Ausflugstour ins MÜHLVIERTEL: 7 schöne Plätze zwischen Guglwald & Gugu

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Welche Ausflugszieleman bei einer Rundtour im Mühlviertel findet: zwischen Pferdeeisenbahn, einem Zollhäuserl als Sehenswürdigkeit und Orten zum Waldluftbaden.


Ohne Schmäh – auf meiner Ausflugstour im Mühlviertel bin ich tatsächlich genau zwischen Guglwald und Gugu unterwegs. Schon aufgrund solch klingender Namen sollte man einmal einen Abstecher ins Mühlviertel gemacht haben.

Und sonst? Stoße ich auf Sehenswürdigkeiten, die ich – bis auf die Pferdeeisenbahn – nicht gesucht habe: eine alte Salzstraße (im Mühlviertel!), Tote im See, Orte zum Waldluftbaden – und eines der letzten Refugien der Flussperlmuschel.

Einfach ganz viele schöne Plätze im Grenzgebiet nördlich von Freistadt und Linz Umgebung!

Ausgeflogen rund um Linz und Freistadt: 7 schöne Plätze im Mühlviertel
1. ein schönes Eck Mühlviertel in Schönegg: am Grenzübergang Guglwald
2. was die Grenze zu Böhmen mit Salz zu tun hat: Bad Leonfelden
3. Wallfahrtskirchen-Double hinter der Grenze: rund um Vyšší Brod
4. starker Kontrast: alte und neue Handelsstraßen im sonst so beschaulichen Mühlviertel
5. schöne Plätze im Mühlviertel: auch für die Flussperlenmuschel rund um Leopoldschlag
6. Waldluftbaden zwischen Toten im See und dem Thurytal: rund um Freistadt
7. wo Sandler und Almen die Sehenswürdigkeit sind: am Rand des Mühlviertels in Gugu

das Mühlviertel – Ruhe und Entschleunigung im sanften Hügelland

Bei meiner Grenztour bin ich im nördlichen Teil des Mühlviertels unterwegs – im „Mühlviertler Kernland“ oder Herz des Mühlviertels, wie sich die Region rund um Freistadt gerne nennt. Einfach deswegen, weil das Mittelalterstädtchen das Zentrum der Region darstellt.

In eine Menschenansammlung tauche ich bei meinem Ausflug ins Mühlviertel allerdings nur einmal ein. Ansonsten kann ich die kleine Grenztour mit den Schlagwörtern Ruhe und Ursprünglichkeit beschreiben. Denn wo sonst außer im Mühlviertler Hügelland kommen einem gleich mehrere Gemeinden hintereinander unter, die sich als Waldluftgemeinde zertifizieren haben lassen?

Mühlviertel Ausflugsziele

Wer sich die Frage stellt, wo das Mühlviertel genau liegt:

Immer nördlich der Donau erstreckt sich die hügelige Region im Norden Oberösterreichs von der tschechischen Grenze bis nach Niederösterreich. Das schließt auch den Böhmerwald mit ein – den ich allerdings bereits davor besucht habe.

Bei dieser Grenztour bin ich sowohl im „Mühlviertler Hochland“ als auch am Rand der Region „Mühlviertler Alm“ unterwegs. Immer hinauf und hinunter im Granit- und Gneisland der böhmischen Masse.


die Mühlviertel Karte meiner Grenztour

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Österreich von Ost nach West und wieder retour: mein Roadtrip an den Grenzen Österreichs

1. ein schönes Eck Mühlviertel in Schönegg: am Grenzübergang Guglwald

Beginn meiner kleinen Ausflugstour im Mühlviertel ist der Grenzübergang Guglwald. Wer dorthin aus dem Böhmerwald anreist, sollte die Straße über Afiesl nehmen. Nicht ganz umsonst kurvt man dabei am Böhmerwaldkamm durch die „Traumarena“, wie die Region in diesem Eck gern genannt wird. Beste Ausblicke hier im Mühlviertler Hochland!

Warum ich nach Guglwald fahre? Weil dort ein interessantes Stück Grenze zu finden ist. Und damit ist gar nicht der Grenzübergang selbst gemeint. Wobei der Grenzstein selbst wieder einen Verweis auf die einst österreichisch-böhmische Grenze darstellt. Einen dieser„Böhmen“-Grenzsteine habe ich auch im oberen Waldviertel bei Gratzen gefunden.

Auch hier im hintersten Eck des Mühlviertels wurde 1999 ein Mahnmal des Eisernen Vorhangs errichtet, das für einen Grenzaficionado wie mich natürlich ein Sehenswürdigkeiten-Muss darstellt. Bereits mehrere dieser Installationen in Form von alten Grenztürmen und Stacheldrahtzäunen habe ich im Osten Österreichs gefunden: ob Bildein oder St. Margarethen im Burgenland oder auch am besagten Grenzübergang in Gratzen.

Mühlviertel Ausflugsziele Grenzübergang Guglwald

Das Mühlviertel ist allerdings anders: der Stacheldrahtzaun steht nicht einfach direkt am Grenzübergang, nein: hier muss ich das Mahnmal zuerst einmal finden! Ein kurzer Weg an einigen Häusern vorbei, hinter denen beim Holzstapel das Grenzschild hervorlugt, dann kurz einmal eingebogen und zuletzt ein Stück den Hügel hinaufspaziert. Und tatsächlich stehe ich dann mitten im Grünen am Mahnmal – gleich dahinter bearbeitet ein tschechischer Traktor ein Feld, daneben muhen die Kühe im österreichischen Stall.

Mühlviertel Ausflugsziele Grenzübergang Guglwald

Der kurze Anstieg zum Mahnmal wird mit einem wunderschönen Blick in die „Traumarena“ sowie auf Zollhaus und das Hotel Guglwald belohnt – ein groß inszeniertes Märchenschloss auf 925 Metern Höhe für diejenigen, die einmal gefühlt am Ende der Welt entschleunigen möchten.

Von Guglwald könnte ich auch noch einen Abstecher zu den Moldaustauseen von Süden her einlegen. Das habe ich allerdings zweimal bei meiner Tour durch den Böhmerwald getan. Wobei die Fahrt auf tschechischer Seite durch grünes Nichts im ehemaligen Sperrstreifen ähnlich faszinierend sein muss wie durch den grenznahen Streifen im tschechischen Kanada ein Stück weiter rund um den nördlichsten Punkt Österreichs im Waldviertel.

Der Guglwald liegt genau in der Hälfte des Nordwaldkamm Weitwanderwegs zwischen dem Dreisesselberg im Böhmerwald und dem Waldviertler Nebelstein. Für die kleine Ausstellung zum Eisernen Vorhang beim Grenzübergang Guglwald den Weg vor der Grenze in Richtung Osten nehmen und bei einem der Häuser beim Schild in Richtung Poimer Panoramaweg einbiegen. Wer von Guglwald in Richtung Moldaustauseen fährt, kann auch einen Stop bei der Ruine Wittinghausen einlegen.

2. was die Grenze zu Böhmen mit Salz zu tun hat: Bad Leonfelden

Bevor es mich noch einmal direkt an die Grenze führt, lege ich einen Abstecher in Bad Leonfelden ein. Ein schöner Stadtplatz erwartet mich, die Türmchen am Rathaus (Zwiebel) und Stadtpfarrkirche (kupferner Spitz) sind ein unübersehbarer Hingucker.

Mühlviertel Ausflugsziele Bad Leonfelden

Bad Leonfelden ist Kurort – im Mittelalter allerdings war es das Salz, das dem Städtchen Reichtum bescherte. Einer der 23 Salzstraßen nach Böhmen führte hier von der Donau bis ins Moldautal. Genau dort, wo die Böhmerstraße – eine der ältesten Mitteleuropas – an der Grenze ins Nachbarland übertritt, sehe ich mich weiter um.


unerwartetes Ausflugsziel an der Grenze: die Schwedenschanze

Direkt am kleinen Grenzübergang Rading stößt die alte Salzstraße auf den südlichsten Punkt Böhmens. Der alte Handelsweg wurde zwar offiziell Anfang des 14. Jahrhunderts von der Straße über Freistadt abgelöst, dennoch war der Weg über die Böhmerstraße leichter zu absolvieren. Trotz des Verbots von gleich fünf Kaisern wurde die alte Salzstraße weiter genutzt – ein Handelskrieg zwischen Bad Leonfelden und Freistadt war die Folge, der sich knapp 400 Jahre hinweg bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zog.

südlichster Punkt Böhmens

Und die Schwedenschanze? Wurde 1641 im Dreißigjährigen Krieg errichtet und nicht nur als Schutz gegen die Schweden, sondern auch gegen Türken und die Pest in Gebrauch genommen. Schanze und Wehrgraben kann man heute noch an der rekonstruierten Befestigungsanlage erkennen.

Wer die Reste des geschliffenen Dorfs Reifmaß hinter der Grenze besichtigen möchte, kann dies am Rad- und Fußgängerweg über die Grenze tun. „Das südlichste Dorf Böhmens von 1300 – 1950“ ist wieder eines der zahlreichen traurigen Kapitel der Heimatvertriebenen, denen ich vom Böhmerwald bis ins Burgenland an so vielen Stellen bei meiner Grenztour unterkomme.

Eine kulinarische Sehenswürdigkeit in Bad Leonfelden ist die Lebzelterei Kastner: in der ältestenLebzelterei Österreichs warten Café und Fabriksverkauf.

3. Wallfahrtskirchen-Double hinter der Grenze: rund um Vyšší Brod

Das Landschaftsbild der verschwundenen Dörfer ist hier an der Grenze leider Programm. Dort, wo in den 1950er Jahren Aussiedlungen im großen Stil vorgenommen wurden, hat sich heute am Grenzstreifen Natur und Ursprünglichkeit erhalten können – ein Green Belt in der einstigen Todeszone.

Mühlviertel Ausflugsziele

Das alte Hohenfurth liegt weit genug von der Grenze im Tal der Kleinen Moldau entfernt und durfte sich erhalten – auch wenn die deutschsprachige Bevölkerung des heutigen Vyšší Brod wie so üblich vertrieben wurde. Die ehemals wichtige Marktstadt erinnert am hübschen Hauptplatz an die Stadtplätze des oberen Waldviertels wie Gmünd und Weitra.

Nach Vyšší Brod darf ich noch ein kurzes Stück an der Moldau entlangfahren, bis es mit der Ursprünglichkeit dahin ist: vor mir schiebt sich wuchtig die Grenze von Wullowitz ins Bild.

Grenzübergang Wullowitz Linz Prag Oberösterreich

Unverkennbar ein wichtiger Grenzübergang: Casinos, Zahnkliniken, Wechselstuben, Duty Free Läden und Orte für die Bedürfnisstillung der besonderen Art sind hier nicht zu übersehen. Die mächtige LKW-Tankstelle vor der Grenze zeigt eindeutig, dass es sich hier um eine Transitroute zwischen Linz, Budweis und Prag handelt.

Jetzt wird auch klar, warum sich die Temelin Proteste im Jahr 2000 genau diesen Ort für die Blockade ausgesucht haben – nicht nur, weil das umstrittene Atomkraftwerk von hier nur 70 Kilometer entfernt liegt.


Wallfahrtskirche Maria Schnee mal zwei

Bevor es wieder zurück nach Österreich geht, ist ein weiterer verlassener Ort Ziel meiner Grenzerkundungstour. Bei der „Svatý Kámen“, der Wallfahrtskirche Maria Schnee beim Heiligen Stein im ehemaligen Reichenau an der Maltsch, handelt es sich um eines jener Gotteshäuser, die zu Zeiten des Eisernen Vorhangs in der toten Zone zweckentfremdet wurden und verfielen. Das zugehörige Kloster wurde 1970 von den Kommunisten abgerissen, die Kirche von den Grenzeinheiten zerstört.

Wallfahrtskirche Maria Schnee beim Heiligen Stein

Die Kirche wurde nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs rekonstruiert und wird seit 1993 wieder als Wallfahrtskirche genutzt.

Noch einige Jahre vor der Grenzöffnung wurde der verlorengegangene Zugang durch eine maßstabgetreue Kopie auf der anderen Seite der Grenze ersetzt. Direkt an der B 310 kann man die „Ersatzwallfahrtskirche“ Neu Maria Schnee nicht übersehen, die von den vertriebenen Sudetendeutschen im Jahr 1984 errichtet wurde.

Mühlviertel Ausflugsziele Wallfahrtskirche Neu Maria Schnee

Von der kleinen Anhöhe konnten sie einen Blick in die ehemalige Heimat werfen – einer jener Ausgucke, wie ich sie auch kurz zuvor beim Moldaublick im Böhmerwald erleben durfte.

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4. starker Kontrast: alte und neue Handelsstraßen im sonst so beschaulichen Mühlviertel

Gleich hier, an der Wallfahrtskirche Neu Maria Schnee, könnte der Kontrast nicht stärker ausfallen: Auf der einen Seite die Mühlviertler Straße B310, auf der heute die LKWs auf ihrem Weg von Linz nach Prag dahindonnern und die damit einen der Mühlviertler Hotspots – wenn nicht ganz Oberösterreichs – darstellt.

Auf der anderen Seite – nämlich links und rechts der B310 – das Mühlviertel wie es sich reizvoller nicht präsentieren könnte. Nämlich ziemlich ruhig und beschaulich. Die Anfahrt zum nächsten Ausflugsziel veranschaulicht das rund um Edlbruck, Eisenhut und Kerschbaum ziemlich eindeutig. Und damit ist nicht die Kontinentale Wasserscheide gemeint, die hier als geographischer Endpunkt des Böhmerwalds die Trennlinie zwischen Nordsee und Schwarzem Meer darstellt.


noch eine Handelsstraße als Ausflugsziel: die Mühlviertler Pferdeeisenbahn

Nein, auf eine weitere Handelsroute zwischen Österreich und Böhmen trifft man hier auf der Höhe des Kerschbaumer Sattels. Für den Salztransport vom Salzkammergut nach Böhmen wurde im Jahr 1832 die erste Schienenstrecke ganz Kontinentaleuropas erbaut. Die Mühlviertler Pferdeeisenbahn transportierte das weiße Gold von Linz bis nach Budweis. 14 Stunden dauerte die Fahrt auf den 128 Kilometern (die Strecke wurde sechs Jahre später bis nach Gmunden erweitert), bis die Pferde ab 1872 von der Dampflok abgelöst wurden.

Mühlviertler Pferdeeisenbahn

Seit 1996 kann man rund um Kerschbaum wieder wie in alten Zeiten auf einem halben Kilometer im Luxuswaggon oder Gesellschaftswagen reisen – vom Pferd gezogen versteht sich. Nicht nur ein historisches Salettl wurde hier als Wartehäuschen nachgebaut, auch in den alten Gewölbestallungen kann man die Geschichte der Pferdeeisenbahn im Eisenbahnmuseum nachverfolgen. Und das Bahnhofsrestaurant – übrigens das älteste auf dem europäischen Kontinent – serviert zum Freistädter Bier stilvoll eine Ladung „Rossknödel“.

  • Mühlviertler Pferdeeisenbahn
  • Mühlviertler Pferdeeisenbahn
  • Mühlviertler Pferdeeisenbahn
  • Mühlviertler Pferdeeisenbahn

Was auch nett ist: die entlang der Strecke installierten Info-Tafeln. So erfährt man zum Beispiel, wie zu Zeiten der Pferdeeisenbahn mit Schienendieben zu verfahren war.

Auch der Blick hinunter nach Rainbach im Mühlkreis ist einen Ausflug zur Mühlviertler Pferdeeisenbahn wert. Und Kerschbaum selbst ist ein beschauliches Platzerl – so wie alles hier.

Rainbach im Mühlkreis

Die 500 Meter Fahrt auf der Mühlviertler Pferdeeisenbahn beginnen am Bahnhof Kerschbaum. Die Trasse dient heute ein Wanderweg, auf dem zwar heute keine Schienen mehr zu finden sind, dafür aber die alten Viadukte und Bahnwärterhäuschen zu bestaunen sind.

5. schöne Plätze im Mühlviertel: auch für die Flussperlenmuschel rund um Leopoldschlag

Auch auf der anderen Seite der B310 herrscht Beschaulichkeit und Ursprünglichkeit pur: die Region an der Maltsch rund um Leopoldschlag ist Natura 2000 Schutzgebiet.

Wieder erwartet mich in Leopoldschlag ein besonders hübscher Marktplatz, noch dazu mit wunderschön bunten Häuserfassaden. Der kurze Stop zahlt sich aus, vor allem wo hier tatsächlich sehr viel Wert auf Entschleunigung und Naturnähe gelegt wird. Die zertifizierte Waldluftbaden-Gemeinde hat die Energieplätze an der Pfarrkirche ausgewiesen,die Yin-Yang Aufladung wurde tatsächlich gemessen. Auch bei der Kirche in Windhaag wird mir die Ausweisung als Energieort noch begegnen.


wo die Flussperlmuschel beim alten Zollwachehütterl weiterleben darf

Und dann erwartet mich bei der Weiterfahrt in Richtung Windhaag ein wundervolles Platzerl, das mich so fasziniert, dass es zur Sehenswürdigkeiten-Sensation meiner ganzen Grenztour im Mühlviertel wird.

Zollwachhütte an der Maltsch in Hammern

Noch dazu ist es ein Unikum – und das weltweit! In der kleinen, unglaublich bezaubernden Zollwachhütte an der Maltsch in Hammern wurde mit viel Liebe ein kleines Museum über die 2004 aufgelöste österreichische Zollwache eingerichtet.

Unbedingt einen kurzen Stop einlegen und dem Zollhütterl sowie der Grenzbrücke über die Maltsch einen kurzen Moment widmen – auch wenn der Weg hier wieder einmal in eine Wüstung führt. Dieses mal ist es das alte Zettwing (Cetviny), das in den 1950er Jahren geräumt wurde. Die baufällige Kirche – ein einsames Überbleibsel und später als Wachturm genutzt – wurde 2003 wieder eingeweiht.

An der Maltsch in Hammern bezaubern auch alte Handwerksstätten wie der Rösslhammer oder die Lexmühle. Und eine Geschichte fasziniert mich dann noch besonders: Genau dort, wo früher am Eisernen Vorhang Schmuggel und Flucht großes Thema waren, lebt heute ein grenzüberschreitendes Projekt auf, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Lebensraum der weltweit vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel zu verbessern. Ein paar hundert Exemplare sollen es noch sein in der Maltsch – neben dem Waldviertel einzigartig in ganz Österreich .

Das kleine Zollhütterl in Hammern kann besichtigt werden, Schlüssel liegen bei den Gemeindeämtern von Leopoldschlag, Rainbach und Windhaag auf – oder man fragt vorsichtig bei der Grundbesitzerin vom Haus gegenüber nach.

6. Waldluftbaden zwischen Toten im See und dem Thurytal: rund um Freistadt

Der Sensenhammer in Hammern zeigt bereits auf: das Mühlviertel ist Land des alten Handwerks. In Windhaag bei Freistadt lässt sich in gleich sechs Museen in die Vergangenheit eintauchen, z.B. am Hofwieshammer, der Felbermühle mit der Venezianersäge oder der Leithenmühle.

Ein weiteres Museum an der Mühlviertler Museumsstraße spielt auf den grünen Naturraum am ehemaligen Grenzsperrstreifen an. Das Green Belt Center fungierte vor der Umbenennung noch als Mühlviertler Waldhaus.

Windhaag bei Freistadt Green Belt Center

Eine perfekte Kulisse für – ja, für was auch? Natur pur, aber auch Mord und Totschlag? Interessant, was die Tafeln am modernen Gebäude berichten. Gleich zwei ORF Landkrimis wurden hier gedreht: „Der Tote am Teich“ sowie „Der Tote im See“……was uns das wohl über das Mühlviertel verraten möchte?

Was sich außer Mord und Totschlag sonst noch in Windhaag tut? Anton Bruckner war hier tätig, und ja, ein nettes Platzerl ist es auch, nämlich wieder ein Ort zum Waldluftbaden. Auf meinem Weg nach Freistadt hinunter komme ich in Grünbach übrigens noch an einer weiteren waldluftzertifizierten Gemeinde vorbei….

  • Windhaag bei Freistadt
  • Windhaag bei Freistadt
  • Windhaag bei Freistadt
  • Mühlviertel Ausflugsziele

Auf der Mühlviertler Museumsstraße können gleich 35 Museen besichtigt werden. Das Green Belt Center zeigt u.a. eine Ausstellung zum Eisernen Vorhang. Wer näher in das Thema vom Leben an der Grenze eintauchen möchte, kann sich bei diesem Videoprojekt Zeitzeugenberichte ansehen.


ein wunderschönes Ausflugsziel: Freistadt und sein Rundherum

Zuerst bin ich mir nicht sicher, ob ich Freistadt ansteuern soll – liegt es doch in einiger Entfernung zur Grenze. Aber die Neugier siegt – und ja, es ist gut so.

Da wäre zunächst einmal Freistadt selbst: 3 Stadtmauern mit Graben und 7 Wehrtürmen haben sich hier erhalten – davon bezeichnenderweise das Linzertor im Süden und das Böhmertor im Norden. Ein stattlicher Hauptplatz mit schönen Bürgerhäusern zwischen Gotik und Renaissance überrascht mittendrin.

  • Freistadt im Mühlviertel
  • Freistadt im Mühlviertel
  • Freistadt im Mühlviertel
  • Freistadt im Mühlviertel

Und dann lockt auch das Bier in der „Freistadt“, in der noch heute für die 149 Hauseigentümer der Innenstadt als Anteilseigner der Brauerei das „Recht auf Bier“ gilt – je nach Einlage zwischen 15 und 140 Eimern (knapp 60 Liter Bier).

Gottseidank fahre ich nach Freistadt nicht vom Schnellstraßen-Kreuz von Norden ein, sondern aus nordöstlicher Seite. Und so darf ich mich von den Mühlen und Schmieden im Thurytal verzaubern lassen, die sich hier am Mühlenweg entlang der Feldaist entlangreihen.

7. wo Sandler und Almen die Sehenswürdigkeit sind: am Rand des Mühlviertels in Gugu

Meine Ausflugstour im Mühlviertel neigt sich dem Ende zu. Ganz im Osten, bereits an der Grenze zu Niederösterreich, überrascht mich in Sandl die „Liftstraße“. Dass es ein Stück weiter im Waldviertler Karlstift Lifte gibt, ist mir bekannt – doch auch in Sandl kann man Ski fahren!

Sandl Mühlviertler Alm

Eigentlich ist Sandl ja für etwas anderes bekannt: die Auswanderer aus Buchers waren es, die hier im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Hinterglasmalerei etablierten. Für die im ganzen Land bekannten „Sandlbilder“ wurde das Glas aus dem Böhmerwald verwendet.

Tatsächlich an der Bundesländer-Grenze bin ich dann in Gugu angelangt. Ein Name, der mich schon vor Jahren bei meiner Fahrt nach Krumau fasziniert hat – und ein Fall für meine Ortstafel-Serie.

Mühlviertler Alm

Dass ich mich hier in der Region Mühlviertler Alm noch immer in der Hochebene der böhmischen Masse befinde, merke ich spätestens dann, als es dann ein Stück weiter bei Bad Großpertholz tatsächlich auf einer langgezogenen Serpentinenstraße vom Waldviertler Hochland wieder nach unten geht.

Mühlviertler Alm

Mehr zum immateriellen UNESCO Welterbe kann man im Hinterglasmuseum Sandl erfahren. Die Region Mühlviertler Alm zieht sich von hier bis zur Donau und ist mit ihren sanften Hügeln ein Reiterparadies.

mehr zu meinem Grenz-Roadtrip

Österreich von Ost nach West und wieder retour: an den Grenzen Österreichs

mehr Ausflugs-Tipps

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