AVEIRO in Portugal: Kleinstadt-Tipp für alle, die das Schöne lieben
Wohl eine der schönsten Städte Portugals: ein Stadtrundgang durch Aveiro hält zahlreiche charmante Ecken bereit. Meine Tipps für das „Venedig Portugals“.
„Venedig Portugals“ – diese Zuschreibung kommt in Aveiro nicht von ungefähr. Betritt man die Altstadt, fallen einem sofort die Kanäle mit ihren farbenfrohen Booten ins Auge. Statt der Gondeln, wie man sie aus Venedig kennt, gleiten hier allerdings sogenannte „Moliceiros“ über das Wasser.
Aveiro hat viel mehr zu bieten als das weit über die Grenzen hinaus bekannte Motiv. Wunderschöne Häuser säumen die Gassen, hier in einer Kombi aus eleganten Jugendstilfassaden und den typischen blau-weißen Azulejos. Klar – schließlich sind wir ja in Portugal.
Rund um Aveiro wartet zudem ein kleines Naturparadies mit Lagunen, Salinen und herrlichen Stränden. Aveiro – wir sind hellauf begeistert von dir!
2. Auch dafür ist Aveiro bekannt: Jugendstil, wohin man schaut
3. Ein echter Geheimtipp in Aveiro: das Haus von Dr. Peixinho
4. Weitere Sehenswürdigkeiten in Aveiro: ein Rundgang durch die Stadt
5. Warum ein weiches Ei hier süß schmeckt: Ovos Moles aus Aveiro
6. Durch Lagune und Salinen: Aveiro mit dem Rad entdecken
7. Bunte Häuser als schmucker Blickfang: Aveiros Strand ist ein heißer Tipp
Meine Tipps für Aveiro: anreisen und übernachten
Das ist Aveiro: Kanäle, Moliceiros und ganz viel Charme
Gerade einmal 70 Kilometer von Porto entfernt liegt Aveiro, das oft als „Venedig Portugals“ bezeichnet wird. Das hat vor allem mit seiner Lage zu tun: Die Stadt liegt rund zehn Kilometer von der Atlantikküste entfernt an der der Ria de Aveiro, einer weitläufigen Lagune. Bis ins 17. Jahrhundert gab es hier eine natürliche Verbindung zum Meer, die jedoch nach einem schweren Sturm verschüttet wurde. Das heutige Kanalsystem entstand im 19. Jahrhundert.

Genau diese Kanäle sind das Bild, das vielen in den Sinn kommt, wenn sie an Aveiro denken. Auf ihnen gleiten die für die Stadt typischen, farbenfrohen Moliceiros-Boote dahin, mit denen sich Aveiro wunderbar vom Wasser aus entdecken lässt.
Doch Aveiro hat weit mehr zu bieten als seine Kanäle. Besonders begeistert hat uns die Architektur mit ihren unzähligen Jugendstilhäusern. Wer genau hinsieht, kann auf einem eigenen Jugendstil-Rundgang viele wunderschöne Fassaden entdecken. Dazu kommen die typisch portugiesischen Azulejos, die das Stadtbild prägen. Aveiro ist einfach ein Ort für alle, die charmante Städte lieben.



Zur entspannten Atmosphäre tragen auch die vielen Cafés und Restaurants bei. Kein Wunder: Aveiro ist eine lebendige Universitätsstadt, auch viele Portugiesen verbringen ihre Freizeit gerne hier.
Ein weiterer Grund, Aveiro zu besuchen, ist die wunderschöne Umgebung, vor allem die unberührten Naturlandschaften der Ria de Aveiro. Sehenswert sind auch die Salinen rund um die Stadt, die Aveiro bereits im Mittelalter zu Wohlstand verhalfen und bis heute das Landschaftsbild prägen.

Wie orientiert man sich bei einem Stadtrundgang durch Aveiro? Ganz einfach: Die Kanäle bilden die Hauptachsen der Altstadt. Fangen wir gleich damit an.
1. Die Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Aveiro: bunte Moliceiros-Boote
Die Altstadt von Aveiro wird von mehreren Kanälen durchzogen – darunter der Canal Central, der Canal de São Roque, der Canal das Pirâmides und der Canal dos Santos Mártires. Wir haben das Zentrum über den Canal de São Roque betreten und gleich das erste große Highlight von Aveiro erlebt.
Warum? Weil man hier im alten Fischerviertel tatsächlich unweigerlich an Venedig denken muss. Natürlich sieht Aveiro ganz anders aus als die italienische Lagunenstadt. Auch die Boote unterscheiden sich deutlich: Statt schwarzer Gondeln gleiten hier bunt bemalte Moliceiros über das Wasser und verleihen den Kanälen ihren ganz eigenen Charme.

Gleichzeitig bekommt man hier schon einen ersten Vorgeschmack auf die wunderschöne Jugendstilarchitektur, die einen später in der Altstadt erwartet. Und wenn ein „Gondoliere“ mit seinem Moliceiro gemächlich unter der Brücke hindurchfährt, auf der man gerade steht, dann hat das schon etwas ganz Besonderes.
Kurz darauf verschwindet das Boot unter der hübschen Ponte dos Carcavelos – für uns einer der schönsten Fotospots in Aveiro. Wer genau hinsieht, entdeckt an den Häusern dahinter schon die ersten Azulejos, die typisch portugiesischen, kunstvoll verzierten Keramikfliesen.

Die Moliceiros-Boote haben eine spannende Geschichte. Früher dienten sie dazu, Seegras aus der Lagune zu sammeln, das anschließend als Dünger verwendet wurde. Heute sammeln die Boote statt Seegras vor allem Touristen ein. Davon gibt es in Aveiro jede Menge – Aveiro mag für internationale Besucher noch als Geheimtipp gelten. Bei den Portugiesen ist es das schon lange nicht mehr.
Folgt man nun von der Ponte dos Botirões dem einmündenden Kanal entlang des Cais dos Botirões, eröffnet sich gleich der nächste schöne Blick auf die Kanäle.

Der eigentliche Sammelpunkt der Moliceiros befindet sich jedoch bei der ehemaligen Capitania, dem alten Seemannsamt, das bis 1993 in Betrieb war. Genau hier stehen auch einige der schönsten Jugendstilgebäude Aveiros. Deshalb startet man den Jugendstil-Rundgang am besten ebenfalls an dieser Stelle – mehr dazu im nächsten Punkt.

Wir folgen zunächst noch dem Canal Central und überqueren die Ponte dos Laços de Amizade. Die mit unzähligen bunten Freundschaftsbändern geschmückte Brücke ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Die Idee geht auf zwei Studenten zurück und hat sich längst zu einem der beliebtesten Fotomotive der Stadt entwickelt.


Wer dem Canal Central bis zu seinem Ende folgt, erreicht den Lago da Fonte Nova. Dort fällt sofort das markante Backsteingebäude des Centro de Congressos de Aveiro ins Auge. Es befindet sich heute in einer ehemaligen Keramikfabrik aus den 1910er-Jahren, in der einst viele jener Fliesen hergestellt wurden, die heute die prächtigen Azulejo-Fassaden Aveiros schmücken.
Tickets für eine Bootstour mit einem Moliceiro-Boot können hier gebucht werden* (bis zu 24h vor Antritt kostenlos ohne Rückerstattung stornierbar).
2. Auch dafür ist Aveiro bekannt: Jugendstil, wohin man schaut
Wie bereits erwähnt, ist man rund um die Capitania und den Rossio-Platz auch schon am Hotspot des Jugendstils in Aveiro angekommen. Tatsächlich gilt die Stadt als die bedeutendste Jugendstilstadt Portugals.

Zu verdanken hat Aveiro diese Gebäude vor allem Auswanderern, die einst nach Brasilien gingen und später als wohlhabende Kaufleute in ihre Heimat zurückkehrten. Sie ließen repräsentative Häuser errichten, die bis heute das Stadtbild prägen. Das Besondere dabei ist die einzigartige Kombination aus geschwungenen Jugendstilformen und den typisch portugiesischen blau-weißen Azulejos.
Die wohl bekannteste Jugendstil-Sehenswürdigkeit Aveiros befindet sich direkt am Canal Central in der Rua Dr. Barbosa de Magalhães. Im prachtvollen Casa Major Pessoa aus dem Jahr 1909 ist heute das Museu de Arte Nova untergebracht.




Schon von außen ist das Gebäude ein absoluter Hingucker. Die blau dominierte Fassade mit ihren geschwungenen Linien zieht sofort alle Blicke auf sich. Auch beim Blick in das Eingangsportal fallen sofort die typischen Pflanzenmotive des Jugendstils auf.
Mindestens genauso sehenswert ist die Rückseite des Hauses. Kunstvolle Azulejos mit Landschaftsszenen und einem Nixenmotiv schmücken den Innenhof, während ein schwarz-weiß gekachelter Boden den Blick auf sich zieht. Da bleibt fast jeder kurz stehen und wirft neugierig einen Blick durch das schmiedeeiserne Tor mit seinen filigranen floralen Verzierungen.





Auch das Innere lohnt sich mit seinen originalen Fliesen und der schmiedeeisernen Treppe. Die Blumenmuster der Kacheln zählen zu den schönsten Details des Hauses.





Direkt an der Uferpromenade am Rossio stehen außerdem zwei weitere bemerkenswerte Jugendstilgebäude: das heutige Museu da Cidade de Aveiro, das ehemalige Wohnhaus von Mário Pessoa, sowie das Gebäude der früheren landwirtschaftlichen Genossenschaft.


Besonders Letzteres fällt mit seinen warmen Farbtönen und den wunderschönen Vergissmeinnicht-Fliesen aus dem Jahr 1913 auf.



Überhaupt macht es großen Spaß, durch die Altstadt von Aveiro zu schlendern und dabei immer wieder Jugendstilhäuser zu entdecken. Manche sind liebevoll restauriert, andere warten noch auf ihre Sanierung – genau das macht den Charme einer Erkundungstour durch die Stadt aus. Die schönsten Jugendstilgebäude findet man dabei nicht nur rund um die Kanäle. Es zahlt sich also aus, den Stadtrundgang etwas auszudehnen.


So steht an der Avenida Santa Joana, unweit der Kathedrale von Aveiro, das Casa Testa & Amadores aus dem Jahr 1922. Die Fassade mit ihren vierblättrigen Kleeblättern macht das Haus zu einem weiteren Highlight. Diesen Teil des Stadtrundgangs stelle ich unter Punkt 4 genauer vor.

Ein echter Klassiker ist außerdem der historische Bahnhof Estação de Aveiro. Seine Fassade ist mit insgesamt 59 Azulejo-Paneelen geschmückt, die Szenen aus dem ländlichen Leben sowie dem Alltag der Fischer zeigen und zu den schönsten Fliesenarbeiten Portugals zählen.
Und dann gibt es noch einen echten Geheimtipp in Aveiro für alle, die sich für Jugendstil begeistern. Mehr dazu im nächsten Punkt.
Das Jugendstil-Museum in Aveiro ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Tipp: in der Tourismusinformation von Aveiro liegen Folder für einen Rundgang zu den wichtigsten Jugendstil-Gebäude in Aveiro auf. Alles in allem gibt es 28 Gebäude zu entdecken.
3. Ein echter Geheimtipp in Aveiro: das Haus von Dr. Peixinho
Man kann es so machen wie wir – ganz zufällig daran vorbeikommen und einfach neugierig den Kopf durch die Tür stecken. Oder den Besuch gezielt planen: Einmal im Monat öffnet das Casa Lourenço Peixinho in der Rua de José Rabumba seine Türen für Besucher.

Und das zahlt sich definitiv aus. Das Haus zählt zu den am besten erhaltenen Jugendstilgebäuden Aveiros. Hier lebte Dr. Lourenço Peixinho, der die Stadt während seiner 24 Jahre als Bürgermeister maßgeblich prägte. Heute wird das Gebäude von der Universität Aveiro im Rahmen eines Kulturprojekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Schon von außen ist das zwischen 1908 und 1910 errichtete Haus ein echter Blickfang. Über den Fenstern zieht sich ein Fries mit blauen Blumen entlang, während vor allem der linke Teil der Fassade von grünen Fliesen dominiert wird.




Beim Betreten des Hauses fällt der Blick sofort auf die kunstvollen Fliesen im Eingangsbereich. Im Inneren warten viele liebevoll erhaltene Details: kleine Azulejo-Paneele mit einem Segelboot vor einem Leuchtturm, ein Schlafzimmer mit originalem Jugendstil-Stuck an der Decke und historischen Lichtschaltern.


Besonders gut gefallen hat uns die Küche. Die alte Kredenz ist noch erhalten, das Waschbecken zeigt sich mit floralen Motiven verziert, und durch die bunten Glasfenster fällt ein wunderbar warmes Licht.
Fast fühlt man sich hier in eine andere Zeit versetzt, als hätte man einen Sprung in die eigene Kindheit gemacht. Für uns einer der schönsten und zugleich überrraschendsten Orte in Aveiro.
Die Casa Lourenço Peixinho ist jeden 4. Mittwoch im Monat geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten kann man hier einsehen. Der Eintritt ist frei.
4. Weitere Sehenswürdigkeiten in Aveiro: ein Rundgang durch die Stadt
Abseits der Kanäle und der wunderschönen Jugendstilgebäude gibt es in Aveiro noch einiges zu entdecken. Hübsche Plätze, historische Kirchen und beeindruckende Azulejos machen einen Spaziergang durch die Altstadt zu einem echten Erlebnis. Im Folgenden die Route, die man bei einem Altstadt-Rundgang durch Aveiro einschlagen kann.


Wir starten wieder am Rossio und gehen von dort zum Largo da Praça do Peixe. Der ehemalige Fischmarkt aus Eisen und Glas wird heute nicht mehr für den Fischhandel genutzt – dieser wurde längst an einen anderen Standort verlegt. Stattdessen haben hier Restaurants und Bars Einzug gehalten.



Von dort spazieren wir weiter zur Praça 14 de Julho mit ihrem markanten Obelisken – für uns der perfekte Ort für eine Kaffeepause. Rund um den Platz laden kleine Geschäfte zum Stöbern ein – hier gibt es Mitbringsel und regionale Spezialitäten, etwa Kaffee oder das berühmte Salz aus Aveiro. (Mehr zu den Salinen unter Punkt 6.) Und natürlich begegnen uns auch hier wieder wunderschöne Jugendstilfassaden.




Nur wenige Schritte weiter zieht die Igreja de Nossa Senhora da Apresentação mit ihren Azulejo-Paneelen sofort die Blicke auf sich. Im Inneren erwarten uns vergoldete Schnitzarbeiten, barocke Figuren und – für unsere Augen etwas ungewohnt – gekachelte Wände in braunen Farbtönen.



Von hier wechseln wir auf die südliche Seite des Canal Central. Dabei kommen wir erneut an der Casa Lourenço Peixinho vorbei, das wir bereits im vorherigen Punkt vorgestellt haben. Wenige Minuten später erreichen wir die Praça do Marquês de Pombal, wo uns vor allem der wunderschöne schwarz-weiß gemusterte Fliesenboden begeistert.


Den Platz dominiert die Igreja Carmelita de Aveiro, eigentlich Igreja de São João Evangelista genannt. Die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert wirkt von außen eher schlicht, überrascht im Inneren aber mit prachtvollen vergoldeten Schnitzereien und kunstvollen Azulejos.


Ein netter Hingucker ist übrigens auch das historische Feuerwehrhaus am Platz sowie die neoklassizistische Casa de Santa Zita aus dem 19. Jahrhundert mit ihren acht Paneelen aus blau-weißen Azulejos.
Weiter geht es über die Avenida Santa Joana. Auch hier gibt es wieder wunderschöne Fliesenmotive zu entdecken, etwa am ehemaligen Schuhgeschäft mit seinen drei Paneelen, die Szenen aus der Arbeitswelt zeigen. Direkt daneben steht das bereits erwähnte Casa Testa & Amadores, eines der schönsten Jugendstilhäuser Aveiros.
Folgt man der Straße noch ein Stück Richtung Nordosten, zeigt sich schon der Glockenturm der Kathedrale von Aveiro. Doch vorher kommen wir noch am ehemaligen Dominikanerinnenkloster vorbei, in dem heute das Museu de Aveiro untergebracht ist. Es zeigt sakrale Kunst und ist ebenfalls einen Besuch wert.




Die Catedral de Aveiro selbst stammt aus dem Jahr 1423 und erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts ihre barocke Fassade. Im Inneren zeigen sich auch hier kunstvolle Holzschnitzereien und zahlreiche Azulejos. Besonders schön fanden wir den Eingangsbereich mit seinem blau-weiß gekachelten Weihwasserbecken.
Zum Abschluss unseres Stadtrundgangs geht es über die Rua de Coimbra. Auch hier macht es Spaß, über den typisch portugiesischen schwarz-weiß gemusterten Pflasterboden zu spazieren. Unterwegs kommen wir noch an der Igreja da Misericórdia de Aveiro vorbei. Die Kirche entstand um 1600 und erhielt im 19. Jahrhundert ihre vollständig mit Azulejos verkleidete Fassade – eine der ersten ihrer Art in Aveiro.


Genau hier legen wir schließlich einen Stopp der etwas anderen Art ein – um herauszufinden, warum in Aveiro weiche Eier süß schmecken.
5. Warum ein weiches Ei hier süß schmeckt: Ovos Moles aus Aveiro
Ehrlich gesagt hatten wir davor noch nie davon gehört. Doch in Aveiro kommt man an einer Spezialität nicht vorbei: den Ovos Moles. Die mit einer süßen Masse aus Eigelb und Zucker gefüllten Oblaten gehören zu den bekanntesten Köstlichkeiten Portugals – und stammen genau von hier.
Gleich in der Nähe der Igreja da Misericórdia de Aveiro befindet sich denn auch die Confeitaria Peixinho. Seit 1856 werden hier die berühmten Ovos Moles hergestellt. Schon beim Betreten des Geschäfts bemerkt man sofort, wie viel Tradition in diesem Haus steckt. Nicht umsonst handelt es sich um die älteste Konfiserie der Stadt.



Besonders süß fanden wir die vielen verschiedenen Formen, in denen die „weichen Eier“ – so lautet die wörtliche Übersetzung von Ovos Moles – angeboten werden. Muscheln, Fische oder andere maritime Motive: Die Süßigkeit passt perfekt zur Geschichte und Lage Aveiros. Und wer neugierig geworden ist: Ja, die Ovos Moles sind eine kleine Sünde wert.
Was hat Aveiro kulinarisch sonst noch zu bieten? Natürlich jede Menge Fisch – schließlich ist der Atlantik nur wenige Kilometer entfernt. Wir haben unter anderem einen portugiesischen Klassiker verkostet: Bacalhau à Brás.


Das Gericht besteht aus Stockfisch, Rösti-Streifen, Ei und Zwiebel. Wer die portugiesische Küche kennenlernen möchte, sollte das nicht nur für Aveiro typische Gericht unbedingt probieren.
Die Confeitaria Peixinho befindet sich in der R. de Coimbra 11. Das „Zeca“, in dem wir Bacalhau à Brás gekostet haben, findet man Largo da Apresentação 1.
6. Durch Lagune und Salinen: Aveiro mit dem Rad entdecken
Der Spaziergang durch die Altstadt hat schon viele schöne Ecken Aveiros gezeigt. Doch auch ein Blick in die Umgebung zahlt sich aus. Das beginnt schon bei der einzigartigen Lage der Stadt: Aveiro liegt mitten in der Ria de Aveiro, einer weitläufigen Lagunenlandschaft, die sich ganze 45 Kilometer in Nord-Süd-Richtung erstreckt.
Diese bildet ein faszinierendes Ökosystem aus Dünen, Wasserarmen, Schilfgürteln und Auwäldern. Besonders Vogelfreunde kommen hier auf ihre Kosten, allen voran im Naturschutzgebiet Reserva Natural das Dunas de São Jacinto, das als Refugium für Zugvögel bekannt ist.






Wir selbst haben die Ria de Aveiro mit dem Fahrrad erlebt. Auf unserer Radtour auf dem EuroVelo1 von Porto nach Lissabon führte uns die Strecke direkt an der Lagune entlang – eine der naturnahesten Abschnitte der gesamten Route überhaupt.
Doch auch vor den Toren der Altstadt gibt es einiges zu entdecken. Direkt hinter dem Canal de São Roque – dem Eingang zur Altstadt – liegen die Salzgärten von Aveiro. Das „weiße Gold“ war über Jahrhunderte hinweg enorm wichtig für die Stadt, nicht zuletzt, weil es für die Konservierung des Bacalhau unverzichtbar war.



Bis heute wird in Aveiro Salz gewonnen. In den flachen Becken bleibt das Meerwasser so lange stehen, bis das Salz kristallisiert und von Hand geerntet werden kann. Besucher können frei durch das Gelände spazieren und im Salzmuseum mehr über die Geschichte der Salzgewinnung erfahren.



Generell bewegt man sich hier schon fast im weitläufigen Hafengebiet von Aveiro. Die Stadt war einst Zentrum der portugiesischen Kabeljau- und Hochseefischerei, von wo aus die Schiffe sogar bis nach Neufundland aufbrachen. Die Fischtrawler im Hafen erinnern heute noch an diese traditionsreiche Zeit.
Die Salzgärten von Aveiro sind frei zugänglich, es werden aber auch Führungen angeboten.
7. Bunte Häuser als schmucker Blickfang: Aveiros Strand ist ein heißer Tipp
Man muss nur das Hafengebiet hinter sich lassen – und kurz darauf schlägt man schon am Atlantik auf. Nur wenige Kilometer von Aveiro entfernt liegen mit Praia da Barra und Costa Nova zwei der schönsten Strände der Region. Wir sind bei unserer Radtour von Porto nach Lissabon in Costa Nova vorbeigekommen und können einen Abstecher dorthin definitiv empfehlen.





Da wäre zunächst einmal der Strand selbst: feiner, weißer Sand, entspannte Beachbars und ein scheinbar endlos langer Küstenabschnitt. Genau so stellt man sich Sommer, Sonne, Strand und Meer in Portugal vor.



Die eigentliche Attraktion von Costa Nova sind aber seine bunt gestreiften Häuser, sogenannte Palheiros, die zu den bekanntesten Postkartenmotiven Portugals zählen. Ursprünglich dienten sie Fischern als Lager für Netze und Ausrüstung, heute beherbergen viele von ihnen Cafés, Restaurants oder Ferienunterkünfte.
Ein weiteres schönes Detail ist das Bodenmosaik entlang der Promenade. Mit seinen maritimen Motiven passt es perfekt zu den bunten Häusern und rundet den besonderen Charme von Costa Nova ab.
Wer kein Auto hat, erreicht Costa Nova mit dem Bus von Aveiro aus. Mit dem Rad führt die Route durch das Hafengebiet und über die Ponte da Praia da Barra (durchgehende Radwege). Tipp: Von Porto aus werden Tagesausflüge nach Aveiro angeboten, die einen Abstecher nach Costa Nova einschließen. Mehr Tipps dazu gibt es gleich im nächsten Punkt.
Gut zu wissen: meine Tipps für Aveiro
Anreise nach Aveiro
Von Porto ist man per Zug in einer Dreiviertelstunde (schnellste Verbindung) in Aveiro.
Tipp: Für das Komplett-Paket Aveiro plus Costa Nova werden auch Tagestouren von Porto aus* angeboten. Praktisch: Die Touren können bis zu 24h vor Antritt kostenfrei und mit voller Rückerstattung storniert werden.
Übernachtungstipp für Aveiro
Zwar liegt das Hotel Meliá Ria Aveiro* nicht mitten in der Altstadt, dafür genießt man am Ende des Kanals am Cais da Fonte Nova die angenehm ruhige Lage – kombiniert mit allen Annehmlichkeiten eines modernen Hotels. In nur wenigen Minuten ist man entlang des Kanals vom Hotel ins historische Zentrum Aveiros spaziert.



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