Woran man beim Reisen erkennt, dass man zum ALTEN EISEN gehört

17 Situationen, in denen man realisiert, dass man nicht nur ein „Ü40“ geworden ist, sondern auch wie ein solcher REIST


Irgendwann ist er da. Der Punkt, an dem man merkt, dass man ein Reise-Oldie geworden ist. Dessen erste Reiseerfahrungen gefühlt hundert Jahre zurückliegen. Und der sich an die neue Art des Reisens erst gewöhnen muss….


Reisen einst und jetzt in den folgenden 17 Situationen

1. die Urlaubsplanung

Damals:

War man auf Reiseführer und Werbebroschüren angewiesen. Oder auf das örtliche Reisebüro.

Und heute:

Wird die komplette Reiseplanung im Internet erledigt. Was mich zu Punkt 2 führt.

2. die Flugbuchung

Damals:

Suchte man das nächstgelegene Reisebüro auf und hoffte auf einen kompetenten Agent – sowie einen halbwegs leistbaren Flug. Das Ticket erhielt man auf Durchschlagpapier und behandelte es bis zum Abflug wie ein Juwel – und auch noch danach.

Und heute:

Ein paar Klicks – und das Ticket ist gekauft. Viel recherchiert muss dank Flugvergleichssuchmaschine nicht mehr werden. Mit Glück ist das Ticket auch noch günstiger als die Anreise zum Flughafen. „Old school“ wird es noch ausgedruckt – wer modern ist, nutzt zum Boarden Smartphone & QR-Code.

3. die Hotelbuchung

Damals:

Erledigte das Reisebüro die Hotelbuchung. Oder die Flyerträger, die einen bei der Ankunft am Bahnhof anquatschten und Unterkünfte zu überhöhten Preisen anboten. Auf die man aber angewiesen war, denn wie hätte man sich sonst seinen Schlafplatz für die Nacht gesichert?

Und heute:

Hat man seine Übernachtungen längst von zu Hause über booking.com gebucht. Und sich auch durch gefühlt Millionen von Bewertungen gelesen, um ja nicht die Katze im Sack zu kaufen. Falls doch – siehe Punkt 17.

4. das Packen

Damals:

Gab es DEN EINEN Koffer.

Und heute:

Wird standardmäßig nur mehr der Handgepäcks-Trolley benutzt (nachdem man einmal die Peinlichkeit erleben musste, für einen Wochenend-Trip als Einziger mit Riesenkoffer einzuchecken). Mittlerweile Pack-Weltmeister geworden, geht sich der Handgepäcks-Trolley selbst für einen 5-Tages-Urlaub inklusive aller Wettersituationen unterhalb des Gewichtslimits aus.

7. das Einchecken am Flughafen

Damals:

Betrat man den Flughafen und steuerte mit seinem Riesenkoffer zielstrebig den nächsten Check-In-Schalter an.

Und heute:

Musste man einmal die schmerzliche Erfahrung machen, dass niemand mehr den Koffer ohne Strafzahlung annehmen möchte – und man sich daher ab sofort in der Self-Check-In Schlange am Automaten einzureihen hat. Ab diesem Punkt wird grundsätzlich nur mehr von zu Hause eingecheckt (und wenn möglich mit Trolley gereist – siehe Punkt 4).

8. die anderen Reisenden

Damals:

Man war jung, man war cool, man startete sein Abenteuer in die große weite Welt…

Und heute:

Realisiert man spätestens am Flughafen, zu dem man sich voller Elan und Abenteuerlust begeben hat, dass man nicht mehr aussieht wie 20. Dafür aber die Anderen. Die es im Gegensatz zu einem auch sind.

9. im Flugzeug

Damals:

Freute man sich nach dem Boarden auf eine warme Hauptmahlzeit, die zwar nicht schmeckte, aber die man sich als Jetsetter redlich verdient hatte. Und natürlich auf die Filmauswahl…

Und heute:

Versinkt das halbe Flugzeug in Laptops und Smartphones. Für einen Kaffee muss tief ins Börsel gegriffen werden, für den Preis einer Mahlzeit könnte man sich gleich den nächsten Flug leisten.

10. unterwegs im Bus

Damals:

Versuchte man, einen Platz mit Blick zum Fernseher zu erwischen (was in Realitas nur Reihe 1-3 bedeutete). Trotz des Bildflimmerns – ein wahrer Luxus.

Und heute:

Erfolgt ein großer Aufschrei, wenn das bordeigene W-LAN ruckelt oder beim Doppelsitz nur EINE Ladebuchse angebracht ist. Jeder hat beste Sicht – auf seinen Laptop oder sein Smartphone.

11. Orientierung unterwegs

Damals:

Hatte man die Buchungsbestätigungen für Hotel und Sehenswürdigkeiten mit im Gepäck – und natürlich eine Landkarte. Eventuell sogar in doppelter Ausführung (man wusste ja nie).

Und heute:

Werden die Buchungsbestätigungen online gespeichert. Alle auftretenden Fragen werden unterwegs gelöst: die Suche nach Sehenswürdigkeiten mit Tripadvisor, die Suche nach dem Weg oder nach Restaurants mit Google Maps, die Suche nach Öffis mit der App der lokalen Verkehrsbetriebe.

12. Kommunizieren in der Landessprache

Damals:

Wurde ein dickes Wörterbuch mitgeschleppt, um für Gespräche in der Landessprache gewappnet zu sein. Ein paar Worte wurden sogar noch zu Hause gebüffelt.

Und heute:

Hilft der Google Übersetzer am Smartphone. Aber eigentlich ist auch dieser nicht mehr nötig – die Welt spricht Englisch – ob in Paris, Athen oder Moskau.

13. Bezahlen im Urlaub

Damals:

Musste auch für eine Europa-Reise in bis zu 35 verschiedene Währungen umgewechselt werden – natürlich vor Reiseantritt bei der örtlichen Hausbank.

Und heute:

Werden die Banknoten beim ersten Bankomaten am Flughafen gezogen – sofern nicht sowieso mit Euro bezahlt wird.

14. Fotografieren im Urlaub

Damals:

Mussten vertrauenswürdige Personen um ein Foto mit der eigenen Kamera gebeten werden. Das zuerst zu Hause entwickelt werden musste, um den Lieben bei der Urlaubs-Foto-Show gezeigt werden zu können.

Und heute:

Sind die Urlaubs-Selfies in sekundenschnelle per WhatsApp an alle Daheimgebliebenen verschickt.

15. Telefonieren im Urlaub

Damals:

Musste für den obligatorischen Beruhigungs-Anruf nach Hause eine Telefonzelle aufgesucht werden. In besonders „teuren“ Fällen erfolgte das Telefonat als R-Gespräch. (Hinweis an Personen unter 40: am Besten bei den Eltern nachfragen, was dies bedeutete, und vor allem, was es WIRKLICH bedeutet, beim R-Call im Minutentakt aus dem Off die Stimme des Vaters zu hören: „Eine Minute nach Amerika kostet 40 Schilling….“).

Und heute:

Sind sogar die Roaminggebühren gefallen und man nutzt das Smartphone wie zu Hause. Allerdings nicht mehr, um zu Telefonieren, sondern um den „Angekommen“-Gruß gleich per Fotobeweis über WhatsApp zu verschicken.

16. die Urlaubspost

Damals:

Brach am letzten Urlaubstag noch die Panik aus, um schnell eine Postkarte samt – die noch schwierigere Aufgabe – Briefmarke aufzutreiben, die dann am Flughafen in allerletzter Sekunde aufgegeben wurde.

Und heute:

Siehe Fotografieren/Telefonieren: wird die gesamte Familie bereits am ersten Urlaubstag mit unzähligen WhatsApp-Grüßen versorgt.

17. nach dem Urlaub (oder auch schon währenddessen)

Damals:

Musste man mit seinen schlechten Erfahrungen bei Flug, Hotel oder Essen ganz alleine fertig werden.

Und heute:

Kann man diese der ganzen Welt auf Tripadvisor, Booking.com oder Facebook mitteilen – und sich beim Verursacher für das schmutzige Zimmer, das schlechte Essen oder den verspäteten Flug rächen.

mein persönliches Ü40-Erlebnis

Als ich in wilder Vorfreude auf den lang ersehnten Interrail-Trip den für diesen Zweck neu erworbenen und seit Tagen mehrmals umgepackten Rucksack auf meine Hüften schwang – um als Folge ein Bandscheibenleiden herumzuschleppen, das mich auf meinem Interrail-Trip für zwei Wochen außer Gefecht setzte.

Heute:

Geht nichts mehr ohne Rollkoffer….und die Akzeptanz der Tatsache, dass „Ü40“ keine reine Worthülse ist….

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wo ich aktuell unterwegs bin: Ausgeflogen auf Facebook


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