Der TRIESTINGAU RADWEG: Flussradeln vom Feinsten!

Geheimtipp Triestingau Radweg: 30 kurze und flache Kilometer zwischen Feldern, Fluss-Auen und Heurigen – eine absolut herrliche Radtour.


Zum Triestingau Radweg kann ich nur sagen: KLEIN, aber OHO! Die kurze, aber feine Strecke hat sich als Geheimtipp mit Lieblingsradtour-Potential entpuppt!

Von der Wiener Stadtgrenze radelt sichs auf schnellen 30 Kilometern dorthin, wo sich die Triesting ihren Weg ins Wiener Becken bahnt. Die Tour kann auch als Runde über den Thermenradweg zurück nach Wien geführt werden.

Aus-Geradelt am Triestingau Radweg: kurze Strecke, aber viel Genuss

Ab durch die AU

Warum gerade der TriestingAU-Radweg? Weil man bei dieser Radtour im Vergleich zum TriestingTAL-Radweg zwar auch an der Triesting entlangradelt. Aber in diesem Fall wirklich direkt in den Fluss-Auen. Und genau das macht diesen kurzen, aber umso feineren Radweg so besonders.

Die Triestingauen liegen teils mitten im Wohngebiet. Den „tosenden“ Bach kann man sich laut slawischer Namensherkunft zwar nicht mehr vorstellen. Dafür hat sich an der regulierten Triesting ein Naturparadies erhalten, in dem sogar der Eisvogel auf Besuch ist.

Am Triestingau Radweg ist man auch rund um ein Stück Industriegeschichte unterwegs. Vorrangig Baumwollmaschinenspinnereien waren es, die sich im 18. Jahrhundert entlang der Triesting ansiedelten.

Der Triestingau Radweg ist einer meiner Top 10 Radwege Niederösterreichs.

1. der Triestingau Radweg

Der genaue Beginn des Triestingau Radwegs ist etwas unklar. Meist wird damit die Strecke zwischen Himberg und Schönau an der Triesting gemeint. Dabei sind rund 29 Kilometer zu absolvieren.

Ich habe meinen Weg an der Wiener Stadtgrenze am Liesingbachradweg begonnen. Den ersten Radwegweiser zum Triestingau Radweg gab´s beim Umspannwerk in Unterlaa – direkt an der Brücke über die S1.

Von hier bis zur Einmündung in den Thermenradweg bei Schönau waren dann rund 35 Kilometer zu absolvieren.


von Schönau wieder retour

Um den kurzen Radweg zu verlängern, bietet sich auch eine Rundtour an, die wieder zurück nach Wien führt: ab der Einmündungsstelle des Triestingau Radwegs in den Thermenradweg sind weitere 30 Kilometer bis zur Stadtgrenze zu radeln.

2. die Highlights

  • Der Triestingau Radweg ist – da kaum bekannt – ein kleiner Geheimtipp. Er ist wesentlich weniger stark befahren als der parallel verlaufende Thermenradweg, und zusätzlich kommt man an vielen netten Rastplatzerln und im „Hintaus“ der Dörfer vorbei.
  • Immer mit Blick auf den Schneeberg: Schon beim Einstieg an der S1 sticht er ins Blickfeld, und sowohl zwischen den Feldwegen des ersten Abschnittes, als auch zwischen den Weingärten des zweiten Abschnitts taucht er immer wieder auf.
  • Was früher zum Leben am Fluss gehörte, zeigt sich heute als als Industrieruine am Radweg. Die alten Baumwollspinnereien geben Zeugnis von alten Zeiten.
  • Das Highlight am Triestingau Radweg ist natürlich die herrliche naturnahe Aulandschaft. Mal gluckst das Wasser, mal bewegt es sich kaum. Und die zahlreichen Wehre laden ein, genauer inspiziert zu werden.
  • Die Rastplatzerl! Vorrangig im zweiten Teil des Radwegs laden unzählige Bankerl an der Au zum Chillen ein. Gerade in der Au zwischen Oberwaltersdorf und Teesdorf kann man nicht durchfahren, ohne eine Pause einzulegen. Und kurz vor der Einmündung in den Thermenradweg kann man die Tour am Triestingau Radweg an einem kleinen feinen Geheimplatzerl zufrieden abschließen.
  • Und natürlich lockt auch der Wein. Ab Tattendorf laden gleich mehrere Heurigen pro Ortschaft zum gemütlichen Jausenstop ein.

3. die Route am Triestingau Radweg (Karte)

Triestingauradweg Karte Route

4. von der Wiener Stadtgrenze bis zu den Triesting-Auen


von Oberlaa bis Himberg

Los geht’s für mich in Oberlaa beim Brückenwirt am Liesingbachradweg. Ich nehme dort, wo auch der Stadtwanderweg Nr. 7 vorbeikommt, die Abzweigung des Radwegs nach Lanzendorf.

Beim Umspannwerk an der S1 befindet sich nicht nur die Grenze zu Niederösterreich. Sondern hier ist auch der erste Radwegweiser für den Triestingau Radweg 9a zu finden. Und: der erste Blick auf den traumhaften Schneeberg.

Durch Lanzendorf bin ich schnell durchgeradelt. Nach dem kleinen Weiler folgt dann der Blick auf die große Schwester: die zwei Türme der Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf kann man nicht übersehen.

Bis zur Triesting muss ich zwar noch etwas radeln. Aber hier mündet schon einmal ein Abzweiger der Triesting in den Mitterbach. Dem Neubach werde ich zumindest bis kurz nach Himberg folgen.

Triestingau Radweg Himberg

In Himberg führt ein Radweg-Abzweiger zum Thermenradweg. Ich aber bleibe auf Spur und radle am Neubach an Schilf und blühenden Obstbäumen vorbei. Nach dem Waldbad geht’s ein kleines Stück durch eine feine Allee – ein perfekter Spazierweg mit vielen Bankerln.


wo die Triesting dazustößt

Zwischen Himberg und Münchendorf tut sich lange nichts, ich radle zwischen Feldern mit Blick auf Anninger und Schneeberg. Beim Abzweiger nach Achau stoße ich erstmals auf die Triesting, danach dreht sich der Weg nach links. An Rapsfeldern und Alleen entlang reite ich in Münchendorf ein. Keine schlechte Wortwahl, denn der Ort beginnt mit mehreren Pferdekoppeln.

  • Triestingau Radweg Himberg Münchendorf
  • Triestingau Radweg Himberg Münchendorf
  • Triestingau Radweg Himberg Münchendorf
  • Triestingau Blick auf Schneeberg
  • Triestingau Radweg Himberg Münchendorf

Kurz verlässt mich der Wegweiser, aber die Logik hilft. Durch die Unterführung der Landesstraße geht es weiter in den Ort hinein.

In Münchendorf hat die alte Baumwollspinnerei sogar bis 1916 überlebt. An dieser komme ich nicht vorbei, allerdings an einem Kanal, der hier von der Triesting zum Laxenburger Schlosspark abzweigt und dort für die Bewässerung sorgt.

Nach der zweiten Triestingquerung habe ich den Fluss wieder zu meiner Linken und radle wieder durch Münchendorf hinaus.

Der Radweg führt mich an einer Fischaufstiegshilfe samt rostiger Brücke vorbei, weiter unter der Autobahnbrücke in Richtung Trumau, und wieder zwischen Fluss und Feld, mit herrlichem Blick auf den Schneeberg.


5. vom Augebiet bis zum Thermenradweg


alles AU – nicht nur in TrumAU

Trumau hat bereits die AU im Namen. Beim Skaterpark radle ich in den Ort hinein. Und lande dann so richtig in der Au – mitten im Wohngebiet!

  • Trumau Triesting
  • Trumau Triesting
  • Trumau Triesting
  • Trumau Triesting

Herrlich legt sich hier die Triesting in ihr Bachbett. Die Triesting gluckst vor sich hin und glitzert in der Sonne. Die Brücken und Laternen am Radweg passen harmonisch ins Bild und verzaubern mich zusätzlich in diesem heimeligen und l-AU-schigen Naturidyll.

Witzig: Ein kurzer Abstecher führt mich zum lokalen ADEG-Markt. Und ich bemerke: In Trumau nehmen sie es sehr genau mit den Straßennamen. Ehre wem Ehre gebührt!

Übrigens: auch in Trumau war die Textilindustrie mit Spinnereien und Webereien angesiedelt.

Trumau hat mich mehr als bez-AU-bert. Aber es geht weiter so, und bevor ich zum schönsten Stück des Triestingauradwegs komme, führt mich der Weg zuerst an einem einladenden Rastplatzerl vorbei.

Bankerl Oberwaltersdorf

In Oberwaltersdorf radle ich wieder an einer Fischaufstiegshilfe an einem Wehr vorbei, das einen kleinen Kanal von der Triesting ableitet. Den Badeteich kenne ich aus der anderen Perspektive. Und dann radle ich mit Blick auf die alte Spinnerei ein, in der jetzt großzügige Lofts angeboten werden.

Der Weg führt über die Bundesstraße weiter an der Triesting entlang, vorbei hinter der alten Bettfedernfabrik, die jetzt als Kultur- und Eventzentrum sowie Bücherflohmarkt genutzt wird.

Nun beginnt das schönste Stück am Triestingau Radweg. Man würde bei dem wunderschönen Stück Au nicht vermuten, dass sich diese so naturnah zwischen zwei Ortschaften geschwindelt hat. Mehrere Bankerl laden zum Rasten ein, und sogar erhöhte Rastplätze wurden am Ufer der Triesting errichtet. Hier einen Stop zu machen ist beinahe ein MUSS!

  • Triestingauradweg schönstes Stück
  • Triestingauradweg schönstes Stück
  • Triestingauradweg schönstes Stück
  • Triestingauradweg schönstes Stück
  • Treistingau Radweg
  • Triestingauradweg schönstes Stück
  • Triestingauradweg schönstes Stück

Genuss bis zum Schluss

Jede Rast muss mal ein Ende finden, und ich radle weiter. Aber es bleibt wunderschön – bzw. eher gemütlich: der nächste Wegespunkt hat mit Genuss zu tun! „Trinken“ ist das Thema in Tattendorf.

Zuerst beim Rahofer Bräu – der Weg führt direkt daran vorbei. Dann am Hauptplatz (auch hier eine Hommage an F.W. Raiffeisen). Nicht nur der Trinkwasserbrunnen löscht hier den Radlerdurst. Nein, auch in der Selbstbedienungs-Vinothek kommen Genießer auf ihre Kosten (übrigens auch im Selbstbedienungs-Biomarkt gleich daneben).

Tattendorf Selbstbedienungs Vinothek

Die Hauerhäuschen am Platz verraten mehr: spätestens jetzt merkt man, dass man in einer Weinbaugemeinde gelandet ist. Und schließlich führt der Weg dann auch an den Heurigen von Tattendorf vorbei.

Übrigens: Tattendorf ist eine Rotweininsel in der Thermenregion. Und natürlich gabs auch hier eine Spinnfabrik.

Der Weg führt mich weiter in Richtung Teesdorf. Ein kurzes Stück darf ich wieder zwischen den Feldern unterwegs sein. Und da ist er wieder, allerdings viel mächtiger als am Anfang der Strecke: fast radle ich direkt auf den mächtigen Schneeberg zu. Rechts ziehen Baden und Bad Vöslau an mir vorbei, den Anninger habe ich bereits hinter mir gelassen.

Im beschaulichen Teesdorf setzt sich der Genuss-Weinweg fort. Hier radle ich wie in Tattendorf gleich an mehreren Weingütern und Heurigen vorbei. Die Route des Triestingau Radwegs ist hier guten Grundes auf die Dorfstraße umgeleitet worden….Danach biege ich wieder in herrlichstes Augebiet ein. Und lande in Günselsdorf.

Tristingau Radweg Tessdorf Au

Günselsdorf fasziniert mich. Aber nicht, weil auch in diesem kleinen Ort eine Baumwollspinnerei beheimatet war. Als erstes fällt mir das Hochhaus auf, das hier recht markant ins Blickfeld gestellt wurde. Ein Hochhaus in einem Dorf? Gleich direkt danach überrascht mich ein riesiger Torbogen, den ich hier ebenso nicht vermutet hätte. Das Löwentor öffnet leider nicht – sondern versperrt den Weg zum riesigen Schlosspark, den ich mir gerne näher angesehen hätte.

Günselsdorf Löwentor

Letzter Stop: Schönau an der Triesting. Hier, wo die von Westen kommende Triesting ins Wiener Becken mündet, befand sich einst die viertgrößte Baumwollspinnerei Niederösterreichs. Einen Rest davon schaue ich mir sogar an – wieder einmal unerwarteterweise.

Denn am Ende der kleinen, aber feinen Radtour habe ich mir noch eine letzte Pause verdient – und zwar am „Rastplatz Weißbleiche“. Ich ahne gar nicht, dass dieses geschichtsträchtige Platzerl (eine Weißbleiche war einst Bestandteil der Baumwollerzeugung, und hier an diesem Platz wurde sogar Wäsche gewaschen) so schön idyllisch daherkommt.

Gleich nach der Kirche steht der Abzweiger zum Rastplatzerl. Und nach ein paar Metern in den Wald hinein findet sich dann wirklich eine uneinsehbare, ruhige und absolut himmlische Uferstelle der Triesting samt Schotterplatzerl. Ein kleiner Geheimtipp, und ein wirklich schöner Abschluss des Triestingau Radwegs.

  • Triestingau Radweg Rastplatz
  • Triestingau Radweg Rastplatz

Bis zum tatsächlichen Ende des Triestingau Radwegs darf ich schlussendlich noch die allerletzten Meter genussvoll auf der kleinen Alle bis zur Einmündung in den Thermenradweg radeln.

Triestingau Radweg Einmündung Thermenradweg

gut zu wissen: meine Tipps für den Triestingau Radweg

  • verlängern als Rundtour
    Der Triestingau Radweg kann perfekt als Rundtour gefahren werden. Ab Schönau führt der Weg über den Thermenradweg am Wiener Neustädter Kanal wieder retour nach Wien (etwa 30 Kilometer ab der Einmündungsstelle). Ergibt eine ungefähre Gesamtlänge von 70 Kilometern gerechnet ab der Wiener Stadtgrenze.
  • Rückreise per Zug
    Wer sich lieber treiben lassen möchte und den Rückweg per Zug antreten möchte, kann gleich nach Schönau in Leobersdorf in die Südbahn steigen. Oder in Bad Vöslau, Baden – oder weiteren Stationen auf dem Weg nach Wien.
  • Trinkwasserbrunnen
    Am Raiffeisenplatz in Tattendorf steht nicht nur ein Trinkwasserbrunnen, sondern sogar ein kleiner 24h-Selbstbedienungs-Bioladen, in dem Getränke (sowie die eine oder andere Nascherei) zu erwerben sind.
  • wo einkehren
    Im zweiten Abschnitt des Triestingau Radwegs überschlagen sich ab Tattendorf die Heurigen. Davor gibt’s nette Einkehrplatzerln in Trumau.
  • wo rasten
    In der kleinen Allee nach dem Himberger Waldbad. An allen möglichen Stellen wo der Radweg direkt durch die Au führt. Am Geheimplatzerl kurz vor Ende des Radwegs in Schönau.

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