Die LIPIZZANERHEIMAT erkunden: mehr als „nur“ weiße Pferde
Was das weststeirische Hügelland unweit von Graz zu bieten hat: meine Tipps für ein Wochenende in der Lipizzanerheimat.
Ich träumte von weißen Pferden – und habe braune gefunden. Mitten in den sanften Hügeln der Weststeiermark, unweit von Graz, liegt eine Region, die den Namen jener edlen Tiere trägt, die weltweit für Eleganz und Anmut stehen: die Lipizzanerheimat.
Schon bei der Ankunft wird klar, dass hier die Uhren etwas langsamer ticken, denn die Region ist gemacht für ein perfektes Genuss-Wochenende. Ein kleiner Geheimtipp für alle, die dem Alltag entfliehen, zur Ruhe kommen und einfach einmal abschalten wollen.
Wer neben Entspannung auch Lust auf Bewegung hat, schwingt sich aufs Rad. Allerdings sollte man sich von den sanften Hügeln nicht täuschen lassen, denn in der Lipizzanerheimat geht es durchaus kräftig bergauf und bergab. Dafür sind die Ausblicke von oben umso lohnender.
2. Therme NOVA Köflach: Entspannung pur nach einem aktiven Tag
3. Die Hundertwasserkirche in Bärnbach: ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk
4. Ligist: wo die Schilcher Weinstraße beginnt
5. Kohle und Glas: das industrielle Erbe der Lipizzanerheimat
6. Kunst und Kultur: weitere Sehenswürdigkeiten in der Lipizzanerheimat
7. Zum Drüberstreuen: zwei besondere Sehenswürdigkeiten in Thal bei Graz
8. Ein stetes Auf und Ab: Radfahren in der Lipizzanerheimat
Die Lipizzanerheimat im weststeirischen Hügelland
Sanfte Hügel, saftige Wiesen und weite Almen prägen die Lipizzanerheimat im Westen der Steiermark. Die abwechslungsreiche Landschaft ist wie geschaffen zum Wandern und Radfahren – und bietet gleichzeitig den perfekten Lebensraum für ihre berühmtesten Bewohner: die Lipizzaner.

Auf den Almen rund um Maria Lankowitz und Köflach grasen die weißen Pferde, die der Region ihren Namen geben. Am anderen Ende der Lipizzanerheimat, rund um Ligist, übernimmt hingegen der Wein die Hauptrolle. Hier beginnt die Schilcher Weinstraße, wo der charakteristische Schilcher aus der Blauen Wildbacher-Traube zuhause ist und zahlreiche Buschenschänken zur Einkehr einladen.
Doch die Region hat weit mehr zu bieten als Natur und Kulinarik. Auch Kunst- und Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten. Künstler wie Friedensreich Hundertwasser, Arik Brauer und Ernst Fuchs haben hier ihre Spuren hinterlassen und der Region mit ihren Werken einen ganz besonderen kulturellen Akzent verliehen.

Ansonsten gilt in der Lipizzanerheimat vor allem eines: genießen, entschleunigen und die Natur erleben. Genau so haben wir unser Wochenende gestaltet.
Unser Ausgangspunkt war das Hotel der Therme Nova, wo wir zwischen den Ausflügen entspannen konnten. Dazwischen ging es mit dem Fahrrad durch die hügelige Landschaft – manchmal durchaus sportlich bergauf, dafür immer wieder mit herrlichen Ausblicken belohnt.


Welche Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele die Lipizzanerheimat zu bieten hat? Beginnen wir mit ihrer wohl bekanntesten Attraktion: den berühmten weißen Pferden.
1. Das Lipizzanergestüt in Piber: Heimat der berühmten weißen Pferde
Als Österreicher weiß man es natürlich: Im steirischen Piber werden jene Lipizzaner geboren, die später in der Spanischen Hofreitschule in Wien mit ihren eleganten Sprüngen das Publikum begeistern. Während jedes Jahr Hunderttausende Besucher die Vorführungen in der Wiener Hofburg erleben, schaffen es deutlich weniger ins Gestüt Piber – obwohl es nur einen Katzensprung von Graz entfernt liegt. Aber auch das sollte man einmal gesehen haben.

Schließlich blickt die älteste Kulturpferderasse Europas auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Gezüchtet wird sie seit dem 16. Jahrhundert, nach dem Ersten Weltkrieg wurde das ehemalige Hofgestüt von Lipica nach Piber verlegt, wo sich seit 1920 die Geburtsstätte der Lipizzaner befindet. Die traditionelle Lipizzanerzucht ist heute sogar Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes.
Wir haben den Besuch mit unserer Radtour rund um Köflach, der Hügelland Lipizzanertour, kombiniert. Das Fahrrad wird vor dem Eingang abgestellt, danach kann man das Gelände entweder individuell oder im Rahmen einer Führung erkunden.



Am Vormittag hatten wir einige der Pferde noch auf den umliegenden Weiden beobachtet, am späten Nachmittag standen viele bereits in oder vor den Ställen. Beim Spaziergang über das Gelände hört man aus allen Richtungen das Schnauben der Hengste. Besonders schön ist auch der Blick auf die Stuten mit ihren Fohlen, die sich eng um ihre Mütter scharen.
Die Fohlen kommen zwischen Jänner und Juni zur Welt – rund 40 sind es jedes Jahr. Viele Besucher staunen zunächst, denn die künftigen „weißen Pferde“ sind bei ihrer Geburt braun oder dunkel gefärbt. Erst nach einigen Monaten zeigen sich die ersten hellen Haare, und zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr färbt sich das Fell allmählich weiß. Dabei gibt es verschiedene Schimmelvarianten – vom reinweißen Milchschimmel bis zum Fliegen- oder Forellenschimmel (mit schwarzen bzw. braunen Punkten).
Auch den jungen Hengsten kann man beim Spielen im Laufstall oder bei der Fütterung zusehen. Mit etwa sechs Monaten werden sie von ihren Müttern getrennt. Nur die vielversprechendsten Tiere werden später für die Ausbildung ausgewählt.


Ab einem Alter von vier Jahren beginnt ihr Training am Heldenberg in Niederösterreich, das rund sechs Jahre dauert. Erst danach sind sie bereit für ihre Auftritte in der Spanischen Hofreitschule, wo sie mit ihren präzisen Bewegungen, ihrer Eleganz und ihrem barocken Erscheinungsbild begeistern. Lipizzaner werden etwa 30 Jahre alt. Nach ihrer aktiven Karriere dürfen viele von ihnen nach Piber zurückkehren und hier ihren Lebensabend verbringen.
Doch das Gestüt bietet weit mehr als Pferde. Schon von Köflach aus ist das Schloss Piber über die Wiesen hinweg ein schöner Anblick, so richtig ins Staunen kommt man aber, wenn man den dreistöckigen Arkadenhof betritt.
Ebenfalls sehenswert sind die Pfarrkirche Piber mit ihrem romanischen Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert und der barocken Zwiebelhaube.




Und auch in die historische Wagenremise mit prächtigen Kutschen sowie in das Schüttkasten-Museum kann man vor Ort einen Blick werfen.
Mehr zum Besuch des Lipizzanergestüts in Piber findet man hier. Wer seinen Besuch besonders stimmungsvoll gestalten möchte, plant ihn rund um eine der Veranstaltungen: Im Frühling locken die Fohlenerlebnistage, im September der Almabtrieb der Junghengste von der Stubalm. Im Sommer können Besucher die jungen Pferde auf der Alm erleben, während der Adventmarkt im Arkadenhof von Schloss Piber für eine besonders festliche Atmosphäre sorgt.
2. Therme NOVA Köflach: Entspannung pur nach einem aktiven Tag
Wer die Lipizzanerheimat aktiv erkunden möchte, findet in der Therme NOVA Köflach den idealen Ausgangspunkt. Von hier haben wir eine unserer beiden Radtouren durch das weststeirische Hügelland gestartet. Das Lipizzanergestüt Piber liegt nur wenige Minuten entfernt, ebenso zahlreiche Wander- und Radwege.

Nach einem Tag im Sattel gibt es wohl kaum etwas Schöneres, als die müden Beine im warmen Thermalwasser zu entspannen. Gespeist wird die Therme von der Barbarathermalquelle, deren 34,5 Grad warmes Wasser für wohltuende Erholung sorgt. Im Innenbereich findet man verschiedene Becken, einen Wasserfall mit Kieselbecken, ein Kneippbecken sowie eine großzügige Saunalandschaft zum Abschalten. Wer sich auch im Urlaub sportlich betätigen möchte, kann das zudem auch im Indoor-Sportbecken tun.



Im Sommer erweitert sich das Angebot um einen weitläufigen Außenbereich mit zahlreichen Liegeflächen.

Unser persönlicher Geheimtipp sind die erhöht gelegenen Wiesenliegen am hinteren Ende der Anlage: Hier genießt man nicht nur einen herrlichen Blick über das Thermengelände, sondern kann sich mit den seitlichen Vorhängen auch ein ganz privates kleines Refugium schaffen. Kaum hatten wir es uns dort gemütlich gemacht, war der Alltag innerhalb weniger Minuten vergessen.
Überhaupt hat uns die gesamte Anlage überzeugt. Die Therme liegt ruhig am Ortsrand von Köflach und bietet einen schönen Blick auf die Umgebung. Direkt daneben liegt ein kleiner Kurpark mit Teich – perfekt für einen Mini-Spaziergang oder eine kurze Pause.

Besonders gut gefallen hat uns auch das angeschlossene Hotel. Die Zimmer sind modern und gemütlich eingerichtet und machen die Therme NOVA zu einer idealen Unterkunft für ein entspanntes Wellness-Wochenende in der Lipizzanerheimat – siehe dazu auch unser Übernachtungstipp ganz unten.
Infos zu Öffnungszeiten und Eintritt gibt es hier. Tipp: In der Therme kann man sich E-Bikes für Radtouren durch die Lipizzanerheimat ausborgen.
3. Die Hundertwasserkirche in Bärnbach: ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk
Beim Radeln kommt man direkt an ihr vorbei – und selbst wer eigentlich nur vorbeifahren wollte, steigt spätestens jetzt vom Rad. Denn eine Kirche wie diese gibt es in Österreich nur einmal: Mit der Barbarakirche in Bärnbach hat Friedensreich Hundertwasser ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk geschaffen.



Es ist sogar die einzige Kirche, die der österreichische Visionär gestaltet hat. Für seine Arbeit verlangte Hundertwasser kein Honorar, dafür erhielt er weitgehend freie Hand. 1987 und 1988 verwandelte er den ursprünglich schlichten Kirchenbau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts in ein farbenfrohes Wahrzeichen.
Schon von Weitem fällt die markante, vergoldete Turmzwiebel ins Auge. Rund um die Kirche finden sich die für Hundertwasser typischen Formen: leuchtende Farben, unregelmäßige Linien und Böden, die bewusst nicht eben verlaufen. Das spürt man auch beim Gehen auf dem leicht gewellten Boden.

Auch die Symbolik spielt eine große Rolle. Die zwölf Tore rund um die Kirche stehen für die großen Weltreligionen und sollen Offenheit, Toleranz und den Dialog zwischen den Kulturen ausdrücken. Im Inneren zeigt sich die Kirche überraschend schlicht. Blickfang ist vor allem das markante Strahlenkranz-Kreuz über dem Altar.


Die Hundertwasserkirche ist ein schönes Beispiel dafür, wie eng Kunst und Kultur mit der Lipizzanerheimat verbunden sind. Gleich nebenan im Stadtpark befindet sich der Mosesbrunnen von Ernst Fuchs – ein Werk eines der bedeutendsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus (siehe auch Punkt 6). Gemeinsam mit den Arbeiten von Arik Brauer (mehr unter Punkt 7) prägen diese Künstler das kulturelle Gesicht der Region bis heute.
4. Ligist: wo die Schilcher Weinstraße beginnt
Während in Piber die Lipizzaner die Hauptrolle spielen, dreht sich am anderen Ende der Lipizzanerheimat alles um den Wein. In Ligist beginnt die Schilcher Weinstraße – und damit eines der bekanntesten Weinbaugebiete der Steiermark.

Der charmante Marktort bezaubert mit seinem historischen Ortskern samt netten Einkehrmöglichkeiten, während hoch über dem Ort die Burgruine Ligist über das Ensemble wacht.



Wer ein Genusswochenende in der Steiermark verbringt, kommt am Schilcher ohnehin kaum vorbei. Der intensiv dunkle Roséwein wird ausschließlich aus der Blauen Wildbacher-Traube gekeltert und darf nur in der Steiermark produziert werden. Sein frischer, fruchtiger Geschmack und die animierende Säure machen ihn zu einem echten Aushängeschild der Weststeiermark. Von Ligist führt die Schilcher Weinstraße durch die wichtigsten Anbaugebiete: über Stainz und Deutschlandsberg bis nach Eibiswald.

Deshalb gehört für uns zu einem Wochenende in der Lipizzanerheimat unbedingt auch ein Abstecher rund um Ligist – sei es für eine gemütliche Brettljause, ein Glas Schilcher oder einfach, um den Blick über die Weinberge schweifen zu lassen. Ganz gut geht das übrigens auf der zweiten von uns befahren Radtour, der Drei Märkte Tour.
5. Kohle und Glas: das industrielle Erbe der Lipizzanerheimat
Die Lipizzanerheimat ist heute vor allem für ihre sanften Hügel, die berühmten weißen Pferde und ihre Genussregion bekannt. Doch über viele Jahrzehnte prägten zwei ganz andere Schätze die Region: Kohle und Glas.
Bis ins Jahr 2004 wurde hier noch Kohle abgebaut. Die Weststeiermark galt lange als Zentrum des steirischen Kohlebergbaus, ehe mit der Schließung des Karlschachts in Köflach diese Ära endgültig zu Ende ging. Das einstige „braune Gold“ brachte der Region Wohlstand und schuf über Generationen hinweg Arbeitsplätze. An diese Bergbaugeschichte erinnern heute noch zahlreiche Spuren – etwa vor der Hundertwasserkirche in Bärnbach, das an die Bedeutung des Kohleabbaus für die Region erinnert.


Eine weitere Tradition, die die Region bis heute prägt, ist die Glasherstellung. Seit 1805 wird in Bärnbach Glas von Hand gefertigt. Aus der einstigen Glashütte entwickelte sich das Unternehmen Stölzle Glas, dessen hochwertiges Kristallglas heute weit über Österreich hinaus bekannt ist. Übrigens: Auch im niederösterreichischen Alt-Nagelberg im Waldviertel hat das Unternehmen seinen Fußabdruck hinterlassen.

Wer mehr über dieses traditionsreiche Handwerk erfahren möchte, sollte dem Stölzle Glasmuseum einen Besuch abstatten. Dort wird die Geschichte der Glasherstellung ebenso anschaulich erzählt wie die Entwicklung der verschiedenen Fertigungstechniken. Besonders interessant ist die angeschlossene Mundblashütte, in der Besucher den Glasmachern bei ihrer filigranen Arbeit über die Schulter schauen können.


Wer weniger Zeit mitbringt, sollte zumindest den Verkaufsschauraum besuchen. Zwischen edlen Gläsern, Vasen und kunstvoll gefertigten Unikaten lässt sich die jahrhundertealte Handwerkskunst hautnah erleben – und vielleicht findet sich auch das eine oder andere besondere Mitbringsel.
Mehr zu den Öffnungszeiten von Glasmuseum bzw. Schauraum hier. Führungen in der Mundblashütte sind nach Voranmeldung möglich.
6. Kunst und Kultur: weitere Sehenswürdigkeiten in der Lipizzanerheimat
Rund um Köflach, Voitsberg und Maria Lankowitz gibt es noch weitere Ausflugsziele, die sich gut mit einer Rad- oder Wandertour verbinden lassen. Hier sind einige Sehenswürdigkeiten in der Lipizzanerheimat, die man bei einem Urlaub in der Region ins Auge fassen kann.
Pfarrkirche Köflach
Wer durch Köflach spaziert oder radelt, entdeckt sie schon von Weitem: Der markante, spitz zulaufende Turm der weiß getünchten Pfarrkirche prägt das Stadtbild. Die Renaissancekirche überrascht im Inneren mit barocken Gewölbemalereien. Gleich daneben steht der romanische Karner, ein seltener Rundbau, der einst als Beinhaus diente und heute als Kriegerdenkmal genutzt wird.





Wallfahrtskirche Maria Lankowitz
Gleich neben Köflach liegt Maria Lankowitz mit einer der bedeutendsten Wallfahrtsstätten des Landes. Die zweitgrößte Marienwallfahrtskirche Österreichs ist seit Jahrhunderten Ziel zahlreicher Pilger. Besonders bekannt ist der Wallfahrtsweg über die Stubalpe von Obdach nach Maria Lankowitz, den Gläubige seit dem 17. Jahrhundert beschreiten, um das Gnadenbild der Muttergottes zu besuchen.


Rathaus Voitsberg
Auch daran sollte man nicht vorbeifahren. Zwar zählt es nicht zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region, seine außergewöhnliche Fassade macht es jedoch unverwechselbar. Im Jahr 2002 gestaltete Arik Brauer die Außenwand mit farbenfrohen Keramikfliesen und verwandelte das Gebäude in ein Kunstwerk. Mit etwas Glück erlebt man auch das Glockenspiel: Dann öffnen sich links und rechts der Uhr kleine Fenster, aus denen sechs bewegliche Figuren erscheinen.



Kern-Buam Museum Voitsberg
Etwas oberhalb von Voitsberg, direkt an der Hügellandtour der Lipizzanerheimat, befindet sich das Kern-Buam-Museum. Wer mit steirischer Volksmusik aufgewachsen ist, wird hier sofort nostalgisch. Untergebracht in einem über 300 Jahre alten Bauernhaus beim Schneiderwirt, dreht sich alles um die wohl bekannteste Volksmusikgruppe der Steiermark. Über fünf Jahrzehnte standen die Kern Buam auf der Bühne und machten die steirische Volksmusik weit über Österreich hinaus bekannt. Und seien wir ehrlich: „Ja, das ist der steirische Brauch“ hat wohl fast jeder schon einmal gehört.


Das Museum ist von März bis November geöffnet. Da die Besichtigung an die Öffnungszeiten des Schneiderwirts gekoppelt ist, empfiehlt sich vor dem Besuch ein kurzer Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.
7. Zum Drüberstreuen: zwei besondere Sehenswürdigkeiten in Thal bei Graz
Streng genommen gehört Thal bei Graz nicht mehr zur Lipizzanerheimat. Da der Ort aber nur wenige Fahrminuten entfernt liegt, lässt er sich wunderbar mit einem Wochenende im weststeirischen Hügelland verbinden. Mit seinen zwei doch etwas unüblichen Sehenswürdigkeiten hat er sich einen Platz in dieser Liste auf jeden Fall verdient.
Arnold Schwarzenegger Museum
Das Geburtshaus von Arnold Schwarzenegger ist heute ein Museum – und natürlich ein Pflichtstopp für alle Fans der „steirischen Eiche“. Wir waren zwar nicht an diesem Wochenende dort, sondern bereits einige Jahre zuvor, doch der Besuch ist in Erinnerung geblieben.

Im weltweit einzigen offiziellen „Arnie-Museum“ gibt es zahlreiche persönliche Erinnerungsstücke, Pokale, Fotos und Dokumente aus Schwarzeneggers Kindheit und Jugend in Thal. Der Rundgang zeichnet seinen Weg vom Dorfbub über den Bodybuilding-Weltmeister bis zum Hollywoodstar und Gouverneur von Kalifornien nach.


Was bei uns besonders hängen geblieben ist, sind weniger die Ausstellungsstücke als vielmehr Schwarzeneggers Lebensmotto. Seine markigen Sprüche ziehen sich durch das Museum – und vermitteln vor allem eines: Erfolg braucht Disziplin, Ehrgeiz und den Glauben an die eigenen Ziele. Ob man seine Art nun mag oder nicht, seine Lebensgeschichte beeindruckt.
Mehr Infos zum Besuch des Arnold Schwarzenegger Museums in Thal gibt es hier.
Jakobuskirche in Thal
Schon von außen ist klar: Diese Kirche hat mit einem klassischen Sakralbau nur wenig gemeinsam. Der altrosa getünchte Kirchturm zieht sofort die Blicke auf sich, während die kupferverkleidete Fassade mit ihrer grün schimmernden Patina je nach Lichteinfall immer wieder anders wirkt.

Bei der Neugestaltung 1992-1994 gelang es Ernst Fuchs, den historischen Kirchenbau und die modernen Erweiterungen harmonisch miteinander zu verbinden. Im Inneren setzt sich dieser Eindruck fort. Der offene Dachstuhl leuchtet in den Farben des Regenbogens und sorgt gemeinsam mit den kunstvoll gestalteten Glasflächen für faszinierende Lichtspiele.

Ein weiterer Blickfang ist der Altar aus Swarovski-Kristallglas, der das Licht eindrucksvoll reflektiert. Selbst die Bestuhlung folgt dem künstlerischen Konzept: Muschelförmige Stühle sind in sanft geschwungenen Reihen angeordnet und verleihen dem Kirchenraum eine ungewöhnlich organische Wirkung.


Übrigens: Am Taufbecken der (alten) Thaler Pfarrkirche wurde denn auch die Karriere des „Terminators“ gestartet; mit den „besten Wünschen von oben“.
8. Ein stetes Auf und Ab: Radfahren in der Lipizzanerheimat
Wie bereits erwähnt, lässt sich in der Lipizzanerheimat Genuss perfekt mit Naturerlebnis verbinden. Genau deshalb haben wir uns an unserem Wochenende gleich zwei mal aufs Rad geschwungen. Eines vorweg: Die Hügel der Weststeiermark sollte man nicht unterschätzen. Mit einem E-Bike, das man übrigens bei der Therme NOVA ausleihen kann, wird daraus aber ein entspanntes Vergnügen.

Unsere erste Tour war die Hügellandtour Lipizzanerheimat. Die rund 30 Kilometer lange Runde startet direkt bei der Therme NOVA und verbindet viele der schönsten Sehenswürdigkeiten der Region. Nach dem Lipizzanergestüt Piber ging es weiter zur Hundertwasserkirche und zum Glasmuseum in Bärnbach.
Dazwischen warteten zwar immer wieder längere Anstiege – teils mit 300 Höhenmetern auf einen Sitz –, dafür wurden wir jedes Mal mit herrlichen Ausblicken über das weststeirische Hügelland belohnt. Genau diese Mischung aus Bewegung, Natur und kulturellen Highlights hat uns an der Tour besonders gefallen.

Ganz anders, aber mindestens genauso schön, war unsere zweite Runde: die Drei-Märkte-Tour. Sie startet beim Bahnhof Krottendorf-Ligist und führt auf rund 42 Kilometern durch die namensgebenden Orte Stallhofen, Mooskirchen und Ligist. Große Sehenswürdigkeiten sucht man entlang der Strecke zwar vergeblich, dafür hat uns diese „Wald- und Wiesen Tour“ einfach nur überrascht. Alles in allem ein entspanntes Dahinradeln bei moderaten Steigungen und einer Gegend, bei der man unweigerlich einen Gang (natürlich nicht am Rad) hinunterschaltet.
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Unser Übernachtungstipp für die Lipizzanerheimat
Wie schon weiter oben erwähnt, hätten wir uns für unser Wochenende in der Lipizzanerheimat kaum einen besseren Ausgangspunkt als das Hotel der Therme NOVA Köflach wünschen können. Die Kombination aus entspanntem Wellnessurlaub und abwechslungsreichen Ausflügen hat für uns einfach perfekt funktioniert – deshalb können wir das Haus besten Gewissens empfehlen.

Die Zimmer sind großzügig geschnitten, modern gestaltet und gleichzeitig ausgesprochen gemütlich. Genau der richtige Ort, um nach einer Radtour oder einem Ausflug durch das weststeirische Hügelland „nach Hause“ zu kommen und die Beine hochzulagern.
Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich die direkt angeschlossene Therme. Nach einem Tag im Sattel gibt es kaum etwas Wohltuenderes, als im warmen Thermalwasser zu entspannen oder den Tag in der Sauna ausklingen zu lassen.



Was uns aber fast noch mehr beeindruckt hat als Zimmer und Therme, war die Atmosphäre im Haus. Obwohl während unseres Aufenthalts viele Kurgäste vor Ort waren und entsprechend viel Betrieb herrschte, ging hier alles persönlich und mit viel Liebe zu (was man in großen Häusern oft vergebens sucht). Die steirische Herzlichkeit ist hier bei allen Mitarbeitern durchgekommen, wodurch wir uns einfach nur wie zu Hause gefühlt haben.
Herzlichen Dank an die Therme NOVA für Verleihrad und Übernachtung! (Medienreise)
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