Rund um Drau, Isel und die Hohen Tauern: Ausflugsziele in OSTTIROL

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Unberührte Natur und schöne Orte rund um Hochpustertal, Defereggental und Virgental: 6 Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele für den Sommerurlaub in Osttirol.


Meine Grenztour an die Ränder Österreichs führte mich – natürlich – auch nach Osttirol. Die Sehenswürdigkeiten sind hier eindeutig hohe Berge, schöne Orte in naturnahen Seitentälern und der eine oder andere Abstecher über die Grenze nach Südtirol. Ein Traum für alle, die im Sommerurlaub gerne so ursprünglich wie möglich Natur pur tanken wollen.

Auch wenn die Grenze in Osttirol nur an einigen Punkten zugänglich ist – gerade in den Nationalparkgemeinden der Hohen Tauern lassen sich viele schöne Ausflugsziele entdecken!

Ausgeflogen nach Osttirol: wo schöne Plätze und unberührte Sehenswürdigkeiten warten

Osttirol: Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten zwischen Nationalpark und Alpenfluss

Als klassisches Ausflugsziel mit Sehenswürdigkeiten im herkömmlichen Sinn kann man Osttirol nicht gerade bezeichnen. In dieser Urlaubsregion sorgt der Nationalpark Hohe Tauern für Ursprünglichkeit und unberührte Flecken – in Osttirol geht man inmitten unberührter Natur wandern. Kein Wunder: ganze drei Viertel Osttirols sind alpine Zone, gleich sechzig Dreitausender finden sich hier an der Alpensüdseite.

Osttirol Sehenswürdigkeiten

Aber ein paar Sehenswürdigkeiten Hot Spots rund um Lienz, Matrei und Sillian habe ich dann doch noch gefunden bei meiner Grenztour entlang der Drau und Isel. Im Norden tauche ich dabei rund um die Nationalparkgemeinden Matrei und St. Jakob in die Wanderregion Osttirols ein.

Im Süden lockt mich die Geschichte der Grenze mit Sonderstellung: Darf man von einer „Auslandsgrenze“ sprechen, wenn es bei Sillian in einen Teil des alten Tirols geht?

Seit 1919 ist Südtirol Teil Italiens und hat damit Osttirol zu einer Tiroler „Exklave“ gemacht – nur sechs Kilometer auf Salzburger Gebiet sind es, die das abgetrennte Osttirol vom „Mutterland“ trennen.


die Stationen meiner Grenztour in Osttirol: Karte & Routenbeschreibung

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Grenzen Österreich

Österreich von Ost nach West und wieder retour: mein Roadtrip an den Grenzen Österreichs

1. nahtloser Übergang aus dem Lesachtal: im Tiroler Gailtal

Wie man die Rundtour an den Grenzen Osttirols im Tiroler Gailtal beginnt? Entweder indem man den gängigen Weg über Lienz und das Hochpustertal wählt und von Westen in das Hochtal einfährt. Oder indem man von der anderen Seite kommt – dem Kärntner Lesachtal, das hier am Kartitscher Sattel übergangslos ins Tiroler Gailtal einmündet.

Im Kärntner Lesachtal haben sich die Siedlungen noch links und rechts der Gail eng an den Fels bzw. auf der gegenüberliegenden Seite an den Gegenhang geschmiegt. Interessanterweise ändert sich das Bild direkt nach der Bundesländergrenze hinter Maria Luggau. Das Tal verbreitert sich, was sich spätestens vor Obertilliach an einer großen Wiese samt unzähliger Heustadel bemerkbar macht.

Tiroler Gailtal

Im Gegensatz zum Lesachtal steppt in Obertilliach auch wieder der (touristische) Bär. Rund um Hotels und Pensionen im Alpenchalet-Stil sowie einer mächtigen Seilbahn fühlt man sich gar nicht wie mehr wie kurz davor im kärntnerischen Lesachtal, das sich ja als naturbelassenstes Tal der Hochalpen den sanften Tourismus auf die Fahnen geschrieben hat (maximal ein Gast pro Einwohner ist dort die Devise). Auch dass in Obertilliach schon James Bond unterwegs war (für „Spectre“), passt gar nicht zu so viel Beschaulichkeit davor.

Aber: Im Ortskern mit den schönen weißen Kapellen stehen noch 15 Häuser unter Denkmalschutz. Und einen Nachtwächter – sogar den letzten echten ganz Österreichs – haben sie in Obertilliach auch anzubieten! Bis 2020 war er noch unterwegs, um zwischen den Holzhäusern mögliche Brandherde aufzudecken.

Apropos Holz: Holzwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Osttirol, wie ich nicht nur bei der Ausfahrt aus Obertilliach rund um riesige Holzlager und gerade laufende Schlägerungsarbeiten bemerken werde.


am Kartitscher Sattel: Lesachtal, Gailtal – oder welches jetzt?

Das Tiroler Gailtal beginnt genau genommen erst am Kartitscher Sattel, bis es bei Sillian in das Hochpustertal einmündet. Als höchstgelegenes aller Osttiroler Täler folgt es zwischen den Bergkämmen der karnischen Alpen sowie der Lienzer Dolomiten dem Gailbach – auch gerne Tiroler Gail genannt – in Richtung Westen.

Der „richtigen“ Gail allerdings bin ich in Richtung Osten bereits über das kärntnerische Lesachtal, übers obere und untere Gailtal bis zu ihrer Einmündung in die Drau bei Villach gefolgt.

Von Kartitsch geht es in sanften Kurven wieder hinab – von der Ferne winkt der Gegenhang, der hier an der Burgruine Heinfels vorbei ins Villgratener Tal hinaufführt.

2. rund um die Drau und ihr idyllisches Seitental: im Hochpuster- und Villgratental

Dort, wo ich nach dem Tiroler Gailtal die Drau überquere, bin ich auch schon im Hochpustertal angelangt. Auch dort begegnen mir riesengroße Holzwerke, Tischlereien und Holzlager – in der wichtigen West-Ost-Verbindung der Alpen hat sich allerdings auch Industrie angesiedelt.

Hochpustertal Drau

In Sillian, dem Zentrum des Hochpustertals, lege ich eine kurze Stippvisite am „Marktl“ ein. Der Marktplatz hat neben einem römischen Meilenstein, dem obligatorischen Dorfbrunnen und der einzigen erhaltenen mittelalterlichen Prangersäule Tirols auch die alte Kirchenglocke ausgestellt.

  • Sillian Osttirol Hochpustertal
  • Sillian Osttirol Hochpustertal
  • Sillian Osttirol Hochpustertal
  • Hochpustertal Burg Heinfels

Und auch von hier blickt es sich nett auf Burg Heinfels, die den Eingang ins Villgratener Tal anzeigt. Ein markanter Punkt, der nicht nur mir den Weg weist.

Burg Heinfels wurde in den letzten Jahren renoviert, mehr Infos zum Besuch der Burg hier. Wer von Sillian nach Lienz fahren möchte, nimmt ab Abfaltersbach am besten die Pustertaler Höhenstraße.


Herz-Ass im Villgratental

Welche Sehenswürdigkeiten man im Osttiroler Villgratental findet? Eigentlich keine – bis auf das immaterielle Welterbe der Sternsinger in diesem Seitental von Sillian.

Wer allerdings Ruhe, Abgeschiedenheit und Urtümlichkeit liebt, ist in dem abgelegenen Hochtal, in dem alte Holzhütten und authentische Bauernhäuser die eigentlichen Sehenswürdigkeit darstellen, bestens aufgehoben.

Bis 1960 war hier von Tourismus keine Rede – kein Wunder, ist Innervillgraten ja auch erst seit 1956 ganzjährig erreichbar. Auch heute setzt man nicht auf Massentourismus, sondern auf naturnahes Wandern im Verband der Bergsteigerdörfer.

Entlang des Villgratenbachs führt mich die Straße immer weiter hoch bis nach Innervillgraten. Neben einigen wenigen Unterkünften und Hotels finde ich auch hier große Betriebsgebäude für Holzbetriebe und Tischlereien. Ein Ruhe- und Wanderparadies, dem ich bei einem richtig schönen Osttirol Sommerurlaub etwas mehr Zeit widmen werde.

Wandertipp für den Sommerurlaub in Osttirol: auf fünf Etappen führt der Herz-Ass Wanderweg rund um die Villgratener Berge.

3. Blick über die Grenze: Dolomiten-Blick bei Innichen

Von einem Tirol ins andere: bei einer Grenztour an den Rändern Österreichs muss man gerade in Osttirol mal einen Blick hinter die Grenze geworfen haben. Wie schon des öfteren findet sich auch am Grenzübergang Winnebach ein Grenzgebäude, das schon bessere Zeiten gesehen hat – sowie ein weitläufiges Holzlager.

Und dann schieben sich auch schon die Drei Zinnen ins Blickfeld – eines der bekanntesten Panoramen der italienischen Dolomiten und damit Teil dieser UNESCO Welterbe Region.

Auch der Soldatenfriedhof für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs – zusätzlich eine architektonische Erinnerung an den italienischen Faschismus – ist direkt an der Straße nicht übersehen.

Im alten Innichen – heute San Candido – nehme ich mir Zeit für einen kurzen Spaziergang ins Zentrum. Am Hinweg rahmen die Dolomiten perfekt den wunderschönen Zwiebelturm der St. Leopoldskirche ein – im Hintergrund lässt sich sogar das Wander- und Skigebiet Drei Zinnen erkennen.

Dolomitenblick Innichen

Die Fußgängerzone mit ihren alten Häusern und Boutiquen treibt mich bis zum St. Michaelsplatz bzw. zur Piazza San Michele und vermittelt eine schöne Mischung aus alpinem und italienischem Flair. Hier könnte man gut und gerne einen halben Nachmittag verbringen!

Auf mich wartet allerdings noch die Altöttinger- und Grabeskirche: drei nachgebaute Kapellen, die jeweils eine Kopie der Altöttinger Gnadenkapelle in Bayern sowie der Grabeskirche von Jerusalem nach Südtirol gebracht haben. Damals, im 17. Jahrhundert, natürlich nicht nach Südtirol, auch noch nicht in die Grafschaft Tirol – sondern in die Mark des Stifts Freising.

  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido
  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido
  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido
  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido
  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido
  • Altöttinger- und Grabeskirche Innichen San Candido

Für Radfahrer wie mich birgt Innichen eine weitere Sensation – und einen Grund, wiederzukommen. Auf meinem Weg ins Zentrum quere ich die Drau, die Radfahrer hier am Drauradweg von Toblach über Lienz quer durch ganz Kärnten bis Lavamünd und weiter durch Slowenien bis zur kroatischen Grenze führt.

Drauradweg Innichen San Candido

Und dieser Radweg hat´s in sich! Vor einigen Jahren durfte ich den Massenbetrieb auf dem Hotspot zwischen Innichen und Lienz von der Ferne bei Abfaltersbach beobachten. Angeblich sollen im Sommer täglich bis zu 4.000 Radler pro Tag am Drauradweg unterwegs sein – nach dem Donauradweg die meistbefahrene Radstrecke Österreichs! Da werde ich mich doch gerne einmal selbst einreihen!

Mehr zum Wanderparadies der Drei Zinnen hier.
Die Altöttinger- und Grabeskirche befindet sich nicht im Zentrum rund um Fußgängerzone und St. Michaelsplatz, sondern etwas weiter westlich in Richtung Bahnhof.
Auf der Strecke von Innichen bis nach Lienz sind am Drauradweg überschaubare 47 Kilometer zu absolvieren. Bis zu sieben Züge mit Radtransport täglich sind dabei für die Anreise unterwegs. Mehr zu den Etappen am Drauradweg hier.

4. unberührte Natur im Defereggental: im Nationalpark Hohe Tauern

Apropos Lienz: Um an den nächsten Punkt meiner kleinen Ausflugstour in Osttirol zu gelangen, muss ich den Verkehrsknoten der Bezirkshauptstadt hinter mich bringen. Der Bezirk Lienz ist übrigens gleichbedeutend mit ganz Osttirol (und größter Bezirk Tirols).

Für mich geht es an der stark befahrenen B108 nach Norden. Dieser Verkehrsweg hat es sich: links und rechts locken unberührte Täler und Berge wie Defereggen- und Virgental sowie die Großglockner- und Großvenedigergruppe. Doch zuerst einmal werde ich der Isel bis zur Einmündung bei Huben ins Defereggental folgen.

Nach Defereggen – so wird das 50 Kilometer lange Tal oftmals abgekürzt – schraube ich mich durch einen Tunnel und in vielen Kurven hoch. Zuerst über die ersten 200 Höhenmeter bis nach Hopfgarten, danach an der Schwarzach bis zur höchstgelegenen Gemeinde Osttirols, das auch wie St. Jakob ein Stück weiter taleinwärts bereits Nationalparkgemeinde ist.

Hopfgarten im Defereggental Osttirol

einfach DIE Osttiroler Sehenswürdigkeit: der größte Nationalpark Österreichs

Unberührte Natur, mehr als 300 Dreitausender, Wasserfälle, Gletscher, der höchste Berg Österreichs – und das Ganze grenzüberschreitend zwischen Salzburg, Kärnten und Tirol. Auf ganzen 1.856 km² wird der Natur hier seit den 1970er Jahren – in Osttirol seit einem Jahrzehnt später – ein großes Stück Platz geboten.

Nationalpark Hohe Tauern Karte

„Anders“ war es hier, wo heute auch der Hauptort St. Jakob im Nationalparkgebiet liegt, auch schon früher. Das Tal war einst Heimat für viele Protestanten, die im 17. Jahrhundert vertrieben wurden.

Defereggental Osttirol Sehenswürdigkeiten

Heute finden sich hier zwar auch Hotels und Skilifte, aber eigentlich fasziniert mich bei meiner Ausflugstour vor allem die Schwarzach, an der sich die Straße im Tal entlangschlängelt. Beim Hochwasserschutz Maria Hilf bietet sich die Gelegenheit für ein paar schöne Fotos, bevor es bei Rinderschinken – ja, ein Fall für meine Ortstafelserie – weiter in Richtung Staller Sattel geht.

Was ich bei meinem nächsten Sommerurlaub in Osttirol nachholen werde? Eine Wanderung zur ältesten bewirtschafteten Alm Österreichs mit Steinhäusern aus dem 13. Jahrhundert. Neben der Jagdhausalm werde ich mir dabei auch den Oberhauser Zirbenwald – größter geschlossener Zirbenwald der Ostalpen – ansehen!

Defereggental Osttirol Sehenswürdigkeiten

Wer mehr zum Nationalpark Hohe Tauern erfahren möchte, kann das Nationalpark Haus in Matrei besuchen (in der Tourismusinfo).
Für die Jagdhausalm und den Oberhauser Zirbenwald die letzte Möglichkeit vor dem Staller Sattel, dort wo die Straße über die Schwarzach führt, nach Norden in Richtung Oberhaus abbiegen. Der Oberhauser Zirbenwald befindet sich rund 500 Meter nach dem Alpengasthof, die Jagdhausalm 6 Kilometer von dort (2,5h Hinweg).

5. einer der faszinierendsten Grenzübergänge Österreichs: am Staller Sattel

Nach der letzten Abbiegemöglichkeit nach Rinderschinken erwartet mich ein Erlebnis der besonderen Art – die schottischen Highlands lassen hier, am Staller Sattel, nämlich ziemlich grüßen!

Noch bevor man die Anfahrt auf den Grenzübergang auf 2.052 Metern Höhe in Angriff nimmt, informiert ein Schild nicht nur über die Öffnungszeiten des Alpenpasses, sondern über die ganz spezielle Ampelregelung! Doch dazu noch später.

Denn zuerst einmal eröffnet sich mir ganz oben ein unglaubliches reizvolles Plateau, das ich in dieser Schönheit nicht erwartet hätte. Zuerst darf ich am Staller Almbach entlangfahren, der sich oben ganz breit in sein Schotterbett legt. Rundherum erinnern die gedeckten Farben – moosgrün und braun dominieren im Herbst das Bild – tatsächlich an unseren Roadtrip durch die Highlands in Schottland. Und das Ganze nicht nur für einen kurzen Moment, sondern während der ganzen Fahrt bis zur Grenze hoch oben auf über 2000 Metern.

  • Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental
  • Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental
  • Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental
  • Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental
  • Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental

Zum unglaublichen landschaftlichen Reiz kommt dann oben noch ein Grenzübergang, der in dieser Form tatsächlich einzigartig ist. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass ich mich hier mitten in den Hochalpen befinde, sondern weil die einspurige Straße auf italienischer Seite für eine Einbahn- und Ampelregelung sorgt, deren Auswirkung man als Zuseher vergnügt beobachten darf.

Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental

Hierarchie der Bergbezwingung: eine psychologische Studie

Hobbypsychologen werden hier ihre reinste Freude haben! Aufgrund der Einbahnregelung auf Südtiroler Seite müssen sich die Alpin-Motoristen nämlich an zwei Timeslots halten: Von Österreich nach Italien darf zu jeder ersten Viertelstunde eingereist werden, auf dem Weg retour dann zu jeder dritten Viertelstunde. Was bedeutet, dass sich bereits Zehn vor Punkt die ersten Autofahrer in der Schlange vor dem Grenzübergang aufreihen und ihre Motoren brummen lassen, um ja nicht als Letzter die Fahrt antreten zu müssen. Wer als Kind den Schulbus benutzen musste, weiß, was gemeint ist.

Das Warten dauert etwas an – und pünktlich zur vollen Stunde darf sich die Schlange in Bewegung setzen. Zuerst die Motorräder, dann die Autofahrer – oder: zuerst die Schnellen, dann die Langsamen. Radfahrer bilden das Ende der Schlange. Schließlich schlängeln sie sich in einer nicht enden wollenden Linie über die Serpentinen auf italienischer Seite, die hier von oben wie in Monte Carlo wirken.

Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental

Die Grenze führt auch hier wieder von einem abgetrennten ins andere abgetrennte Tirol, die Landesfahne darf also sowohl für Ost-, als auch für Südtirol im Wind flattern.

Grenzübergang Staller Sattel Osttirol Defereggental

Den Grenzübergang selbst darf man noch aus weiteren Gründen als kleine Osttiroler Sehenswürdigkeit betrachten: neben dem Blick ins Antholzer Tal auf Südtiroler Seite finden sich auf der österreichischen Seite noch der Obersee samt Seegasthaus, an dem man herrlich entspannen kann. Oder man vertreibt sich die Wartezeit mit einer kleinen Jause in der „Hexenschenke“ direkt am Grenzübergang.

Die Fahrt über den Staller Sattel ist mautpflichtig und nur von Mitte Mai bis Ende Oktober möglich. Vorab checken, ob der Passübergang geöffnet ist! Die Fahrt nach Südtirol ist von österreichischer Seite von der vollen Stunde bis zur 15. Minute möglich, von Italien kommend zwischen Minute 30 und 45. Daher genügend Zeit für die Fahrt ins Antholzer Tal einplanen!


mehr Alpenstraßen

Silvretta Hochalpenstraße Montafon Ausflugsziel

Der Staller Sattel gehört für mich eindeutig zu den schönsten Alpenstraßen Österreichs

6. an einem der letzten Wildflüsse Europas: im Virgental

Die letzte Station meiner kleinen Sehenswürdigkeiten-Tour in Osttirol führt wieder aus dem Defereggental heraus und weiter in nördliche Richtung. Matrei liegt perfekt eingebettet zwischen Glocknergruppe im Osten und Venedigergruppe im Westen – und dorthin wird mich auch mein weiterer Weg führen.

Die wunderbare Lage mitten im Nationalpark Hohe Tauern war bis zum Ende der 1960er Jahre allerdings ein gehöriger Nachteil, war damit doch dieses Eck von Österreich fast komplett vom restlichen Land abgeschnitten und nur durch das Drautal erreichbar. Die Felbertauernstraße bindet Osttirol seit 1967 allerdings an das Nachbarland Salzburg an – und somit ist auch die Fahrt ins Virgental heute kein Geheimtipp mehr.

Seit einiger Zeit bereits hat mich die Isel auf meinem Weg nach Norden begleitet, und nun folge ich ihr weiter bis zu ihrem Ursprung im Virgental. Der Gletscherfluss, der hier vom Umbalkees seinen Weg bis zur Einmündung in die Drau bei Lienz durch Osttirol nimmt, ist einer der letzten alpinen Wildflüsse Mitteleuropas – neben dem Tiroler Lech sowie dem italienischen Tagliamento.

Auf knapp 20 Kilometern durchfließt die Isel das Virgental – übrigens keine Anspielung auf die jungfräuliche und ursprüngliche Natur rund um die 60 Dreitausender der Hohen Tauern, sondern vermutlich eine altslawische Bezeichnung für einen sonnigen Ort. „Meran Osttirols“ wird das Tal denn auch tatsächlich wegen seiner Sonnenstunden genannt.

Zuerst geht es tatsächlich durch den Ort „Virgen“. Ein kleines Stück auf den Hang hinaufgefahren und vor mir breitet sich das wunderbare Panorama des Virgentals aus.

In Prägraten ist es dann der Großvenediger, der mit seinen 3.657 Metern – er ist der fünfthöchste Berg Österreichs – den Hintergrund mächtig und beeindruckend ausfüllt.

Prägraten am Großvendiger

Und in Hinterbichl endet meine Ausflugstour durch Osttirol dann tatsächlich dort, wo ich bereits vor Jahren mit Kind und Kegel zum Wasserschaupfad bei den Umbalfällen marschiert bin.

  • Virgental Hinterbichl Umbalfälle
  • Virgental Hinterbichl Umbalfälle
  • Osttirol Sehenswürdigkeiten Umbalfälle
  • Osttirol Sehenswürdigkeiten Umbalfälle
  • Osttirol Sehenswürdigkeiten Umbalfälle

Wer die Umbalfälle besuchen möchte, sollte dies am späten Nachmittag tun. Geparkt werden kann am gebührenpflichtigen Parkplatz in Ströden. Ein Wandertipp ist auch die Iselschlucht zwischen Virgen und Prägraten.
Wer noch tiefer in die Ursprünglichkeit Osttirols im Nationalpark Hohe Tauern eintauchen möchte, fährt ein Stück weiter nördlich ins Gschlößtal ein und wandert von Innergschlöß zum Salzbodensee „Auge Gottes“.

mehr zu meinem Grenz-Roadtrip

Österreich von Ost nach West und wieder retour: an den Grenzen Österreichs

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