den Teufel bereits ausgetrickst – so konnte er unsere Seelen nicht mehr rauben. Der Legende nach verlangte er nämlich die Seele des Ersten, der über die Brücke ging. Die Cividaler schickten einen Hund…



Was man sonst noch in Cividale im Friaul tun kann
Rausfahren! Cividale liegt eingebettet im Natisone-Tal, in wunderbarster Landschaft der Colli Orientali, die zum Entdecken verleiten.



Nicht nur in diesem Weinanbaugebiet, auch im Collio und im Karst waren wir unterwegs, immer an der italienisch/slowenischen Grenze entlang.
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Übernachtungs-Tipp für Cividale
Wir waren bei unserem Friaul-Urlaub südöstlich von Cividale einquartiert, und zwar im Bosco Romagno* mitten in den Hügeln. In diesem Weingut haben wir nicht nur selbst übernachtet, sondern auch schon Freunde damit beschenkt. Warum? Weil es einer jener Wohlfühlorte ist, die man selten findet. Sauber, gemütlich, persönlich – einfach TOP:





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