LISSABON Stopover: was man bei einem Kurzaufenthalt tun kann

Lissabon im „Vorbeifliegen“ – zahlt es sich aus? Was ich bei meinem kurzen Zwischenaufenthalt in Lissabon gesehen habe und was sich in kurzer Zeit ausgeht. Und: was es mit dem „innerstädtischen Aufzug“ auf sich hat


Bei meinem Flug auf die Azoren hatte ich einen kurzen Stopover in Lissabon, den ich für einen Hupfer in die Stadt genutzt habe. Davor hatte ich mich gefragt: Zahlt es sich überhaupt aus, in die Stadt hineinzufahren? Und wenn, wie sehe ich „alles“ am Schnellsten? Geht es sich aus? Und was gibt es in Lissabon außer der berühmten gelben Straßenbahn noch zu sehen?

Hier meine Tipps für einen kurzen Stopover in der Stadt der 7 Hügel.

Lissabon – perfekte Stopover-Stadt

Warum ich einen Stopover in Lissabon gemacht habe? Ganz einfach, weil mein Flug auf die Azoren über Lissabon führte. Ein paar Stunden hatte ich also Zeit.

Soll heißen Sollte man nach Madeira, auf die Kapverden, nach Südamerika oder wie ich auf die Azoren fliegen, bietet das eine gute Gelegenheit, die Stadt kurz kennenzulernen (und das dürfte nicht unüblich sein – so viele Folder für Gepäckaufbewahrung habe ich noch nirgends wo gesehen). Oder man legt gleich einen ganzen Stopover Tag in Lissabon ein.


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Und sonst – warum Lissabon?

Nicht nur, weil es ein richtiges In-Reiseziel geworden ist. Sondern weil man sich von dem teils altmodischen Charme verzaubern lassen sollte, den die Stadt der 7 Hügel am Tejo versprüht.


Was also ging sich bei meinem Aufenthalt aus?

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1. mit der gelben Tram fahren, für die Lissabon so berühmt ist

Die Fotos von den gelben Straßenbahnen kennt jeder, und solange die alten Garnituren noch fahren dürfen, sollte man Lissabon besuchen. Natürlich sind sie auch ein Touristenmagnet – meine erste Tram war bummvoll, dafür durfte ich dann fast alleine in der nächsten sitzen. Und die kam schnell danach, Wartezeit gabs eigentlich keine.

Ausgesucht habe ich mir die Linie 28, die durch die Alfama, die Altstadt Lissabons, zuckelt. Direkt vom Flughafen mit der Metro kommend (siehe Tipps), gleich südlich der Station Baixa-Chiado, ist eine Haltestelle, mit der ich in Richtung Alfama gefahren bin. Die Waggons ruckeln und scheppern so herrlich schön wie die alten Wiener Trams. Sitzt man hinter dem Fahrer kann man zusehen wie er die alte Tram mit der Kurbel bedient. Herrlich beim „Tram-Stau“ wenns bergauf geht!

Und es geht bergauf. Direkt an der romanischen Kathedrale von Lissabon (Sé Patriarcal) vorbei bis zum Miradouro de Santa Luzia, an dem ich schon wieder hinausgesprungen bin – zu Fuß ist man fast schon schneller….

Denn: so einfach wies aussieht ists für die Tram nicht. Die Straßen sind wirklich sehr schmal, es geht kurvenreich rauf und runter – ein Grund dafür, dass auf dieser Linie nur Trams mit einer Garnitur unterwegs sind.

  • Lissabon Tram
  • Lissabon Tram
  • Lissabon Stopover
  • Lissabon Tram

Eine Übersicht zu den Tramlinien findet sich hier. Die historischen Tramlinien wurden teilweise schon durch neue ersetzt, Linie 12 und 28 sind aber beide noch alt, gehen beide am Miradouro de Santa Luzia vorbei sowie durch die Alfama.

2. auf einem der vielen Miradoures auf die Stadt hinunterblicken

Ein Blick auf Google Maps und man ist überfordert – von den berühmten Aussichtspunkten gibt es unzählige in Lissabon.

Ich habe mich für einen entschieden, an dem die gelbe Tram vorbeifährt. Aber schon mein erster Blick auf Lissabon – beim Aufsteigen aus der Unterwelt der Ubahn – fällt auf einen solchen. Man wird also auch von alleine auf die beliebten „Ausgucke“ stoßen.

Mit dem Miradouro do Santa Luzia hätte ich es nicht besser treffen können! Nicht nur der Ausblick auf den Tejo, auch das Platzerl selbst ist bezaubernd. Bankerln stehen da in einer kleinen Parkanlage unter Laubengängen, und meine erste Begegnung mit den weißblauen azulejos, den portugiesischen Kacheln, ist der miradour auch. Mehr habe ich gar nicht gebraucht für mein Glück.

  • Miradouro do Santa Luzia
  • Miradouro do Santa Luzia
  • Miradouro do Santa Luzia
  • Miradouro do Santa Luzia
  • Miradouro do Santa Luzia

Der Miradouro liegt am Largo Santa Luzia.

3. in der Altstadt schlendern und sich treiben lassen

Durch die Alfama, Lissabons Altstadt, geht’s zurück. Bergab, an Gasserln, Platzerln, Treppen und Hinterhöfen vorbei, an unzähligen kleinen Geschäfterln. In der Alfama liegt auch das Castelo de São Jorge, das über der Stadt thront.

Und schon befinde ich mich in der Baixa, der Unterstadt. Am Praça do Comércio – dem Palastplatz, der direkt am Tejo liegt und in der Mitte König Jose I ziert, geht’s durch den Triumphbogen hinauf in die Rua Augusta. In der mondänen Fußgängerzone der Unterstadt lässt sichs herrlich schlendern, die verschnörkelten Fassaden und Fliesenverzierungen der Häuser bewundern, wie auch die schwarz-weiß gewellte Bodenpflasterung.

  • Lissabon Baixa
  • Lissabon Praça do Comércio
  • Lissabon Praça do Comércio
  • Lissabon Praça do Comércio
  • Lissabon Praça do Comércio
  • Lissabon Rua Augusta
  • Lissabon Rua Augusta
  • Lissabon Rua Augusta
  • Lissabon Baixa

Hier koste ich erstmals die Pastéis de Belém (die ich dann beim Rückflug-Stop direkt in Belém verkosten werde).

  • Lissabon Pastéis de Belém
  • Lissabon Pastéis de Belém
  • Lissabon Pastéis de Belém

4. mit dem „innerstädtischen Aufzug“ von der Unterstadt in die Oberstadt fahren

Ich wusste zuerst gar nicht, dass es so etwas gibt (ok, auch in Wien gibt’s Aufzüge zwischen zwei Straßenzügen)… Aber nachdem ich das Foto gesehen hatte, musste ich hin, zum Wahrzeichen der Baixa. Laut Google handelt es sich beim Elevador de Santa Justa um einen „Aufzug zur Verbindung von Stadtteilen“ – klingt doch irgendwie lustig, oder?

Und warum braucht man den? Weil es in Lissabon nicht nur Alt- und Neustadt, sondern auch Unter- und Oberstadt gibt. Kein Wunder bei einer Stadt, die auf 7 Hügeln liegt.

Also: Unten in der Baixa steigt man ein, fährt nach oben, und setzt seinen Weg in der Oberstadt fort. Natürlich nicht ohne einen ausführlichen Blick auf die Stadt geworfen zu haben. Und auf den Aufzug selbst, ein architektonisches Juwel mit Gusswerk-Verzierungen und Aussichtsplattform on top.

Mein Pech: Eine kleine Schlange schiebt sich vorwärts, normalerweise wäre die kurze Wartezeit kein Problem gewesen, aber ein Risk-Lover war ich noch nie, ich will meinen Flug nicht verpassen, also mache ich wieder auf den Weg zum Flughafen. (Beim meinem Rückflug Stopover in Lissabon sehe ich den Aufzug nochmals bei Tageslicht).

  • Elevador de Santa Justa
  • Elevador de Santa Justa
  • Elevador de Santa Justa
  • Elevador de Santa Justa
  • Elevador de Santa Justa

Der Elevador de Santa Justa befindet sich an der Kreuzung Largo do Carmo – Rua do Ouro. Öffnungszeiten und Tickets.

5. eventuell noch die Oberstadt und Belem sehen

Wenn noch Zeit bleibt, kann man nach der Baixa auch das Bairro Alto, die Oberstadt abspazieren. Ich habe hier beim Rückflug noch ein paar Stops gemacht.

Gleich nach dem Elevador de Santa Justa ist man an der Praça D. Pedro IV bzw. dem Rossio angelangt, einem der beliebtesten Treffpunkte der Stadt am Ende der Rua Augusta.

  • Lissabon Rossio
  • Lissabon Rossio
  • Lissabon Rossio
  • Lissabon Rossio
  • Lissabon Rossio

Ein Stück weiter oben führt die Standseilbahn Ascensor da Glória von der Praça dos Restauradores hinauf zum Miradouro de São Pedro de Alcântara.

Lissabon Standseilbahn Ascensor da Glória

Wer noch weiter möchte – die Prachtstraße Avenida da Liberdade führt hinauf zum nächsten Platz, der Praça Marquês de Pombal.


Wer das Lissabon der Seefahrer und Entdecker sehen möchte, kann auch einen Sprung nach Belém machen.

ch habe das ebenso beim Rückflug erledigt, allerdings nicht mehr zu Fuß. In Belem gibt’s auch das originale Vanillecreme-Törtchen, das Pastéis de Belém, im dazugehörigen Geschäft mit blauweißer Kachel-Optik zu erstehen. Wenn die Schlangen davor nicht zulange sind.

Lissabon Pastéis de Belém

Der Torre de Belém am Ufer des Tejo – sowohl Hafenfestung als auch Prunkbau – hat einst die Seefahrer begrüßt. Und ebenso das Mosteiro dos Jeronimos. Beides, Turm und Hieronymus-Kloster, sind Weltkulturerbe im manuelinischem Baustil. Nicht nur vom Torre de Belém auch vom Entdecker-Denkmal, dem Padrão dos Descobrimentos, kann man auf den Tejo und Belém hinuntersehen. Gemeinsam mit 33 weiteren für die portugiesische Geschichte wichtigen Persönlichkeiten, allen voran Heinrich dem Seefahrer.

  • Torre de Belém
  • Hieronymus-Kloster
  • Padrão dos Descobrimentos

Das Pastéis de Belém befindet sich in der Rua de Belém 84-92.

was man noch bei einem Stopover in Lissabon tun kann:

  • zum Cristo Rei am gegenüberliegenden Ufer fahren; auf die Statue aus den 50er Jahren kann man hinaufgehen und einen Blick auf die Altstadt werfen
  • mit der Teleferico fahren – am östlichen Tejo-Ufer führt eine Seilbahn am ehemaligen Expo-Gelände 20 Meter über dem Boden vom Oceanario bis zum Torre Vasco de Gama
  • bei einem längeren Aufenthalt: Boat- oder Delphintouren unternehmen, z.B. bei Boat me up, Vertigem Azul oder Rotas do sal

gut zu wissen: meine Tipps für einen Stopover in Lissabon

  • Geht sich alles aus, zahlt es sich aus? Es geht sich aus, selbst wenn man nur 2 Stunden Nettozeit für die Stadt zur Verfügung hat. Die Metro bringt einen in einer guten halben Stunde in die Stadt (inkl. Wartezeit am Ticketautomaten). Wenns schneller gehen muss: Taxis sind günstig.
  • In 2 Stunden schafft man locker zu Fuß: Von der Baixa in die gelbe Tram, zum Miradouro do Santa Luzia, dann zurück in die Baixa bis zum Praça do Comércio, dann die Flaniermeile Rua Augusta rauf bis zum Elevador de Santa Justa, dann zum Rossio. Eventuell noch weiter hochschlendern oder mit dem Ascensor da Glória hinauf zum Miradouro de São Pedro de Alcântara. Mit der Metro von dort zurück zum Flughafen.
  • Oder: Man nimmt den Hop on Hop off Bus – am Besten die Tages-Tour wählen (der Bus klappert in knappen 2 Stunden alles Wichtige für € 20,- ab): Vom Stadtzentrum (Unterstadt und Oberstadt) bis nach Belém.
  • Wie kommt man mit der Metro in die Stadt? Von der roten in die grüne Linie umsteigen, aussteigen bei der Station „Baixa Chiado“. Ein 24h-Ticket kostet (inkl. Metrocard) € 6,90, für 1 Stunde zahlt man nur € 1,50. Cool: Das Ticket gilt nicht nur für Metro und Busse, sondern auch für die gelben Trams – und: sogar für die Lifte zu den Miradoures! (Es gibt auch weitere Ticketvarianten, z.B. inkl. Fähre nach Cacilhas). Ein Aerobus fährt ebenso: hier gilt immer: auf den Verkehr achten, kann auch mal länger dauern.
  • Wo kann man das Gepäck lassen? Am Besten am Flughafen selbst. Auch wenn unzählige Flyer Gepäckaufbewahrungen anbieten – diese sind in der Stadt, dh. das Gepäck muss dorthin transportiert werden. Und teurer als am Flughafen ist es auch. Für das Flughafen „Left luggage“ beim Ausgang links halten (in Richtung Parkhaus 2, aber noch innerhalb des Flughafengebäudes!). Preise für 24h-Aufbewahrung je nach Gewicht, bis 10kg €3,36, bis 30kg € 4,98, über 30kg € 9,87.

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