Ein Kurztrip nach LIVERPOOL: Beatles – und ein bisschen Fußball

Liverpool lebt von den Beatles, definitiv. Aber trotzdem – oder gerade deswegen – tauchen wir gerne in den Kult ein. Auch in den des FC Liverpool. Und erleben einen herrlichen Trip in eine Stadt voller Lebensfreude.


Auf unserem Roadtrip durch England und Schottland ist auch ein Tag für einen Kurztrip nach Liverpool reserviert. Der mit dem Mann an meiner Seite einen starken Schwerpunkt in Richtung Freizeitkultur erhält. Neben den Beatles und dem FC Liverpool blieb nicht viel übrig….

Trotzdem hat Liverpool einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beim Bummeln am Pier und in der Stadt bekommt man schon etwas mit von der Lebensfreude in der ehemaligen Hafen- und Arbeiterstadt. Die sich definitiv gemausert hat.

Liverpool – die „Old Lady“, die sich gemausert hat

Normalerweise bin ich auf Städtetrip zu Fuß unterwegs und versuche, alle Ecken einer Stadt abzuklappern. Anders in Liverpool: wir sind durch die Beatles- und Anfield-Tour ziemlich eingedeckt.

Was wir aber trotzdem mitbekommen: die junge, lebensfrohe Atmosphäre der Stadt. Wo früher Arbeitslosigkeit das dominierende Thema in der Hafenstadt war, bummeln wir heute in den revitalisierten Werften zwischen hübschen roten Backsteinhäusern herum. Auch im Zentrum sind wir nicht alleine: Liverpool lebt, und vor allem bei den Jungen: in Liverpool „you never walk alone“.

Was wir mit Liverpool nicht in Verbindung gebracht hätten ist eine lebendige Kunst- und Musikszene: Liverpool ist nach London die Stadt mit den meisten Museen und Galerien – geadelt mit der Auszeichnung als Kulturhauptstadt 2008. Aus den früher belächelten „Scousers“, die vor allem durch ihren besonderen Dialekt einen „feinen“ Hauch von Provinzialität übermittelten, sind weltoffene Liverpudlians geworden.

Und diese Weltoffenheit bekommen wir auf unserem Trip auch mit. Wir sind viel mit dem Auto und Tourbus unterwegs und erleben die Stadt viel besser als bei jedem üblichen Sightseeing. Die ziegelroten brick houses mit ihren obligatorischen bay windows (Erkern) in den Wohngegenden wirken gepflegt und lebenswert. Uns hats gefallen!


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Was kann man nun beim einem Liverpool Kurztrip sehen?

1. Beatles Teil 1: Beatles, Beatles & nochmal Beatles

Natürlich: diese Stadt hat die vier weltberühmten Liverpudlians hervorgebracht. Aber nicht nur: Aus der Merseybeat-Bewegung der 50er und 60er Jahre ist auch in unseren Breiten Gerry & The Pacemaker mit seiner FC Liverpool-Hymne „You´ll Never Walk Alone Hymne“ sowie dem Gassenhauser „Ferry cross the Mersey“ bekannt.

Wir sind aber definitiv wegen den Beatles (und dem FC Liverpool) gekommen. Und sind nach unserem Liverpool Kurztrip durch und durch „verbeatlet“ – was bis heute angehalten hat….


Wie man am Besten auf Tuchfühlung mit den Beatles geht?

Definitiv zu empfehlen: die „Magical Mystery Tour“. Wir waren mehr als begeistert. Warum?

Liverpool Magical Mystery Tour
  • Ein flotter Tourguide, der uns – als wärs nötig gewesen – mit seiner Beatles-Begeisterung ansteckt. Noch dazu, wenn er erzählt, dass Paul McCartney himself zwei Monate davor bei einer seiner Touren überraschenderweise in seinem ehemaligen Wohnhaus anzutreffen war.
  • Wir sehen die Geburts- und Wohnhäuser der Fab Four und Stationen ihrer Karrieren vor den Beatles.
  • Auch am ehemals kleinsten Haus Englands wird ein Stop gemacht: „the smallest house“.
  • Natürlich kommen wir auch an der Penny Lane, dem „shelter in the middle of a roundabout und dem „barber shop“ vorbei.
  • Und natürlich statten wir auch den „Strawberry Fields“, bzw. dem berühmten roten Tor, einen Besuch ab (jetzt im Besitz der Heilsarmee).
  • Was uns besonders gefällt: wir klappern bei unseren Stops auch mehrere Wohngegenden ab, in die man sich wohl nie von selbst verirrt hätte (einzig und allein die „Penny Lane“ und den „shelter in the middle of a roundabout“ hätten wir gefunden – siehe unser Hoteltipp).
  • Liverpool Kurztrip Beatles Tour
  • Liverpool Kurztrip Beatles Tour
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Die Tour inkludiert auch den Eintritt in den Cavern Club – siehe Punkt 2. Wer die Elternhäuser der Fab Four nicht nur von außen sehen möchte, kann eine „Beatles Childhood Homes“-Tour mit dem National Trust machen.
Ins Beatles Museum an den Albert Docks haben wir es leider zeitlich nicht mehr geschafft – was uns heute noch leid tut. Hier ist z.B. die berühmte John-Lennon-Brille ausgestellt. In der Mathew Street ist 2018 ein „Magical Beatles Museum“ dazugekommen. Also noch genug zu sehen……Liverpool, we´ll definitely GET BACK!

2. Beatles Teil 2: den Abend im Cavern Club ausklingen lassen

Ein ganzes Viertel ist nach dem berühmten Club, in dem die Beatles ihre ersten Auftritte hatten, benannt: Rund um die Mathew Street geht im Cavern Quarter die Post ab. Wer einen schweren Tag hatte, kann hier seine„hard day´s night“ ausklingen lassen.

Was wir auch tun – und ein riesengroßes Nostalgia-Event erleben: der (nicht originale) Club erinnert mich mit seinem dunklen Kellergewölbe an durchtanzte Nächte in meinen späten Zwanzigern. Live-Bands performen ihre Beatles- oder 60er/70er Jahre Cover.

Und das Publikum? Neben uns vorrangig britische Touristen vom Opa bis zu den Enkeln, wobei in diesem Fall der Opa mitrockt und die Enkerln artig danebenstehen. Hier hat Opa seinen großen Moment! Die Engländer sind bei den Beatles- und 60er/70er Songs genauso textsicher wie das unsere österreichischen Oldies bei Ambros und Fendrich….

Cavern Club Liverpool

Der Eintritt in den Cavern Club ist bis Mittag gratis – mit dem Ticket der Magical Mystery Tour kommt man allerdings auch später kostenlos hinein. Übrigens – fürs Foto: ein überlebensgroßer John Lennon steht direkt davor.

3. ein Fußball-Muss: eine Anfield-Tour (beim FC Liverpool) machen

Natürlich ein Pflichtstop, wenn man „Mann“ mithat. Zugegeben war der Besuch des Anfield-Stadions aber auch für mich Fußball-Banausin ein beeindruckendes Erlebnis. Und das nicht nur wegen der Stimmung, die die Heiligen Hallen verströmen.

FC Liverpool Anfield Stadion

Denn: der erst wenige Jahre alte Neubau ist optisch sehr stimmig – alles, aber wirklich alles, ist in der Club-Farbe der „Reds“ gehalten. Das gefällt auch selbst dann, wenn man sich eigentlich NICHT für Fußball interessiert – perfekter Pärchentipp also.

  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion
  • FC Liverpool Anfield Stadion

Was uns auffällt: Im Gegensatz zu dem, was man sonst so kennt, liegt das Anfield-Stadion in sehr guter Wohngegend. Wir erhaschen auch ein paar schöne Ausblicke über die Stadt.

Liverpool Kurztrip

Und, falls es wer nicht wissen sollte: You never walk alone….

FC Liverpool Anfield Stadion

Touren fürs Anfield-Stadion können hier gebucht werden.

4. am Royal Albert Dock beim Liverpool Kurztrip bummeln

Am Albert Dock kommt man in Liverpool nicht vorbei. Sei es, um das Beatles Museum zu besuchen (oder andere Museen wie das Museum of Liverpool, Slavery oder Merseyside Maritime Museum oder die Liverpooler Tate Gallery). Oder, um den Bus für die Beatles-Tour zu besteigen oder, um – gleich ums Eck – die „ferry cross the mersey“ zu erwischen.

Was mit seinen Werften und Handelsgebäuden eines der bedeutendsten Zentren des industrialisierten Nordens darstellte, erlebt heute nach dem Verfall der 80er Jahre sein Revival als Kulturzentrum Liverpools. Die Stadt wurde für seinen ehemaligen Welthafen übrigens mit dem UNESCO Welterbe-Titel geadelt.

Wir lieben den Rundgang am Pier zwischen kleinen bunten Dreiecksflaggen und kleinen Shops und Cafes.

  • Albert Dock Liverpool
  • Albert Dock Liverpool
  • Albert Dock Liverpool
  • Albert Dock Liverpool
  • Albert Dock Liverpool

5. weitere Liverpool Sehenswürdigkeiten besuchen – oder einkaufen gehen

Wir haben bei unserem Liverpool-Kurztrip viel Zeit in Beatles und Fußball investiert. Das musste einfach sein. Was andererseits bedeutet, dass wir von den klassischen Sehenswürdigkeiten leider wenig mitgenommen haben:

Liverpool Kurztrip
  • Die drei Grazien am Mersey hätten wir etwas eindrücklicher betrachten sollen, stehen sie doch für die Bedeutung Liverpools als ehemaligem Welthafen. Schön sind sie auf jeden Fall anzusehen, das „Port of Liverpool“, „Royal Liver“ und „Cunard“-Building. Warum man sonst zu den drei Grazien pilgern sollte? Weil dort die berühmte Skulptur der Fab Four steht – und zwar an der Mersey-Seite, also der flusszugewandten Seite der berühmten Gebäude.
  • Die beiden Liverpooler Kathedralen wären ebenso einen Besuch wert gewesen – beide Gotteshäuser der Superlative: da wäre die weltweit GRÖSSTE anglikanische Kirche, die „Liverpool Cathedral“, von deren Turm man einen Blick auf die Stadt werfen kann; und als katholisches Pendant die „HÄSSLICHSTE Kirche ganz Englands“ im Look&Feel des Wiener Rinterzelts; im Volksmund „Paddy´s Wigwam“ genannt.
  • Wer Einkaufen mag: mit dem Liverpool One wurde 2008 ein wahrer Shopping-Tempel ins Zentrum gestellt – und gleichzeitig das (wieder ein Superlativ!) größte Freilufteinkaufszentrum im ganzen Land.

Vor den drei Grazien – auf Mersey-Seite hinter dem Cunard Building in Richtung Pier Head – steht die berühmte Skulptur der Fab Four, die ein Muss beim Liverpool Besuch ist. Das Liverpool One-Areal befindet sich in 5 Wall Street.

6. einen Ausflug zum Liverpooler Strand machen

Auf unserem Weg nach Manchester haben wir noch einen kurzen Schlenkerer an die Irische See eingelegt. Einerseits wollten wir den Liverpooler Hausstrand sehen, andererseits waren wir auf die Installation „Another Place“ von Antony Gormley neugierig.

Mit seinen stattlichen Häusern ist Crosby ein gediegener Vorort Liverpools – und nicht von Touristen überfüllt. Zumindest haben wir am Strand bei englischem Wetter keine gesehen – und auch nicht im Crosby Leisure Center, bei dem wir mit Blick auf plantschende Kinder samt Großeltern einen unvergesslichen Schlechtwetterkaffee eingenommen haben.

Das Skurrile an der „Installation“: 100 Figuren sollens sein, die der Künstler – seinem eigenen Körper nachempfunden – in den Sand gestellt hat. Viele davon sehen wir nicht. Kein Wunder: Die Action zieht sich über drei Kilometer am Strand entlang – aber auch einen Kilometer ins Meer hinein. Und bei Flut sind von den 100 dann eben sehr viele Figuren im Meer verschwunden…

  • Another Place Crosby
  • Another Place Crosby

Ein Ausflug nach Crosby geht auch mit dem Öffi-Ticket gut, sofern die richtige Zone beim Saveaway-Ticket gewählt wurde.

was man noch bei einem Kurztrip nach Liverpool tun kann (we´ll definitely GET BACK)

gut zu wissen: meine Tipps für einen Kurztrip nach Liverpool

  • Anreise per Flugzeug: vom Flughafen Manchester mit dem „National Express“-Bus nach Liverpool; in einer guten Stunde ist man mitten in Liverpool („Liverpool One“-Station)
  • Anreise mit dem Auto: Auf unserem Roadtrip durch England und Schottland sind wir über die linke Mersey-Seite durch den Kingsway-Tunnel angereist: Infos zur Maut siehe hier
  • Öffis: das Saveaway Tagesticket kann für die Off-Peak-Zeiten genutzt werden – es gibt mehrere Tarife für die gesamte Merseyside-Region (z.B. inkl. dem Liverpooler Strand in Crosby)
  • weitere Touren: wir haben die „Magical Mystery Tour“ absolviert und waren mehr als zufrieden damit – auch dank des witzigen Guide (welche Stationen wir gesehen haben – siehe Punkt 1). Es werden noch weitere Bus- und Walkingtouren in Liverpool angeboten – die Streckenführung bei dieser Tour deckt z.B. viel von der Stadt und den Beatles-Stationen ab (und der Plan bietet auch einen guten Überblick über die Stadt)
  • Beatles hoch zehn: wer den absoluten Beatles Overkill erleben möchte, sollte im August zur Beatles Week kommen
  • unser Hoteltipp: und zwar weniger für das Hotel, sondern für die Umgebung (auch wenn das Hotel durchwegs liebenswert war und der Chef ein britisches Klischee bestätigt hat – siehe unser Kulturschock): Das Penny Lane Hotel liegt zwar etwas außerhalb des Zentrums, dafür aber gleich neben dem „shelter in the middle of a roundabout“. Und John Lennons Geburtshaus in der Newcastle Road ist auch gleich ums Eck. Die Bus-Haltestelle ist gleich vor der Haustür, beim Hineinfahren ins Stadtzentrum kann man die wunderschönen „terraced houses“ genießen.

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