Am YBBSTALRADWEG von Lunz nach Waidhofen an der Ybbs

Wildromantisch und absolut herrlich – auf 55 flachen Kilometern entlang der Ybbs von Lunz nach Waidhofen: die Highlights und unsere Tipps für den Ybbstalradweg


Der Ybbstalradweg: schon lange stand er auf unserer To-Do-List. Im August war es endlich soweit und wir erradelten das erste Teilstück zwischen Lunz und Waidhofen/Ybbs.

Eines gleich vorweg: Die zahlreichen Zeitungsberichte und Tourismusprospekte haben nicht zu viel versprochen: Die Fluss-Radelei entlang der Ybbs ist wirklich unglaublich traumhaft und daher unbedingt weiterzuempfehlen!!!

Aus-Geradelt am Ybbstalradweg: 55 Kilometer zwischen Lunz und Waidhofen/Ybbs

Das „Herzstück“ des Ybbstalradwegs

An unserem Wochenende rund um Lunz haben wir nicht den gesamten Radweg in Angriff genommen, sondern uns nur auf das „Herzstück“ des Ybbstalradwegs konzentriert. Herzstück warum? Weil sich der Radweg zwischen Lunz und Waidhofen/Ybbs an der ehemaligen Trasse der Ybbstalbahn entlangschlängelt.

Statt der gesamten 107 Kilometer wurden es also nur 55 Kilometer. Was aber definitiv nicht zu wenig war, denn so viele nette Rastplatzerl und Badegelegenheiten wie am Ybbstalradweg hat man selten. Mit unserem Abstecher nach Göstling kamen wir dabei auf eine Gesamtstrecke von 60 Kilometern.

Der Ybbstalradweg ist einer meiner Top 10 Radwege Niederösterreichs.


mehr zum zweiten Teil des Ybbstalradwegs

Ybbstalradweg

Den zweiten Teil des Radwegs habe ich kurz danach nachgeholt: Ybbstalradweg von Waidhofen bis nach Ybbs.

1. Infos zum Ybbstalradweg

Die Strecke führt zwischen Lunz und Waidhofen an der alten Ybbstalbahn entlang. 2009 wurde der „Schafkäs-Epress“ nach mehr als 100 Jahren eingestellt und machte Platz für den Radweg, der entlang der Ybbs auf abgebauten Schienen und alten Steinviadukten durch wunderbare Naturlandschaften führt.

Ybbstalradweg

Mit Lunz und Waidhofen/Thaya beginnt bzw. endet diese Etappe des Ybbstalradweg auch perfekt. In Waidhofen will ein zu Unrecht viel zu unbekanntes Städtchen entdeckt werden. Und in Lunz wartet der Lunzer See für eine Abkühlung.

Wie man von Waidhofen wieder nach Lunz (oder umgekehrt) kommt, gibt’s in den Tipps nachzulesen.

2. die Highlights

  • Es geht (meist) direkt an der Ybbs entlang. Was bedeutet: keine Autos, absolute Ruhe, und ein türkisblauer Fluss, der den Weg anzeigt.
  • Der Ybbstalradweg ist liebevoll angelegt: die alten Bahnhöfe der Ybbstalbahn wurden zu Radlerstops oder Wohnhäusern umfunktioniert, Bahnhofswärterhäuschen dienen als Unterstand, Rastplätze wurden zum Thema Eisen/Holz neu errichtet.
  • Auch für Kinder perfekt! Der Ybbstalradweg ist flach, flach und nochmals flach, und auf den 2,5 Metern Breite (an der Bahntrasse) sind auch Kinder sicher unterwegs – oftmals sogar durch ein Geländer gesichert.
  • Nicht nur der Radwegs, auch die Ybbs ist flach. Und lädt daher immer wieder zu einem Bade- oder Raststop ein. Angefangen vom Lunzer See über die Naturstrandbäder Hollenstein und Göstling finden sich auf der gesamten Strecke immer wieder Schotterbänke, auf denen gefläzt werden kann.
  • Und dann natürlich die Landschaft. Neben der türkisblau glitzernden Ybbs geht’s von den Voralpen bis zum Herz des Mostviertels vorbei an weiten Mostwiesen und wildromantischen Schluchten.

3. die Route am Ybbstalradweg (inkl. Karte)

Wir sind den Ybbstalradweg wie so viele andere Flussradwege „verkehrt“ gefahren: von Lunz nach Waidhofen/Ybbs. Und liegen damit im Trend. Auch wenn der Weg flach ist – es ist einfach die natürlichere Wegrichtung.


die Karte vom Ybbstalradweg (Lunz bis Waidhofen)

Ybbstalradweg Karte
© www.mostviertel.at

Die Karte kann hier bestellt oder downgeloadet werden.

4. die Etappen von Lunz bis Hollenstein


von Lunz nach Göstling: 11 Kilometer

Los geht’s am Lunzer See – besser gesagt direkt am Seebad. Wir folgen dem Seebach hinein nach Lunz und biegen bei der Ybbs zum Ybbstalradweg ab.

Ybbstalradweg

Der erste Stop lacht uns bereits bei der Ausfahrt aus Ybbs – besser gesagt aus Kasten – entgegen: die Töpperbrücke, deren Heiligenfiguren und Vasen von einem Industriellen der Eisenindustrie gespendet wurden. Ein echter Hingucker!

Danach folgt ein für den Ybbstalradweg doch untypisches Stück entlang der Landstraße. Aber auch entlang von Schienen, die noch nicht weggeräumt und noch für den Ötscherland Express genutzt werden. Die Museumsbahn zwischen Lunz und Gaming ereilt hoffentlich nicht so schnell das Schicksal der Ybbstalbahn, auf deren Trasse wir uns auf den nächsten Kilometern bis nach Waidhofen bewegen dürfen.

Ötscherland Express Schienen

mehr zu Lunz

Lunz Ausflug

Lunz ist übrigens Home Base für unser Wochenende: was wir alles in und rund um Lunz getan haben.

ein kurzer Abstecher nach Göstling

Vor Göstling würde der Ybbstalradweg rechts abbiegen, wir fahren allerdings in den Ort hinein. Und hier kommen wir auch schon am ersten „Mostviertler“ Wahrzeichen vorbei: die erste Streuobstwiese liegt entlang des Wegs.

Eine richtige Rast legen wir in Göstling noch nicht ein – dazu wärs zu früh nach nur 11 Kilometern. Aber ein guter Kaffee darf es sein. Und das richtige Kaffeehaus finden wir dazu auch. Inklusive nettem Ortskern: die Café Konditorei Schnessl liegt doch tatsächlich genau am „Platzl“, neben Kirche und dem Sgraffito-Haus mit Sonnenuhr und Durchgang.

  • Göstling
  • Göstling
  • Göstling

Außerdem müssen wir dem Herkunftsort von Thomas Sykora und Kathrin Zettel einen Besuch abstatten (ich bin heute mit dem Mann an meiner Seite unterwegs – was normalerweise „on the road“ gilt, fordert er natürlich auch bei einer Radtour ein).


von Göstling nach St. Georgen: 9 Kilometer

Beim Hinausfahren aus Göstling winkt schon der erste Bade-Stop: gleich neben dem Ybbstaler Solebad wartet flacher Kiesstrand für einen „Hupfer“ in die Ybbs. „Eis, Toast, Bier und WC“ gibt’s hier, das verrät uns das Schild auf dem Ybbstalradweg, auf den wir hier wieder einbiegen.

Göstling Badestop

Jetzt radeln wir erstmals richtig direkt am Fluss: der Radweg legt sich wie ein Band an die Straße, die sich sanft entlang der Ybbs windet. Leicht erhöht folgen wir der Straße und genießen den Anblick auf die Ybbs, deren weiße Schottersteine aus dem trägen Wasser herausragen.

Zwischen atemberaubenden Bergpanorama genießen wir Landluft pur: den Duft von frisch gewendetem Heu und Sägewerk-Holz. Bienen und Kühe runden das Alpenpanorama ab.

Vor Kogelsbach dreht sich die Straße weg, wir aber bleiben am Fluss. Mal zieht sich eine Streuobstwiese dazwischen, mal radeln wir direkt an der Ybbs.

In Kogelsbach dann das erste Bahnhofshäuschen, das liebevoll adaptiert wurde. Rote Eskimo-Schirme lachen uns im Radweg-Stüberl an, die Räder glitzern in der Sonne. Ein gemütlicher Rastplatz (sogar mit Ladestation für e-bikes), der beim nächsten Mal definitiv angesteuert werden wird.

Durch Kogelsbach sind wir schnell durch, schon radeln wir am Fußballplatz vorbei. Links blitzt das Schotterbett der Ybbs durch die Bäume, rechts weitet sich das Panorama, hie und da steht ein Obstbaum auf der Wiese.

Wir nähern uns nun einer bewaldeten Kuppe und radeln in St. Georgen an der Reith ein. Ein Heuwagen versperrt uns den Weg, ansonsten ist da nicht viel im alten Ortskern: Links eine große Möbeltischlerei, rechts der Pferdehof. Und schon sind wir wieder durch.

Im „neuen“ Ortsteil kommen wir an schmucken Einfamilienhäuschen, einer aufgelassenen Bäckerei und – wieder einmal – Kühen vorbei.

Nach Georgen dann noch ein kulinarischer Wegweiser: Wer jetzt schon Hunger hat, kann zur Gulaschwirtin abbiegen.


weiter nach Hollenstein: 10 Kilometer

Nach St. Georgen ein interessanter Wegweiser: rechts geht’s nach Obereinöd – perfekt eigentlich für meine Ortstafel-Serie!

Bis nach Blamau – wo wieder ein herrlich hübsch renoviertes Bahnhofshäuschen zu finden ist – fahren wir jetzt inmitten von herrlich duftenden Wiesen. Manchmal mit Abstand, manchmal direkt an der Ybbs.

  • Blamau Bahnhof
  • Ybbstalradweg
  • Ybbstalradweg

Kurz vor Hollenstein „erwischen“ wir dann auch die ersten Badenden im weißen Schotterbett. Und das gleich mehrere Male….Und dann schiebt sich schon die auf einer Anhöhe thronende Hollensteiner Kirche ins Blickfeld.


In Hollenstein sind wir schon fast in Oberösterreich, die Grenze ist nicht weit. Ein Blick hinunter ins Strandbad bestätigt uns: nicht nur zu Jahrhundertwende-Zeiten, auch heute wird in Hollenstein gebadet.

Nächster Stop: der „Schafkäs-Express“ am Bahnhof Groß-Hollenstein. Wo damals die Bauern der Umgebung ihre Waren verkauften, ermöglicht heute der „Zeitreisewaggon“ einen Sprung in die Vergangenheit. Für Kinder der 80er Jahre natürlich nichts Neues.

Schafkäs-Express

5. die Etappen von Hollenstein bis Waidhofen/Ybbs


Richtung Opponitz: 12 Kilometer

Nach Klein-Hollenstein schlängeln wir uns nicht am Fluss, sondern eher an der Bundesstraße weiter in Richtung Opponitz. Abwechslung bietet hier nur der Blick auf den Meierhof Hohenleben (rechts) sowie auf den Abzweiger zum Schloss Hohenleben (links). Was interessant daran ist: die ehemalige Waldbauernschule im Schloss ist heute tatsächlich eine „Bergbauernschule“ (landwirtschaftliche Fachschule)!

Ab hier gesellt sich die Ybbs wieder von links dazu und wir radeln zwischen Kühen, Wiesen und wunderschönen Höfen. An einem Rastplatz haben sich ein paar Radler niedergelassen, danach finden wir wieder badende Menschen entlang der Ybbs.


Auf einmal: der Weg ist aus, eine Wand aus Wald und Fels steigt vor uns auf. Aber: es ist ein „Loch“ im Weg, besser gesagt: der viel erwartete Tunnel vor Opponitz. Wo früher der Schafkäs-Express hindurchzuckelte, tun dies nun wir. Sogar das Licht haben sie angelassen – der Tunnel wird nämlich während der Durchfahrt beleuchtet!

Der erste Eindruck von Opponitz: der Hinweis auf den Rast- und Badeplatz, und sogleich das breite Flussbett der Ybbs, in dem Kanuten im flachen glasklaren Wasser dahintreiben. Wir werden diese später wiedersehen.

Opponitz ist nicht nur Eldorado für Wasserratten, sondern auch für Fliegenfischer, lese ich später nach. Oder für durstende Radler, die sich hier jetzt beim Bruckwirt ein kühles Bier genehmigen.


weiter bis nach Waidhofen/Ybbs: 13 Kilometer

Das kurze Straßenstück nach Opponitz versöhnt uns mit dem Blick auf das imposante Wasserwerk der Stadt Wien. Sowie auf die Kanuten, denen wir hier wieder begegnen.

Wir queren die Ybbs und fahren jetzt rechts vom Fluss ins „Ofenloch“, die wildromantische Schlucht zwischen Opponitz und Gstadt, ein. Bis zum Bau der Ybbstalbahn 1898 war dieses Stück gar nicht erschlossen – und das merken wir auch, denn hier gibt’s außer uns nur Bäume und Aulandschaft. Die Ybbs spielt alle möglichen Türkis-Stückln.

  • Ybbstalradweg
  • Ofenloch Schlucht Opponitz Gstadt
  • Ofenloch Schlucht Opponitz Gstadt
  • Ofenloch Schlucht Opponitz Gstadt
  • Ofenloch Schlucht Opponitz Gstadt

Eine kurze Verwirrung an der Teufelsmauer: Der Radweg macht unvermutet einen kleinen Bogen, aber auch geradeaus würde es weitergehen. Aber nicht für uns, sondern nur für die damalige Ybbstalbahn. Die alten Schienen auf der 90 Jahre alten Eisenbahnbrücke sind noch erhalten. Ein kurioser Anblick!

Das letzte Stück vor Waidhofen verfolgen wir einen breiten und trägen Fluss, der nach und nach seine türkisen Farbtöne verliert. Entlang einer Fassbinderei, einem Sägewerk und dem Kraftwerk Schwellödt radeln wir in Waidhofen ein.


angekommen in Waidhofen/Ybbs

Das einstige Zentrum der Eisenverarbeitung ist zu unrecht viel zu unbekannt. Denn die „Stadt der Türme“ hat Charme!

Da wäre einmal die nette Einfahrt vorbei an alten Häuserzeilen, danach die Ybbsbrücke mit Blick auf Ybbsufer und die „Türme“ der Altstadt. Und dann der Blick aufs Rothschild-Schloss mit dem imposanten Glasturm.

Der nette Stadtplatz am Stadtturm rundet den wunderschönen Radel-Tag entlang der Ybbs mit Kaffee und Kuchen ab.

  • Waidhofen/Ybbs
  • Waidhofen/Ybbs
  • Waidhofen/Ybbs
  • Waidhofen/Ybbs
  • Schloss Rothschild Waidhofen/Ybbs

das zweite Teilstück: von Waidhofen bis nach Ybbs an der Donau

Das zweite Teilstück des Ybbstalradwegs habe ich kurz darauf nachgeholt. Meine Highlights und Tipps hier zum Nachlesen: Ybbstalradweg von Waidhofen bis Ybbs.

gut zu wissen: meine Tipps für den Ybbstalradweg

  • Radtransport
    Wir haben den Radtramper von Waidhofen/Ybbs zurück nach Lunz genommen: ein Postbus mit Hänger mit einer Kapazität von 30 Rädern (16 Räder am Hänger, 1-2 Räder quer dazugestellt, dahinter noch 6 weitere Räder). Laut Auskunft des Postbuschauffeurs geht sichs meist mit den 30 Rädern aus – eine Garantie dafür gibt’s allerdings nicht. Daher: rechtzeitig kommen (Viertelstunde vor Abfahrt), die Beladung dauert noch dazu einige Zeit.
    Der Bus fährt etwa 70 Minuten nach Lunz und kostet € 8,90.
    Die Alternative dazu: ein Radtaxi nehmen.
Radtransport Ybbstalradweg
  • verlängern
    Der Ybbstalradweg führt noch weitere 52 Kilometer bis Ybbs an der Donau. Von dort kann man über die Ötscherland-Radroute übers Erlauftal wieder retour nach Lunz radeln. Oder in Ybbs am Donauradweg weiterradeln – z.B. weiter nach Melk und durch die Wachau bis Krems. Der „kleine Ybbstalradweg“, führt als Abzweiger kurz vor Waidhofen nach Ybbsitz (6 Kilometer pro Richtung).
  • Autostellplätze
    Wir haben das Auto am Lunzer Seebad geparkt – Preise siehe hier.
    Park und Ride-Möglichkeit in Waidhofen/Ybbs (Bahnhof bzw. Lokalbahnhof).
    Parkplätze auf der Strecke sind auf der Ybbstalradweg-Karte eingezeichnet (siehe nächster Punkt).
    In Opponitz befindet sich ein großer Parkplatz direkt an der Ybbs (und daher am Radweg).
  • Radkarte
    Die Ybbstalradweg-Karte kann hier bestellt oder heruntergeladen werden.
  • Badestops
    In Lunz natürlich am See. In Göstling direkt neben dem Solebad. In Hollenstein im Strandbad. In Opponitz direkt nach dem Tunnel. Und natürlich dazwischen an den zahlreichen weißen Schotterbänken.
  • wo einkehren
    Die wichtigsten Einkehrmöglichkeiten sind in der Karte eingezeichnet. Wir haben Kaffee und Bier in der Konditorei Schnessl in Göstling und im Bruckwirt in Opponitz genossen. Zum Schluss auch noch im Waidhofner Stadtcafé. Ins Kogelsbacher Radweg-Stüberl setze ich mich dann gerne das nächste Mal.
    Alle Rastplatzerln an der Strecke sind ebenfalls auf der Karte eingezeichnet.

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