POMPEJI besuchen: meine Erfahrungen und Tipps für einen Tag in den Ausgrabungen
Ein Besuch von Pompeji will geplant sein: meine Erfahrungen sowie Tipps für Anreise und Eintritt, für die Orientierung vor Ort und die Highlights der Ausgrabungen.
Ein Urlaub in Neapel oder an der Amalfiküste ist ohne einen Besuch von Pompeji kaum komplett. Fast jeder, der in der Region unterwegs ist, möchte die antike Stadt einmal gesehen haben. Doch einen Besuch von Pompeji sollte man nicht spontan planen.
Wichtige Fragen, die man vorher klären sollte, sind unter anderem: Wie kommt man hin? Wie viel Zeit sollte man einplanen? Wie findet man sich in Pompeji zurecht? Was darf man auf keinen Fall verpassen? Und welche Tipps gibt es noch, um den Besuch optimal zu gestalten?
Die wichtigsten Fragen habe ich hier beantwortet.
2. Eintritt: warum man sich das Ticket rechtzeitig online sichern sollte
3. Die Highlights: was man in Pompeji nicht verpassen sollte
4. Orientierung: wie man sich in Pompeji zurechtfindet
5. Wie man den Besuch von Pompeji anlegt: meine Routentipps
6. Was es sonst noch in Pompeji zu sehen gibt: Tipps für Ausflüge in die Umgebung
Pompeji: die Stadt, die unter der Asche lag
Von Pompeji, der Stadt, die beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. unter Schutt und Asche begraben wurde, hat wohl jeder im Schulunterricht gehört. Schätzungen zufolge kamen damals rund 2.000 Menschen ums Leben. Schon 62 n. Chr. hatte ein Erdbeben Teile der Stadt zerstört.

Heute gehört Pompeji zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Welt und bietet den seltenen Einblick in eine komplett erhaltene römische Stadt. Die Ausgrabungen begannen 1830, sogar Goethes Sohn war daran beteiligt. Was anfangs noch Schauwert hatte, wurde schnell wissenschaftlich aufbereitet. Sogar Wurzelhöhlen in den Gärten wurden mit Gips ausgegossen, um die ursprüngliche Struktur der Pflanzen zu rekonstruieren.
Etwa zwei Drittel der Stadt sind heute ausgegraben. Bekannt sind das Forum, das Amphitheater, die Thermen und einige Villen mit besonders gut erhaltenen Wandmalereien und Mosaiken. Doch am Gelände liegen zahlreiche Wohnhäuser, durch die man endlos streifen könnte.

Der Besuch von Pompeji ist wie ein eigener kleiner Städtetrip – nur, dass die Stadt längst stillgelegt ist. Man bewegt sich von Haus zu Haus, Straße zu Straße, und bemerkt erst da, wie weitläufig Pompeji angelegt war.
Deshalb gleich der erste Tipp: genug Zeit einplanen, wenn man Pompeji besucht!
1. Wie man hinkommt: und wie viel Zeit man für Pompeji einplanen sollte
Vor meinem Besuch von Pompeji war ich zunächst unsicher: Welchen der drei Eingänge nimmt man am besten – und wie kommt man überhaupt hin? Außerdem stellte sich die Frage: Reicht ein halber Tag, wenn man Pompeji mit dem Besuch des Vesuvs kombiniert, oder plant man besser einen ganzen Tag ein?
Wie kommt man nach Pompeji`?
Von Neapel aus ist Pompeji bequem zu erreichen: Mit der Vorortbahn Circumvesuviana dauert die Fahrt etwa eine halbe Stunde. Anschließend steigt man an der Station Pompei Scavi aus – nicht in der Stadt selbst. Diese Bahnstation liegt direkt am Haupteingang, sodass man direkt starten kann.
Wie lange sollte man für den Besuch von Pompeji einplanen?
Ein halber Tag reicht kaum. Für einen Besuch sollte man mindestens einen ganzen Tag einplanen – besser noch mehr, denn das Gelände ist sehr weitläufig. Selbst an einem ganzen Tag kann man nicht alles sehen.
Mein Tipp: Früh kommen, dann ist man noch vor dem großen Besucheransturm.

Wer die Möglichkeit hat, sollte idealerweise vor Ort übernachten. Ein Vorteil: So kann man neben dem Haupteingang an der Porta Marina auch einen der beiden anderen Eingänge nutzen.
Die Ausgrabungsstätten von Pompeji sind von April bis Oktober von 9.00 bis 19.00 geöffnet (letzter Eintritt um 17.30; in der restlichen Zeit von 9.00 bis 17.00 Uhr (letzter Eintritt 15.30).
Ich selbst habe mich in Pompeji in einer für diesen Zweck guten und günstigen Unterkunft einquartiert*.
Ist es voll in Pompeji?
Ja, es kann voll werden, besonders auf der Hauptstraße Via dell’Abbondanza, am Forum und im Theater, wo häufig Gruppen durchgeschleust werden. Dennoch kann man sich leicht zurückziehen: Ich bin immer wieder in kleine Seitengassen abgebogen und habe Häuser abseits der bekannten Highlights erkundet. So lässt sich eine gute Balance zwischen den klassischen Sehenswürdigkeiten und ruhigen Passagen finden.


Andererseits kann es gerade im Theater spannend sein, wenn es von anderen Besuchern gefüllt ist und die Akustik zum Beispiel von Schülergruppen getestet wird – ein Erlebnis, das man alleine kaum nachfühlen kann.
Was sollte man beim Besuch von Pompeji mitbringen?
Für den Besuch von Pompeji ist es sinnvoll, genügend Wasser und ein paar Snacks mitzunehmen, denn die Wege sind lang und vor allem im Sommer kann es sehr heiß werden. Zwar gibt es unterwegs die Möglichkeit, Essen zu kaufen (in der Nähe des Forums und bei einem Café am Gelände), doch gerade bei längeren Touren ist es praktisch, selbst für Verpflegung zu sorgen.
Außerdem sind gute Schuhe wichtig: Kopfsteinpflaster, unebene Straßen und ständiges Auf- und Ab über die Trittsteine fordern die Füße.



Wer früh am Tag kommt, erlebt die Stadt am entspanntesten: Am Vormittag ist die Atmosphäre angenehmer, es sind weniger Menschen unterwegs und die Sonne steht noch nicht so hoch. Ein Sonnenhut oder eine andere Kopfbedeckung ist ebenfalls empfehlenswert, da es nur wenige Schattenplätze gibt.
2. Eintritt: warum man sich das Ticket rechtzeitig online sichern sollte
Theoretisch kann man die Tickets für Pompeji direkt vor Ort kaufen. Allerdings sollte man sich darauf nicht verlassen, denn wie bei vielen Attraktionen in der Region sind die Plätze für den gewünschten Zeitslot oft begrenzt.

Vorab die Tickets zu sichern ist daher sinnvoll. Achtung: die offizielle Website funktionierte bei meinem Besuch nicht, ich bin daher auf den Ticketanbieter GetyourGuide ausgewichen, was den Vorteil hat, dass man die Tickets bis zu 24h oder eine Stunde vor Beginn kostenlos stornieren kann. Hat man einen Audioguide reserviert, holt man diesen im Besucherzentrum ab.
Die Tickets für Pompeji (Express oder Plus-Variante) kann man hier buchen*.
Wichtige Ticket-Varianten: Pompei Express oder Pompei Plus buchen?
Bei der Option „Pompei Plus“ ist unter anderem die Villa dei Misteri enthalten. Bei meinem Besuch habe ich sie leider mit ins Programm aufnehmen können. Sie gehört allerdings zu den Sehenswürdigkeiten in Pompeji, die man nicht auslassen sollte, sofern genügend Zeit zur Verfügung steht. In der Villa sind die am besten erhaltenen Fresken in Pompeji zu sehen.
Die Villa liegt relativ weit nördlich, etwa 300 Meter vom Stadttor Porta di Ercolano entfernt, also formal außerhalb von Pompeji, aber noch innerhalb des Ausgrabungsparks. Beim Ticketkauf kann man aus beiden Varianten auswählen.
Pompeji ohne Führung besichtigen?
Ein Besuch von Pompeji ohne Führung ist möglich, aber macht nur dann Sinn, wenn man sich mit Plan und Audioguide bewaffnet. Vor allem der Übersichtsplan ist nötig, um sich nicht zu verirren. Pompeji ist keine Themenpark-Attraktion, sondern eine echte Stadt mit zahllosen Straßen und Seitengassen. Google Maps kann unterstützen, doch ein ausgedruckter Stadtplan ist praktischer und übersichtlicher.

Der Audioguide erklärt die einzelnen Häuser, die Bedeutung der verschiedenen Räume und viele Details, die man vielleicht seit dem Lateinunterricht schon wieder vergessen hat.
Eine Karte der Ausgrabungsstätte kann man sich hier herunterladen.
Tickets für Pompeji: die Varianten
- Die Tickets für Pompeji (Express oder Plus-Variante) kann man hier buchen*.
- Eine geführte Toure mit Archäologen kann man hier buchen*
- Einen geführten Rundgang ab Neapel gibt es hier*
- Die Kombitour inkl. Besuch des Vesuvs ab Neapel gibt es hier*
3. Die Highlights: was man in Pompeji nicht verpassen sollte
Nachdem die Anreise und der Ticketkauf geklärt sind, geht es darum, sich schon im Vorfeld zu überlegen, was man sehen möchte.
Mein Tipp vorab: Es läuft nie genau nach Plan. Auch ich bin immer wieder abgeschweift, weil mich ein Haus besonders neugierig gemacht hat oder eine ruhige Seitengasse zum Entdecken einlud. Trotzdem ist es hilfreich, ein paar Sehenswürdigkeiten im Hinterkopf zu haben, die man unbedingt sehen möchte.
Zu den Highlights bei einem Besuch von Pompeji gehören unter anderem
- Das Forum mit Apollotempel und Jupitertempel, daneben die Basilika und weitere öffentliche Bauten.
- Das Amphitheater – eines der ältesten der Welt – und das Große Theater.
- Prunkvolle Stadtvillen, die reich mit Mosaiken und Wandmalereien verziert sind, darunter:
- Das Haus des Faun: Eines der größten und prächtigsten Häuser, berühmt für das Mosaik der Alexanderschlacht.
- Das Haus des Tragischen Dichters: Bekannt für das Mosaik „Cave Canem“ am Eingang.
- Das Haus der Vettier: Aufwendige Fresken und ein beeindruckendes Beispiel für den Reichtum der Patrizier.
- Das Haus des Menander und weitere Villen mit ausgedehnten Gartenanlagen.
- Die älteste Therme von Pompeji, die einen Einblick in römische Badekultur geben.
- Das Lupanar, das römische Bordell der Stadt.
- Der Garten der Flüchtenden, mit den eindrucksvollen Gipsabdrücken der Opfer des Vesuvausbruchs.
Mehr zu den Highlights in Pompeji
Detailbeschreibungen und viele Fotos gibt es hier nachzulesen: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Pompeji
4. Orientierung: wie man sich in Pompeji zurechtfindet
Pompeji sollte man systematisch erkunden, denn die Ausgrabungsstätte ist riesig. Sie hat drei Eingänge und ist in mehrere Sektoren aufgeteilt, die römisch nummeriert sind: Regio I bis IX. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander, mit Ausnahme des Amphitheaters, das sich beim östlichen Eingang des Geländes befindet.

Die Ausgrabungsstätte verfügt über drei Eingänge:
- Porta Marina – der Haupteingang direkt am Bahnhof, besonders praktisch, wenn man aus Neapel oder Sorrent anreist.
- Piazza Esedra – deutlich ruhiger als der Haupteingang, allerdings der einzige Eingang, an dem keine Audioguides und keine Garderoben verfügbar sind.
- Piazza Anfiteatro – bietet den Zugang direkt aus der Stadt Pompeji.
Die Sektoren werden römisch nummeriert (Regio I–IX). Darin befinden sich die Insulae, einzelne Häuserblöcke. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten werden mit lateinischen Zahlen gekennzeichnet. Vor Ort helfen Beschilderungen, außerdem reicht es manchmal, den Menschenmassen zu folgen.


Und noch ein Tipp: Häuser mit Aufsicht schließen bereits früher. Daher am besten schon vor dem Besuch von Pompeji eine Route festlegen. Siehe dazu der nächste Punkt.
Eine Karte der Ausgrabungsstätte kann man sich hier herunterladen.
5. Wie man den Besuch von Pompeji anlegt: meine Routentipps
Die meisten Besucher betreten Pompeji über den Haupteingang Porta Marina, da dieser bequem mit der Vorortebahn aus Neapel und Sorrent erreichbar ist. Ein weiterer Vorteil: Eines der wichtigsten Highlights der Stadt, das Forum, liegt gleich in der Nähe.

Danach hängt die Route von den persönlichen Vorlieben ab. Am besten orientiert man sich an den Highlights, denn alle Häuser kann man bei einem Besuch von Pompeji ohnehin nicht sehen. Die meisten Besucher bleiben auch in den zentralen Vierteln und erreichen die Randbereiche kaum.
Auf der folgenden Karte sieht man die von mir gewählte Route. Im Artikel zu den Sehenswürdigkeiten Pompejis habe ich die Highlights am Weg detailliert beschrieben.
6. Was es sonst noch in Pompeji zu sehen gibt: Tipps für Ausflüge in die Umgebung
Die heutige Stadt Pompeji selbst ist zwar nicht unbedingt als klassisches Ausflugsziel bekannt, zieht aber in Italien viele Pilger an. Jedes Jahr kommen Millionen Gläubige zur Wallfahrtskirche Madonna del Rosario, der örtlichen Basilika im Zentrum.


Natürlich lockt auch der Vesuv, der ursprünglich für die Berühmtheit und die Besuchermassen in Pompeji verantwortlich ist, zahlreiche Ausflügler nach Pompeji.

Ich selbst habe während meines Aufenthalts die gesamte Region am Golf von Neapel erkundet. Meine Tipps dazu gibt es auf den folgenden Seiten.
- Ein Ausflug zum Ursprung der Katastrophe: Besuch des Vesuvs
- Die Stadt des Kults: Sehenswürdigkeiten-Tour in Neapel
- Urlaub, wo die Zitronen blühen: Sehenswürdigkeiten an der Amalfiküste
- Der Klassiker an der Küste: Sehnsuchtsort Amalfi
- Wo es hoch oben an der Steilküste ruhiger ist: Ravello
- Inselurlaub am Golf von Neapel: ein Tagesausflug nach Capri
- Auch fast ein Muss: ein Ausflug nach Sorrent
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Weitere schöne Orte in Italien
- Die andere Seite der Sonneninsel: GRADO Sehenswürdigkeiten für Entdecker
Grado kann´s, nicht nur als Urlaubsort für Sonnenanbeter, sondern auch als interessantes Reiseziel für Geschichtsliebhaber und Naturfreunde: eine Tour zu den Sehenswürdigkeiten Grados. - SEHENSWÜRDIGKEITEN in Pompeji: meine Tipps für einen Rundgang durch die antike Stadt
Welche wichtigen Sehenswürdigkeiten man beim Besuch von Pompeji nicht verpassen sollte: meine Tipps für einen Rundgang durch die Ausgrabungen am Fuß des Vesuvs. - POMPEJI besuchen: meine Erfahrungen und Tipps für einen Tag in den Ausgrabungen
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Was man in Sorrent tun und sehen kann: ein Altstadt-Rundgang mit bestem Ausblick über den Golf von Neapel inkl. Tipps für einen Besuch von Capri und der Amalfiküste. - Den VESUV besuchen: Tipps für Tickets, Anreise sowie die Besteigung des Kraters
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