Ganz schön viel Geschichte auf einem Fleck: ein Altstadt-Rundgang durch PULA
Mehr als „nur“ das bekannte Amphitheater: welche Sehenswürdigkeiten in Pula sich beim Altstadt-Spaziergang rund um die Arena entdecken lassen.
Man kommt in die Stadt, um die berühmte Arena zu sehen – immerhin das sechstgrößte erhaltene Amphitheater der Welt. Und nimmt dabei mehr Sehenswürdigkeiten in Pula mit, als erwartet.
Ganz im Süden von Istrien gelegen, blickt Pula auf eine bewegte Geschichte zurück. Vor allem die Römer, aber auch die Habsburger haben hier ihre Spuren hinterlassen und das Stadtbild nachhaltig geprägt.
Das Tolle: Viele der Sehenswürdigkeiten liegen ganz nah beieinander. Wer einer gemütlichen Route durch die Altstadt folgt, entdeckt ganz nebenbei Highlights, die vorher gar nicht auf dem Plan standen. Also am besten einfach treiben lassen und auf Entdeckungstour gehen. Auf nach Pula!
2. Einstieg in die Flaniermeile der Altstadt: die Kathedrale als erster Hingucker
3. Am Forum angekommen: Kaffeepause mit Blick auf den Augustustempel
4. Ein kleiner Geheimtipp in Pula: römische Ausgrabungen im „Hintaus“ der Fuzo
5. Aufstieg zum Kastell: Abstecher ins alte Franziskanerkloster
6. Der schönste Ausblick über die Stadt: einmal rund ums Kastell spaziert
7. Durchgang zur Altstadt am Sergierbogen: wo James Joyce heute noch sein Kaffeepäuschen macht
8. Ein – nicht nur kulinarischer – Abstecher: Geheimtipp Markthalle
9. Ende der Altstadt-Runde durch Pula: die römischen Stadttore
10. Einst „geheim“ – aber heute kein Geheimtipp mehr: die Zerostraße
11. Abschluss der Sehenswürdigkeiten-Tour durch Pula: am alten Marinehafen
12. Sehenswürdigkeiten in Pula Umgebung: und Tipps für schöne Strände rund um Pula
Meine Tipps für Pula: wo parken, wo übernachten
Pula: wo Römer und Habsburger ein reiches Erbe hinterließen
Pula ist heute die größte Stadt Istriens und zugleich ihr kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. wirkt dabei fast wie ein kleiner Ausreißer: größer, urbaner und deutlich untypischer als die meisten Urlaubsorte entlang der istrischen Küste.
Beim Bummel durch die Straßen kommt ein starker Hauch von Italien dazu. Sogar der Name sorgt manchmal für Verwirrung – Pula und Puglia (Apulien) klingen schließlich nicht ganz unähnlich. Und tatsächlich: Das italienische Flair ist hier bis heute spürbar.





Die ältesten und eindrucksvollsten Spuren stammen denn auch aus der Römerzeit. Einst war Pula eine bedeutende römische Kolonie mit bis zu 35.000 Einwohnern. Aus dieser Epoche sind zahlreiche „Altlasten“ geblieben – im besten Sinne: beeindruckende Bauwerke, die heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Pulas zählen. Allen voran die Arena, aber auch das kleine römische Theater, der Augustustempel am ehemaligen Forum sowie mehrere gut erhaltene Stadttore.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft wechselte Pula mehrfach den Besitzer, von Byzanz über die Franken bis zur Seerepublik Venedig. Doch erst mit den Habsburgern begann im 19. Jahrhundert ein echter Aufschwung. Ab 1813 wurde die Stadt zum wichtigsten Kriegshafen der Monarchie ausgebaut, militärisch befestigt und stark erweitert. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg lebten hier rund 60.000 Menschen, viele davon im Dienst der Marine.

Die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinterließen ebenfalls ihre Spuren: Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Pula an Italien, nach dem Zweiten Weltkrieg an Jugoslawien. Heute gehört die Stadt zu Kroatien.
Wer Pula besucht, kommt meist wegen der berühmten Arena. Doch schnell zeigt sich: Auch die Überreste der einstigen Marinestadt sind mindestens genauso spannend. Festungsanlagen, unterirdische Tunnel und ehemalige Kasernen erzählen von der k.u.k.-Zeit. Das Beste daran: All diese Sehenswürdigkeiten in Pula lassen sich wunderbar bei einem Rundgang durch die Altstadt entdecken.
Ein Altstadt-Rundgang durch Pula: die Karte
- Klassischer könnte ein Altstadtrundgang durch Pula kaum beginnen als an der Arena von Pula . Sie ist nicht nur die Sehenswürdigkeit Nummer 1 der Stadt, sondern auch ein praktischer Ausgangspunkt – denn rundherum gibt es Parkmöglichkeiten oder Stellplätze in Gehweite (meine Tipps dazu folgen weiter unten).
- Tipp: Am besten gleich morgens kommen, dann liegt die Arena oft noch ruhig da. Bei meinem Besuch Anfang Oktober zeigte sich das besonders deutlich, denn außer einer einzelnen Schulklasse war noch kaum jemand vor Ort.
- Mein Weg führte mich von der Arena weiter entlang der Fußgängerzone in Richtung Altstadt bis zum ehemaligen Forum mit dem Augustustempel .
- Anschließend ging es hinauf zum Kastell , der Festung oberhalb der Altstadt, von der sich ein schöner Blick über Pula eröffnet. Danach führte der Rundgang durch eines der alten Stadttore aus der Altstadt hinaus.
- Ein kleiner Abstecher zum Markt zahlte sich definitiv aus. Zurück zum Ausgangspunkt ging es vorbei an weiteren römischen Stadttoren , die immer wieder am Weg auftauchen und daran erinnern, wie präsent die Antike in Pula noch ist.
1. Die Arena: das Amphitheater Pulas ist eindeutig die Sehenswürdigkeit Nr. 1
Der Startpunkt für den Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Pula ist fast schon selbstverständlich: die Arena von Pula. Einerseits, weil sie die wichtigste Attraktion der Stadt ist – andererseits, weil es einfach Sinn macht, gleich am Morgen hier zu beginnen, wenn sich die Tore öffnen und noch Ruhe herrscht.

Jeder kennt das Kolosseum in Rom. Doch dass in Pula ein Amphitheater aus etwa derselben Zeit zu finden ist, das heute zu den sechstgrößten erhaltenen seiner Art zählt, überrascht viele. Erbaut wurde das Amphitheater im 1. Jahrhundert unter Kaiser Augustus, danach unter Vespasian erweitert. Dabei nutzte man geschickt den natürlichen Hang eines Hügels für die Anlage.



Doch wie groß und gut erhalten die Arena tatsächlich ist, wird oft erst vor Ort klar. Der äußere Arkadenring ist fast vollständig erhalten und mit dem hellen Kalkstein aus den Steinbrüchen der Umgebung ein echter Hingucker. Und dann erst das Innere: Kein Wunder, dass die Arena von Pula als UNESCO Welterbe nominiert wurde.
Die Zahlen machen die Dimensionen deutlich: Rund 133 Meter lang, 105 Meter breit und bis zu 32 Meter hoch erhebt sich die elliptische Anlage. Sie besteht aus zwei Arkadengeschossen, auf der eine dritte Ebene mit rechteckigen Öffnungen eingezogen wurde. Vier markante Türme gliedern das Bauwerk, einer davon wurde erst kürzlich restauriert und zeigt wieder die ursprüngliche helle Farbgebung.

Zur Blütezeit fanden hier etwa 23.000 Zuschauer Platz – zu einer Zeit, als die Stadt selbst nur rund 5.000 Einwohner zählte. Insgesamt 15 Eingänge sorgten für einen reibungslosen Zugang, während unterirdische Gänge Platz für Tiere, Ausrüstung und Abläufe der Spiele boten. Einst fanden in der Arena Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen statt, heute treten hier regelmäßig internationale Künstler auf.



Heute fasst die Arena noch etwa 5.000 Besucher. Wer sie in Ruhe erleben möchte, kommt am besten früh am Morgen. Dann bietet sich die seltene Gelegenheit, Fotos ohne Menschenmengen zu machen, durch die Arena zu streifen oder einfach oben in den Rängen Platz zu nehmen und die Atmosphäre wirken zu lassen.


Ein nettes Detail wartet außerdem im Untergeschoss: In den ehemaligen Katakomben befindet sich heute eine Ausstellung rund um den traditionellen Oliven- und Weinbau in Istrien. Alte Pressen, Werkzeuge und Amphoren, in denen einst Olivenöl transportiert wurde, geben Einblicke in die Geschichte der Region.
Die Eintrittskarte für die Arena von Pula kann man sich bereits vorab online sichern (bis zu 24h vorher mit voller Rückerstattung stornierbar*). Es gibt einen Parkplatz direkt an der Arena – oder man spaziert ein paar Schritte weiter für die kostengünstige Version (siehe meine Tipps zum Parken in Pula am Ende des Artikels).
2. Einstieg in die Flaniermeile der Altstadt: die Kathedrale als erster Hingucker
Der eigentliche Altstadt-Rundgang durch Pula beginnt südwestlich der Arena von Pula in der Ulica Kandlerova. Die lebendige Flaniermeile bildet den Auftakt zu einem Sehenswürdigkeiten-Halbkreis rund um das historische Zentrum.

Noch bevor der Altstadtbummel so richtig Fahrt aufnimmt, zeigen sich hier bereits die ersten Spuren der langen Geschichte der Stadt. Direkt entlang des Weges stößt man auf Ausgrabungen, die weit über die Römerzeit hinausreichen: Relikte der Histrier, die hier schon vor den Römern lebten, aber auch Überreste einer römischen Sakralanlage, Therme und eines Wohnhauses.
Weiter geht es durch enge Altstadtgassen, die von hübschen Fassaden gesäumt werden, bis sich plötzlich ein Platz zum Meer hin öffnet: der Trg sv. Tome.


Den Platz dominiert die Kathedrale Mariä Himmelfahrt, eines der wichtigsten sakralen Bauwerke der Stadt. Ihre Ursprünge reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück, als sie auf den Resten einer frühchristlichen Kirche errichtet wurde. Im 5. Jahrhundert zur dreischiffigen Basilika erweitert, erlebte sie nach Bränden im 16. und 17. Jahrhundert mehrere Restaurierungen.



Die heutige Renaissancefassade stammt aus dem 16. Jahrhundert, der markante Glockenturm wurde im 17. Jahrhundert ergänzt. Direkt gegenüber befindet sich die Kirche des Heiligen Nikolaus.


Von hier aus führt der Weg weiter Richtung Zentrum. Gerade in diesem Abschnitt meint man wirklich, in Italien zu sein: der Einfluss ist hier einfach unverkennbar.
3. Am Forum angekommen: Kaffeepause mit Blick auf den Augustustempel
Hat man das Zentrum der Altstadt von Pula erreicht, steht man plötzlich mitten im historischen Herz der Stadt: am Trg Republike, dem ehemaligen römischen Forum.

Am stimmungsvollsten ist es, sich hier einfach in eines der kleinen Terrassencafés zu setzen, einen Moment innezuhalten und sich vorzustellen, wie lebendig es hier schon vor rund 2.000 Jahren gewesen sein muss. Damals war das Forum sogar zum Meer hin offen, das heutige Pflaster liegt etwa einen Meter über dem antiken Niveau.


Einst bildeten gleich drei Tempel das religiöse und politische Zentrum der Stadt. Geblieben ist davon der imposante Augustustempel. Er wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet und gilt als eines der ältesten erhaltenen Bauwerke in ganz Kroatien.


Besonders markant ist der hohe Portikus mit seinen korinthischen Säulen – vier an der Vorderseite, weitere seitlich. Der Tempel war Kaiser Augustus und der Göttin Roma gewidmet. Im Laufe der Jahrhunderte erfüllte er verschiedene Funktionen, u.a. als Getreidespeicher. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Vorhof durch eine Bombe zerstört, der Tempel selbst danach jedoch originalgetreu rekonstruiert. Heute beherbergt er ein kleines Lapidarium.

Direkt daneben fällt ein weiteres Gebäude ins Auge: das Rathaus von Pula, errichtet im Jahr 1296. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein mittelalterlicher Palast. Doch in seiner Rückwand stecken Teile eines noch älteren Bauwerks: die Überreste des einstigen Dianatempels, der zur gleichen Zeit und in ähnlicher Form wie der Augustustempel errichtet wurde.
4. Ein kleiner Geheimtipp in Pula: römische Ausgrabungen im „Hintaus“ der Fuzo
Der Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Pula setzt sich direkt vom Forum entlang der Fußgängerzone fort, die nun in die Ul. Sergijevaca übergeht.
Ein kleiner Tipp am Rande: Beim „Aerarium“, einem kleinen istrischen Gastro-Shop, kurz einmal einen Blick in den Hinterhof werfen. Unscheinbar auf den ersten Blick, verbirgt sich dort ein spannendes Stück Stadtgeschichte, nämlich wieder zahlreiche archäologische Spuren aus unterschiedlichen Epochen.


Einst stand hier das sogenannte „Haus der Agrippina“, ein römisches Wohnhaus, das ursprünglich zum Forum hin geöffnet war. Den Namen verdankt das Haus einer Büste der Mutter Neros, Kaiserin Agrippina, die hier gefunden wurde. Weiters wurden Funde aus venezianischer Zeit entdeckt, aber auch hellenische und etruskische Keramik aus dem 3. Jahrhundert v. Chr..
Nur wenige Schritte weiter rund um die Kapelle der Maria Formosa stößt man auf ein hervorragend erhaltenes römisches Fußbodenmosaik von etwa 12 x 6 Metern. Dargestellt ist eine Szene aus der griechischen Mythologie, die „Bestrafung der Dirke“, begleitet von Blütenmustern und Tierdarstellungen.


Wer der Route noch ein Stück weiter folgt, erreicht schließlich den Park der Stadt Graz. Selbst in diesem ruhigeren Teil der Altstadt wurden archäologische Funde freigelegt.
Das Haus der Agrippina befindet sich hinter dem „Aerarium“-Shop. Gleich daneben liegt passenderweise das Istrische Weinmuseum. Das Dirke-Mosaik findet man zwischen einem Parkplatz und dem Hinterhof eines Hauses in der Ulica Sergijevaca in der Nähe der Kapelle der Maria Formosa.
5. Aufstieg zum Kastell: Abstecher ins alte Franziskanerkloster
Bei diesem Abschnitt des Rundgangs durch Pula wird einem der nächste Höhepunkt fast wie eine Karotte vor der Nase platziert: das Kastell, das sich leicht erhöht auf einem Hügel über der Altstadt erhebt.
Dafür muss man sich erst einmal nach oben bewegen. Der Weg hinauf führt zunächst durch ruhigere Gassen, und genau hier fällt als Erstes der Glockenturm der Franziskanerkirche ins Auge.

Das Kloster und die dazugehörige Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert und zeigen sich bewusst schlicht, ganz im Sinne des Franziskanerordens.
Das Franziskanerkloster liegt etwas abseits der klassischen Hauptroute, und genau deshalb wirkt es hier fast überraschend still. Bei meinem Besuch war kaum jemand unterwegs, nur ein einzelner weiterer Besucher verirrte sich in den Innenhof des Klosters. Ein echter Geheimtipp in Pula.



Betritt man den romanischen Kirchenbau, fällt zuerst einmal das Portal auf, das bei meinem Besuch leider eingerüstet war. Die schöne romanische Rosette kann man aber auch von innen gut erkennen. Ein Ort der Stille ist auch der in der Renaissance umgestaltete Kreuzgang, in dessen Innenhof Garten und Brunnen für eine fast klösterliche Ruhe sorgen.




Und selbst hier stößt man auf ältere Schichten: Hinweise auf eine frühchristliche Kirche und erhaltene Mosaikreste aus dem 2. Jahrhundert zeigen, wie tief die Geschichte an diesem Ort tatsächlich reicht.
Der Eintritt in das Franziskanerkloster ist mit nur einem Euro mehr als gerechtfertigt. Die Anlage wirkt sehr beschaulich und untouristisch. Während des Besuchs wurde in einem Nebenraum gebügelt. Genau diese Selbstverständlichkeit machte den Ort besonders authentisch.
6. Der schönste Ausblick über die Stadt: einmal rund ums Kastell spaziert
Der Stadthügel von Pula wird vom Kaštel Pula gekrönt – einer Festung, die ihre heutige Form vor allem in venezianischer Zeit um 1630 erhielt und später unter österreichischer Herrschaft um etwa 1830 weiter ausgebaut wurde. Rund um das Kastell verlaufen unterirdische Räume und ein Wassergraben, der die Verteidigungsfunktion zusätzlich verstärkte.

Vier quadratische Bastionen bildeten das Herz der Wehranlage und waren einst mit insgesamt 24 Kanonen bestückt. Ergänzt wurde die Festung durch Soldatenunterkünfte und eine Waffenkammer.



Der Ausblick über Pula ist beeindruckend. Dafür ist der Aufstieg zum Wachturm nicht zwingend nötig. Ich habe einen Rundgang um das Areal entlang der Festungsmauern gemacht und konnte viele Eindrücke vom Areal und der sich darunter ausbreitenden Stadt mitnehmen.

Im Inneren des Kastells befindet sich heute das Historische und Maritime Museum, das einen guten Überblick über die Rolle Pulas als einst stärkster Marinestützpunkt der Adria bietet. Man erfährt, dass zahlreiche weitere Befestigungen in der Umgebung angelegt wurden – etwa auf Verudela, wo sich heute das Aquarium Pulas befindet. Insgesamt umfasste das Verteidigungssystem 27 Befestigungen sowie rund 60 Batterien und Stützpunkte, die sich sogar bis zur Insel Lošinj erstreckten.
Der Eintritt zum Kastell beträgt € 7,-, siehe dazu hier. Mit einem Kombiticket kann man unter anderem auch die darunter verlaufende Zerostraße besichtigen – siehe dazu Punkt 10.
7. Durchgang zur Altstadt am Sergierbogen: wo James Joyce heute noch sein Kaffeepäuschen macht
Doch nun wieder hinunter vom Kastell in die Altstadt zurück in die Fußgängerzone, die sich in Form eines Halbkreises um die Altstadt schlängelt, und schauen, was es sonst noch in Pula zu entdecken gibt, bevor man am Ende des Rundwegs schließlich durch eines der eindrucksvollsten Stadttore wieder aus dem historischen Zentrum heraustritt.






Zuvor passiert man noch die Kirche Mariä Himmelfahrt. Dieses romanisch-gotische Gotteshaus wirkt von außen eher schlicht, überrascht im Inneren jedoch mit gut erhaltenen Fresken.
Kurz darauf zieht dann ein ganz anderes Bauwerk die Aufmerksamkeit auf sich: der römische Sergierbogen. Er steht am Rand der Altstadt, dort, wo die Ul. Sergijevaca auf den Trg Portarata trifft, und gehört zu den markantesten antiken Monumenten der Stadt.

Errichtet wurde der Triumphbogen um 30 v. Chr. von der wohlhabenden römischen Familie der Sergier. Er erinnert an den Sieg Octavians – des späteren Kaisers Augustus – über Marcus Antonius und Kleopatra in der Schlacht bei Actium im Jahr 31 v. Chr. Ursprünglich war er Teil des sogenannten „Goldenen Tors“ (Porta Aurea), eines Stadttors, das später abgetragen wurde, während der Triumphbogen erhalten blieb und heute als eindrucksvoller Solitär am Rand der Altstadt steht.



Gleich daneben bietet sich noch ein ganz anderer Blickfang: der Schriftsteller James Joyce, der hier als Bronzefigur an einem Terrassentisch des Café Uliks sitzt. Wer möchte, kann sich einfach dazusetzen. Joyce selbst war Anfang des 20. Jahrhunderts in Pula gestrandet, arbeitete dort 1904/05 als Englischlehrer für Offiziere der k.u.k. Marine und wartete auf eine berufliche Perspektive.
8. Ein – nicht nur kulinarischer – Abstecher: Geheimtipp Markthalle
Vom Sergierbogen ist es nur ein Katzensprung zur Markthalle von Pula – und die sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Weg dorthin führt über die Flanatička, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt, bis hinüber zum Narodni trg.


Schon draußen zeigt sich das bunte Treiben, denn rund um die Halle erstreckt sich ein Bauernmarkt, bei dem man sich durch die Erzeugnisse der Region durchkosten kann.



Das Herzstück bildet jedoch die Markthalle selbst. Errichtet im Jahr 1903, zieht sie die Blicke mit ihrer typischen Eisen-Glas-Architektur, wie man von vielen europäischen Markthallen dieser Zeit kennt, auf sich.
Auf zwei Etagen verteilt findet man oben kleine Restaurants und Cafés, während sich unten vor allem die Einheimischen in der Fleisch- und Fischhalle für den täglichen Bedarf eindecken.
Markt und Markthalle sind von Montag bis Samstag, in der Regel von 7:00 bis 13:00 bzw. 14:00 Uhr geöffnet.
9. Ende der Altstadt-Runde durch Pula: die römischen Stadttore
Zum Abschluss des Rundgangs durch Pula geht es zurück in Richtung Ausgangspunkt, dieses Mal entlang der Giardini-Straße an der Ostseite der Altstadt. Hier begegnet man wieder eindrucksvollen Hinterlassenschaften der römischen Zeit.

Besonders markant sind die beiden Stadttore sowie ein Teil der Stadtmauer, die einst die Grenzen der antiken Stadt bildeten. Zwar wurde diese im 19. Jahrhundert abgetragen, doch zwischen dem Giardini-Platz und dem Doppeltor sind noch einige Abschnitte erhalten geblieben.
Zuerst kommt man am Herkulestor vorbei, der Porta Herculea, die bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde. Es zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Stadt.

Nicht weit davon entfernt steht das Doppeltor aus dem 2. Jahrhundert (Porta Gemina). Es befindet sich direkt vor dem Archäologischen Museum. Davor sind zudem die Überreste eines römischen Mausoleums aus dem 1. bis 2. Jahrhundert zu sehen.

Und selbst hier wartet noch eine weitere römische Sehenswürdigkeit in Pula: Hinter dem Doppeltor liegen die Reste eines kleinen römischen Theaters. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert, war etwa 62 Meter lang und lässt erahnen, welche Bedeutung Pula einst hatte.
10. Einst „geheim“ – aber heute kein Geheimtipp mehr: die Zerostraße
Was neben den römischen Toren in diesem Bereich sofort ins Auge fällt, ist der Eingang zur sogenannten Zerostraße. Schon beim Hinweg zum Forum ist man ihr schon begegnet oder oben beim Kastell, wo sich ebenfalls Zugänge zu den unterirdischen Anlagen befinden. Der Hauptzugang liegt jedoch hier, direkt beim Doppeltor.

Das Tunnelsystem erstreckt sich auf zwei Ebenen: eine auf Höhe der Stadt und eine weitere näher beim Kastell. Insgesamt gibt es vier Eingänge, die alle zu einem zentralen Raum führen, dem Herzstück der Anlage. Von dort aus lassen sich die verschiedenen Gänge erschließen, und sogar ein Lift verbindet das System direkt mit dem Kaštel Pula darüber.
Errichtet wurde die Zerostraße im Ersten Weltkrieg als Schutzanlage gegen Luftangriffe. Bis zu 50.000 Menschen hätten hier im Ernstfall Zuflucht finden können.


Heute werden die weitläufigen Gänge für Ausstellungen genutzt und bieten eine Möglichkeit, die Geschichte von Pula einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Der Eintritt in die Zerostraße beträgt € 7,-. Ein Kombiticket mit der Festung ist möglich.
11. Abschluss der Sehenswürdigkeiten-Tour durch Pula: am alten Marinehafen
Dort, wo der Sehenswürdigkeiten-Rundgang durch Pula begonnen hat, schließt sich am Ende auch wieder der Kreis: bei der beeindruckenden Arena von Pula. Der Park davor bietet noch einmal ein besonders schönes Fotomotiv mit Blick auf das Amphitheater. Und gleichzeitig ist man vorne beim Hafen angelangt.



Auch dieser Teil der Stadt erzählt ein Stück interessante Geschichte: Wo sich heute Werften und markante Kräne befinden, lag einst das Marinearsenal des habsburgischen Kriegshafens.
Ein Highlight, das man sich auch nicht entgehen lassen sollte, zeigt sich allerdings erst nach Einbruch der Dunkelheit: die sogenannten „leuchtenden Giganten“. Die großen Hafenkräne werden abends kunstvoll in verschiedenen Farben illuminiert – definitiv eine weitere spannende Sehenswürdigkeit in Pula.


Auch tagsüber zahlt sich der Abstecher zum Hafen aus, starten doch hier immer wieder Boote zu Ausflügen, etwa für Delfinbeobachtungen entlang der Küste. Ich selbst habe so eine Tour nicht in Pula, sondern in Rovinj gemacht – definitiv ein Erlebnis, das man bei einem Istrien-Urlaub oder nicht auslassen sollte.
Delfin-Touren für Pula am besten vorab buchen (bis zu 24h vorher mit voller Rückerstattung kostenlos stornierbar*).
12. Sehenswürdigkeiten in Pula Umgebung: und Tipps für schöne Strände rund um Pula
Ein schöner Ausflug von Pula aus führt in den Nationalpark Brijuni. Die Inselgruppe besteht aus insgesamt 14 Inseln – 12 kleineren und zwei größeren – und liegt direkt vor der Küste bei Fažana. Seit 1983 steht das gesamte Archipel unter Naturschutz.

Die größte Insel, Veliki Brijun, ist zugleich Herzstück des Parks. Vor Ort gibt es mehrere Möglichkeiten, die Insel zu erkunden: klassisch mit dem Bummelzug oder – deutlich ruhiger und intensiver – zu Fuß auf eigene Faust.
Brijuni ist nicht nur Naturparadies, sondern auch geschichtsträchtig. Bekannt wurde die Inselgruppe unter anderem durch Josip Broz Tito, der hier seine Sommerresidenz hatte. Er empfing auf Veliki Brijun zahlreiche internationale Staatsgäste und brachte von seinen Reisen exotische Tiere mit. Ein kleiner Safari-Park erinnert noch heute daran.
Erreichbar ist der Nationalpark mit der Fähre von Fažana, mehr Infos dazu hier. Einfacher (und preismäßig fast gleich) ist allerdings eine Tour in den Nationalpark Brijuni ab dem Hafen von Pula (bis zu 24h vorher kostenlos mit voller Rückerstattung stornierbar*).
Kap Kamenjak: wo man rund um Pula schöne Strände findet
Fast ein Muss, wenn man schon so weit nach Istrien vorgedrungen ist, ist die südlichste Spitze der Halbinsel – das Kap Kamenjak.

Dieses weitgehend unberührte Stück Natur wartet mit einer zerklüfteten Küstenlinie, versteckten Buchten und kleinen Stränden auf. Nicht zu vergessen die legendäre Safaribar mitten in der wilden und ursprünglichen Landschaft.
Ich habe das Kap zu Fuß bei einem Tagesausflug erkundet und muss sagen: Wer naturbelassene Orte liebt, wird sein Herz schnell an diesen Fleck verlieren. Meine Erfahrungen und Tipps gibt es in meinem Artikel zum Kap Kamenjak nachzulesen.
Und Istrien selbst?
Abseits der Sehenswürdigkeiten von Pula gibt es auf der kroatischen Halbinsel Istrien noch viel mehr zu entdecken. Entlang der Küste reihen sich charmante Orte aneinander – allen voran Rovinj, das mit seiner malerischen Altstadt und den bunten Häusern direkt am Meer zu den schönsten Städten der Region zählt. Aber auch Poreč und Umag begeistern mit ihren liebevoll erhaltenen Altstädten und entspanntem Küstenflair.








Mindestens genauso reizvoll ist ein Abstecher ins Landesinnere: Im grünen Herzen Istriens warten idyllische Hügelstädte wie Motovun oder Grožnjan, die mit ihren engen Gassen und weiten Ausblicken fast wie aus der Zeit gefallen wirken. Und mit Hum lässt sich hier sogar die kleinste Stadt der Welt entdecken.








Auch die Ostküste der Halbinsel hat ihren ganz eigenen Reiz: Orte wie Opatija an der Kvarner Bucht zählen seit jeher zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen.
Meine Erfahrungen und Tipps zu diesen schönen Orten auf Istrien gibt es in den folgenden Artikeln nachzulesen
- Definitiv einer der schönsten Orte in Istrien: Rovinj
- Mehr als „nur“ die Euphrasius-Basilika: Poreč
- Charmant unspektakulärer Einstieg in den Kroatien-Urlaub: Umag
- Istriens südlichste Spitze entdecken: traumhafte Buchten am Kap Kamenjak
- Was man in der kleinsten Stadt der Welt zu sehen bekommt: Hum
- Zauberhaftes Bergstädtchen im grünen Herzen Istriens: Motovun
Gut zu wissen: meine Tipps für Pula
-
Parken in Pula
Direkt bei der Arena von Pula gibt es einen großen Parkplatz, der allerdings kostenpflichtig ist. Wer lieber gratis in Pula parken möchte, kann den Tipp eines Einheimischen ausprobieren, der bei meinem Besuch im Oktober 2025 noch gut funktioniert hat: Etwa zehn Gehminuten von der Arena entfernt befindet sich beim Busparkplatz am Trg I. istarske brigade eine kostenlose Parkmöglichkeit. Am besten kommt man hier möglichst früh. -
Übernachtungs-Tipp
Für einen Istrien-Urlaub ist Rovinj als Übernachtungsort gut geeignet. Dabei habe ich mich bewusst dafür entschieden, nicht im Zentrum zu übernachten, sondern außerhalb, direkt beim Porton Biondi Beach in Gehweite zur Altstadt. So hatte ich den Strand vor der Nase und gleichzeitig mehr Ruhe als in der quirligen Stadt.
Übernachtet habe ich in einem Mobile Home* – und war einfach nur positiv überrascht. Auch ohne Camping-Erfahrung fühlt sich das nämlich richtig gut an: ein kleines, eigenes Häuschen, modern ausgestattet, sauber und gemütlich. Besonders schön war der Anblick von meiner Terrasse auf den Glockenturm von Rovinj. Ein perfekter Ort, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen (alternativ mit einem Sundowner direkt am Strand davor).
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